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Odl – ein Name, der gottlob nicht hält, was er verspricht

Sepp Stein ist zweifelsohne ein humorvoller Bursche, sonst hätte er seinen wunderbaren Kräuterlikör nicht ausgerechnet nach einer unangenehm riechenden Brühe benannt, die auf Hochdeutsch Jauche und in Bayern Odl heißt. Auch wir konnten uns ein Schmunzeln nicht verkneifen, beim Anblick des Odl-Schriftzugs auf der Flasche.

Autor Dirk Vangerow, Foto Foodhunter

Dann haben wir gekostet, waren vorbereitet auf den brennenden Geschmack, den die altbekannten Kräuterliköre hinterlassen. – Doch wir erlebten eine Überraschung, denn Odl ist so mild wie reich an Kräuteraromen, duftet, gefällt dem Gaumen, dem Hals und dem Magen.

Leichte Noten von Karamell geben ihm zudem einen Hauch Süße. 21 Bio-Kräuter stecken im Odl, darunter Melisse, Zitronenschale, Kardamom, Ingwer, Zimt, Wermut oder Pfefferminz. Die Kräutermischung wird mit Zucker in reinem Alkohol mazerisiert und nach mehrwöchiger Ruhezeit abgefüllt. 35 %Vol. Online-Bestellung: www.chiemgauer-schmankerl.de

Tipp zum Odl:
POIDL – Ein Dorfladen und seine feine Kost 

Ein Ambiente als sei es eine umgebaute jahrhundertealte Scheune, kleine Stufen, die zu den Lauben am Bach führen. Essen unter Weinranken, hausgemachte Leberwurst, hausgemachte Chutneys, selbst gebackenes Bauernbrot (immer dienstags), feinster Schinken aus Italien, eigens angemachter Frischkäse. Essige und Weine zum Abfüllen, ein winziger, verwinkelter Weinkeller, Obst, Gemüse, Käsetheke, Pasta, Gewürze und wunderbares Geschirr, eine integrierte Kochschule. Was die Slowfood-Anhängerin Renate Stein hier geschaffen und an exzellenten Produkten zusammengetragen hat, begeistert selbst das Bayerische Fernsehen, das hier schon öfter zu Gast war. Ihr Mann ist nicht minder kreativ: Sepp Stein macht den Kräuterlikör Odl, den wir bereits vorgestellt haben.

Poidl, Frabertshamer Straße 1, 83123 Amerang am ChiemseeMo-Sa 8-13 Uhr, Mo/Di/Do 14.30-18.30 Uhr, Fr durchgehend offen. www.feinkost.by

Poidl, Foto Foodhunter

 

 

Die Gänse des Freiherrn von Luttitz

Konstantin von Luttitz hat eine berühmte Mutter, TV-Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz. Trotzdem mag es der junge Mann bescheiden, selbst auf das „von“ verzichtet er bei der Begrüßung.  Wir sind am Rande des Chiemgaus. In  Weyarn, unterwegs mit Sterne-Koch Heinz Winkler. Kirchweih naht, da müssen die Gänse bestellt werden. Ganz nach des Koches Wunsch wie sich bald herausstellt.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

30 Hektar Weideland, umgeben von Wald und weitab von Schnellstraßen oder Ortschaften. Ein Paradies für die Gänse- und Entenherden, die hier das ganze Jahr über Freilauf genießen und die Nacht im Stall verbringen. Zumindest 22 Wochen lang, dann geht es ihnen an den Kragen. So stressfrei wie möglich, denn der Stresslevel ist maßgeblich für die Qualität.

„Gänse sind scheu, deshalb sorgen bei uns nur zwei Mitarbeiter für eine Herde von 160-170 Tieren. Sie kennen die Gänse seit sie geschlüpft sind, die wiederrum kennen den Pfeifton ihrer Bezugspersonen und haben keine Angst, selbst dann nicht, wenn sie ins Schlachthaus geführt werden, das bei uns ja direkt auf dem Hof ist“, sagt der junge Freiherr nicht ohne Stolz. Dänengänse sind es im Gutshof Niederaltenburg, die mit dem weißen Gefieder.

Konstantins Großvater hat damit begonnen, jetzt engagiert er sich der jüngste Spross. Der will einiges ändern, denn das Markenzeichen Kronen-Gans und Kronen-Ente ist längst nicht in den Köpfen der Verbraucher. Irgendwie ist in Sachen Marketing alles ein wenig stehen geblieben. Die Qualität will er weiter steigern, die Vermarktung  verbessern, die Leistung offensiver kundtun. Da ist ihm die Zusammenarbeit mit einem Profi wie Heinz Winkler sehr wichtig. Fünf bis sechs Kilo haben die Gänse üblicherweise, wenn sie zu den Gastronomen oder Metzgereien reisen. Zu viel für den renommierten Sternekoch. „Für a bayerische Gans im klassischen Sinne mag das reichen. Dann sind sie aber auch oft zu trocken. Ich will junge Gänse, fünf bis sieben Wochen alt, maximal 3 bis 3,2 Kilo.“ Der junge Freiherr schluckt. „So jung? Da ist doch nichts dran. Die haben ja noch kaum Fett.“ „Ach was“, winkt Heinz Winkler ab. „Ich servier’ meinen Gästen keine fette bayerische Gans mehr, zubereitet wie das alle machen. A bisserl leichtfüßiger soll sie auf die Teller kommen, mit ungewöhnlichen Aromen und trotzdem ihre Charakteristik behalten.“

„Dann werden die Gänse speziell für Sie so züchten“, sagt der Gänseflüsterer. Winkler nickt erfreut. „Deshalb kaufe ich gerne regional und direkt vom Hersteller. Das schätzen zum einen meine Gäste und es lässt sich an der optimalen Qualität arbeiten. Apropos, wo ist jetzt meine bestellte Gans?“ „Naja, sechs Kilo hat das gute Stück. Ich wollte Ihnen eine besonders schöne große offerieren“, kommt es etwas zerknirscht zurück. Winkler lacht und schaut sich das Prachtstück an. „Schee groß.“ Doch für die Küche der Residenz leider zu groß. Konstantin von Luttitz muss eine kleinere suchen. Am Ende findet er eine mit 3,5 Kilo. Gerade an der Grenze, Winkler nimmt sie mit. Zum Probekochen, für ein neues Rezept.

von Luttitz, Foto Foodhunter

Luttitz und Winkler, Foto Foodhunter

Gutshof Niederaltenburg
  
83629 Weyarn, bei Feldkirchen-Westerham


Telefon: 08063/99 13

E-Mail: info@niederaltenburg,de
www.niederaltenburg.de

Gänsezucht, Luttiz, Foto Foodhunter