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Ödland

Ödland. Was für ein tristes Wort. Assoziationen mit Wüste, Steppe, Umweltverschmutzung kommen auf. Doch dem ist nicht so. Ödland, neulich kam eine kleine TV-Reportage darüber, weshalb mir das Wort so zu schaffen macht, ist eigentlich die pure Natur, denn es beschreibt auch unberührte Wiesenstreifen am Rande „fruchtbaren Bodens“, der  – selbst wenn er von Landwirtschaft und Monokultur ausgelaugt – die schönere Seite der Sprache für sich beansprucht.

Ödland, da ist Raum für Bienen und Blumen, für Mohn, Flockenblume, Schafgarbe, für Kartäusernelke, Rittersporn, Widderchen, Feldgrillen, Hornissen, Schmetterlinge, Lurche. Doch die Definition von Ödland: „Das Pflanzenwachstum ist stark eingeschränkt oder auf wenige spezialisierte, in der Regel nicht ökonomisch nutzbare Pflanzen beschränkt“.

Was nicht ökonomisch ist, ist also öde.

Wunderland.
Grünland.
Naturgarten.
Wiesenreich.
Randbiotop.

Wie öde doch Sprache sein kann. Oder wie sinnbildlich. Es liegt immer in der Hand des Schreibers.