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Wurzel, Knolle, Frucht

Sie kommen frisch von Baum oder Feld und machen unser Essen besonders. Also schenken wir ihnen schon vor der Zubereitung Aufmerksamkeit. Sie suchen die Inspiration der guten Küche? Hier ist sie. 

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Vitaminbomben. Liebe süß-sauer

Ananas, Apfel, Avocado, Banane, Birne, Cherimoya, Dattel, Grapefruit, Kaktusfeige, Kiwi, Klementine, Kumquat, Limone, Litschi, Mango, Orange, Papaya, Passionsfrucht oder Zitrone. Manche schenken uns schon allein ihrer Optik wegen sonnige Grüße und bringen mit ihren gesunden Inhaltsstoffen unseren Körper richtig auf Trab.  

Von Sissi Wolf

Granatapfel

Mit diesem Apfel hat Adam seine Eva verführt – der Paradiesapfel, bei uns als Grantapfel bekannt. Schon in der Bibel ein Symbol für Fruchtbarkeit. Die ledrige Schale schützt das Fruchtfleisch und die knackig süß-sauren Kerne, die mit einem Trick leicht herausgehen: Frucht halbieren und mit einem Löffel auf die Schale schlagen.
Granatäpfel sind reich an Kalium, Vitamon C, Kalzium und Eisen. Vielfältige Heilkräfte werden ihnen zugeschrieben. Hoher Blutdruck, Cholesterin, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthritis, sie alle soll der leuchtend rote Saft positiv beeinflussen.
Einkaufstipp: Je schwerer die Frucht, desto saftiger die Kerne.  

 

Kumquats

Ihre Schale schmeckt süß-aromatisch, das Fruchtfleisch herb-säuerlichen. Kumquats sollten vor dem Genuss zwischen den Fingern gerollt werden, weil auf diese Weise die ätherischen Öle freigesetzt werden. Kumquats sind reich an Vitamin C und enthalten viel Kalium.
Tipp: Sie sehen nicht nur aus wie Mini-Orangen, sie passen auch überall da, wo Orange passt. Allerdings bieten sie einen Hauch mehr Raffinesse.

Kumquats - die kleine Mini-Orange

 

Kaki

Die Kaki zählt in ihrem Herkunftsland Japan zu den beliebtesten Früchten, denn ihr werden heilsame Kräfte zugesprochen. Mittlerweile werden die Früchte aber auch in Italien, Israel und Brasilien und Chile angebaut, wodurch sie fast ganzjährig erhältlich ist.
Aus Israel kommt übrigens die Kaki-Variante Sharon, bei der die Schale weicher und dünner und der Tanningehalt niedriger ist. In ihrer Beschaffenheit ähnelt die Kaki einer Tomate, offeriert unter ihrer Schale ein geleeartiges Fruchtfleisch und ein süßes, birnenartiges Aroma. Kakis sind absolute Vitaminbomben weil ihr Pro Vitamin-A Gehalt so hoch ist wie bei kaum einer anderen Frucht. Sie besitzt Calcium, Carotinoide, Gerbsäure (Tannin), Glucose, Kalium, Mangan, 85 mg Vitamin C pro 100 g Fruchtfleisch und Zucker.
Tipp: Unreife Früchte bei Zimmertemperatur lagern, damit sie nachreifen.

Kaki

 

Cherimoya

Liebhaber bezeichnen sie gerne als eine der besten tropischen Obstarten. Genannt wird sie auch Rahmapfel, weil das Fruchtfleisch eine cremige Farbe aufweist und der Geschmack süß und sahnig ist. Das Fruchtfleisch ist gut verdaulich und wird wie bei der Kiwi mit einem Löffel herausgelöst. Wichtig: Kerne nicht mitessen! Außerdem enthält die Cherimoya Mineralstoffe wie Kalzium, Traubenzucker, Phosphor und Vitamin C und weist einen hohen Gehalt der Vitamine B1 und B2 auf. Eine echte Vitaminbombe.

Cherimoya

 

Passionsfrucht (Maracuja)

Die Passionsfrucht wächst in afrikanischen Ländern und verführt uns mit einem exotischen, süß-sauren Aroma mit leichter Tendenz zu Himbeergeschmack. Einfach durchschneiden und auslöffeln! Die Kerne sind angenehm knusprig und essbar. Im Kühlschrank ist die Frucht drei bis vier Wochen haltbar. Optimal schmeckt sie, wenn die Schale schrumpelig wird! Passionsfrüchte haben einen hohen Anteil an Vitamin C und B1, B2 und B12 sowie Kalzium, Kalium und Eisen.

Passionsfrucht 

Physalis

Auch Kapstachelbeere genannt. Unter ihrer lampionähnlichen Hülle verbirgt sich eine kirschgroße Frucht. Sie schmeckt saftig, angenehm säuerlich-süß. Zum Vernaschen wie geschaffen, vor allem, da sie reich an Vitamin A, C, B sowie Phosphor und Eisen ist.

Physalis

 

Kaktusfeige

Den Namen trägt sie nicht umsonst, denn sie sticht – sofern ihre Stacheln nicht zuvor entfernt wurden. Zum Essen sollte die Beerenfrucht halbiert und ausgelöffelt werden. Das Fruchtfleisch ist gelborange bis rot, durchsetzt mit kleinen, essbaren Kernen. Der Geschmack ist süß bis leicht säuerlich. Am besten schmeckt sie gut gekühlt und mit Limettensaft beträufelt. Was bietet sie? Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor, Vitamine der B-Gruppe und ein viel Vitamin C.

Kaktusfeige

Kiwi

Der empfohlene Tagesbedarf an Vitamin C kann mit einer großen Kiwi bereits gedeckt werden. Daneben sind die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium und Eisen,  B-Vitamine und Pektin vertreten. Für den Handel werden Kiwis hart geerntet und kühl gelagert. Kiwis sind nachreifende Früchte, so dass sie nach dem Einkauf einige Wochen im Kühlschrank lagern dürfen.
Tipp: Ist die Kiwi innen glasig, der weiße Stiel hart und der Geschmack fade, ist das ein Zeichen, dass die Frucht zu früh geerntet wurde und billige Lagerware ist.

Kiwi-Wellnessdrink für zwei Personen

  • 50 ml Frischmilch
  • 2 reife Kiwi
  • 125 ml Orangensaft
  • 25 ml Zitronensaft
  • 2 TL flüssiger Honig

Kiwis schälen, in kleine Stücke schneiden. Orangen und Zitronen auspressen. Milch, Kiwis und Honig gemeinsam pürieren. Anschließen Orangen- und Zitronensaft dazu.

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Die meisten halbieren sie und löffeln sie aus, doch die Kiwi schmeckt auch als Saft fantastisch

Rambutan, Sapodilla, Curuba & Co: die Exoten des Sommers

Kiwano, Lulu, Schuppenannone, Mangostene, Rambutan, Sapodilla, Curuba, Nespoli, Durian, Drachenfrucht. Bunt, stachelig, mit harter Schale und kaubaren Kernen. Honigsüß, apfelsauer oder sahnig-cremig. Aus Kolumbien, Mexiko, Thailand, Brasilien, Kolumbien, Vietnam, Neuseeland. – Auf dem Viktualienmarkt sind sie alle. Bei Exoten Müller.

Autor Sabine Ruhland

Die gelben Datteln aus dem Oman gibt es nur im Juli und August. – Für flinke Genießer, denn München lockt jährlich Tausende arabischer Gäste an und die haben bei Exoten Müller längst die Spezialität des Orients entdeckt. „Gelbe Datteln werden noch am Strauch geliefert, sehen aus wie Oliven und schmecken in diesem Stadium saftig süß mit festem Fruchtfleisch. Eine absolute Delikatesse.“

Die Honig-Mangos aus Pakistan gibt es nur im Juli, August. Allein die Redaktion des Foodhunter kauft sie im Dutzend, weil ihr süßes, faserfreies Fruchtfleisch und intensives Aroma mit keiner anderen Mango vergleichbar ist.

Rambutan? Heißt übersetzt die Behaarte“, antwortet Alexander Willer einer Kundin, die fragend auf die rote stachelige Frucht zeigt. Beleidigt zieht sie von dannen. „Dabei hab ich’s doch nur übersetzt“, lacht der Chef. Er kennt jedes seiner Früchtchen, Herkunft, Zulieferer und die Rezepte dazu. „Rote Banane im Teigmantel mit Honig – eine Wonne. Bei der Kiwano, die schmeckt wie eine Mischung aus Limone und Banane, das Fruchtfleisch rauskratzen, mit Joghurt und Vanilleeis mischen, alles wieder in die Frucht und in den Kühlschrank. Ein schnelles wie raffiniertes Dessert.“

Die Litschi aus Thailand, doppelt so groß wie die uns aus den Wintermonaten bekannte Litschi, gibt es ebenfalls nur in Juni und Juli. Ihre Süße entzückt. „Wer einmal eine Litschi kostet, wird erst wieder bei der nächsten glücklich werden“, heißt es deshalb.

Exoten, Foto Foodhunter

Schuppenannone, auch Zucker-Apfel genannt. Cremeweich das Fruchtfleisch, eber wie ein Rahm-Apfel. Foto Foodhunter

„Selbstverständlich sind die meisten Exoten ganzjährig erhältlich, trotzdem entfalten diese Früchte, die sonnengereift bei uns ankommen, in warmen Monaten ihre Aromen besser und besitzen zu dieser Zeit ihren perfekten Reifegrad. Wie die Ananas, die gerade im Sommer süßer und vom Saftgehalt ideal ist.“

In der Regel vergehen 48 Stunden von der Ernte bis zum Verzehr. Alexander Willer reiste eigens nach Bangkok, um sich dort seine Händler rauszupicken. „Rund 90 Prozent der exotischen Früchte wachsen wild, werden von Sammlern aus den Dschungeln und Wäldern in die Städte gebracht.“

Ein weiteres exotische Lieblingskind im Sommer ist die junge, geschälte Trinkkokosnuss. Durch ihren Wassergehalt ist sie an Frische kaum zu übertreffen, ihr Vitaminhaushalt und die darin versteckten Spurenelemente sind reichhaltiger als in jedem Multivitaminsaft. Sie ist kinderleicht zu öffnen, da ihre Schale weicher ist als bei der herkömmlichen, braunen Kokosnuss. Also perfekt, um sie bei einem Cocktailabend und verfeinert mit Rum als Aperitif zu verwenden.

Früchte, Exoten-Müller, Foto Foodhunter

Exotische Früchte aus der ganzen Welt gibt es am Stand von Exoten-Müller auf dem Viktualienmarkt. Foto Foodhunter

Inzwischen gruppieren sich Touristen um eine riesige Durian. Die stachelige Frucht des Durianbaumes, deren Name sich vom Wort „duri“ ableitet, was Dorn bedeutet, wird häufig als Stinkfrucht bezeichnet. Ihre Samen sind von klebrigem Fruchtfleisch umhüllt. Frisch vom Baum ist sie wohlriechend und wohlschmeckend. Innerhalb weniger Tage nach der Ernte entwickelt sie allerdings einen Geruch und Geschmack, der an faule Eier erinnert. „Doch wer über ihren Geruch hinweggeht, kann sie als perfekte Nahrungsergänzung nutzen. Sie schenkt so viel Power wie ein Steak.“

Die Drachenfrucht, auch Pitahaya genannt, ist ebenfalls kein schnelles Obst für zwischendurch. Denn bei den sinnlich aussehenden Früchten mit ihrer pinkfarbenen oder gelben Schale, liegt in den Kernen der Geschmack. „Die muss man richtig kauen – das wissen die meisten nicht. Die Frucht mit der gelben Schale hat größerer Kerne, ist also leichter zu essen.“

Wie die Maracuja zählt die Curuba zur Gattung der Passionsfrüchte. Ihre Schale ist fast so dick wie die der Banane. Das Fruchtfleisch, von einem weißen Häutchen umgeben, orangengelb, geleeartig und vollfruchtig. Genial auch die lilafarbene Mangosteen. Sie hat die Größe einer Tomate und eine dicke, lederartige Schale. Ihr weißes Fruchtfleisch, dessen Anteil verglichen mit ihrer Gesamtgröße gering ist, schmeckt saftig-süß. Gleich neben den lila Früchten blitzt die Schuppenannone hervor, ein Zimtapfel, der auch in der Tat so schmeckt, nur ist das Fleisch wesentlich weicher als bei einem Apfel und sein Nährwert extrem hoch.

Unzählige Fragen müssen Alexander Willer und sein Team täglich beantworten. Alle mit größter Kompetenz. Wir bereite ich frische Tamarinden zu? Wir schmecken Sapodilla? Wie bewahre ich Ananas richtig auf?

„Nur als ein 9-Jähriger, der eine Kokosnuss kostet, enttäuscht das Gesicht verzog und mich fragte, warum die denn so gar nicht nach Bounty schmeckt, wusste ich echt nicht, wie und wo ich mit der Erklärung beginnen sollte.“

Exoten, Foto Foodhunter

Rambutan. Süß und nicht so tropf-saftig wie ihre kleine Schwester Litschi. Foto Foodhunter