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Tag der Vegetarier. Vertane Chance?

Gestern war  Tag der Vegetarier und wie sehr habe ich gewünscht, dass auch die oberflächlichsten alle Fernsehsender deshalb vielleicht etwas in die Tiefe gehen. Doch beim Wunschdenken blieb es: Würstchen- und Fleischersatz, den Essern heimlich vorgesetzt, sorgten für das Fazit, das kommen musste: ohne Fleisch geht es nicht. Sagen zumindest die Sender, die bei mir ganz hinten angesiedelt sind, lange nach 3Sat, Arte, NDR, WDR, Phoenix und N-TV. Zugleich sind sie es aber, die den Mainstream bedienen. Schade, schade. 

Autor Sabine Ruhland, Foto Peter von Felbert 

Angesichts dessen, was das gestern teilweise über den Bildschirm flimmerte, mag man versucht sein zu glauben, die Fleischindustrie hätte im Hintergrund kräftig am Rad gedreht, um dieser Schwarz-Weiß-Malerei Nachdruck zu verleihen. Denn einfach Huhn, Rind und Sau durch Tofu und Ähnliches zu ersetzen, ist nicht Sinn und Zweck der Bewegung, die – man spricht mittlerweile von 3 Millionen Vegetariern in Deutschland -  stetig an Bedeutung gewinnt.

Fleisch ist billiger als Obst und Gemüse. Da muss man nicht studiert haben, um dieser Rechnung ein scheußliches Gesicht zu geben

Es ist die Maßlosigkeit, die immer mehr Menschen abhält Fleisch zu essen, das Reinstopfen von panierten Fleischkugeln, die, da wollen wir ehrlich sein, auch nicht immer schmecken. Zusammengepappt, eingefroren, aufgetaut. Tiere, schäbig und billig hochgezüchtet, aufs Unwürdigste geschlachtet und missbraucht – da vergeht selbst Fleischessern der Appetit, sofern noch ein Funke Gefühl in den mechanisierten, auf Geiz, Konsum und Gier getrimmten Körpern steckt.

Bunt statt schwarz-weiß

Sich vegetarisch zu ernähren – und sei es nur ein Tag oder mehrere die Woche – ist doch wahrlich kein Drama und keine Geißel, ist weder dumm noch anormal. Es gibt wunderbare Rezepte, die Fleischersatz gar nicht nötig haben. Es gibt wunderbare Köche, die uns mit neuen vegetarischen Gerichten verwöhnen und vor allem gibt es die Möglichkeit der Wahl: heute mal vegetarisch, heute mal gegrillter Hokkaido mit Drillingen oder Gemüsegarten-Aubergine mit Rote-Bete-Humus. Dafür morgen gerne ein Huhn. Vom Bauern. Weder Bio noch Masse, sondern einfach ein „hat-ein-schönes-Leben-gehabt-Huhn“. Plötzlich bekommt die Welt wieder Farbe.

Foodhunter hat unzählige Kochbücher und seit einiger Zeit auch vermehr vegetarisch-vegane Exemplare, die nicht im Geringsten anders sind als die anderen. Schön aufgemacht, mit tollen Rezepten. Wir sind keine Vegetarier, wir sind Klug-Esser und wir wünschen uns, dass es unter unseren Lesern mehr davon gibt.

Wenn Sie Lust haben, mit uns auf vegetarische Reise zu gehen: auf unsere Website finden Sie vegetarische Kochbücher, vegetarische Restaurants,vegetarische Einkaufsmöglichkeiten wie Veganz oder Veganize me oder Interviews wie das mit Christl Kurz, der Erfinderin der vegetarischen Küche.
Dazu Reportagen für die nicht-vegetarischen Tage, die ein gutes Gefühl geben, weil Bio-Hersteller: Gut Kerschlach, Ederhof, Burgauer Sonnenschweine.

Veganz – die erste vegane Vollsortiment-Supermarktkette. Jetzt auch in München!!!

Berlin-Friedrichshain, Berlin-Prenzlauer Berg, Frankfurt am Main, Hamburg Altona und jetzt endlich auch in München: „Veganz – Wir lieben Leben“ ist die erste vegane Supermarktkette und bietet 6.000 Produkte aus 30 Ländern. Was ist mit Schuhen, mit Reinigungsmitteln, mit Tierfutter? Gibt es auch. Vegan.

Die Kühltheke ist neun Meter lang. Selbst wer mehr aus Neugier als aus Überzeugung erstmals diesen veganen Supermarkt betritt, dürfte spätestens jetzt „Normalität“ erkennen und sich gerne mitreißen lassen.

Die inzwischen weltweit erfolgreiche Pizzen von Amy’s Pizza (www.amyskitchen.de) sind ebenso vertreten wie Joghurt, Mandelmilch, Desserts und Eisspezialitäten aus Kokosmilch oder Sojamilch.  Auch die Pflanzenmilchgetränke haben ein eigenes Regal, 40 Produkte aus Haselnuss, Reis, Soja, Hafer von Marken wie Soyana, Alpro, Joya oder Natumi laden Pflanzen- und Fleischesser gleichermaßen ein, etwas Neues auszuprobieren.

Nur 40 Prozent der Stammkunden seien Veganer, sagte Jan Bredeck, Geschäftsführer der Veganz GmbH. Was kaum verwundert angesichts der offiziellen Zahlen: 700.000 Veganer leben in Deutschland und 42 Millionen Teilzeitvegetarier gibt es. Die Qual der Massenzuchten und die Überfischung der Meere, die Wegwerf- und Überflussgesellschaft, das sind Entwicklungen, die längst auch vielen Fleischessern den Appetit verdorben haben.

Jan Bredack ist selbst Veganer und weiß um die Schwierigkeiten, vegane Lebensmittel oder Alltagsprodukte zu finden. In seinen Supermärkten gibt es daher auch Pflege- und Kosmetikartikel, Reinigungsprodukte und Tierfutter. Dazu Kochkurse, Catering und auf Wunsch auch die vegane Hochzeitstorte. Teile der Berliner Filialen sind zudem an ein veganes Schuh- und Bekleidungsgeschäft vermietet.

NEU: München, Baldestarße 21/Ecke Auenstraße. Eröffnung 13./14. Dezember, Mo-Sa 9-20 Uhr.
Online-Shop  www.veganz.de  /  veganz.ave.vg 

Veganz

Veganz

Veganize me! Boonian in der Schranne

“Veganize me! könnte zum neuen Schlagwort für ein verändertes Essverhalten werden. In der Schranne am Münchner Viktualienmarkt feiert das Konzept auf jeden Fall große Erfolge.

 Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Völlig entstaubt und ins neue Zeitalter der jungen Veganer-Szene gebeamt: Essen und Einkaufen von veganen Produkten in einer „Allesesser-Atmosphäre“. Das Boonian in der Schranne gehört jetzt schon zu den Hotspots unter den Veganern, denn hier gibt es alles: Sandwiches, Salate, Soja- und Saitanprodukte, vegane Saucen, Dips und Eintöpfe. Dazu die passenden Getränke, denn vegan heißt nicht ohne Alkohol. Obstbrände, Weine, Champagner stehen anregend neben Tees und Trinkschokoladen. Dahinter steckt u.a.  Münchens Pionier-Veganer Michi Kern , die schon mit dem Zerwirk seiner Zeit voraus war.

Die Schranne ist geöffnet Montag bis Samstag von 10-20 Uhr. www.boonian.com

Boonian, Foto Foodhunter

 

Boonian, Foto Foodhunter (1)

Cooler Slogan: “Veganize me”