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Kopenhagen: Asiatisches Gourmetfeuerwerk im Kiin Kiin

„Das beste Thairestaurant in Europa“. „Das Beste aller Zeiten“. „Top Thai Restaurant.“ 15 Michelin-Sterne leuchten über Kopenhagen, gleich dem Abendstern strahlt besonders hell der weltweit einzige Michelin-Stern für ein Asienrestaurant über dem Kiin Kiin. Wer es einmal besucht hat, ist hingerissen. „Kiin Kiin“! rufen die Thais ihre Kinder zum Essen und auch wir folgen der Einladung gerne.

Autor Rudolph Danner

Asiatisch liebenswürdiger Service, aromatische Düfte, ein Meer von weißen Orchideen und ein modernes authentisches Ambiente lassen uns eintauchen in den Zauber Südostasiens. Die Appetizer, auf Holzschalen, Schiefertafeln, Pandanas- und Bananenblättern, in Bambus- und Glasgefäßen dekorativ angerichtet, sind ein Augenschmaus.

In dieser Atmosphäre finden Seele und Geist harmonisch zueinander, während Gaumen und Körper sich begeistern für die verschiedenen Texturen und die Aromenvielfalt der Speisen: Lemongras Tea, Lotuswurzel mit Kaffir-Limonenblättern, Cashew-Macarons, Sojaprawn-Crackers, Tamarindenpaste, Fischsauce, Chiang Mai Würstchen im Würzrauch, marinierte Fleischspieße, spicy Currycremes, Koriander und Thaibasilikum.

Kiin Kiin, Fotos Foodhunter

In einer faszinierende Mörseraktion am Tisch wird im Restaurant im ersten Stock die Marinade nach Wahl für den Orchideensalat mit Sepia vorbereitet: Palmzucker, Ingwer, Zitronensaft, Knoblauch, Chili, asiatische Kräuter, Sojasauce und die unverzichtbare Fischsauce finden zueinander. Zarter Lobster mit rotem Curry royal und weißem Spargel, danach knuspriges Geflügel und ein Dessert, angerichtet für zwei in einer riesigen Holzschale: Rhabarber, Passionsfrucht, Banane, Karamelleis – zweifach märchenhaft.

Hans Christian Andersen, der in der Nähe seine letzten Tage verbrachte, hätte gerne hier getafelt und die Gebrüder Grimm hätten sicherlich ihr ‚Tischlein‘ asiatisch gedeckt und die ‚Sterntaler‘ auf Kiin Kiin regnen lassen.

Kiin Kiin, Guldensberggade 21, Kopenhagen.  www.kiin.dk

Noch ein Foodhunter-Tipp:
Chai Wong Asiatisk Spisehus Copenhagen, Thorvaldsenvej 2, 1871 Frederiksberg, www.ChauWong.dk 

 

Smörrebrod, das berühmteste “belegte Brot“ der Welt

Eine überdimensionale Kochmütze über dem Eingang in Kopenhagens „Kongensgade 70“ krönt die Grand Dame des Smörrebrod: Ida Davidsen. Im „House of Davidsen“ wird heute in fünfter Generation geführt, was Oskar Davidsen einst erfand. Das berühmte belegte Brot. Gefragt ist bei diesem  dänischen Nationalgericht allerdings nicht die hohe Kochkunst, sondern Kreativität.

Autor Rudolf Danner

Fast 200 verschiedene Varianten, einige nach Berühmtheiten aus Sport und Politik benannt, findet der Gast auf der 1 ½ m langen Speisekarte. c als Frokost ist bis 16 Uhr zu haben. Dahinter verbergen sich nicht schlichte Butterbrote, sondern kleine Kunstwerke, üppig belegte Mehrkornbrote, von Mayonnaise bekleckst, wahlweise mit Fisch, Roastbeef, Krustentieren, Gemüse und Salat. Drei Jahre dauert die Ausbildung der „Smörrebrödsjomfru“.

Im „Told og Snaps“ nahe Nyhavn ist nomen omen: Auf den gedeckten Tischen stehen die Schnapsgläser bereit, um die Smörrebrode mit Hausgebranntem zu begleiten. Zum Smörrebrod-Klassiker „Aal, Rührei, rote Bete, Kresse, Dill“ wird uns randvoll, sogar unter Nutzung der  Oberflächenspannung der berühmte Linie-Aquavit eingeschenkt. Viele Monate schippert er im Sherry-Eichenfass über die Weltmeere, kreuzt zweimal den Äquator (Linie) und präsentiert sich dann milder, feiner und aromatischer. Ein Phänomen, das bereits 1850 entdeckt wurde und das vermutlich durch ständige Bewegung, Seeluft, lange Fasslagerung und Temperaturschwankungen begründbar ist. Auf jedem Linie-Aquavit-Etikett findet sich auf der Rückseite der Namen des Schiffes und die Reisezeit. Zu den handgepuhlten Krabben und dem Graved Lachs erfreuen unser Gaumen „Gammeldanski“ und andere angesetzte Kräuterschnäpse, teils mit starken Kümmel- und Lakritze-Nuancen, für unsere Geschmacksnerven ungewohnt, fast unangenehm.

Ein frisch gezapftes, nach deutschem Reinheitsgebot gebrautes Bier einer kleinen Privatbrauerei beendet unseren „Brot-Test“ und animiert fast zum Singen à la Muppet-Show: „Smörrebrod, Smörrebrod“…röm- töm- töm- töm!“

Pias fahrbaren Pölser-Stand, wo der dänische Hot-Dog, eine rote Wurst, die sich in länglicher Semmel mit Senf, Ketchup, Mayonnaise, Gurke und einem Berg Röstzwiebeln angeboten wird, lassen wir links liegen, denn bei einem guten Smörrebrot darf das Brot nicht mehr zu sehen sein und wir haben es heute dreimal vergeblich gesucht.

Ida Davidsen, Store Kongensgade 70, 1274 København K, www.idadavidsen.dk

Told og Snaps, Toldbodgade 2  1253 København k, Dänemark, www.toldogsnaps.dk

Smörrebröd