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La Tartuferia – Pop-up Restaurant im Käfer

Noch einen Monat lang – bis kurz vor Weihnachten – können die Gäste im Käfer-Bistro hervorragende Trüffelgerichte probieren, denn Käfer führt eine junge Tradition weiter: La Tartuferia, das Pop-up-Restaurant, bei dem sich alles um eines dreht, um sie, die eldle Alba-Trüffel.

Autor Dirk Vangerow, Fotos Foodhunter

Wieder verwandelt sich das Käfer’s Bistro in ein Pop-up-Restaurant, eine italienische Trattoria namens “La Tartuferia”. Kerzenschein und offene Küche – in herrlichem Ambiente klassisch-piemontesische Gerichte und Trüffel satt genießen.

Angefangen von hausgemachtem Brot über Pasta, Risotto, Schmorbraten in Barolo bis hin zur Süßspeise Bunet kocht Signor Eisenmann alle Gerichte in der offenen Showküche – ein Blick in die Töpfe ist nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht.

Tartuferia Käfer, Foodhunter 1

Volker Eisenmann arosiert die Passatelli

Zu den Gerichten präsentiert Käfer regionaltypische Weine aus dem Piemont, die in der Tartuferia auch glasweise bestellt werden können. Wunderbar – der Winter kann kommen. Vorspeise ab 7,50 Euro, Hauptgericht ab 14 Euro. Reservierung  Tel. 089 4168 247

Tartuferia Käfer, Foodhunter 2

Passatelli con Fonduta di Parmigiano und weißem Trüffel

Tartuferia Käfer, Foodhunter 3

Tatar vom Chianina Rind, warmen Nussöl, Bittersalaten und schwarzem Trüffel

 

Tartuferia Käfer, Foodhunter 4

Zarte Kalbsbrust Sous-Vide mit Artischocken, Kartoffelpürée und weißem Trüffel

Feinkost Käfer und die “Not perfect bottles”

Auf einer Party, die er ausnahmsweise mal nicht selbst organisierte, sondern als Gast besuchte, traf Michael Käfer auf einen Weinhändler. Das Fachsimpeln der beiden gebar eine neue Idee: „not perfect bottles“. – Eine umso perfektere Idee für passionierte Weintrinker, die schon immer davon träumten, spontan einen höchst exklusiven Tropfen am Abend zu öffnen.

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Zu Gast bei Gerd Käfer in Kitzbühel

„Meine Tische sind immer gedeckt“, sagt Gerd Käfer und führt uns durch sein Reich in Kitzbühel, das sich zur Weihnachtszeit noch schillernder präsentiert als den Rest des Jahres. Überall Engel, Kugeln, Lichterketten, jeder Tisch des Hauses berstend vor Deko, die berühmten Krabbeltierchen inklusive. Typisch Gerd Käfer eben. Purismus steht ihm nicht.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

 

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Ebenso wenig wie ein ruhiges Leben. Er ist so hibbelig wie eh und je, hat sich neben das Wohnhaus am Lutzenberg einen Event-Turm gestellt. Drei Etagen im Maisonette-Stil mit offener Küche, Molteni, der Traum aller Hobbyköche, Whiskey-Lounge, Weinkeller, Gartenpool, Parkanlage, historischer Benediktinerkapelle. Ein Dorado für Feierlichkeiten, das jeder gerne sein eigen nennen würden. Mittendrin stets der Hausherr selbst, kocht, redet, macht Scherze, erzählt Anekdoten. Das exklusive Pendant der privaten Kellerbars aus vergangenen Zeiten. Hinkender Vergleich? Kaum. War es doch Gerd Käfer, der in den 70er Jahren Schluss machte mit Nudelsalat und Schnittchen auf den Stehempfängen, der uns Hummer, Kaviar und Riesengarnelen brachte, Garagen in 1001-Nacht-Märchen verwandelte, für Opulenz, Glamour und vor allem Gesprächsstoff auf den Partys sorgte.

Eventturm, Foto Foodhunter

Vanilleeis und heiße Himbeeren und Lachs mit Apfelmeerrettich. Was heute ein müdes Lächeln erntet, war damals eine Sensation. 

„Ich komm‘ gleich“, ruft er uns zu und ist dann erst mal weg. Ein Herr von Wichtigkeit aus München plant ein Fest, da muss der Turm rasch gezeigt werden. Ein Glas eisgekühlter Kombucha tröstet uns über die Wartezeit hinweg. Gerd Käfer ist „Carpe diem Botschafter“, da kommt nichts anderes ins Glas. Dann ist er wieder da, rutscht unruhig auf der Couch hin und her, steht wieder auf. Pensionsgedanken? Ruhestand? Nicht die Spur. „Wissen Sie, ich habe jahrelang bis zu 20 Stunden am Tag gearbeitet, da kann ich nicht plötzlich ruhig und entspannt sein.“ Feste feiern, Gastgeber sein, das ist sein Leben. Mit seinem Hunger nach Lebensfreude versüßte er den Münchnern die Anfangszeiten des Wirtschaftswunders, allein sein selbst gemachtes Vanilleeis mit heißen Himbeeren verkaufte sich Anfang der 70er Jahre in der Theatergastronomie mehr als fünf Millionen Mal. Legendär sein hauchdünn aufgeschnittener Lachs, mit einem Tupfer Apfelmeerrettich und Crème fraiche. Was heute ein müdes Lächeln erntet, war damals eine Sensation.

Schnell wurden Käfer und sein Feinkosttempel erste Gourmet- und Promi-Adresse. Böse Zungen behaupten, viele seien überhaupt nur deshalb in die Klatschpresse bekommen, weil sie bei Käfer waren oder Käfer ihr Fest ausgerichtet hat. Die Zungen mögen Recht haben.

Doch nicht die Schickimicki-Gesellschaft war es, die ihn in die „Hall of Fame“ brachte. Gerd Käfer war grenzenlos in seinem Eifer, selbst Unmögliches möglich zu machen, in seiner Kreativität und auch in seiner Präsenz auf dem internationalen Parkett. Er verwöhnte den gesamten Europäischen Hochadel, Unternehmer und die hohe Politik. Gerd Käfer war der erste ausländische Caterer im Kreml, das war damals zu Zeiten Breschnews. Er war es auch, der Helmut Kohl zum Geburtstag eine drei Meter hohe Torte fertigen ließ. Schauspieler von Weltruf, Minelli, Bardot, Belmondo, Sinatra, Moore, sie alle finden sich gleich neben Clinton, Merkel oder Königin Elisabeth II auf der wandspannenden Fotogalerie verewigt, die Käfers Büro in der Lamontstraße ziert.

800 Feste pro Jahr waren keine Seltenheit und Gerd Käfer immer dabei: „An manchen Abenden musste ich auf drei oder vier Hochzeiten tanzen.“ Sein persönlicher Einsatz war essenziell für den Erfolg. Die anspruchsvollen Kunden schätzten und verlangten seine Anwesenheit und vertrauten ihm. „Vertrauen ist noch wichtiger als der perfekte Ablauf des Abends. Der Kunde muss Herz und Leidenschaft spüren, dann verzeiht er sogar eine Panne.“ Die dürften eher selten gewesen sein, denn Gerd Käfer hat sich aller Details angenommen. Konkurrenzlos kreativ war er.

„Ich habe halt nur zu meiner Zeit frühzeitig erkannt, was gefragt ist.“ Käfer-Partys wurden zum Gradmesser für Wohlstand und Wachstum. Verlierer machen Meetings, Gewinner ein Fest bei Käfer, wurde gerne gemunkelt. Werbung machte Gerd Käfer keine, Mundpropaganda, mehr brauchte es nicht. „Ich habe mir für meine Gäste wirklich die Beine ausgerissen, immer wieder neue Ideen produziert. Unvergleichliche Feste sind entstanden und mit den meisten Gastgebern war ich nach so einem Abend „per du“. Egal, ob Fürst, Vorstand oder Verleger.

Eventturm, Foto Foodhunter

Käfer kreierte und erdachte, kaufte in Massen Geschirr, Rahmen, Spiegel, Teller, Tische, baute einen eigenen Dekorationsbetrieb auf, mit Schreinerei, Schlosserei und Malerwerkstatt. Nichts schien unmöglich. „Gut, für 50, 200, 500 zu catern, war kein Problem. Aber dann kam die Bayerische Staatskanzlei mit einem Juristenkongress, Schloss Schleißheim, 2.500 Menschen aus der ganzen Welt.“

Ein Risiko, eine Herausforderung, die Küche völlig unterdimensioniert. Gerd Käfer sagte trotzdem zu, plante akribisch, ging die Strecke von der Küche bis zu den Tischen ab. Das Ergebnis des langen Weges wären lauwarme Suppen gewesen. Eine zweite Küche musste installiert werden. „Glauben Sie mir, mit einem bayerischen ,passt scho‘ wäre das nie geglückt.“ Ergebnis dieser ersten erfolgreichen Großveranstaltung: eine Veranstaltung mit 6.500 Gästen für ein amerikanisches Touristik-Büro und die Ausrichtung sämtlicher Empfänge bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Käfer bedient die Welt, Käfer war in aller Munde, Käfer, der Feinkost-Zampano.

Zur gleichen Zeit wird Gerd Käfer Wiesn-Wirt, bekommt den Platz einer ehemaligen Hendl-Braterei angeboten. Kurzfristig, zwei Monate vor der Wiesn. „Ich entwarf Pläne für eine Almhütte mit Platz für 100 Personen.“ Die platzte schon am ersten Tag aus allen Nähten. Jedes Jahr wurde das in „Käfer-Schänke“ umgetaufte Hütterl größer. Viel Kaffee tranken die Wiesn-Gäste, da wollte er es den Bedienungen einfach machen. Das Kaffeehaferl wurde kreiert. Nur ein Henkel, praktisch fürs Abräumen. Hübsch war es noch dazu und so klauten die Gäste mehr Haferl als Maßkrüge. Käfer rechnete den Haferlpreis einfach auf den Kaffeepreis und so hatte jeder Gast ein offizielles Souvenir. Rund 15 Millionen Käferhaferl gingen so in die ganze Welt.

Die Geschicke des Käfer-Imperiums hat der Sohn längst übernommen, während Gerd Käfer zwischen Sylt, Wiesbaden, München und Kitzbühel pendelt. Wenn er nicht feiert, dann kauft er ein. Sammler ist er, von Antiquitäten. Korkenzieher. Kaffeetassen. Spazierstöcke. Kunst. Altes Kinderspielzeug: ein kleines Riesenrad, eine Achterbahn „Meine größte Schwäche sind Antiquitäten. Bevorzugt aus der Zeit 1890-1910.“ Sein größter Wunsch?  „Ich wäre gerne noch einmal jung. Das heißt nicht, dass ich dann ein anderes Leben führen möchte. Das meiste würde ich, bis auf ein paar Dinge, genauso machen. Aber im Stil bliebe alles gleich. Wobei, die Zeiten haben sich geändert. Ich habe halt die Chancen genutzt, die sich mir in meiner Lebenszeit geboten haben. Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft, die ich jungen Menschen mitgeben kann: Carpe diem, nutze den Tag und tue genau das, was deiner Persönlichkeit am besten entspricht.“

Käfer, Foto Foodhunter

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