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Ambitioniert: Esskapade in München-Neuhausen

20 Jahre Erfahrung in den Küchen von Stefan Marquard oder Ali Güngörmüs, das ist eine reiche Inspirationsquelle. Vor wenigen Wochen hat sich Falk-Uwe Zack seinen Traum vom eigenen Restaurant erfüllt und das Esskapade in München-Neuhausen eröffnet. Dass er größte Ambitionen hegt, zeigt schon die Speisenkarte. Nur wenige Gerichte zieren die Karte, dafür sind die täglich neu zusammengestellt und immer frisch zubereitet. 

Tipp von Sabine Ruhland

Ja, da ist es, das wohlige Gefühl bei Freunden eingeladen zu sein. Denn das feine, gemütliche Lokal mit den Natursteinwänden, dem prasselnden Ofenfeuer, den gedeckten Farben und Kerzen auf den Tischen lässt schon beim Entree Entspannung und Entschleunigung aufkeimen. Danach tut der Service, allen voran Besitzer Falk-Uwe Zack alles, um dieses gute Gefühl den gesamten Abend hindurch zu bewahren.

Zunächst durch die bodenständige wie raffinierte Kochkunst, die sich stets an saisonalen Produkten orientiert – wir kosten einmal geschmorte Rinderschulter mit Portweinschalotten und Pilzstrudel und Alternativ die gleichen Beilagen als vegetarische Variante mit Zanderfilet – um das kleine Menü mit einem gut gemachten Lebkuchenparfait zu beenden. Dass keine “Dauerkarte” im Einsatz ist, birgt natürlich die Gefahr, dass das Lieblingsessen vom letzten Mal beim nächsten Besuch nicht mehr zu bekommen ist. – Dafür weckt sie aber mehr denn je die Lust, neue Gerichte zu kosten. Wir finden’s gut.

Der Küchenphilosophie entsprechend, zeigt sich die Weinkarte. Gut ausgesuchte Tropfen, vorwiegend, Franken, Baden, Österreich und weil Falk-Uwe Zack ohnehin jeden Winzer persönlich kennt, schlichtweg die Erweiterung der kulinarischen Esskapade-Familie, der wir gerne angehören.

Esskapade, Volkartstraße 70, 80636 München
Di-Fr 12-14.30  (täglich wechselnder Businesslunch 8,50 Euro) und 18-24 Uhr. Sa 18-24 Uhr
www.ess-kapa.de

 

KOI… Wir sind noch lange nicht satt!

Viel gehört vom Koi, eigentlich nur Gutes. Da wurde es Zeit, 2 Wochen nach der Eröffnung, vorbeizuschauen. Wir reservieren zum Lunch und es sei gleich dazugesagt: die Karte unterscheidet sich mittags und abends, was bedeutet, wir müssen (gerne) noch einmal kommen …  

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Innen ist die vorherrschende Farbe Schwarz, was angesichts zweier Etagen nichts ausmacht. Die Höhe sorgt für Freiraum. Doch es ist Sommer – wir sitzen draußen und da beginnt für uns die Freude schon beim Mobiliar. Überraschend bequeme Stühle und ordentliche, stabile Holztische. Dazu elegante Sonnenschirme, Ruinart-gelabelt, das darf durchaus sein am Wittelsbacher Platz in München. Clever wie wir Mädels sind, wählen wir die Reihe bei den Bäumen, so dass uns eine frische Brise streift, während die hitzeresistenten Herren an der Hauswand schmoren. Der Verkehr von der Brienner Straße stört nicht, im Gegenteil. Endlich mal so etwas wie mediterran-lebendiges Flair.

Das Publikum traumhaft gemischt, was in München nicht immer der Fall ist: Business-Männer, von lässig-attraktiv  bis stoisch-geschäftsmäßig, japanische Touristen, die auf unsere Frage, ob es denn geschmeckt hat, nur leise murmelten ” für uns Japaner ist der Reis zu hart”, ansonsten sei alles sehr gut gewesen, über ältere Ehepaare, ein paar kosmopolitische Studenten, eine Familie… wonderful.

Koi München, Foto Foodhunter

Die Ober sind relaxt, aber nicht lax. Zuvorkommend, aber nicht krampfhaft geschäftstüchtig. Als wir nach dreimaliger Empfehlung endlich die eigentlich nicht gewollte “Limo des Tages” wählen Wassermelone-Himbeere-Soda, sind wir völlig happy, weil sie schlichtweg genial schmeckt. Frisch gepresst, nur ein Hauch Himbeersüße. “Sag ich’s doch” meint der Ober beglückt (sorry, wir hätten echt nach seinem Namen fragen können!), der sich mit Freude  jeden Tag etwas Neues für die Gäste einfallen lässt.

Koi München, Foto Foodhunter

Es hat uns überhaupt gefallen, dass wir auf die Frage nach einem Aperitif sofort alkoholfreie Varianten genannt bekommen, doch wie gesagt, die Limo des Tages hat uns zu Beginn noch nicht begeistert. Also ein “Koi Sprizz”, Pflaumenwein, Prosecco, Grapefruit und Ingwer. “Guten Morgen München”, es geht doch! Alkohol darf zum Lunch durchaus im leichten Seidenkleid daherkommen und das tut er. Er umschmeichelt, aber er schadet nicht.

Gegessen haben wir  Business-Bentobox für 17,50 Euro mit Sashimi Salat, Sushi, Shrimp Tempura (exzellent!) und einem Dessert sowie einen Entensalat für 11,50 Euro. Beides war so überzeugend, dass unsere Lust auf Wildkräuter-Salat, Spicy Seafood-Ceviche, Soft Shell Crab … und der uns noch unbekannten Abendkarte auf ein Höchstmaß gestiegen ist. Und dann werden wir auch den im Zedernholz-Fass gelagerten Sake mit balsamischen Noten kosten.

Koi, Wittelsbacher Platz 1, 80333 München, Mo-Sa 11-15 Uhr, ab 19 Uhr. 089-890 819 26                                                                                                      www.koi-restaurant.de

Koi München, Foto Foodhunter