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Osteria 27 – das kleine, enge Glück am Tegernsee

Wer den Urbanek auf dem Naschmarkt in Wien kennt, der weiß, dass es sich in den kleinsten Hütten am vortrefflichsten schmausen lässt, dass es so eng wie gemütlich ist, so elitär wie kommunikativ. In der Musikgasse (welch eine Adresse!), abzweigend von der Nördlichen Hauptstraße in Rottach-Egern, liegt sie, die Mini Osteria 27, mit aus altem Holz gefertigten Wänden und einer kleinen Bar, an der sich gerne mal die Tegernseer Prominenz trifft. Bei unserem Besuch war auch Schauspieler Bernd Herzsprung mit Freunden da.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Eine einstige Metzgerei war die Osteria 27. Heute sorgen unzählige Weinflaschen, Korbstühle, eine dunkelrote Wand hinter dem Tresen und Holz für viel Atmosphäre. Irgendwie hat man es geschafft, dass neben  der Bar auch fünf Tische Platz gefunden haben. Maximales Glück für 20-22 Personen.

Die Speisen stehen auf der Tafel. Wenig, gerade mal 7 Positionen, dafür frisch. Die Küche ist nicht weit, ja nicht mal eine Klapptür entfernt. Der Chef und Koch und kommt gerne zu seinen Gästen – auch um zu beratschlagen, was er außerhalb der Karte noch anbieten könnte.

Tamtam gibt es nicht, weder Zitronengras noch Currywürze. Bodenständig, traditionell, auch nicht zu raffiniert. Dafür ist es italienisch-herzlich und ein erster Besuch zieht den zweiten unweigerlich nach sich. Bis bald, kleine Osteria ….

Osteria 27, Nördliche Hauptstraße 27 (in der Musikgasse), 83700 Rottach-Egern. Mo-Sa 12-14 und 18-23 Uhr. So Ruhetag. Keine Website. Tel. 0175/1168061

Osteria 27, Foto Foodhunter

Kräuter vor dem Eingang, innen viel Holz und die Pasta so einfach wie gut.

Meine Villa, mein Boot, mein Pavillon. Auftanken bei Schwingshackel am Tegernsee

Die Villa am See (Tegernsee) hat nicht allen langfristig Glück gebracht. Markus Bischoff zog es nach Stuttgart, Michael Fell zurück in die Egerner Höfe. Seit gut anderthalb Jahren ist Erich Schwingshackel mit Lebensgefährtin und Sommelière Katharina Krauß “an Bord”. Der erste Stern kam schnell, die Gäste rund um den See eher sprunghaft. Doch der Südtiroler, der lange Jahre bei Heinz Winkler gelernt hat, ist guter Dinge. Wir auch.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Was tun an einem traumhaften Herbsttag? Ab an den Tegernsee, dachte sich die Foodhunter-Redaktion. Und wonach gelüstet es? Natürlich nach Wasser, Ufer, Sonnenterrasse. Alles da im Seepavillon des Restaurants Villa am See.

Die Mittagskarte klein und frisch. Wir wählen eine Paprikaschaumsuppe, die uns leider etwas zu süß war, ein Carpaccio vom Weiderind mit Mesclunsalat (Mesclun ist eine Salatmischung, die aus jungen Trieben verschiedener Salatsorten besteht) und Wiener Schnitzel. Letztes war für 18,50 Euro ein Traumschnitzel mit fluffiger Panade und guten Bratkartoffeln. Die Foodhunterin wurde satt, für den Foodhunter war die Portion eher eine Vorspeise.

Unterm Strich waren es inklusive Wein und Wasser 61,50 Euro fürs Lunch am See. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber so anregend, dass uns unser nächster Besuch garantiert ins abendliche und mit einem Stern dekorierte Hauptrestaurant führen wird.

www.schwingshackl-esskultur.de

 

Villa am See, Fotos Foodhunter

Sitzen auf der Holzterrasse, Rottach-Egern gegenüber, der See funkelt und das Essen ist fein.

 

Villa am See, Fotos Foodhunter

Zum Seepavillon gehören Steg, Lounge und Schiff. Mittags oder nachmittags können die Gäste auch gerne ihren Kaffee oder dem Schiff genießen.

Maiwerts. Restaurant und Vinothek am Tegernsee.

“Es muss nach dem schmecken, was es ist“. Spricht es und serviert einen wunderbar zarten Kalbstafelspitz, der 9 Stunden lang bei 80 °C im Ofen garen durfte. Auch der Schmorbraten aus dem Bürgermeisterstück erfreut dem Gaumen, ruht er doch auf einer perfekt zubereiteten Glacis, deren Basis ein hausgemachter Fond aus Kalbsknochen ist. Weiterlesen

Michael Fell zaubert Soul Food im Park Hotel Egerner Höfe

Ein Sommergewitter in den Alpen hat immer etwas Urgewaltiges. Wenn am Tegernsee die Berge ihr Grollen beginnen, sucht der Mensch Unterschlupf in heimeliger Stube. Uns zieht es zu Sternekoch Michael Fell in das Park-Hotel Egerner Höfe.

Autor Sabine Ruhland

Hier begann seine Karriere, hier findet sie ihre konsequente Fortsetzung. Die Dicherstub’n mit der alpenländischen Zirbelpracht ist der ideale Rahmen für Michael Fell und seine inspirierende Küche, „einer Balance zwischen Exklusivität und Regionalität“, wie er selbst bekräftigt. So treffen schon beim Gruß aus der Küche Krustenpraline und Obatzter zusammen, nicht burschikos, sondern als gegenseitige Bereicherung. Gefolgt von einem ‚Signatur dish’, der Bayerischen Wachtel Noir, die ein mit Sepiatinte ausgebackener Eischnee umhüllt. Der Saibling aus der Gegend flirtet mit Kartoffelschaum und Tapioka und der Bauerngockel gibt sich ländlich mit Bergkäseschaum und marinierter Fetter Henne, während der geschmorte Spanferkelbauch einen Langostino Royal, Curry und Limonen zur Seite bekommt, dazu Langostinotartar und Krusteln vom röschen Schweinebauch.

Der Spagat zwischen Bodenständigkeit und erlesener Feinschmeckerei gelingt Michael Fell mit Leichtigkeit, schließlich ist er ein Kind der großen Cuisine mit Stationen in den 80er Jahren bei Witzigmann oder Otto Koch. Seine Handschrift heute ist allerdings so gewaltig gut und beeindruckend wie die Sommergewitter in den Bergen. Danach tut sich dann meist ein imposanter Sternenhimmel auf.

www.egerner-hoefe.de

Michael Fell, Foto Foodhunter (1)

Michael Fell, Foto Foodhunter (1)