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Rotwein – neues Buch von Paula Bosch

Kürzlich haben wir sie getroffen: Deutschlands bekannteste Sommelière Paula Bosch. Sie hatte nicht nur ihr strahlendes Lächeln im Gepäck, sondern auch ihr neues Buch mit dem schlichten wie treffenden Titel “Rotwein”, erschienen im Brandstätter Verlag. Wir haben mit ihr gesprochen, über Rotwein zum Fisch, die richtige Trinktemperatur und kochen mit Rotwein. 

Autor Sabine Ruhland

30 Weingüter aus ganz Europa stellt Paula Bosch vor. Darunter  Kroatien, Ungarn, Spanien, Portugal, Österreich, Frankreich, Italien und Deutschland. Fritz Völcker’sche Gutsverwaltung, Weingut Drautz-Able und Weingut Martin Wassner sind die drei Adressen, die sich Paula Bosch für die Region Deutschland herausgepickt hat. Dafür haben die typischen “Rotwein-Länder” wie Italien und Frankreich je sechs Adressen. Sicherlich interessant: Plava Mali, autochthone Rebsorte Koratiens. Kurzum, das Buch ist so abwechslungsreich wie der Genuss, gibt zudem Empfehlungen zu Hotels und Restaurants der jeweiligen Region und einen Wegweiser für den Umgang mit Rotwein. – Ein schönes Geschenk für Weinliebhaber.

Frau Bosch, mit Rotwein kochen – oder überhaupt mit Wein – da meinen viele, es sei egal, was man in Sauce schüttet.
Das liegt oft daran, dass in den Rezepten selbst kaum mehr genannt wird, als Weiß- oder Rotwein. Keine genauen Angaben zu Süße oder Säure. Bei Rotwein empfehle ich, auf die Farbe zu achten, ob er hell ist, dunkel oder fast schwarz. Grundsätzlich gilt: ein Glas des vom später zur Speise gereichten Weines als Abrundung in die Soße geben. Wichtig: danach nicht mehr kochen! Bei Fonds einen jungen, nicht zu farbintensiven Rotwein wählen, am besten mit hohen Säurewerten. Gut geeignet sind einfache Land- und Tafelweine aus Spanien, Italien oder Frankreich. Das sind Basisweine mit genügend Alkohol, Säure, Tannin, Geschmack und Farbe, super zum Kochen und Reduzieren.

Fisch und Rotwein, ja oder nein?
Kommt darauf an, welcher Fisch und wie zubereitet. Aber ja, Rotwein geht, wenn Sie beispielsweise im Ofen gegarte oder gegrillte Meerwasserfische mit Mischgemüse servieren. Wichtig ist: keine Barriquemonster, sondern Rotweine wählen mit viel Frucht, Aroma und Körper, aber wenig Tannin. Tannin und Fischeiweiß killen sich gegenseitig.

Muss der Rotwein zum Dessert süß sein?
Anstelle von süßen Rotweinen oder Portwein können Sie auch trockene Rotweine servieren, die am Gaumen mit einem lieblichen Spiel überraschen. Zum Beispiel Valpolicella oder Amarone.

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Profis wie Sie sprechen von von “adstringierend” – was bedeutet das?
Ein unangenehmes Gefühl auf der Zunge, das sich stumpf und pelzig anfühlt. Kommt meist bei jungen, noch nicht reifen Rotweinen vor, die aus zu früh geernteten Trauben bereitet wurden.

Zimmertemperatur bei Rotweinen, das kann im Winter schnell mal um die 23 Grad sein…
Das ist sicher übertrieben, aber die Grundregel lautet: je schwerer und alkoholreicher ein Wein, desto höher die Trinktemperatur. Ein Cru-Classé-Gewächs beispielsweise kann bei 20°C getrunken werden. Hervorragende Bordeaux und Burgunder mögen 16-28 Grad. Ein einfacher Rotwein liebt Temperaturen um 12-14 Grad.

Steht alles in Ihrem neuen Buch?
Ja. Während mein Thema Geschmack und Umgang mit Rotwein ist, ergänzt Co-Autor und Anti-Aging-Experte Markus Metka, welche besonderen Inhaltsstoffe in den roten Trauben stecken. Somit bietet das Buch viele Informationen in alle Richtungen, ein Muss für alle, die Wein nicht nur trinken, sondern auch erleben wollen.

Danke für die Tipps, dann werden uns jetzt intensiv auf die Genussreise durch Europa begeben. 

Rotwein
Brandstätter Verlag
224 Seiten, Hardcover

29,90 € im Buchhandel
www.cbv.at/Buch.aspx?buch_id=122288