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Pfalz genießen. Insider-Tipps

Hans Gareis hat Pfälzer Wurzeln, lebt in Maikammer, war lange Jahre Marketingleiter bei Duden/Brockhaus in Mannheim, bis er sich selbstständig machte und heute seine guten Beziehungen zu Künstlern wie Armin Müller Stahl, André Heller oder Udo Lindenberg nutzt, um u.a. Kunstausstellungen zu organisieren. FOODHUNTER hat er seine persönlichen Tipps für die Südpfalz verraten.  

Insider-Tipps Pfalz von Hans Gareis

von li: Sabine Gareis, Armin Müller-Stahl, Hans Gareis

 

Rendezvous mit der Pfalz: Wandern auf dem Weinsteig

In der Pfalz ist jeder jedes Wochenende auf Wanderschaft, denn die Natur begeistert immer wieder, selbst wenn man hier zeit seines Lebens verbracht hat. Ich empfehle Etappen des Pfälzer Weinsteigs (insgesamt wäre er kaum machbare 160 km lang). Jede Etappe ist Pfalz pur: abwechselnd Waldwege und sonniges Rebenmeer, kleine Ortschaften und Schlösser. Tipp: Beim Winzer einen feinen Tropfen kaufen und direkt im Weinberg entkorken! www.pfaelzer-wanderwege.de

Foto Pfalz-Tourismus

Zeter Berghaus

Wunderschön gelegen oberhalb der Weinhänge von Neustadt/Diedesfeld und direkt unter dem Hambacher Schloss. Ausschließlich zu Fuß zu erreichen: entweder vom Hambacher Schloss-Parkplatz auf einem bequemen Waldweg. Oder anstrengender und mit steilem Aufstieg direkt von Diedesfeld aus, dafür mitten durch die Weinberge. Belohnt wird man mit einem fantastischen Garten und dem Blick in die Rheinebene. Die Pfälzer Küche ist echt, die Weine ordentlich, die  Preise moderat.
Zeter Berghaus, Auf dem Wetterkreuzberg, 67434 Neustadt/Diedesfeld. www.zeter-berghaus.de

Sekt von Bernd Schöpsdau, Maikammer 

Die Sektmanufaktur von Bernd Schöpdsau liegt mitten in Maikammer und seit 25 Jahren kreiert er außergewöhnliche Sekte nach der Méthode champenoise. Mindestens so lange sind wir befreundet. Weil ihm immer etwas Neues einfällt und er neben sortenreinem Sekt auch tolle Cuvée-Sekte aus alten und neuen Rebsorten kreiert, bin ich begeisterter Stammkunde. Tipp: gelber Muskateller, trocken. Jahrgang 2008. 10,50 Euro.
Wein- und Sektkellerei Bernd Schöpsdau, Weinstraße Nord 33, 67487 Maikammer.  www.schoepsdau.de

Restaurant Zwockelsbrück

Florian Wiedemann, ambitionierter Küchenchef und Pächter dieser renommierten Neustädter Adresse, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, gehört zu den kreativsten Jungköchen der Region und seine Kochkunst mittlerweile weit über die Grenzen der Stadt bekannt, was eine frühzeitige Reservierung erforderlich macht! Für eine ungezwungene Atmosphäre in den durchaus eleganten Räumlichkeiten sorgt der sympathische Service. Tipp: Die Tapas-Variationen kosten, exzellent der roh marinierte Schwertfisch auf süßsaurem Asia-Salat, Lammragout auf Kartoffelpüree, karamellisierter Brie de Meaux auf Feigenmarmelade.
Zwockelsbrück, Bergstaße 1, 67433 Neustadt an der Weinstraße. www.weinstube-zwockelsbrueck.de

Foto Zwockelsbrück

Weingut August Ziegler

Eigentlich wird die Traube St. Laurent, die Ökonomierat Bronner 1870 aus dem Elsass nach Deutschland brachte, heute vorwiegend in Österreich angebaut. Aber gerade in der Pfalz gibt es wieder Winzer wie den Familienbetrieb August Ziegler (in 8. Generation und mehrfach prämiert als Winzer des Jahres), die erkannt haben, welche Qualitäten St. Laurent bei sorgfältiger Pflege liefert: in diesem Fall ein mittelschwerer Rotwein mit feinen Nuancen von Sauerkirschen und Brombeeren, der sich problemlos mit südfranzösischen Weinen messen kann. Er ist ein Beispiel dafür, dass gerade aus der Pfalz viele gute Rotweine zu erstaunlich niedrigen Preisen kommen.  Mein Tipp: Maikammer Mandelhöhe, 2010er Sankt Laurent QbA, trocken, passt ausgezeichnet zu geschmorter Lammhaxe auf Pinienkernpolenta. 8 Euro.
Weingut August Ziegler, Bahnhofstraße 5, 67487 Maikammer. www.august-ziegler.de

Weingut August Ziegler

Weinstube Kirchstübel

St. Martin ist den meisten Pfalztouristen gut bekannt. Dass hier noch ein „Weinstuben-Geheimtipp“ zu finden ist, mag man kaum glauben. Aber es gibt ihn: In einem verwinkelten Fachwerkhaus haben Sonja Kubinyi und Küchenchef Jürgen Klehr ein uriges Weinlokal, das neben edlen Tropfen bekannter Pfälzer Weingüter auch Gutes aus der Küche bietet. Tipp: der (wirklich!) hausgemachte Flammkuchen, dazu ein Weißburgunder Kabinett vom Weingut August Ziegler.
Kirchstübel, Kirchstraße 9, 67487 St. Martinwww.kirchstuebel.de

Restaurant Zeiskamer Mühle

Das historische Mühlengebäude ist in den Grundmauern noch erhalten, auch wenn es um ein modernes Gebäude erweitert wurde. Ich bevorzuge bei schönem Wetter natürlich die sonnige Terrasse und genieße, was Küchenchef Timo Küspert zaubert, vor allem seine kross gebratene Entenbrust mit geschmortem Rhabarber bleibt mir unvergesslich!
Zeiskamer Mühle, Hauptstraße 87, 67378 Zeiskam. www.zeiskamermuehle.de 

Sehenswert: Schloss Ludwigshöhe

Oberhalb Rhodt unter Rietburg und Edenkoben liegt der einstige Sommersitz des Bayernkönigs Ludwig I., der heute die „Max Slevogt Galerie“ beherbergt. Von der Villa aus bietet sich ein wunderbarer Blick über die Rheinebene, bei entsprechendem Wetter bis zur Domstadt Speyer. Tipp: Von der Villa Ludwigshöhe zur Rietburg wandern (ca.1 Stunde) und dort auf der Terrasse ein Glas Riesling und ein zünftiges Pfälzer Vesper (Saumagen mit Weinkraut und Bauernbrot) genießen. Wer es zu Fuß nicht schafft, nimmt die Sesselbahn. Villa Ludwigshöhe, Villastraße 64, 67480 Edenkoben.

Villa Ludwigshöhe

Weinstube Zur Blume

Dass man sich in die Pfalz verlieben kann, weiß kaum jemand besser als die beiden „Exilkölner“ und Wahlpfälzer“ Peter und Uschi Kreuz. Sie sind geblieben, haben einem alten Fachwerkhaus neuen Glanz verliehen und pflegen in ihrer Weinstube in Edesheim heute Pfälzer Gastlichkeit, mit ausgesuchten regionalen Weinen und manch kulinarisch Erstaunlichem wie einer exzellenten Kalbsleber in einer Portwein-Balsamico-Soße, mit Schokolade abgeschmeckt. Übrigens servieren die Wirtsleute gerne auch ein Kölsch vom Fass.
Zur Blume, Ludwigstraße 118, 67483 Edesheim. www.lindenbornhof.de

Naturschauspiel: Mandelblüte

Die meisten entdecken die Pfalz im Spätsommer und Herbst, dabei hat der Frühling ein Ereignis zu bieten, das seinesgleichen sucht: die Mandelblüte. Sie taucht die gesamte Region in ein Meer aus rosa und weißen Blüten. Tipp: Pfälzer Mandelpfad. Die Routen zum Ausdrucken unter www.mandelbluete-pfalz.de

Mandelbluete, Foto Pfalz-Tourismus

Darüber spricht man… Südpfalz Connexion

Fünf junge Winzer aus Ilbesheim, Birkweiler und Schweigen, die an den Erfolg der “Fünf Freunde” anknüpfen möchten, den sehr erfolgreichen und teuren VDP Weingütern Dr. Wehrheim (Birkweiler), Rebholz (Siebeldingen), Siegrist (Leinsweiler), Becker, (Schweigen) und Münzberg (Godramstein). Von der Südpfalz Connexion habe ich bislang nur den Weißburgunder Chardonnay vom Weingut Siener und Gies-Düppel aus Birkweiler probiert und kann ihn durchaus empfehlen. Nichts desto trotz ist mein Lieblingswein der „Weißburgunder S aus dem Muschelkalk “, 2010 von Dr. Wehrheim.

 

 

 

Südliche Weinstraße: die Pfalz ist ein Dorado für Feinschmecker

Ein ganzes Wochenende haben wir uns ihr hingeben, der Pfalz, sind mit dem Cabrio durch die Weinberge gefahren, haben Rebenduft geatmet, die traumhafte Landschaft genossen und die gute Küche. Hier unsere persönlichen Genießer-Tipps.

Autor Sabine Ruhland

Freundstück im Ketschauer Hof in Deidesheim

Geschützt hinter alten Mauern, verbirgt sich im idyllischen Deidesheim ein neues Hideaway. Der Ketschauer Hof, einstiges Winzeranwese. Auszeichnungen wie ‚Boutiquehotel des Jahres’ oder im Ranking der coolsten Hotels der Welt unter den ersten 60 schürten die Begeisterung, die auch uns erfasste angesichts original erhaltener Parkettböden, Holzvertäfelungen und Stuckdecken, dem schneeweißen Designermobiliar und Funkeln zahlreicher Swarovski-Lüster.

Das innovative Weinbistro Bassermännchen und das sternedekorierte Gourmetrestaurant Freundstück mit angelegten Terrassen zum parkähnlichen Garten tun ein Übriges, um dem Gast kulinarische Freude zu bereiten. Highlight: Für Veranstaltungen öffnet sich gerne die Türe zu einem der größten Weinkeller der Pfalz mit ‚schwebenden Kerzen’ und eigener „Schatzkammer“. In ihr lagern Genüsse wie der Forster Ungeheuer aus dem Jahre 1811, ein Wein, dessen feinen Geschmack schon Goethe lobte. Ketschauerhofstraße 1, 67146 Deidesheim, Tel. 06326/70000. www.ketschauer-hof.com

Ketschauer Hof, Deidesheim

Ketschauer Hof, Deidesheim

Das Weinhaus in Burrweiler

Die sonnige Westterrasse der ansonsten unübersehbaren, modernen Vinothek liegt abseits der Weinstraße, gut geschützt vor Autoverkehr, denn trotz allem möchten sie ein Geheimtipp bleiben, die Meßmers. Die Weine sind vom eigenen Weingut und für Liebhaber gibt es die Möglichkeit, Rieslinge eines Jahrgangs und verschiedener Böden im direkten Vergleich zu testen. Interessant auch die Blindverkostung in der „Krypta“. Genuss entdecken ohne große Worte. Denn unterm Strich zählt beim Wein nur: schmeckt er oder schmeckt er nicht, sagen Martin und Özlem Meßmer. Hier schmeckt er – empfohlen sei u.a. der Riesling Schäwer. Dazu feine Kleinigkeiten wie Papaya-Koriander-Salat, Geflügel-Leber-Praline im Walnussmantel oder Ziegenfrischkäsemousse. Weinstraße 6, 76835 Burrweiler. Mi-So 12-21 Uhr. www.dasweinhaus.com

Weinhaus Burrweiler

Ritterhof zur Rose

Das ehemalige Haus der Künstler mit seinen meterdicken Wänden und den 150 Jahre alten Fresken im Eingangsbereich, ist seiner Bestimmung treu geblieben, wenngleich die schönen Künste heute aus der Küche kommen.
Der Elsässer Michel Hervé ist verantwortlich für das Gourmetrestaurant im zweiten Stock, das mit seinen rundum angelegten Fenstern einen Panoramablick auf die Weinberge gewährt. Gebratene Jakobsmuscheln mit Sauerampferschaum, Lammrücken unter der Kräuterkruste, Spanferkel in Soja-Bier mariniert oder das berühmte Coq au Vin – es sind vergnüglich schöne die Speisen, die, in wunderbarem Ambiente genossen, alle Sinne erfreuen.
Die Weine der Karte gibt es durchweg auch im offenen Ausschank – ein Luxus, der sich wahrscheinlich nur mitten im Weinanbaugebiet realisieren lässt. Weinstraße 6, 76835 Burrweiler, Tel. 06345/407328. Di-So 11.30-14 Uhr, 18-22 Uhr (Restaurant). 11.30-22 Uhr (Weinstube und Terrasse). www.ritterhof-zur-rose.de

Zur Rose, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Hotel Krone in Herxheim

Als „Krone des guten Geschmacks“ bezeichnen es Feinschmecker und trefflicher lässt es sich kaum charakterisieren, denn zum Michelin-Stern gesellen sich u.a. 18 Punkte im Gault Millau. So pilgern Gourmets aus aller Welt nach Herxheim-Hayna, um die Küche von Karl-Emil Kuntz zu genießen. Der liebt frische Produkte – wenn möglich aus der Region – veredelt sie mit einem Höchstmaß an Kreativität und seinen legendären Soßen. Fantasie von der Gänseleber, Törtchen vom Wolfsbarsch auf Ragout vom Kalbskopf mit Wasabischaum, Praline von Wachtel und Gänseleber im Wirsingblatt auf karamellisiertem Apfel-Selleriesalpikon oder kleine Freuden von Flusszander und Coquilles Saint Jacques auf Chutney von exotischen Früchten, um nur einige der kulinarischen Wunderwerke zu nennen.
Zum eleganten Sternerestaurant gesellt sich die rustikale Pfälzer Stube, die mit feinster Interpretation der guten Regionalküche aufwartet. Doch der Lieblingsplatz aller ist im Sommer die traumhafte, begrünte Terrasse. Hauptstraße 62-64, 76863 Herxheim-Hayna, Tel. 07276/5080. Kronen-Restaurant Mi-So ab 18 Uhr. Pfälzer Stube Mo, Mi-So 12-14 Uhr und ab 18 Uhr. www.hotelkrone.de

Zur Krone, Herxheim

Weitere Sternelokale in der Süd-Pfalz

„Zur Krone“ oder  ”Freundstück” sind nicht die einzigen Sternerestaurants, die im Umkreis von rund 50 Kilometern zu finden sind. Hier weitere Lokale mit einem Stern

Restaurant & Hotel Luther – leider seit Anfang 2014 geschlossen!!!!

Dieter Luther hat sein gleichnamiges Hotel-Restaurant “Luther” ins Freinsheim geschlossen. Der langjährige Sterne-Koch der Pfalz (seit 1984 ununterbrochen einen Michelin-Stern) will in den Ruhestand gehen – auch weil der Pachtvertrag mit der Stadt Freinsheim ausgelaufen ist. Schade, denn das Lokal war eine Institution.

(Es ist eine Institution und noch dazu eine der besten, denn seit 27 Jahren holt sich das Restaurant Luther Jahr für Jahr einen Michelin-Stern, wird im Guide Millau mit 16 von 20 Punkten bewertet.  Im romantischen Freins­heim liegt es, besticht durch ein nostalgisch-elegantes Gewölbe, das an Sommerabenden durch den mediterranen Garten ersetzt wird. Jahreszeitorien­tierte Küche ist das Steckenpferd des Dieter Luther, doch es sind vor allem seine Vorspeisen wie das Carpaccio von Pulpo und Jakobsmuschel mit kandierten Zitronenzesten, das mit seinem Aromenspiel unvergesslich bleiben wird. Mit kreativer Leichtigkeit schöpft der Chefkoch aus einem Füllhorn von Zutaten, kombiniert Steinbutt, Flusskrebse, junge Kaninchen oder Zicklein mit Spitzmorcheln, Bärlauch, Sauerampfer, Bachkresse oder Rhabarber und lässt dazu beste Weine der Region kredenzen.) Hauptstraße 29, 67251 Freinsheim, Tel. 06353/93480. Mo-Sa ab 18 Uhr.  

Luther Freinsheim

 

Die Pfalz. Erleben Sie ein besonderes Lebensgefühl

Es scheint, als wäre die Flotte blankpolierter Luxuscabrios gemeinsam aufgebrochen, um im Konvoi über die romantischen Straßen zu gleiten, die sich wie ein beschwipstes Band durch zartgrüne Rebhügel schlängeln. Es ist Wochenende, die Sonne scheint, da kommen sie alle: aus Baden-Baden, Karlsruhe, Speyer oder gar Stuttgart, um die Südpfalz zu genießen. Was den Münchnern ihr Ausflug in die bayerische Seenwelt, das ist die Region entlang der Deutschen Weinstraße für die umliegenden Städter. 

Autor Sabine Ruhland

Die Nobel-Ausflügler mischen sich mit Radlern und Wanderern und Bustouristen, die meist schon ab dem späten Vormittag an den zahlreichen Weinschänken die ‚Viertele’ und die Pfälzer Geselligkeit genießen. „Hock di her, mer rucke zsam!“ „Aus München kummet ihr? A bei eich is doch a schee!“ Anm. d.Red.: Das heißt: Setzen Sie sich, wir rücken gerne zusammen. Was, aus München kommen Sie? Aber bei Ihnen ist es doch auch schön!

Pfälzisch ist nicht immer leicht zu verstehen, aber die Herzlichkeit, die ist unmissverständlich. Und so sollte kein Besucher je versäumen, sich dem zu widmen, was diese Region so typisch macht: „Hier muss ma schwätze mit de Leit“. Standesdünkel Fehlanzeige. Die schicken Damen im Labeldress finden den Nachmittag mit den Mountainbikern aus Koblenz ebenso unterhaltsam wie das einheimische Liebespaar, das sich mit einer Familie aus Ludwigshafen am Tisch eine Flasche Wein teilt. – Meist bleibt es nicht bei einer, denn die Pfalz ist mit gut 230 km² Anbaufläche das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands.

Pfalz, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Die Pfalz ist seit 2008 das größte Riesling-Gebiet der Welt.

Etwa 3.600 Winzerbetriebe in 144 Orten pflegen mehr als Hundert Millionen Rebstöcke – die Anbaugebiete mit Böden aus Mergel, Lehm, Ton, Schiefer oder Buntstein erstrecken sich vor allem beidseitig der Deutschen Weinstraße. Neben Dornfelder und Müller-Thurgau ist es der Riesling, der Pfalz international begehrenswert macht. Die Anbaufläche des „Königs der Weißweine“ wächst ständig, mit 5.455 Hektar ist die Pfalz seit 2008 das größte Riesling-Gebiet der Welt.

Daneben sind die Burgunder eine feste Größe. Weiß-, Grau- und Spätburgunder zählen zu den Paradepferden vieler Betriebe und werden – wie die Pfälzer Weine insgesamt – mehrheitlich trocken ausgebaut.  Marktführer ist die Pfalz beim Weißherbst, jenem frischen, lachsfarbenen Sommerwein, der zumeist aus der Portugieser-Traube gewonnen wird.

Eine Besonderheit ist die Rebsorte St. Laurent, die von Winzern der Region vor dem Aussterben bewahrt wurde und heute die Weinfreunde mit samtigen, körperreichen Rotweinen entzückt. Besondere Akzente setzen die Weinbaubetriebe auch mit modernen, internationalen Sorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon oder Sauvignon blanc. Sie gedeihen prächtig am Rand des Pfälzerwaldes und runden als feine Nischenprodukte das Angebot der Pfälzer Betriebe ab.

Pfalz

„Wir sind nicht die Toskana, wir sind die Pfalz.“

Aufgrund der landschaftlichen Schönheit wird die Pfalz gerne als Toskana Deutschlands bezeichnet, ein malerischer Vergleich, allerdings nie von den Pfälzern selbst gewählt, denn die sehen sich zu Recht als etwas Eigenständiges. „Die Pfalz ist die Pfalz, basta.“

Trotzdem lässt das milde Klima Palmen und Zypressen gedeihen, spielt sich im Sommer das Leben auf den Straßen und in den bewachsenen Innenhöfen ab, was den kleinen Ortschaften mit verwinkelten Pflasterstraßen und Fachwerkgiebeln südländischen Charme verleiht. Rhodt unter Rietburg, Leinsweiler, Maikammer, St. Martin oder Deidesheim sind optische Schmankerl.

Die Pfälzer sind sich der Attraktivität ihrer Region durchaus bewusst und wie das illustre Volk an Besuchern zeigt sich auch die Gastronomie weltoffen. Neben Saumagen, Zwiebelkuchen und Weinkraut haben sich längst Gourmetlokale etabliert, in denen Koriander, Ingwer und Thunfisch-Sashimi ihren festen Platz haben. Sterneküche, junge Wilde, Geheimtipps und Weinverkostung bei den Winzern – die Pfalz macht Appetit aufs Wiederkommen.

Finden Sie noch mehr Tipps zur Pfalz auf unserer Website: charmante Winzer, Insider-Tipps und gute Winzer-Adressen

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