Schlagwort-Archiv: Restaurants München

KOI… Wir sind noch lange nicht satt!

Viel gehört vom Koi, eigentlich nur Gutes. Da wurde es Zeit, 2 Wochen nach der Eröffnung, vorbeizuschauen. Wir reservieren zum Lunch und es sei gleich dazugesagt: die Karte unterscheidet sich mittags und abends, was bedeutet, wir müssen (gerne) noch einmal kommen …  

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Innen ist die vorherrschende Farbe Schwarz, was angesichts zweier Etagen nichts ausmacht. Die Höhe sorgt für Freiraum. Doch es ist Sommer – wir sitzen draußen und da beginnt für uns die Freude schon beim Mobiliar. Überraschend bequeme Stühle und ordentliche, stabile Holztische. Dazu elegante Sonnenschirme, Ruinart-gelabelt, das darf durchaus sein am Wittelsbacher Platz in München. Clever wie wir Mädels sind, wählen wir die Reihe bei den Bäumen, so dass uns eine frische Brise streift, während die hitzeresistenten Herren an der Hauswand schmoren. Der Verkehr von der Brienner Straße stört nicht, im Gegenteil. Endlich mal so etwas wie mediterran-lebendiges Flair.

Das Publikum traumhaft gemischt, was in München nicht immer der Fall ist: Business-Männer, von lässig-attraktiv  bis stoisch-geschäftsmäßig, japanische Touristen, die auf unsere Frage, ob es denn geschmeckt hat, nur leise murmelten ” für uns Japaner ist der Reis zu hart”, ansonsten sei alles sehr gut gewesen, über ältere Ehepaare, ein paar kosmopolitische Studenten, eine Familie… wonderful.

Koi München, Foto Foodhunter

Die Ober sind relaxt, aber nicht lax. Zuvorkommend, aber nicht krampfhaft geschäftstüchtig. Als wir nach dreimaliger Empfehlung endlich die eigentlich nicht gewollte “Limo des Tages” wählen Wassermelone-Himbeere-Soda, sind wir völlig happy, weil sie schlichtweg genial schmeckt. Frisch gepresst, nur ein Hauch Himbeersüße. “Sag ich’s doch” meint der Ober beglückt (sorry, wir hätten echt nach seinem Namen fragen können!), der sich mit Freude  jeden Tag etwas Neues für die Gäste einfallen lässt.

Koi München, Foto Foodhunter

Es hat uns überhaupt gefallen, dass wir auf die Frage nach einem Aperitif sofort alkoholfreie Varianten genannt bekommen, doch wie gesagt, die Limo des Tages hat uns zu Beginn noch nicht begeistert. Also ein “Koi Sprizz”, Pflaumenwein, Prosecco, Grapefruit und Ingwer. “Guten Morgen München”, es geht doch! Alkohol darf zum Lunch durchaus im leichten Seidenkleid daherkommen und das tut er. Er umschmeichelt, aber er schadet nicht.

Gegessen haben wir  Business-Bentobox für 17,50 Euro mit Sashimi Salat, Sushi, Shrimp Tempura (exzellent!) und einem Dessert sowie einen Entensalat für 11,50 Euro. Beides war so überzeugend, dass unsere Lust auf Wildkräuter-Salat, Spicy Seafood-Ceviche, Soft Shell Crab … und der uns noch unbekannten Abendkarte auf ein Höchstmaß gestiegen ist. Und dann werden wir auch den im Zedernholz-Fass gelagerten Sake mit balsamischen Noten kosten.

Koi, Wittelsbacher Platz 1, 80333 München, Mo-Sa 11-15 Uhr, ab 19 Uhr. 089-890 819 26                                                                                                      www.koi-restaurant.de

Koi München, Foto Foodhunter

Aus für die Krake in der Schrannenhalle. Münchens angesagtes Fischlokal hat geschlossen

Die Schrannenhalle in München ist und bleibt ein konzeptionelles und organisatorisches Desaster. Nach unzähligen Restaurants und selbst Zugpferden wie Käfer ist auch die “Krake” gescheitert. Das vor wenigen Monaten noch angesagte Fischlokal ist seit Dezember  geschlossen. 

Autor Dirk Vangerow, Fotos Foodhunter

Nicht weniger als das beste Fischrestaurant der Stadt sollte es sein – und bleiben: Die Ende Juli eröffnete Krake in der Schrannenhalle. Mit Austern & Champagner-Bar, Sushi-Bar, einem Restaurant im ersten Stock und einer Terrasse draußen. Käfer residierte zuvor auf dieser Fläche, die jetzt ganz und gar den Meeresbewohnern gehört – und das 544 Meter über dem Meeresspiegel. Einfache mediterrane Küche von höchster Qualität. Seit Ende Dezember ist das Gastspiel wieder vorbei.

Jetzt konzentrieren sich die Profi-Gastronomen Patrick Bertermann und Marco Huth wieder auf ihre Erfolgslokale  ”Das Goldene Kalb” und “Miura”.

Schön wäre es gewesen….

Krake, Foto Foodhunter 5

Das Auge isst mit. Erfrischendes Ceviche mit Salat

Krake, Foto Foodhunter 5

Gazpacho Andaluz neu interpretiert von Chefkoch Christof Lobnig mit einer Gemüse-Brunoise und Scampo.

Sushi Krake 2 Foto Foodhunter 036

Hamachi, Calamari-Lilie, Thunfisch und Spicy-Roll

Krake, Foto Foodhunter 1

Sea you – aber nicht mehr in der Krake. Patrick Bertermann (li) und Marco Huth.

Mehr japanische Frische-Geschichten?
www.foodhunter.de/2013/02/24/limettenkaviar-oder-auch-finger-limes-genannt/
www.foodhunter.de/2012/03/07/wasabi-im-heimischen-garten/

 

Kuffler California Kitchen. To see and be seen

Endlich hat München eine neue adäquate Adresse um Prada-Taschen, Unnützer Schuhwerk oder den magßgefertigten Zwirn in Szene zu setzen. Münchens größte Gastronomen (u.a. Spatenhaus, Seehaus im Englischen Garten, Weinzelt auf der Wiesn) haben einen neuen Coup gelandet: “Kuffler California Kitchen” im neuen Palais an der Oper. Mit einer Terrasse, die den Blick auf die Oper schenkt offerieren sie zudem den Open-Air-Logenplatz Nummer 1. 

Autor Sabine Ruhland

Dezentes Anthrazit und Étoupe beherrscht die Farbwahl und so ist dieses neue Restaurant in München sehr schick, präsentiert eine fehlerfreie Optik. Pomp oder Extravaganz wurden vermieden, die stilisierten Silber-Fische an der Wand sind echte Eye-Catcher während  die 70er Jahre-Tapete Assoziationen an eine Hermès Krawatte weckt. Das “Kuffler California Kitchen” ist ein elegantes Lokal zum Wohlfühlen.

Kuffler, California Kitchen, Foto Foodhunter

Dass man manchmal über  30 Minuten auf den Platz warten mussten, in Stoßzeiten auch auf Wein und Essen, nimmt nicht jeder schweigend in Kauf. Dafür haben wir einen schönen Platz, einen jener Tische, die “den-will-ich-haben-Status” haben, nämlich direkt in der Fensternische mit Blick ins Lokal. So entgeht uns auch nicht das kleinste modische Detail.

Für das Kuffler California Kitchen stand Herr Witzigmann als Berater zur Seite, das war zu beginn in der Presse zu lesen. Mittlerweile haben sich diese Haute Cuisine-Erwartungswogen geglättet. Statt Sensationellem zumindest Ordentliches. Einen Caesar’s Salad, einen Klassiker der amerikanischen Küche, aber neu interpretiert. Das muss nicht jedem schmecken, der einen Klassiker auf der Zunge erwartet. “Dann wissen Sie zumindest, was Sie beim nächsten Mal nicht mehr bestellen”, meinte der Ober mit einem Lächeln und ich weiß bis heute nicht, wie er das genau gemeint hat.

Kuffler, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Der andere Foodhunter traf die bessere Wahl,  ein Short-Rib, ein exzellentes Stück und so mürbe, wie Mann es liebt. Die Marinade aus Barbecue-Sauce mit Räucheraromen und Honig gab dem Spitzen-Fleisch eine süß-rauchige Note, welche in dieser Dominanz nicht nötig gewesen wäre. Perfekt gegart.  Absolut exzellent die Beilagen (gegen Aufpreis), allen voran die hammerguten Artischocken (9 Euro) und die geradezu sensationellen Pommes frites aus Süßkartoffeln. Trotzdem, mit derart touristisch orientierten Lokalen haben wir es nicht so, wir  bevorzugen da eher die Geheimadresse in einer Seitenstraße.

Kuffler, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Feinstes Fleisch – dazu empfehlen wir die Pommes frites aus Süßlartoffeln

Kuffler California Kitchen (auch So. geöffnet)
Hofgraben 9 / Ecke Maximilianstraße (Höhe Oper)
Tel. 089/24224840

Kuffler, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Im Sommer traumhaft: Terrasse unter Säulen – mit Blick auf die Oper

 

Les Deux. Charme und Kochkunst, was für ein Duo!

48 Euro kostet ein 3-Gang-Business-Menü. Wer das – auch im teuren München –  ungeniert aufruft, muss Herausragendes bieten. Et voilà, so geschehen im Les Deux, das sich auch noch an herausragender Stelle niedergelassen hat: im architektonisch umstrittenen “Schiffsbug” des Schäfflerhofes.

Autor Sabine Ruhland

 

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Fabrice Kieffer ist einer jener Brüder, die einst bei 2-Sterne-Koch Heinz Winkler für die Weinauswahl verantwortlich waren. Vor 4 Monaten hat er zusammen mit Johann Rappenglück im Schäfflerhof in München das Les Deux eröffnet.

Gespeist wird in der ersten Etage. Gedeckte Farben als Kontrast zu den lichtspendenden Panoramafenstern, weiche Sessel, dezentes Porzellan, wenig Schnickschnack. Auch die Karte aalt sich in souveräner Zurückhaltung: ein 5-Gänge Mittagsmenü für 79 Euro und ein 3-Gänge Business-Menü für 49 Euro. Entsprechend fein das Publikum. Das dunkelblaue Jacket bei den Herren scheint so selbstverständlich wie das ondulierte Haar und die Chanel-Garderobe bei den Damen. Dennoch ist die Stimmung entspannt heiter, was dem umwerfenden französischen Charme von Fabrice Kieffer zuzuschreiben ist. Er und sein Service-Team umgarnen mit liebevoll-legerer Zuvorkommenheit ihre Gäste.

Anderthalb Stunden für ein 3-Gänge-Business-Lunch.
Das Essen hat auch nicht weniger verdient.

Wir wählen das Business-Menü, das mit einem Ikarimi-Lachs startet. Normalerweise mag ich keinen Lachs, der jedoch machte mich neugierig, steht „Ikarimi“ doch für eine spezielle Verarbeitung, die den Lachs nahezu geruchlos macht, ihm aber im Gegenzug mehr Geschmack verleiht (die Lachse werden vor der Schlachtung auf +2 Grad heruntergekühlt, was den Stress verringert und die Frische des Fleisches garantiert). Zusammen mit Avocadocreme und grünem Spargel ein gelungener Einstieg.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Der Hauptgang war eine Hommage an die große Küche, in der Produkt und Verarbeitung in völliger Harmonie verschmelzen. Simmentaler Rinderlende, Parmesan und Trüffelsauce. Unsere Befürchtungen, die beigefügte Trüffelsauce könnte uns mit den allseits bekannten Synthetik-Aromen aus den unsäglichen Trüffelöl-Fläschchen den Appetit verderben, war völlig unbegründet. Mit Derartigem arbeitet die Küche natürlich nicht. Schwarzer Trüffel in Stückchen gab ihr, was nötig war: eine Nuance von Trüffelgeschmack. Der Star war die Rinderlende mit dem zarten Kleid einer dünnen Parmesankruste. Fantastisch.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland (1)

Das Dessert kam in Form eines formidablen Schoko-Espresso-Törtchens, fein und cremig, dazu erfrischendes Pistazieneis.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland (2)

Unser Lunch dauerte länger als es für ein Business-Essen üblich ist. Gut anderthalb Stunden für drei Gänge. Wer es eilig hat, sollte diesen Platz des “savoir vivre” daher meiden. Alle anderen, die dem Genuss Zeit und Raum geben und sich auch mal mittags eine Auszeit gönnen möchten, sind hier bestens aufgehoben.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Les Deux
Kieffer & Rappenglück
Maffeistraße 3a, Schäfflerhof
80333 München
www.lesdeux-muc.de

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Masters Home. Alte Liebe rostet nicht.

Es gibt Lokale, die liebte man zu Jugendzeiten. In München war es Ende der 80er Jahre das Masters Home. Bar und Restaurant, im Keller gelegen, kaum 30 Meter vom Viktualienmarkt entfernt. Verrucht, dunkel, exotisch. Hocker aus Elefantenfüßen (heute kaum vorstellbar und es sorgte für eine Menge Schlagzeilen), ein ‘Bad’, ein ‘Schlafzimmer’, eine ‘Bibliothek’. Die Gäste machen es sich überall gemütlich. Kamine, Ledersessel, Tierfelle, Antiquitäten.

Autor Sabine Ruhland

Dann folgten unzählige neue Lokale, München entwickelte sich in allen Stadtteilen und die alte Liebe geriet in Vergessenheit. Jetzt, 20 Jahre später, statteten wir dem Masters Home wieder einen Besuch ab. Pino ist noch da, Inhaber, Koch, Vollblut-Italiener. Zum Aperitif trifft man sich in der Bar. Wie früher. Die Cocktails sind sensationell. Wie früher. Jeder Saft frisch gepresst. Selbst Zitrone oder Ananas. Das Essen eine Überraschung. Pino kocht täglich frisch, täglich neu. Eine Karte gibt es nicht, wer etwas nicht mag oder verträgt, der sagt es vorher.

Zu Beginn ein Thunfischfilet mit Zwiebel-Limettenmarinade. Die Zwiebel karamellisiert, um sie milde zu stimmen und damit dem feinen Thunfisch seinen verdienten Auftritt zu lassen. Wir sind begeistert. Selbst etwas Banales wir die Aubergine (von uns eigentlich ungeliebt, da meist zu weich und fettig) verwandelt Pino dank Steinpilzen, Käse und frischem Tomaten- und Basilikumpesto in eine erfrischende Speise. Noch dazu, da die Aubergine knackig war. Die hausgemachten Strozzapreti gab es mit Kalbsragout, in Weißbier gedünstet. Die Krönung war das butterzarte Bullenfilet mit Wildbrokkoli und Basilikumsoße. Rundum gelungen. Eine gute Empfehlung.

Masters Home, Frauenstraße 11, 80469 München. Tel. 089/229909. Mo-So ab 18 Uhr. www.mastershome-muenchen.de 

Masters Home, Foto Foodhunter

Masters Home, München am Viktualienmarkt. Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Französisches Sommernachtsdinner.

Joel Bousquet hat Klein-Paris nach München gebracht. Für Foodhunter hat er ein Sommernachtsdinner zusammengestellt, das schnell geht, raffiniert und leicht ist. Wenn Sie nicht selber kochen möchten, das Barestovino hat Di-Sa ab 18 Uhr geöffnet. Tel. 089/23708355. www.barestovino.de

Sommernachtsdinner

Das Rezept ist für 6 Personen
Zum gesamten Menü passt durchgehend ein Sancerre Pouilly Fumé oder ein guter Rosé.

Vorspeise
Tarte fine aux sardines

Boden

  • 250 g Mehl
  • 125 g Butter
  • Salz
  • 1 kleines Glas Wasser

Zu einem Teig kneten, in Folie eingewickelt in die Kühlung geben. Gerne einen Tag vorher zubereiten. Dünn ausrollen, kleine Formen ausstechen, auf Backpapier im Ofen 10 Minuten bei 22-220 °C (Umluft) backen.

Tomaten

  • 6-7 sonnenreife Tomaten
  • Fleur de Sel
  • Olivenöl
  • Basilikum

Tomaten schälen, von Kernen befreien, in kleine Würfel schneiden. Mit Fleur de Sel, klein geschnittenem Basilikum und Olivenöl mischen, durchziehen lassen. Auf die Tarte legen (je nach Wunsch ein wenig angemachten Salat darunter) und kurz in den Ofen, damit beides warm wird.

Sardinenfilets

  • 1-2 Sardinenfilets pro Person
  • Fleur de Sel
  • Rosa Pfeffer
  • Olivenöl
  • Rosmarin
  • Zitrone

Die Sardinenfilets mit Öl, Salz, Pfeffer und Rosmarin marinieren und einige Stunden ziehen lassen. Auf die leicht warme Tarte mit den Tomaten geben und mit einigen Spritzern Zitrone beträufeln.

Sommernachtsdinner, Foto Foodhunter.jpg

Tarte fine aux sardines, eine erfrischende Vorspeise

 

 

Zwischengang
Lachs l’unilateral mit Estragonkartoffelpüree
(nur von einer Seite gebraten)

  • 120-180 g Lachs pro Person (gute Qualität, Haut geschuppt)
  • Fleur de Sel
  • Olivenöl
  • Pfeffer
  • 3 Bund Salicorne (Meeresspargel

Kartoffelpüree

  • 12 mehlig kochende Kartoffeln
  • Milch
  • Butter
  • Estragon und Kerbel (frisch, nicht getrocknet)

Die Kartoffeln kochen, schälen, stampfen, mit Milch, Butter und den klein geschnittenen Kräutern würzen. Etwas Salz.

Lachs von den Hautseite anbraten. Nicht wenden! Wenn Sie sehen, dass der Fisch zu 2/3 durch ist, rausnehmen. In der Zwischenzeit von den Salicornes unschöne Stellen und hölzerne Enden entfernen. In einem Topf reichlich Wasser erhitzen und den Meeresspargel  ca. 10 Minuten garen. Abgießen, gut abtropfen lassen, lauwarm in eine Schüssel geben und mit ein paar Spitzer Zitronensaft mischen.

Püree auf den Teller geben, Lachs anrichten, mit Salicornes bedecken

Sommernachtsdinner, Foto Foodhunter.jpg

Lachs l’unilateral, was zuviel bedeutet wie “nur auf einer Seite gebraten”

  

Hauptgericht
Maischolle auf Spargelrisotto

Statt Maischolle kann auch jeder andere Fisch (Wildfang!!) verwendet werden. „Wenn Sie einen guten Fischhändler haben, versuchen an eine Scholle aus der Bretagne zu kommen, denn dort fischen nur kleine Boote und sind jegliche Manipulationen am Fisch, zum Beispiel um ihn frischer aussehen zu lassen, gesetzlich verboten“, empfiehlt Joel.

  • 1-2 kg Maischolle pro Person, wenn Sie selbst filetieren
  • ca. 150-200 g Filet pro Person

Die Filets mit der Hautseite in die Pfanne geben. Nicht wenden! Ca. 8-10 Minuten braten lassen.

Risotto

  • 60-80 g Risotto-Reis pro Person
  • 3 Schalotten, fein gehackt
  • 500 g grüner oder weißer Spargel
  • Butter
  • Ca. 1 l Gemüsebrühe
  • 150 g Parmesan, gerieben
  • 250 ml Weißwein

Risotto-Reis mit Schalotten in Olivenöl  andünsten bis Schalotten glasig sind. Mit einem guten Schuss Weißwein ablöschen und mit Gemüsebrühe auffüllen. Dann immer wieder rühren, etwas Wein und Gemüsebrühe hinzugeben. Und wieder rühren.
Spargel schälen, in mundgerechte Stücke schneiden, in Butter langsam anbraten (keine braunen Stellen), ein leichtes Vorbraten,dann den Spargel ins Risotto geben und mitkochen lassen.

Tipp: Sollten Sie in der Lage sein, einen wirklich fantastischen Kalbsfond zuzubereiten, dann einen Löffel davon auf den Teller geben, denn Kalbsfond, Spargelrisotto und Scholle vertragen sich blendend. Ansonsten weglassen, denn wie sagt Joel immer: Bloß nichts aus der Dose!

Sommerdinner, Foto Foodhunter

Maischolle auf Spargelrisotto. Genial!

 

Dessert
Marinierte Erdbeeren mit Erdbeer-Mascarpone-Eis

Marinierte Erdbeeren

  • 400-500 g Erdbeeren
  • Butter
  • Zucker
  • Zitrone
  • Feiner Balsamessig

Butter in die Pfanne geben, die Erdbeeren im Ganzen (gewaschen und vom grünen Strunk befreit) dazugeben. Zucker zufügen, soll alles leicht karamellisieren. Dann mit Zitronen und Basilikum beträufeln.

 Erdbeer-Mascarpone-Eis

  • 750 g Erdbeeren
  • 150 g Puderzucker
  • 2 Päckchen Vanillinzucker
  • 1,5 EL Zitronensaft
  • 750 g Mascarpone
  • 190 ml Schlagsahne

Erdbeeren putzen, waschen, vom Stängel befreien, pürieren. Mit Puderzucker und Vanillin-Zucker und Zitronensaft verrühren. Mascarpone mit Schneebesen glatt rühren. Erdbeermasse unterrühren. Steif geschlagene Sahne unterheben und die Masse in eine Eismaschine füllen. Alternativ: in Form geben und im Gefrierschrank erkalten lassen.

Sommerdinner, Foto Foodhunter

Zum Dessert passt wunderbar ein Rosé-Champagner

 

 

Bio vom Feinsten. Das Kranz

 „So wie ich selbst gerne esse, wird hier gekocht.“ sagt Petra Kranz. Die geborene Münchnerin lebt südlich von München auf dem Land und vermisste ein Lokal, wo sie das Essen bekam, das sie ihren Gästen daheim servierte. Sie eröffnete das Kranz im hippen Glockenbachviertel in München.

Autor Karin Lochner, Fotos Peter von Felbert, Das Kranz

Selbst gemachte Pasta, frisches Gemüse, Dinkelkuchen, Biofleisch, Biowein. Petra Kranz  rückt die Holzschale mit den Hühnereiern auf dem Tresen zurecht. Alle stammen von ihren eigenen 40 freilaufenden Hühnern. Wer im Kranz Frühstück bestellt, bekommt diese Eier.

Nein, das Kranz ist kein Szenelokal wie es so viele in der Nachbarschaft gibt. Wenn auch die elegante Inneneinrichtung und das moderne Design auf den ersten Blick diese Vermutung nahe legen. Petra Kranz wollte es anders machen, ihr wichtige Prinzipien zusammenbringen: Stil, Gemütlichkeit, hochwertige Lebensmittel und frische Zubereitung. „Schließlich heiße ich Kranz. Ein Kranz verbindet.“

Der Gast bekommt einfaches Essen von höchster Güte aus kontrolliert biologischem Anbau. Alles wird frisch zubereitet. Ungekünstelt und an dem orientiert, was die Jahreszeit zu bieten hat. „Der Eigengeschmack von Obst und Gemüse, von Fleisch und Fisch soll unterstrichen und nicht überdeckt werden”, betont die Chefin. Die Fische sind Wildfänge oder stammen aus dem Starnberger See. Jeder Gast stellt sich seine Beilagen zum Hauptgericht selbst zusammen. Alles kommt getrennt in kleinen Schälchen. So kann ein Gast nur eine Beilage nehmen oder gleich drei, je nach Appetit. Manche essen auch nur Gemüse. Ideal für Vegetarier, obwohl Petra Kranz das aufgrund der hohen biologischen Fleischqualität, die sie bietet, fast schade findet. Die konsequente Verwendung von Biofleisch brachte ihr als erster Gastronomin die Auszeichnung Tierschutz auf dem Teller. „So ein Engagement in der Gastronomie ist selten“, betont Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth Stiftung. Deshalb zeichnete er Petra Kranz gemeinsam mit dem Umweltbeauftragten der bayerischen Kirchen mit einer „Tierschutz-Kochmütze“ aus.

Jetzt, im Sommer sind alle Türen und Fenster zur Straße hin geöffnet. Die Nacht ist warm und voller Lachen. Auf den Holztischen funkeln die Teelichter. Petra Kranz hält einen Moment inne, lehnt sich an die Theke und blickt auf ihre Gäste. Denen schmeckt es, so wie die Schälchen herumgereicht und nachbestellt werden. Genau das Essen, das ihr selbst schmeckt, das sie selbst immer gekocht hat. Sie setzt sich an die Theke, blickt auf ihr Reich und bestellt sich einen Cava. Er ist, wie alle Weine hier, natürlich bio.

Hans-Sachs-Straße 12, 80469 München, Tel. 21668250, Di 17-1 Uhr, Mi-Fr 11-1 Uhr, Sa/So 10-1 Uhr. www.daskranz.de

Foto Das Kranz

 

 

 

Schade. Die Terrine, das “kleine Tantris”ist geschlossen

Noch vor einem guten Jahr herrschte glückliche Atmosphäre. Das Wetter spielte mit, die Terrine (der kleine Ableger des Tantris, dem künftig auch der  Weinkeller des renommierten Sternetempels zur Verfügung steht) konnte die Amalienpassage in München nutzen, um die Gäste in Feierlaune zu versetzen. Relaxt startete es mit dem Cocktail Indian Summer, kreiert vom Sommelier des Tantris, Justin Leone.

Sommelier Tantris, Foto Foodhunter

Zwei, die sich hervorragend verstehen, Stefan Peter und Justin Leone, die neuen Sommeliers des Tantris.

Foto Foodhunter, Terrine Juli 2012

„Als ich fünf Jahre alt war, habe ich mit lebenden Hummern gespielt. Für mich war das normal. Ich dachte, alle Kinder kennen so etwas.“ Felix Eichbauer war mit Ehefrau Sabine und seiner Mutter charmanter Gastgeber des Abends. – jetzt wird er selbst bald Vater

 

Foto Foodhunter, Terrine Juli 2012

Auf ihm lasten große Erwartungen: der neue Koch Sebastian Heil

Sebastian Heil, dem die winzige Küche der Terrine seit vielen Jahren gut bekannt ist, weiß um seine Kompetenz. Überzeugend kreativ der neue Chefkoch: vom Waller mit hauchdünnen, confierten und leicht röschen Radieschenscheiben über Ziegenkäse-Paprika in einen schwarzen Bohnensud bis zum Reh vom Poltinger mit Brombeeren lieferte er eine überzeugende Performance!

Jetzt, ein gutes Jahr später, ist nun doch der Abschied gekommen. Ein kleines Juwel der Münchner Gastronomiekultur, ein Stück Pariser Flair in der Amalienpassage im Herzen des Uni-Viertels, sagt au revoir. Am 27.07.2013 wurde die Terrine geschlossen.

 

 

 

Münchens Spitzenlokal. 181 im Olympiaturm

Sonnenuntergang über den Dächern Münchens. Blick auf Allianz-Arena, Alpenkette und Olympiapark. Schöner geht es kaum. Doch dann kommt Sternekoch Otto Koch und offeriert ein Menü, das fast noch von der Aussicht ablenkt. In 181 Metern Höhe im Münchner Olympiaturm serviert der Sternekoch seinen Gästen „abgefahrene“ Ideen. 

Autor Dirk Vangerow, Fotos Foodhunter

Der marinierte Thunfisch wird mit Eis aus grünem Apfel und Wasabi belegt. Was dem Thunfisch leider etwas von seiner Feinheit raubt, weil ihm das Eis gnadenlos die Schau stiehlt. Ein Froschschenkel-Ragout – löste hitzige Diskussionen am Tisch aus – versteckt sich unter kleinen porzellanen Kochmützen. Der Hummer verkleidet sich als Biene Maja und trägt Flügel aus sepiagefärbten Mini-Grissini. Der Steinbutt darf, wie es sein Name schon sagt, auf einem großen Isarkiesel, ruhen (Für uns die genialste Speise des Abends!) Es folgt eine “Dose Ravioli” – ist wie es heißt, allerdings aus Porzellan und gefüllt mit gehaltvoller Essenz, Trüffelpüree, Ravioli und schwarzen Trüffeln.

Das Wagyu bedarf keine weiteren Worte. Sensationell. Dazu ein Landei, das sich nach dem Anstechen flüssig über den Teller ergoss und  das Fleisch umspülte, was wir eigentlich nicht wollten. Das Dessert trägt den Namen Honeymoon und dahinter verbirgt sich riesiges Ei aus weißer Schokolade, über das der Ober warme Honigsoße gießt. Das Ei schmilzt und gibt darunter Eis, Himbeeren und ein Licht frei. Am Ende sind die Gäste immer hoch beglückt. 

www.restaurant181.com

181, Otto Koch, Fotos Foodhunter

181, Foto Foodhunter

 

Schuhbeck’s Südtiroler Stuben

Vor dem Eingang zu den Südtiroler Stuben hat sich eine Menschentraube gebildet. Ein Raunen. „War er das nicht?“ Ohne Zweifel, Sternekoch Alfons Schuhbeck ist ein Münchner Anziehungspunkt geworden. Wenn er das Platzl überquert, um vom Gewürzladen in die Küche seines Lokals zu eilen oder vom Teeladen in die Kochschule braucht das seine Zeit. Längst durchstreifen Touristen-Karawanen das Areal, nur in der Hoffnung ihn zu sehen. Ein Foto hier, ein Autogramm da.

Autor Dirk Vangerow

Seine Beliebtheit und vor allem die Präsenz in den Medien ruft die Kritiker auf den Plan. „Kochen kann der doch gar nicht, der verkauft sich nur gut.“ An Alfons Schuhbecks fitnessgestählter Brust prallt Derartiges ab. Entspannt durchstreift er sein Restaurant – das erneut erweitert wurde, dieses Mal um barocke Räumlichkeiten im Souterrain – sorgt für heitere Atmosphäre, weil er zwanglos mit den Gästen plaudert, keinen Unterschied macht zwischen Promi und Hausfrau, weil er authentisch ist, mit ruppig-bayerischem Charme.

Da könnte das Essen in den Hintergrund rücken, doch Schuhbeck hält seinen Stern mit Küchenchef Patrick Raaß zu Recht, kocht saisonal und regional und setzt dabei stets auf die  größte Kompetenz: Gewürze. Die Bärlauch-Zatar-Kalbsbrätnockerl in einer Ingwer-Zitronengrasessenz machen den Anfang, gefolgt von einem perfekt gegarten Seeteufel in Pancetta auf leichter Mango-Tamarinden-Soße, zu dem als korrespondierender Wein ein umwerfender Bassermann-Jordan Grauburgunder aus Deidesheim gereicht wird. Die gefüllte Zanderrolle auf Hummerschaum ist so fein wie leicht, kein Aroma übertrumpft das andere und auch beim Lamm erfreut die Küche mit einem zweierlei, Keule und Schulter auf Bohnengemüse im Lammjus, umgeben von orientalischen Aromen.

Zum Abschluss Schuhbeck pur: Gewürzkuchen. In Zucker gewälzt, karamellisiert, dazu Kardamom-Kaffee-Eis. Nach vier Gängen endet die kulinarische Reise um die Welt. Der Magen satt, aber wunderbar schwerelos, beschwingte Fröhlichkeit am Tisch. Gut gespeist, mit Schuhbeck geplaudert und höchst aufmerksam vom Service umsorgt worden.  Keine Frage, ein weiterer Stern für das einmalige „Drumherum“.

Schuhbecks Südtiroler Stuben, Platzl 6+8, 80331 München,Di-Sa 12-14.30 und ab 18 Uhr, Mo ab 18 Uhr. www.schuhbeck.de

Schuhbeck Küche, Foto Foodhunter