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Feiern am Pool. Juan Amador und sein jährliches Sommerfest

Das Areal könnte perfekter nicht sein. Backsteinfabrik, gepflegter Rasen, Bäume und ein Pool. Dazu Family, Friends und Genießer aus allen Teilen der Republik. 28 Grad Sommerfreude – da wurden die weiß eingedeckten Sitzgarnituren flugs in den Schatten gestellt. Gegessen und getrunken wurde reichlich, Juan Amador hatte feine Lieferanten und Produkte im parkähnlichen Innenhof um sich geschart.

Autor Dirk Vangerow, Fotos Sabine Ruhland

Rauch und Feuer, Schweißperlen auf der Stirn und doch keine Sekunde zum Ausruhen. Am Stand von Luxusgrillhersteller HajaTec war an Pause nicht zu denken. Zu neugierig waren die Feinschmecker auf ein ganz besonderes Fleisch: Brave Cattle Beef aus Spanien, eine Rasse, die einst zum Stierkampf gezüchtet wurde. Heute müssen die Rinder keine Kämpfe mehr bestehen, leben auf Weiden auf, die neben Gras auch mit vielen Kräutern den Speiseplan bereichern.

Juan Amador, Sommerfest

Geduldig anstehen für feines Fleisch vom Grill. Dazu gegrillte Maiskolben und Paprika.

Amador Sommerfest, Foto Foodhunter

Glühende Sonne und glühende Kohlen. Trotzdem war die Atmosphäre entspannt – da bleibt Zeit für ein Lächeln.

Oraking Lachs, Kaviar, Sepiabrot von der Bäckerei Kapp, Chili- und Maulbeersenf, “Dirty Harry” BBQ-Sauce zu Steak, Iberico und Spitzen-Bratwürsten – den Gästen wurde Top-Qualität geboten.

Dazu gab es Champagner oder kühlen Wein von Ebner-Ebenauer, the Garage Winery, Markus Schneider und den VDP-Weingütern Gut Herrmannsberg und Prinz.

Molekulares und Juan’s Klassiker wurden aus der Küche gereicht, die Kinder spielten im Pool, die Gäste fühlten sich wie eine große Familie.
Ein unvergessliches Sommerfest. Wer dazu noch bei der Tombola eine Übernachtung in den Heidelberg Suites und ein Dinner im “Amador” abräumte, hatte zusätzlich das große Los des Tages gezogen.

Im nächsten Jahr findet es wieder statt: all inklusve für 95 Euro. Ein Traum. www.restaurant-amador.de

Juan Amador, Sommerfest, Foto Foodhunter

Zur späteren Stunde rücken die Garnituren mehr und mehr in den Schatten der Bäume. Zu gut der Wein, der bei der Hitze leider schnell zu Kopf stieg.

Amador Sommerfest

Frischer Fisch, wunderbar zubereitet, und eine bildschöne Winzerin (Weingut Ebner-Ebenauer) – Amador bot eine gute Mischung

 

Ein Schiff, ein Schloss, drei Sterne. Heidelberg von seiner schönsten Seite

Es sind diese kleinen, feinen Events, für die wir gerne eine Reise unternehmen. In diesem Fall ging es nach Heidelberg. Auf der Patria, dem nostalgisch schönen Schiff der Heidelberg Suites kochte für einen Abend 3-Sterne-Koch Juan Amador. Das tut er natürlich nur selten – an den anderen Tagen erwartet die Gäste mediterranes Essen oder Sonntagsbrunch und das dürfte angesichts der einmaligen Schiffsatmosphäre fast genauso erlebnisreich sein. 

Autor Sabine Ruhland

Traumwetter, als die rund 50 Passagiere die kleine Gangway zur Patria schreiten, begrüßt vom Kapitän. Aperitif mit Blick auf das Heidelberger Schloss, dazu italienische Musik aus den 60er Jahren. Eine wunderbare Stimmung, die uns umgibt, ein überaus charmanter Service. Dann legt das Schiff ab und wir tuckern entspannt den Neckar hinauf.

Die Aussicht auf das Schloss, die Auen und die vielen Wassersportler wäre ansich schon jede Reise wert, doch es kommt noch besser: das Menü von Juan Amador wird an diesem Abend aufgetischt. – Eine Premiere, die zahlreich die Feinschmecker anlockte, denn das 5-Gang-Menü gab es für 110 Euro.

Patria und Amador, Fotos Foodhunter

Zu Beginn der Schifffahrt herrliches Wetter. gegen Ende kämpfte der Kapitän gegen Sturm und Regen. Doch bis dahin waren die Gäste einfach nur im Glück. Fotos Foodhunter

Zum Einstieg Gillardeau Austern, begleitet von Kiwi und erfrischender Sauerampfersauce. Das alles bedeckt von einer federleichten Schmandhaube. Süß-sauer, fruchtig, herrlich, da hätten wir auf die Auster glatt verzichten können.

Es folgte Kaisergranat, roh, als Tatar, kombiniert mit Ziegenfrischkäse und Olivenkrokant. Wieder darf der Gaumen auf Entdeckungsreise gehen. Weich und knusprig, meeresfrisch und bodenständig.

Die Jakobsmuschel serviert Amador mit Boudin Noir, einer feinen Blutwurst, dazu Weißkraut und grüner Apfel. – Dann schlug das Wetter um, doch die Crew hatte das Schiff im Nu gut verpackt und so duschte es an die Planen wären wir den Höhepunkt serviert bekamen: Mieral Taube. Eigentlich waren wie anfänglich gar nicht so begeistert, denn Taube gehört nicht zu unseren Lieblingsgerichten, doch dieses Federvieh in Kombination mit Cocos und Mango war eine Sensation! Also liebe Taube, du bist wieder im Spiel.

Das Dessert eine leichte Crema Catalana mit Aromen von Ananas, Vanille und Safran. So leicht, dass uns am Ende des Abends nichts schwer im Magen lag. Und auch das Wetter hatte sich zum Schluss wieder beruhigt.

Amador auf der Patria, Foto Foodhunter

Die Auster ruht unter dem Schmandhäubchen, der Kaisergranat liegt auf einem zarten Erbsenbett und die Mieral Taube mit Mango und Cocos war ein Hochgenuss. Fotos Foodhunter

Ob es eine Wiederholung mit Amador gibt, wissen wir nicht, aber die nostalgische Bootsfahrt inklusive guter Küche können Sie täglich genießen – die Gerichte wechseln ständig und gekocht wird auch hohem Niveau. Dorade, Kalbsfilet, Pulpa oder Gnocchi, der Schiffskoch ist Italiener und verführt mit ebenso mediterraner Kost. Die Preise: 10-16 Euro für Vorspeisen und Zwischengerichte, 26-28 Euro für Hauptgerichte wie Seeteufel an Beluga Linsen und Süßkartoffelpüree. www.heidelbergsuites.com/patria/de/Reservierung

Patria, Foto Foodhunter (2)

Die Lebensader der Stadt. Auf dem Neckar tummelt sich an warmen Tagen alles, was ein Ruder oder Paddel besitzt. Foto Foodhunter

FOODHUNTER ÜBERNACHTUNGSTIPP  

Heidelberg Suites – über das Hotel haben wir bereits auf Foodhunter berichtet und es ist nach wie vor eines der schönsten und charmantesten Hotels, die wir kennen. “Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren…” – kaum besser als zu diesem Hotel passt der Liedtext. Heidelberg Suites, Neuenheimer Landstraße 12, 69120 Heidelberg. www.heidelbergsuites.com

Heidelberg Suites, Fotos Foodhunter

Ein schneeweißes Haus, Innenhöfe, Gärten, Wohlfüh-Suiten. Schräg davor das hoteleigene Schiff Patria. Auch für Events mietbar. Fotos Foodhunter

 Noch ein Foodhunter-Tipp

Kontrastprogramm am nächsten Tag. Das Restaurant “Goldener Hecht”. Geführt von einer Österreicherin, durften wir hier einen sensationellen Tafelspitz genießen, im Kupfertopf mit viel Gemüse serviert und mit Bratkartoffeln, leichtem Apfelkren und Schnittlauchsoße serviert. Für 19,90 Euro eigentlich ein Gericht, das zwei Personen satt macht. Danach ein fluffig leichter Kaiserschmarrn, fast wie eine Kombination aus Kaiserschmarrn und Salzburger Nockerl. 7,80 Euro. Ein Muss, falls Sie mal in heidelberg auf der Suche nach der perfekten Süßspeise sind. – Und wieder so reichlich, dass locker zwei davon naschen können. Goldener Hecht, Steinstraße 2, 69117 Heidelberg. www.goldener-hecht-heidelberg.eu

Goldener Hecht, Foto Foodhunter

Innen urig, außen Terrasse mit “Schräglage”. Netter Service und ein unschlagbarer Kaiserschmarrn. Restaurant Goldener Hecht. Fotos Foodhunter

Guide Michelin vergibt die Sterne 2013. Neues 3-Sterne-Mitglied ist Kevin Fehling

November 2012. Ein Michelin-Männchen weist den Weg zur Berliner Freiheit. Drinnen ein Gewusel zahlloser Redakteure und Fotografen und eine stattliche Ansammlung weißbejackter Spitzenköche. Juan Amador, Harald Wohlfahrt, Joachim Wissler, Claus-Peter Lumpp, Sven Elverfeld … Dazwischer einer, der alle anderen überstrahlte. Der frischgebackene 3-Sterne-Koch Kevin Fehling.

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3 Sterne in Mannheim: Juan Amador

Einiges war zu lesen über die Insolvenz seiner AG. Seine Kochkunst ist von derartigen Schlagzeilen allerdings unbelastet, das “Amador” in Mannheim ist ein Gourmet-Vergnügen auf 3 Sterne Niveau, das man sich ab uns zu einfach gönnen muss.

Autor Dirk Vangerow

 

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Das Reich ist Amador pur, passt zu ihm wie eine zweite Haut, sehr viel besser als es das verspielte Fachwerkhaus in Langen tat. Die einstige Puppenfabrik ist ein ummauertes Areal, Industriekultur im klassischen Sinne, Stahl, Glas, Ziegelwerk, Herberge der größten Privatsammlung des Malers und Bildhauers Anselm Kiefer. Passend erschuf Juan das Genuss-Ambiente. Schneeweißes Mobiliar, feuerrote Akzente, Leder und anthrazitfarbenes Metall. Auch der Innenhof kein mediterraner Kräutergarten, sondern Reduzierung: Baum, Rasen, Pool, Terrasse. Eckig, schnörkellos. Das Publikum bei unserem Besuch ist bunt gemischt: Von jungen Paaren bis zur Gourmet-Gesellschaft über lässig gekleidet bis elegant ist alles dabei. Amador mag keine Etikettierung. Diese entspannte Einstellung zieht sich durch alle Bereiche.

Juan Amador Mannheim

„Gehofft hatten wir auf zwei Sterne plus baldiger Option auf mehr. Dass es sofort drei Sterne geworden sind, hat selbst uns überrascht”, sagt Juan Amador, dem bei unserem Besuch die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Nicht, weil er angespannt ist, sondern weil es an diesem Abend schwüle 28 Grad hat. Da wäre ein Sprung in den restauranteigenen Pool eine willkommene Abwechslung.

Auch die Gäste relaxen im Innenhof und genießen “Handkäs mit Musik” à la Amador, geeister Beurre blanc mit Malzbrotkrümeln, Haselnussmilch und Kaviar, Kalbskopf mit Essigzwiebeln, luftig geschlagener Entenleber mit geräuchertem Aal, Granny Smith und Holzkohleöl und Kabeljaukutteln mit Pommery-Senfsauce. Jede dieser Speisen ein Aromen-Spektakel, das den Gaumen verführt statt ihn zu erschlagen. Keine Komponente übertrifft die andere, jede Nuance ist schmeckbar und definierbar.

Als FOODHUNTER ließen wir uns den Anflug von Sezierung nicht nehmen, um alsbald festzustellen, es besser sein zu lassen, weil es verdammt anstrengend ist. Amador muss man auskosten wie ein Silvesterfeuerwerk, nie wissend welches Bild die Feuerwerkskörper am Himmel zeichnen werden

So erwartet uns nach unzähligen raffinierten Tapas ein Kaisergranat mit Quittenschaum, flankiert von einem unscheinbaren Geleeröllchen, das sich als wahre Aromabombe herausstellt. Die perfekte Jakobsmuschel im Petersilienröckchen vereint in sich Meer und Erde, während die Taube als orientalisches Märchen aus Curry und Mango auftaucht.Wie ein Zauberer zieht Juan Amador die Register der Gewürze und Aromen, erlaubt ein Staunen ebenso wie einen irritierten Blick. „Die wilden Zeiten sind dennoch vorbei“, sagt er. „Vor dem Start hier in Mannheim, sind wir erst einmal einen Schritt zurückgegangen, um dann das Beste herauszufiltern und neu und innovativ zu interpretieren. Auch mittels modernster Technik.“ Was uns an einen unterhaltsamen Artikel von Clark Parkin in der Welt erinnerte, in dem ein Hobbykoch beim Selbstversuch 3-Sterne-Küche nachzukochen, an den Rande des technisch und finanziell Machbaren kam. Sein Fazit: statt Tausende von Euros für den Maschinenpark anzulegen lieber einmal jährlich im Dreisterne-Tempel essen gehen – und im Kochbuch nur die Fotos anschauen. Dem können wir uns nur anschließen.

Amador, Foto Foodhunter

Juan Amador Mannheim

www.restaurant-amador.de

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