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Ambitioniert: Esskapade in München-Neuhausen

20 Jahre Erfahrung in den Küchen von Stefan Marquard oder Ali Güngörmüs, das ist eine reiche Inspirationsquelle. Vor wenigen Wochen hat sich Falk-Uwe Zack seinen Traum vom eigenen Restaurant erfüllt und das Esskapade in München-Neuhausen eröffnet. Dass er größte Ambitionen hegt, zeigt schon die Speisenkarte. Nur wenige Gerichte zieren die Karte, dafür sind die täglich neu zusammengestellt und immer frisch zubereitet. 

Tipp von Sabine Ruhland

Ja, da ist es, das wohlige Gefühl bei Freunden eingeladen zu sein. Denn das feine, gemütliche Lokal mit den Natursteinwänden, dem prasselnden Ofenfeuer, den gedeckten Farben und Kerzen auf den Tischen lässt schon beim Entree Entspannung und Entschleunigung aufkeimen. Danach tut der Service, allen voran Besitzer Falk-Uwe Zack alles, um dieses gute Gefühl den gesamten Abend hindurch zu bewahren.

Zunächst durch die bodenständige wie raffinierte Kochkunst, die sich stets an saisonalen Produkten orientiert – wir kosten einmal geschmorte Rinderschulter mit Portweinschalotten und Pilzstrudel und Alternativ die gleichen Beilagen als vegetarische Variante mit Zanderfilet – um das kleine Menü mit einem gut gemachten Lebkuchenparfait zu beenden. Dass keine “Dauerkarte” im Einsatz ist, birgt natürlich die Gefahr, dass das Lieblingsessen vom letzten Mal beim nächsten Besuch nicht mehr zu bekommen ist. – Dafür weckt sie aber mehr denn je die Lust, neue Gerichte zu kosten. Wir finden’s gut.

Der Küchenphilosophie entsprechend, zeigt sich die Weinkarte. Gut ausgesuchte Tropfen, vorwiegend, Franken, Baden, Österreich und weil Falk-Uwe Zack ohnehin jeden Winzer persönlich kennt, schlichtweg die Erweiterung der kulinarischen Esskapade-Familie, der wir gerne angehören.

Esskapade, Volkartstraße 70, 80636 München
Di-Fr 12-14.30  (täglich wechselnder Businesslunch 8,50 Euro) und 18-24 Uhr. Sa 18-24 Uhr
www.ess-kapa.de

 

Afghanische Kost.1001 Nacht auf dem Teller

Es ist eine Erfolgsgeschichte von Miro und seiner Familie. Vor rund 10 Jahren starteten sie in Münchens Hackenviertel mit ihrem ersten Restaurant. Lemar. Dann folgten Schwabing, Starnberg und nun die Thierschstraße im Münchner Zentrum. Glücklich, wer im Lehel wohnt. Da hat der Verlag mal wieder Glück gehabt. 

Auto Sabine Ruhland

Vorab: Die afghanische Küche ist der persischen, pakistanischen oder indischen so fremd wie die bayerische der französischen. Wichtig, denn viele werfen Exotisches gerne in einen Topf. Afghanische Küche  ist leicht und bekömmlich, weder süßlich noch zu scharf – außer die Schärfe wird dezidiert verlangt. Dann allerdings dürften einige Schweißperlen auf der Stirn erscheinen.

Gekocht wird frisch, sehr viel Gemüse – ein Hauptbestandteil auch in Ostafghanistan, jener Region aus der Miro und seine Familie stammen. Für Gemüse, Gewürze und Kräuter ist Miro viel unterwegs, holt sich die Produkte bei Asiaten, Marokkanern oder bestellt direkt in Indien, bevorzugt den Safran, denn Geschmack und Qualität gehören zusammen.

Die Rezepte sind original, weitergegeben von der Mama und alles wird selbst hergestellt, wie auch die zweierlei Chutneys, die automatisch auf die Tische wandern. Das scharfe grüne Chutney mit grünem Koriander, Schwarzkümmel und Chili sowie das süßlich-pikante rote Chutney mit roter Paprika, roter Bete, Aprikosen, Honig und Kardamom.

Für den Lammspieß Quabelli Palau mit Basmatireis, Rosinen und Pistazien beispielsweise wird das Lammfleisch schon zwei Tage vorher in einer Marinade aus Joghurt, Kardamom, schwarzen Pfeffer und Chili eingelegt, um es zart zu machen. Hackfleischspezialitäten werden nur für größere Gesellschaften zubereitete, denn gerade bei diesem Fleisch ist Frische wichtig und deshalb muss es am gleichen Tag verarbeitet werden, bekräftigt Miro. Getrunken werden traditionell Säfte zum Essen, doch es finden sich zahlreiche Weine aus Frankreich und Italien auf der Karte, um den Wünschen der Gäste zu entsprechen. „In Afghanistan gibt es zwar Weinberge“, lacht Miro, „aber wir machen Rosinen aus den Trauben und leider keinen Wein.“  Das orientalische Ambiente der beiden Lemar-Restaurants tut ein Übriges, den Abend in ein kleines Märchen aus 1001 zu verwandeln, Goldornamente an den Wänden, romantische Sitznischen und geflochtene Lampen zaubern exotische Stimmung. An schönen Tagen werden die bodentiefe Fenster zur Straße geöffnet und Urlaubsfeeling macht sich breit. Foodhunter-Tipp: wer erst mal kosten will, Mittagsmenüs (11.30-14.30) gibt es ab 8,90 Euro.

Lemar, Thierschstraße 5, 80538 München

So süß kann Schranne. Michaela Micheu und ihre Pâtisserie

Was wäre eine Männertruppe ohne weibliche Unterstützung? Das dachten sich auch Marco Huth und Patrick Bertermann vom Restaurant “Krake”, das am 25. Juli Eröffnung feierte. Neben Austern, Fischsuppe und allerlei Krakeligem gibt es künftig noch verführerische Desserts und Kuchenträume von Michaela Micheu. Die hat bei keinem Geringerem als Silvio Nickol gelernt, dem Shooting-Star aus dem Schlosstern in Velden, jetzt in Wien im Palais Coburg.

Autor Dirk Vangerow, Foto Foodhunter

 

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Fast schon unverschämt großzügig zieren kiloweise süße Himbeeren und süß-saure Johannisbeeren eine der neuen Kreationen der Österreicherin.
Sommerlicher Beerenkuchen à la Michaela Micheu. “Mit der Dekoration gehen wir Österreicher niemals sparsam um”, lacht sie. Mit den Dekorationen nicht und mit den anderen Zutaten auch nicht. Sonst hätte niemals ein Schokoladenkuchen wie dieser entstehen können. Saftig, nicht zu süß, leicht fluffig. Und das im Sommer. “Eiskalt essen”, lautet ein Tipp. “und dazu eine Kugel feines Vanilleeis.”  Dass Michaela die Münchner mit ihren Kreationen um den Finger wickeln wird, beweist keiner besser als Krake-Geschäftsführer Marko Huth. Sonst gar kein Süßer, schnappt er sich immer wieder im Vorbeigehen eines dieser verführerischen Törtchen. Neben den Kuchen zaubert die Mehlspeisenkönigin auch die Desserts der Speisenkarte. Könnte es sein, dass da manche Gäste nur wegen… Michaela schmunzelt.

Restaurant Krake, Schrannenhalle München, am Viktualienmarkt.

Foodhunter-Tipp:
www.foodhunter.de/2013/05/10/trip-to-vienna-trip-to-silvio-nickol/ 

Foto Foodhunter, Krake Schranne

Den Meeresfrüchten folgen süße Früchte. Michaela Micheu kreiert Desserts und Torten in der Krake, Schrannenhalle München. Foto Foodhunter

Michaela Micheu, Beerenkuchen, Foto Foodhunter

Schmeckt wie er aussieht. Köstlich. Foto Foodhunter

 

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Kuffler California Kitchen. To see and be seen

Endlich hat München eine neue adäquate Adresse um Prada-Taschen, Unnützer Schuhwerk oder den magßgefertigten Zwirn in Szene zu setzen. Münchens größte Gastronomen (u.a. Spatenhaus, Seehaus im Englischen Garten, Weinzelt auf der Wiesn) haben einen neuen Coup gelandet: “Kuffler California Kitchen” im neuen Palais an der Oper. Mit einer Terrasse, die den Blick auf die Oper schenkt offerieren sie zudem den Open-Air-Logenplatz Nummer 1. 

Autor Sabine Ruhland

Dezentes Anthrazit und Étoupe beherrscht die Farbwahl und so ist dieses neue Restaurant in München sehr schick, präsentiert eine fehlerfreie Optik. Pomp oder Extravaganz wurden vermieden, die stilisierten Silber-Fische an der Wand sind echte Eye-Catcher während  die 70er Jahre-Tapete Assoziationen an eine Hermès Krawatte weckt. Das “Kuffler California Kitchen” ist ein elegantes Lokal zum Wohlfühlen.

Kuffler, California Kitchen, Foto Foodhunter

Dass man manchmal über  30 Minuten auf den Platz warten mussten, in Stoßzeiten auch auf Wein und Essen, nimmt nicht jeder schweigend in Kauf. Dafür haben wir einen schönen Platz, einen jener Tische, die “den-will-ich-haben-Status” haben, nämlich direkt in der Fensternische mit Blick ins Lokal. So entgeht uns auch nicht das kleinste modische Detail.

Für das Kuffler California Kitchen stand Herr Witzigmann als Berater zur Seite, das war zu beginn in der Presse zu lesen. Mittlerweile haben sich diese Haute Cuisine-Erwartungswogen geglättet. Statt Sensationellem zumindest Ordentliches. Einen Caesar’s Salad, einen Klassiker der amerikanischen Küche, aber neu interpretiert. Das muss nicht jedem schmecken, der einen Klassiker auf der Zunge erwartet. “Dann wissen Sie zumindest, was Sie beim nächsten Mal nicht mehr bestellen”, meinte der Ober mit einem Lächeln und ich weiß bis heute nicht, wie er das genau gemeint hat.

Kuffler, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Der andere Foodhunter traf die bessere Wahl,  ein Short-Rib, ein exzellentes Stück und so mürbe, wie Mann es liebt. Die Marinade aus Barbecue-Sauce mit Räucheraromen und Honig gab dem Spitzen-Fleisch eine süß-rauchige Note, welche in dieser Dominanz nicht nötig gewesen wäre. Perfekt gegart.  Absolut exzellent die Beilagen (gegen Aufpreis), allen voran die hammerguten Artischocken (9 Euro) und die geradezu sensationellen Pommes frites aus Süßkartoffeln. Trotzdem, mit derart touristisch orientierten Lokalen haben wir es nicht so, wir  bevorzugen da eher die Geheimadresse in einer Seitenstraße.

Kuffler, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Feinstes Fleisch – dazu empfehlen wir die Pommes frites aus Süßlartoffeln

Kuffler California Kitchen (auch So. geöffnet)
Hofgraben 9 / Ecke Maximilianstraße (Höhe Oper)
Tel. 089/24224840

Kuffler, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Im Sommer traumhaft: Terrasse unter Säulen – mit Blick auf die Oper

 

Les Deux. Charme und Kochkunst, was für ein Duo!

48 Euro kostet ein 3-Gang-Business-Menü. Wer das – auch im teuren München –  ungeniert aufruft, muss Herausragendes bieten. Et voilà, so geschehen im Les Deux, das sich auch noch an herausragender Stelle niedergelassen hat: im architektonisch umstrittenen “Schiffsbug” des Schäfflerhofes.

Autor Sabine Ruhland

 

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Fabrice Kieffer ist einer jener Brüder, die einst bei 2-Sterne-Koch Heinz Winkler für die Weinauswahl verantwortlich waren. Vor 4 Monaten hat er zusammen mit Johann Rappenglück im Schäfflerhof in München das Les Deux eröffnet.

Gespeist wird in der ersten Etage. Gedeckte Farben als Kontrast zu den lichtspendenden Panoramafenstern, weiche Sessel, dezentes Porzellan, wenig Schnickschnack. Auch die Karte aalt sich in souveräner Zurückhaltung: ein 5-Gänge Mittagsmenü für 79 Euro und ein 3-Gänge Business-Menü für 49 Euro. Entsprechend fein das Publikum. Das dunkelblaue Jacket bei den Herren scheint so selbstverständlich wie das ondulierte Haar und die Chanel-Garderobe bei den Damen. Dennoch ist die Stimmung entspannt heiter, was dem umwerfenden französischen Charme von Fabrice Kieffer zuzuschreiben ist. Er und sein Service-Team umgarnen mit liebevoll-legerer Zuvorkommenheit ihre Gäste.

Anderthalb Stunden für ein 3-Gänge-Business-Lunch.
Das Essen hat auch nicht weniger verdient.

Wir wählen das Business-Menü, das mit einem Ikarimi-Lachs startet. Normalerweise mag ich keinen Lachs, der jedoch machte mich neugierig, steht „Ikarimi“ doch für eine spezielle Verarbeitung, die den Lachs nahezu geruchlos macht, ihm aber im Gegenzug mehr Geschmack verleiht (die Lachse werden vor der Schlachtung auf +2 Grad heruntergekühlt, was den Stress verringert und die Frische des Fleisches garantiert). Zusammen mit Avocadocreme und grünem Spargel ein gelungener Einstieg.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Der Hauptgang war eine Hommage an die große Küche, in der Produkt und Verarbeitung in völliger Harmonie verschmelzen. Simmentaler Rinderlende, Parmesan und Trüffelsauce. Unsere Befürchtungen, die beigefügte Trüffelsauce könnte uns mit den allseits bekannten Synthetik-Aromen aus den unsäglichen Trüffelöl-Fläschchen den Appetit verderben, war völlig unbegründet. Mit Derartigem arbeitet die Küche natürlich nicht. Schwarzer Trüffel in Stückchen gab ihr, was nötig war: eine Nuance von Trüffelgeschmack. Der Star war die Rinderlende mit dem zarten Kleid einer dünnen Parmesankruste. Fantastisch.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland (1)

Das Dessert kam in Form eines formidablen Schoko-Espresso-Törtchens, fein und cremig, dazu erfrischendes Pistazieneis.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland (2)

Unser Lunch dauerte länger als es für ein Business-Essen üblich ist. Gut anderthalb Stunden für drei Gänge. Wer es eilig hat, sollte diesen Platz des “savoir vivre” daher meiden. Alle anderen, die dem Genuss Zeit und Raum geben und sich auch mal mittags eine Auszeit gönnen möchten, sind hier bestens aufgehoben.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Les Deux
Kieffer & Rappenglück
Maffeistraße 3a, Schäfflerhof
80333 München
www.lesdeux-muc.de

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Masters Home. Alte Liebe rostet nicht.

Es gibt Lokale, die liebte man zu Jugendzeiten. In München war es Ende der 80er Jahre das Masters Home. Bar und Restaurant, im Keller gelegen, kaum 30 Meter vom Viktualienmarkt entfernt. Verrucht, dunkel, exotisch. Hocker aus Elefantenfüßen (heute kaum vorstellbar und es sorgte für eine Menge Schlagzeilen), ein ‘Bad’, ein ‘Schlafzimmer’, eine ‘Bibliothek’. Die Gäste machen es sich überall gemütlich. Kamine, Ledersessel, Tierfelle, Antiquitäten.

Autor Sabine Ruhland

Dann folgten unzählige neue Lokale, München entwickelte sich in allen Stadtteilen und die alte Liebe geriet in Vergessenheit. Jetzt, 20 Jahre später, statteten wir dem Masters Home wieder einen Besuch ab. Pino ist noch da, Inhaber, Koch, Vollblut-Italiener. Zum Aperitif trifft man sich in der Bar. Wie früher. Die Cocktails sind sensationell. Wie früher. Jeder Saft frisch gepresst. Selbst Zitrone oder Ananas. Das Essen eine Überraschung. Pino kocht täglich frisch, täglich neu. Eine Karte gibt es nicht, wer etwas nicht mag oder verträgt, der sagt es vorher.

Zu Beginn ein Thunfischfilet mit Zwiebel-Limettenmarinade. Die Zwiebel karamellisiert, um sie milde zu stimmen und damit dem feinen Thunfisch seinen verdienten Auftritt zu lassen. Wir sind begeistert. Selbst etwas Banales wir die Aubergine (von uns eigentlich ungeliebt, da meist zu weich und fettig) verwandelt Pino dank Steinpilzen, Käse und frischem Tomaten- und Basilikumpesto in eine erfrischende Speise. Noch dazu, da die Aubergine knackig war. Die hausgemachten Strozzapreti gab es mit Kalbsragout, in Weißbier gedünstet. Die Krönung war das butterzarte Bullenfilet mit Wildbrokkoli und Basilikumsoße. Rundum gelungen. Eine gute Empfehlung.

Masters Home, Frauenstraße 11, 80469 München. Tel. 089/229909. Mo-So ab 18 Uhr. www.mastershome-muenchen.de 

Masters Home, Foto Foodhunter

Masters Home, München am Viktualienmarkt. Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Esszimmer by Käfer. Die BMW Welt tischt neu auf.

Ein warmer Kontrast zur stählernen Fassade: Das Fine Dining Restaurant auf der Galerie der BMW Welt: Esszimmer by Käfer. Der neue Chef am Herd ist Bobby Bräuer, sterne-erprobt und haubengekrönt.  Ihm kann über die Schulter blicken, wer durch die schmalen Fenster in die Küche spitzelt. Jeder Gast zu jeder Zeit.  

Esszimmer, Foto Foodhunter

Autor und Fotos Sabine Ruhland 

Mit kritischem Blick beäugt der Küchenchef die Teller. Alles muss stimmen. Die Erwartungen sind hoch. ”Ist ein Stern angestrebt?” wollte einer der Journalisten wissen und die Antwort seitens BMW kam prompt. “Der einzige Stern, über den wir uns freuen würden.”

Die Ansätze sind vielversprechend und die Preise bereits auf Sterne-Niveau angehoben. So kann beispielsweise auf kulinarische “Exkursion” gehen, wer 130-160 Euro für ein 5-7-Gänge-Menü bezahlt. Dafür steht dann eine höchst abwechslungsreiche Karte bereit: Gänseleber mit Rotkraut, Kaninchen mit Topinambur, Langusten mit Spanferkel und Salzzitrone, Atlantik-Seezunge, Milchkalbskotelett und zwei feine Abschlüsse.Wir kosten ein “Herzstück”, einen Donauwaller mit Preiselbeeren und Fass-Sauerkraut. Extrem erfrischend, denn der manchmal etwas “grundelig” schmeckende Donauwaller bekommt einen süß-säuerlichen Frischekick.

Das Ambiente ist angenehm. Warme Töne, weiche Teppiche, glutrote Lampen. Dazu der Blick in die Halle. Glückliche Kunden, blitzende Neuwagen, die Abholung und Übergabe ein freudestrahlendes Spektakel. – Was sollen wir sagen: die Sterne stehen gut für BMW.

Di-Sa ab 18 Uhr , Tel. 089/358 99 18 – 14
E-Mail: esszimmer.bmw-welt@feinkost-kaefer.de

Esszimmer, Foto Foodhunter 2

Esszimmer, Foto Foodhunter 3

Esszimmer, Foto Foodhunter 1

 

 

Tantris in der Schranne

“In der Schranne lässt es sich jetzt auch genießen”, sagen die Münchner, denen durch Party-Ära und Holzbuden, Leerlauf und Ödness der Appetit ‘auf Schranne’ gründlich vergangen war.  Jetzt ist es kulinarisch abwechslungsreich in der traditionsreichen Säulenhalle. Beispiel: das “kleine Tantris”.

Autor, Fotos Sabine Ruhland

Es liegt an der Seite, was einen Stopp angenehm macht, denn Menschen schieben sich nicht dauernd an uns und unseren Tellern vorbei. Es bietet den Blick aus den Panoramascheiben, hat Bartische und Weinregale und nicht selten genießt die Prominenz ein Gläschen – meist unentdeckt auch das Tantris-Besitzerehepaar Eichbauer selbst.

Wir kommen ebenfalls gerne her: am Samstag nach dem Einkauf, wenn’s draußen düster ist und nur noch ein Glas Champagner die Laune heben kann oder als ‘Work-out-Place’ unter der Woche ab 17 Uhr, denn von Mo-Fr gibt es dann zum Wein oder Champagner einen kleinen Aperitivo-Teller gratis. Das ist doch mal was!
Übrigens: Champagner gibt es ab 11 Euro fürs Glas (Bollinger), Wein ab 3 Euro.

Und das Beste: wenn Sie einkaufen – Wein, Schokoladen, Pralinen – wird alles hübsch in die auffällige, rote Tantris-Tüte verpackt. Das macht garantiert Eindruck. Tantris, Schrannenhalle, Viktualienmarkt, Mo-Sa 9-20 Uhr. 

München, Foto Foodhunter (1)
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Bio vom Feinsten. Das Kranz

 „So wie ich selbst gerne esse, wird hier gekocht.“ sagt Petra Kranz. Die geborene Münchnerin lebt südlich von München auf dem Land und vermisste ein Lokal, wo sie das Essen bekam, das sie ihren Gästen daheim servierte. Sie eröffnete das Kranz im hippen Glockenbachviertel in München.

Autor Karin Lochner, Fotos Peter von Felbert, Das Kranz

Selbst gemachte Pasta, frisches Gemüse, Dinkelkuchen, Biofleisch, Biowein. Petra Kranz  rückt die Holzschale mit den Hühnereiern auf dem Tresen zurecht. Alle stammen von ihren eigenen 40 freilaufenden Hühnern. Wer im Kranz Frühstück bestellt, bekommt diese Eier.

Nein, das Kranz ist kein Szenelokal wie es so viele in der Nachbarschaft gibt. Wenn auch die elegante Inneneinrichtung und das moderne Design auf den ersten Blick diese Vermutung nahe legen. Petra Kranz wollte es anders machen, ihr wichtige Prinzipien zusammenbringen: Stil, Gemütlichkeit, hochwertige Lebensmittel und frische Zubereitung. „Schließlich heiße ich Kranz. Ein Kranz verbindet.“

Der Gast bekommt einfaches Essen von höchster Güte aus kontrolliert biologischem Anbau. Alles wird frisch zubereitet. Ungekünstelt und an dem orientiert, was die Jahreszeit zu bieten hat. „Der Eigengeschmack von Obst und Gemüse, von Fleisch und Fisch soll unterstrichen und nicht überdeckt werden”, betont die Chefin. Die Fische sind Wildfänge oder stammen aus dem Starnberger See. Jeder Gast stellt sich seine Beilagen zum Hauptgericht selbst zusammen. Alles kommt getrennt in kleinen Schälchen. So kann ein Gast nur eine Beilage nehmen oder gleich drei, je nach Appetit. Manche essen auch nur Gemüse. Ideal für Vegetarier, obwohl Petra Kranz das aufgrund der hohen biologischen Fleischqualität, die sie bietet, fast schade findet. Die konsequente Verwendung von Biofleisch brachte ihr als erster Gastronomin die Auszeichnung Tierschutz auf dem Teller. „So ein Engagement in der Gastronomie ist selten“, betont Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth Stiftung. Deshalb zeichnete er Petra Kranz gemeinsam mit dem Umweltbeauftragten der bayerischen Kirchen mit einer „Tierschutz-Kochmütze“ aus.

Jetzt, im Sommer sind alle Türen und Fenster zur Straße hin geöffnet. Die Nacht ist warm und voller Lachen. Auf den Holztischen funkeln die Teelichter. Petra Kranz hält einen Moment inne, lehnt sich an die Theke und blickt auf ihre Gäste. Denen schmeckt es, so wie die Schälchen herumgereicht und nachbestellt werden. Genau das Essen, das ihr selbst schmeckt, das sie selbst immer gekocht hat. Sie setzt sich an die Theke, blickt auf ihr Reich und bestellt sich einen Cava. Er ist, wie alle Weine hier, natürlich bio.

Hans-Sachs-Straße 12, 80469 München, Tel. 21668250, Di 17-1 Uhr, Mi-Fr 11-1 Uhr, Sa/So 10-1 Uhr. www.daskranz.de

Foto Das Kranz

 

 

 

Steirische Küche und eine Alm: Gut Nederling

Der Beiname “Gut”, das klingt nach viel Platz, nach Gutshof und Land. Dabei liegt Gut Nederling mitten in München, zwischen Moosach und Nymphenburg. Doch in der Tat, das “Gut” hat alles, was der Name verspricht. Wir waren von der Atmosphäre und der gutbürgerlichen Küche höchst angetan.

Autor Sabine Ruhland   

Mit ihrer Champagnerbar im Hippodrom auf der Wiesn haben sie sich längst einen Namen gemacht, was ihnen spielend auch mit ihrem Restaurant Gut Nederling gelingen wird. Denn die beiden Österreicher Peter und Heidi Just, seit Sommer 2012 Pächter des Restaurants Gut Nederling, verstehen sich auf Atmosphäre so gut wie auf gute Küche. Keine Geschmacksverstärker, denn die verträgt die Chefin nicht, alles frisch und hausgemacht: vom Tatar vom Almochsenfilet über Wiener Schnitzel vom Kalb, in Butterschmalz gebacken, bis zum steirischen Backhendl. Beste Hausmannskost ziert die Karte und passt perfekt zur gemütlichen Gutshof Stub’n im ersten Stock. Auf einen feinen Wein lädt die Vinothek ein und wer Glück hat, ergattert noch einen freien Platz in der hauseigenen Alm, die derzeit den Biergarten besetzt. Angeschlossen: das Theater Gut Nederling, mit dem sich Schauspieler einen Traum erfüllt hat

Restaurant Gut Nederling, Nederlingerstr. 78, München. Tel. 089/143388-74. www.restaurant-gutnederling.de