Kategorie-Archiv: Restaurants München

KOI… Wir sind noch lange nicht satt!

Viel gehört vom Koi, eigentlich nur Gutes. Da wurde es Zeit, 2 Wochen nach der Eröffnung, vorbeizuschauen. Wir reservieren zum Lunch und es sei gleich dazugesagt: die Karte unterscheidet sich mittags und abends, was bedeutet, wir müssen (gerne) noch einmal kommen …  

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Innen ist die vorherrschende Farbe Schwarz, was angesichts zweier Etagen nichts ausmacht. Die Höhe sorgt für Freiraum. Doch es ist Sommer – wir sitzen draußen und da beginnt für uns die Freude schon beim Mobiliar. Überraschend bequeme Stühle und ordentliche, stabile Holztische. Dazu elegante Sonnenschirme, Ruinart-gelabelt, das darf durchaus sein am Wittelsbacher Platz in München. Clever wie wir Mädels sind, wählen wir die Reihe bei den Bäumen, so dass uns eine frische Brise streift, während die hitzeresistenten Herren an der Hauswand schmoren. Der Verkehr von der Brienner Straße stört nicht, im Gegenteil. Endlich mal so etwas wie mediterran-lebendiges Flair.

Das Publikum traumhaft gemischt, was in München nicht immer der Fall ist: Business-Männer, von lässig-attraktiv  bis stoisch-geschäftsmäßig, japanische Touristen, die auf unsere Frage, ob es denn geschmeckt hat, nur leise murmelten ” für uns Japaner ist der Reis zu hart”, ansonsten sei alles sehr gut gewesen, über ältere Ehepaare, ein paar kosmopolitische Studenten, eine Familie… wonderful.

Koi München, Foto Foodhunter

Die Ober sind relaxt, aber nicht lax. Zuvorkommend, aber nicht krampfhaft geschäftstüchtig. Als wir nach dreimaliger Empfehlung endlich die eigentlich nicht gewollte “Limo des Tages” wählen Wassermelone-Himbeere-Soda, sind wir völlig happy, weil sie schlichtweg genial schmeckt. Frisch gepresst, nur ein Hauch Himbeersüße. “Sag ich’s doch” meint der Ober beglückt (sorry, wir hätten echt nach seinem Namen fragen können!), der sich mit Freude  jeden Tag etwas Neues für die Gäste einfallen lässt.

Koi München, Foto Foodhunter

Es hat uns überhaupt gefallen, dass wir auf die Frage nach einem Aperitif sofort alkoholfreie Varianten genannt bekommen, doch wie gesagt, die Limo des Tages hat uns zu Beginn noch nicht begeistert. Also ein “Koi Sprizz”, Pflaumenwein, Prosecco, Grapefruit und Ingwer. “Guten Morgen München”, es geht doch! Alkohol darf zum Lunch durchaus im leichten Seidenkleid daherkommen und das tut er. Er umschmeichelt, aber er schadet nicht.

Gegessen haben wir  Business-Bentobox für 17,50 Euro mit Sashimi Salat, Sushi, Shrimp Tempura (exzellent!) und einem Dessert sowie einen Entensalat für 11,50 Euro. Beides war so überzeugend, dass unsere Lust auf Wildkräuter-Salat, Spicy Seafood-Ceviche, Soft Shell Crab … und der uns noch unbekannten Abendkarte auf ein Höchstmaß gestiegen ist. Und dann werden wir auch den im Zedernholz-Fass gelagerten Sake mit balsamischen Noten kosten.

Koi, Wittelsbacher Platz 1, 80333 München, Mo-Sa 11-15 Uhr, ab 19 Uhr. 089-890 819 26                                                                                                      www.koi-restaurant.de

Koi München, Foto Foodhunter

Aus für die Krake in der Schrannenhalle. Münchens angesagtes Fischlokal hat geschlossen

Die Schrannenhalle in München ist und bleibt ein konzeptionelles und organisatorisches Desaster. Nach unzähligen Restaurants und selbst Zugpferden wie Käfer ist auch die “Krake” gescheitert. Das vor wenigen Monaten noch angesagte Fischlokal ist seit Dezember  geschlossen. 

Autor Dirk Vangerow, Fotos Foodhunter

Nicht weniger als das beste Fischrestaurant der Stadt sollte es sein – und bleiben: Die Ende Juli eröffnete Krake in der Schrannenhalle. Mit Austern & Champagner-Bar, Sushi-Bar, einem Restaurant im ersten Stock und einer Terrasse draußen. Käfer residierte zuvor auf dieser Fläche, die jetzt ganz und gar den Meeresbewohnern gehört – und das 544 Meter über dem Meeresspiegel. Einfache mediterrane Küche von höchster Qualität. Seit Ende Dezember ist das Gastspiel wieder vorbei.

Jetzt konzentrieren sich die Profi-Gastronomen Patrick Bertermann und Marco Huth wieder auf ihre Erfolgslokale  ”Das Goldene Kalb” und “Miura”.

Schön wäre es gewesen….

Krake, Foto Foodhunter 5

Das Auge isst mit. Erfrischendes Ceviche mit Salat

Krake, Foto Foodhunter 5

Gazpacho Andaluz neu interpretiert von Chefkoch Christof Lobnig mit einer Gemüse-Brunoise und Scampo.

Sushi Krake 2 Foto Foodhunter 036

Hamachi, Calamari-Lilie, Thunfisch und Spicy-Roll

Krake, Foto Foodhunter 1

Sea you – aber nicht mehr in der Krake. Patrick Bertermann (li) und Marco Huth.

Mehr japanische Frische-Geschichten?
www.foodhunter.de/2013/02/24/limettenkaviar-oder-auch-finger-limes-genannt/
www.foodhunter.de/2012/03/07/wasabi-im-heimischen-garten/

 

Indische Küche. Exotische Freuden an ganz normalen Tagen

Es ist immer wieder spannend, beim Inder essen zu gehen. Fremde Gerüche dringen aus den Fenstern, kleine Götterstatuen blicken huldvoll, verspielte Blumenvasen aus Messing zieren die Tische, exotische Klänge dringen aus Lautsprechern und vor allem erwartet uns eine Küche, die dem Körper gut tut, die satt, aber nicht voll macht. Gestern waren wir  wieder einmal beim Inder und eigentlich sollten wir das sehr viel öfter machen.

Autor Sabine Ruhland

Gegenüber ein bayerisches Lokal. Bierseidel auf den Tischen, gut gefüllte Teller mit deftigen Gerichten. Unser Inder indessen ist nicht so gut besucht am Sonntagabend, indische Küche ist auch in der Großstadt München kein Selbstläufer. ‘Die kochen doch immer mit Rosinen’, heißt es. ‘Oder pappsüß’, heißt es. ‘Oder einfach nur sauscharf’. Nichts von alledem stimmt und so haben wir freie Platzwahl bei unserem Inder. Der Service kommt sogleich mit Papadam, dem indischen Fladenbrot aus dem Mehl von Kichererbsen und Linsen. Hauchdünn, mit Kümmel. Wunderbarer Einstieg. Dazu dreierlei Soßen, von mild bis scharf, von dunkelbraun bis hellgelb. Dippen, kosten. Schöne, fremde Welt.
Farbenprächtig geht es weiter. Wir bestellen ein Dreierlei der vegetarischen Gerichte (Thali) und dazu Chicken Masala. Alles kommt in einzelnen Schälchen auf einem silberfarbenen Tablett. Bunte Farben, die gaumenfreudig angerichtet sind. Grünes, Rotes, Gelbes, Orangenes, weiße Tupfen einer leichten Joghurtsauce.Dazu Langkorn-Basmatireis. Alles aus den Schälchen wandert auf den Teller und ja, zugegeben, wir lieben auch das Vermischen der einzelnen Zutaten, auch wenn’s früher immer hieß: nicht panschen! Ein wunderbares Essen für 36 Euro inklusive einem Hauch Bollywood, denn der italienische Rosé, ein Lugana, trug den klangvollen Namen “Bollywood Dreams”.

Lust auf indische Feinschmeckerei? 

Dhaba. Feine Hausmannskost
Ober im elegant geschlungenen Turban, stilvolle, steinerne Götterfiguren und modernes Lichtdesign in exklusivem Ambiente. Dennoch sollte die feine Optik nicht täuschen, den Dhaba bedeutet Hausmannskost, weshalb  traditionelle indische Gerichte zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis angeboten werden. – Wer Lust hat, kann sich schon mit einem Klick auf die Website vom indischen Flair verzaubern und „wegsingen“ lassen. Belgradstraße 16, So-Fr 11.30-14.30 und ab 17.30, Sa ab 17.30 Uhr. www.dhaba.de

Dhaba

Swagat. Bogenhausen verpflichtet
Am Prinzregentenplatz ist es beheimatet und wir kennen es, seit wir in München leben, einige Jahrzehnte immerhin. Das spricht für die Qualität. Allen voran die Spezialitäten aus dem Tandoori, dem Holzkohle-Lehmofen. Unsere Empfehlung ist die Mix-Grill-Platte (etwas von allen Tandoori-Köstlichkeiten) für 16,55 Euro. Was wir ebenfalls schätzen ist die große Auswahl an vegetarischen Gerichten, wenn sich einfache Auberginen, Linsen, Kichererbsen und Spinat in kleine kulinarische Wundertüten verwandeln. Prinzregentenplatz 12, Mo-So 11.30-14.30 und ab 17.30 Uhr. Kein Ruhetag. www.swagat.de

Sitar. So beschaulich wie das Lehel
Der kleine Bruder des Swagat und – wie schön – direkt um die Ecke der Foodhunter-Redaktion. Nicht gerade pompös, der Steinfußboden im Inneren ist gewöhnungsbedürftig. Aber im Ganzen angenehm leger, der Service sehr freundlich und das Essen ebenso gut wie im Swagat. Sehr zu empfehlen sind die vegetarischen Thalis und Masalas Chicken oder Beef. Die Preise erfreulich. Robert-Koch-Straße 4, täglich 11.30-14.30 und ab 17.30 Uhr. www.sitar-indisches-restaurant.de

Sangeet / Sangam. Familienbetrieb
Münchens Brienner Straße, schick, nobel, elegant. Da lässt sich im Sangeet wirklich der Alltag vergessen. Blumen so weit das Auge reicht, etwas schummrige Atmosphäre und gemütliche Sitzbänke. Dinu, der eigentlich Oyhidull Islam heißt,  ist seit vielen Jahren ein Begriff in Münchens Gastronomieszene. 2001 eröffnete er das SANGAM in München-Schwabing, dann das SANGEET, das trotz exponierter Lage ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bietet und für einige Münchner das “beste indische Lokal der Stadt” ist. Allerdings kann die Qualität des Service etwas schwanken. Brienner Straße 10, täglich durchgehend 11.30-24 Uhr. www.sangam-online.de

Shalizar. Persisch-arabisch
Es liegt da, wo es uns nur selten hintreibt, in der Seidlstraße nahe Hauptbahnhof. Trotzdem immer eine angenehme Überraschung, hat man erst einmal die schmucklose Adresse überwunden. Im Inneren darf man keine moderne Augenweide erwartet. Steinboden, Holztische und die obligatorischen Farbtupfer in Form von buntem Glas, bunten Wandfliesen und Kissen. Die Küche frisch und persisch gut gewürzt. Vor allem die Hauptgerichte vom Grill gehören immer zu einer Bestellung. Unser Tipp, wenn Sie auf den Zug mal wieder länger warten müssen… Seidlstraße 2a, täglich durchgehend ab 11.30 Uhr. www.restaurant-shalizar.de

Natraj. Versteckt 
Wie gesagt: die indische Küche ist in München noch keine Modeerscheinung, weshalb das Natraj, der Nymphenburger Straße etwas entrückt, sich auch so verspielt-altmodisch präsentieren kann wie es will. Weil alles schön authentisch ist, fühlt sich der unvoreingenomme Gast auch wohl. Die Küche ist gut, die Auswahl der vielen verschiedenen Brot aus dem Tandoori-Ofen eine Verlockung und die Hauptgerichte offerieren alles – von tender bis very spicy! Einzig die Plastikbestuhlung im netten Garten ist uns ein echter Dorn im Auge. Nymphenburger Straße 26, Mo-So 11.30-14.30 und ab 17.30 Uhr. Da nur ab 17.30 Uhr. www.natrajmuenchen.de

Indische Küche

Gut zu wissen

  • Masalas: indische Gewürzzubereitungen zur Zubereitung von Curry. Von süßlich über mittel bis scharf. Bekannteste Mischung: Garam masala
  • Pakoras: Gemüsescheiben (Aubergine, Kürbis, Blumenkohl, Zwiebel, Kartoffel oder auch Pilze) werden in einem Teig aus Kichererbsenmehl und Gewürzen gewendet und anschließend frittiert.
  • Biryani: Reisgerichte mit Huhn oder Lamm. Eine traditionelle Vorspeise.
  • Paratha: eines der beliebtesten Sorten Brot, erinnert mit seinen Schichten” an Blätterteig, oft mit Minze als Mint Paratha. – Ideal zu scharfen Currygerichten.
  • Lassi: wird gerne anstelle eines Desserts gewählt, denn es ist ein Joghurtwasser, das beispielsweise mit Rosenwasser oder anderen Zutaten aromatisiert wird.
  • Thalis sind eine Kombination aus verschiedenen Gerichten auf einem Tablett.
  • Tandoori-Gerichte sind stets Grillgerichte aus dem Tandoor, einem Ofen mit Holzkohle befeuert.

Rendezvous mit dem Alten Peter. Emiko Roof Terrace eröffnet.

Klein, fein, versteckt und doch mitten in München, so mögen wir das. Jetzt hat das Louis Hotel – allen momentanen Wetterwidrigkeiten zum Trotz das offizielle Opening seiner Emiko Roof Terrace vollzogen. Wir sagen Ihnen, was Sie auf Münchens intimer Dachterrasse alles erwartet.

Autor Sabine Ruhland

 

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Zunächst macht schon das Hingehen Freude: rein ins Hotel, eine kurze Anmeldung an der Rezeption und rauf mit dem Lift in den sechsten Stock, einen schmalen Gang entlang und schon eröffnet sich Münchens Hinterhof-Dachterrasse mit Blick auf Kirchturmspitzen wie die des Alten Peter und den charmanten Wohnungen drumherum.

Holzdeck, grüne Bepflanzung, knallbunte Sonnenschirme und nur wenige Tische – der perfekte Rückzugsort, wenn die Hektik der Stadt zuviel wird.

Neu: „Sushi & Sunshine“, das Mittagsangebot von 12-14.30 Uhr. Am Abend wird noch exklusiver aufgetischt, denn von 18-22 Uhr können Sie à la carte die Köstlichkeiten des japanischen Restaurants EMIKO genießen. Auf der Speisekarte stehen unter anderem ein Duett vom Coho Lachs mit Mango-Chili Sauce oder auch Tartar vom Wagyu mit Ingwer, Shiso und Tsukemono.

Zum edlen Essen gibt es kaum weniger edle Cocktails (einige finden Sie mit Rezept auf unserer Foodhunter-Seite “Geutes genießen/Cocktails). In dieser Saison empfiehlt die Bar den  Thai Mojito mit Rum Agricole, Limettensaft, Thaibasilikum, Zucker und Calpico. Und wir hoffen, dass auch unser heißgeliebter Lavendel-Gimlet nach wie vor zu bekommen ist.- Wie auch immer, wenn die Sonne kommt, dann kommen auch wir.

Louis Hotel, München

Louis Hotel, München

Louis Hotel, Viktualienmarkt 6, 80331 München. Roof Terrace täglich ab 12 Uhr geöffnet (bei schönem Wetter). Tagsüber genügt eine Anmeldung an der Rezeption. Abends ist eine Reservierung erforderlich. Zwischen den Lunch- und Dinner-Zeiten gibt es Drinks und Erfrischungen. www.louis-hotel.com

Louis Hotel, München

Fotos: Louis Hotel

 

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Kuffler California Kitchen. To see and be seen

Endlich hat München eine neue adäquate Adresse um Prada-Taschen, Unnützer Schuhwerk oder den magßgefertigten Zwirn in Szene zu setzen. Münchens größte Gastronomen (u.a. Spatenhaus, Seehaus im Englischen Garten, Weinzelt auf der Wiesn) haben einen neuen Coup gelandet: “Kuffler California Kitchen” im neuen Palais an der Oper. Mit einer Terrasse, die den Blick auf die Oper schenkt offerieren sie zudem den Open-Air-Logenplatz Nummer 1. 

Autor Sabine Ruhland

Dezentes Anthrazit und Étoupe beherrscht die Farbwahl und so ist dieses neue Restaurant in München sehr schick, präsentiert eine fehlerfreie Optik. Pomp oder Extravaganz wurden vermieden, die stilisierten Silber-Fische an der Wand sind echte Eye-Catcher während  die 70er Jahre-Tapete Assoziationen an eine Hermès Krawatte weckt. Das “Kuffler California Kitchen” ist ein elegantes Lokal zum Wohlfühlen.

Kuffler, California Kitchen, Foto Foodhunter

Dass man manchmal über  30 Minuten auf den Platz warten mussten, in Stoßzeiten auch auf Wein und Essen, nimmt nicht jeder schweigend in Kauf. Dafür haben wir einen schönen Platz, einen jener Tische, die “den-will-ich-haben-Status” haben, nämlich direkt in der Fensternische mit Blick ins Lokal. So entgeht uns auch nicht das kleinste modische Detail.

Für das Kuffler California Kitchen stand Herr Witzigmann als Berater zur Seite, das war zu beginn in der Presse zu lesen. Mittlerweile haben sich diese Haute Cuisine-Erwartungswogen geglättet. Statt Sensationellem zumindest Ordentliches. Einen Caesar’s Salad, einen Klassiker der amerikanischen Küche, aber neu interpretiert. Das muss nicht jedem schmecken, der einen Klassiker auf der Zunge erwartet. “Dann wissen Sie zumindest, was Sie beim nächsten Mal nicht mehr bestellen”, meinte der Ober mit einem Lächeln und ich weiß bis heute nicht, wie er das genau gemeint hat.

Kuffler, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Der andere Foodhunter traf die bessere Wahl,  ein Short-Rib, ein exzellentes Stück und so mürbe, wie Mann es liebt. Die Marinade aus Barbecue-Sauce mit Räucheraromen und Honig gab dem Spitzen-Fleisch eine süß-rauchige Note, welche in dieser Dominanz nicht nötig gewesen wäre. Perfekt gegart.  Absolut exzellent die Beilagen (gegen Aufpreis), allen voran die hammerguten Artischocken (9 Euro) und die geradezu sensationellen Pommes frites aus Süßkartoffeln. Trotzdem, mit derart touristisch orientierten Lokalen haben wir es nicht so, wir  bevorzugen da eher die Geheimadresse in einer Seitenstraße.

Kuffler, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Feinstes Fleisch – dazu empfehlen wir die Pommes frites aus Süßlartoffeln

Kuffler California Kitchen (auch So. geöffnet)
Hofgraben 9 / Ecke Maximilianstraße (Höhe Oper)
Tel. 089/24224840

Kuffler, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Im Sommer traumhaft: Terrasse unter Säulen – mit Blick auf die Oper

 

Himmlische Welt. “Teeorie” und Genuss im Tushita

Was unterscheidet japanischen von chinesischem Grüntee? Was ist weißer Tee? Und was ist Gyokuro? Sandeh von Tucher gehört das Münchner Teehaus Tushita. Sieben Tische, aber 150 Teesorten. Der Name des Lokals kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „himmlische Welt“. So riecht es auch. Der Duft von Ingwer und Kardamom zieht durch den Raum. Ein Kessel selbst gebrauter Chai (Schwarztee mit Gewürzen und Sojamilch) hängt über einer Flamme, erinnert an eine orientalische Karawanserei. 

Autor Karin Lochner, Fotos Peter von Felbert

 

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Der Name des Lokals kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „himmlische Welt“. So riecht es auch. Der Duft von Ingwer und Kardamom zieht durch den Raum. Ein Kessel selbst gebrauter Chai (Schwarztee mit Gewürzen und Sojamilch) hängt über einer Flamme, erinnert an eine orientalische Karawanserei. Auf der Karte: Weiß- und Grüntees aus China, Sencha und Matcha aus Japan, Oolongs (Wulong ausgesprochen) aus Taiwan, Pu-Erh-Tees aus dem Yunnan, hochwertige Schwarztees aus Darjeeling, Assam und Ceylon, hauseigene Kräutermischungen. Allein 60 Grüntees hat sie im Angebot.

Fotos Foodhunter, Peter von Felbert

Welchen wir probieren wollen, hängt davon ab, was wir heute noch vorhätten, sagt sie. Konzentriertes Arbeiten? Theaterbesuch? Chillen?
Einen Artikel über Tee schreiben, ist unsere Antwort. Daraufhin wird uns ein Grüntee zubereitet, dessen Charakter sich auch unerfahrenen Teetrinkern offenbart. Jadegrün dampft er in der Tasse, leichte Karamellnote, erfrischender, herber Geschmack, delikat-süßlich im Abgang, der bei Teetrinkern „Finish“ heißt. Er weckt Erinnerungen an schneebedeckte Berge und nebelverhangene Täler. Noch nach Stunden spüren wir die belebende Wirkung. Gelassen, flink und hellwach gleiten die Fingerkuppen über die Tastatur.

Seit seiner Entdeckung vor 5000 Jahren in China verbreitete sich Tee als Genussmittel in alle Erdteile. Ursprung ist der Teestrauch Camellia Sinensis, aus dessen Blättern, Stengeln, Zweigspitzen und Blattknospen durch verschiedene Herstellungsprozesse wie Bedampfen, Trocknen, Rösten und Fermentieren eine Vielzahl unterschiedlicher Tees entstehen.

Wie beim Wein, spielen die Gegend und der Boden eine entscheidende Rolle für den Geschmack. Der Gyokuro gilt als einer der edelsten Sorten im Tushita. Er kommt aus dem japanischen Dorf Hoshino, das auf eine 800 Jahre alte Teetradition zurückblickt. Die Teegärten liegen morgens im Nebel, werden von Quellwasser gespeist und während der letzten Tage vor der Ernte tagsüber mit Strohmatten beschattet. Dadurch bilden sich Aminosäuren, die den Tee weniger herb und Chlorophylle, die ihn smaragdfarben werden lassen.

Der Matcha ist im Tushita neben dem gewürzten Chai ein Verkaufsschlager. Er wird nicht nur klassisch mit einem Bambusbesen aufgeschlagen, sondern auch als Matcha Latte mit aufgeschäumter Sojamilch serviert. So ist er gefällig für Einsteiger. Denn eigentlich ist der kostbare Matcha das spirituelle Premiumprodukt der japanischen Teekultur: Ein staubfein gemahlener Grüntee, gerade  dabei, die Welt zu erobern. Genau wie der Pu-Erh aus dem chinesischen Yunnan, der wie Wein durch Alterung an Qualität und Geschmack gewinnt.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird dem Pu-Erh wärmende, entgiftende und verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Auch der Oolong (übersetzt „schwarzer Drachen“) wird immer beliebter, obwohl er noch vor wenigen Jahren hierzulande unbekannt war. Die Legende besagt, dass ein Teebauer beim Anblick eines schwarzen Drachens dermaßen erschrak, dass er floh und seine bereits gepflückten Teeblätter zurückließ. Als er nach einigen Tagen wieder kam, hatten sich die Blätter durch natürliche Oxidation schwarz verfärbt. Aus Neugier goss er die Blätter auf und stellte fest, dass sie ein herrliches Getränk ergaben. Oolong wird in einem komplexen Prozess hergestellt, der verschiedene Phasen der Fermentierung, Trocknung und Röstung beinhaltet. Mal schmeckt er zart blumig, fruchtig frisch oder erinnert an Trockenfrüchte und Honig.

Foto Foodhunter, Peter von Felbert

Auch der weiße Tee ist ausgesprochen zart. Seine Ernte ist auf wenige Tage im Frühling beschränkt. Blattknospen und die jungen Zweigspitzen werden am frühen Morgen gepflückt. Die Herstellung erfordert viel Fingerspitzengefühl. Weißer Tee wird lediglich auf großen Sieben ausgebreitet und vorsichtig an der Luft getrocknet. Er enthält weniger Bitterstoffe als andere Tees und eine hohe Konzentration an antioxidativen Wirkstoffen. Ein idealer Tee zur Meditation. Oder zum Schreiben.

Mittlerweile kennen wir auch den Unterschied zwischen japanischem und chinesischem Grüntee. Japanische Grünteesorten zeichnen sich durch ihren Purismus aus während in China größter Wert auf Diversifikation einer grandiosen Sortenvielfalt gelegt wird. Ein besonderes Merkmal ist die Farbe. Der japanische Grüntee hat mit Abstand den sattesten Farbton aller bekannten Grünteearten, ausgelöst durch Chlorophyllausschüttung während der Beschattung. In China ist es üblich, die Teeblätter nach dem Pflücken in Pfannen zu erhitzen, während man in Japan die Methode der Dämpfung in Maschinen bevorzugt. Nach dem Dämpfen werden die Blätter drei- bis viermal gerollt und danach getrocknet. Japanischen Grüntees fehlt das rauchige Aroma der chinesischen Sorten. Einige japanische Sorten haben neben ihrer herben Note auch eine gewisse Süße, Umami genannt, in sich. Allgemein schmecken sie grasiger, manchmal, durch die beständigen Winde vom Meer, fast ein wenig nach Algen.

Ob japanisch oder chinesisch, Tee ist nicht schnelllebig, nie auftreiberisch, macht wunderbar wach und konzentriert. Das und noch viel mehr haben wir alles in der Teeorie und der Praxis im Tushita gelernt. Tushita, Klenzstr. 53, Tel. 18 97 55 94, Mo-Fr 9-20 Uhr, Sa 10-20 Uhr. www.tushita.eu  

 

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Stylish und ein Geheimtipp: Hotel/Bar Lux

Die Lage exponiert: kaum 50 Meter vom Hofbräuhaus entfernt und doch finden nur Kenner den Weg in die “schummrige Höhle”. Das Lux versteckt sich in einem eher unauffälligen Wohnhaus und wer nicht genau auf die Fenster achtet, geht wahrscheinlich achtlos daran vorbei. Schade, es ist ein herrlicher Unterschlupf für Genießer und Insider.

Autor Sabine Ruhland

Das Hofbräuhaus ist, wie der Marienplatz, kaum 100 Meter entfernt und so liegt das Lux in wahrlich exponierter Lage. Als Stadthotel mit netten Zimmern sicher eine gute Adresse, als Bar eine feine, Geheimtipp-Adresse. Zentraler Mittelpunkt: der Tresen. Dazu perfekt gemixte Cocktails, nette Leute und das stylische Flair aus Rotlicht, Samtbezügen und Spiegelwänden. Die Cocktailkarte reicht von Klassikern wie Trader Vic’s Mai Tai bis zu Vintage Drinks wie Sour Apple Martini, wobei alle Zutaten von ausgesuchter Qualität sind. Kein Wunder – Oliver von Carnap zeichnet dafür maßgeblich verantwortlich. – Für uns immer wieder eine herrliche “ich-bin-dann-mal-weg-Location”

www.hotel-lux-muenchen.de

Lux, Foto Foodhunter (1)

Samtige Nischen, in die es sich genussvoll schlüpfen lässt. Das Lux ist wie ein intimes Separee

Feinster Fisch und Prominenz. Fisch Witte

Ach ja, die gute alte Zeit. Als die Genießer noch nicht wie wild nach den Ursprüngen des Essens fahndeten. Als der laute Knall des Holzhammers, mit dem der lebendige Fisch sein Leben ließ, noch als “das-will-ich-nicht-sehen” einzig den Köchen vorbehalten war. Da war es noch unser, das Genusstempelchen namens “Fisch Witte”. Längst haben Film und Fernsehen die schöne Frau Witte unzählige Male abgelichtet und Herrn Witte dutzendfach befragt zu Saint Pierre und Jakobsmuscheln. Dennoch, unter der Woche, an einem geschwänzten Nachmittag, ist bei Fisch Witte der schönste Platz, den man sich in München vorstellen kann. 

Autor Sabine Ruhland

“Schreib’s nicht”, sagt der andere Foodhunter, “ist schon jetzt schwer genug, einen Platz zu zu bekommen.” Da hat er Recht. Manchmal nerven wir einfach die Ober bis ins Blut, damit wir für uns und liebe Gäste noch ein 4er-Tischchen kriegen. Auch die ultimative Fischsuppe, zu der wir jedem nur raten können, hat eine Preisexplosion hinter sich. Wir sagen Ihnen lieber nicht, was wir einst für dieses wunderbare Vergnügen bezahlt haben,  es ist heute das Doppelte und – um ehrlich zu sein – immer noch den Preis wert.

Also: Sie sind zu Gast in München, suchen einen authentischen Platz, lieben frischen Fisch, feine Weine aus wasserperlenbenetzten Silberkühlern, flinke Ober und eben diese ultimative Fischsuppe, vielleicht aber auch anderes Meeresgetier oder Sie gehen ungeniert hin zum Wasserbassin, deuten mit dem Finger drauf und kriegen den Fisch so frisch wie es eben nur geht, dann ist Fisch Witte am Viktualienmarkt die einzige und ultimative Adresse.

Mittags scheint die Sonne auf die Terrasse, die übrigens hinter dem Haupteingang liegt und nicht davor, tja, und da sitzen sie dann, die glücklichen Münchner, mit Champagner, Rosé oder Weißwein und die ganze Welt kann faseln, welches nun die schönste Stadt der Welt ist. Sie wissen es besser.

 Fisch Witte, Viktualienmarkt 9, 80331 München, Tischreservierung: 089/22 800 167. Montag–Freitag 8–18 Uhr, Samstag 8–16 Uhr. www.fisch-witte.de

 

Witte, Foto Foodhunter

Les Deux. Charme und Kochkunst, was für ein Duo!

48 Euro kostet ein 3-Gang-Business-Menü. Wer das – auch im teuren München –  ungeniert aufruft, muss Herausragendes bieten. Et voilà, so geschehen im Les Deux, das sich auch noch an herausragender Stelle niedergelassen hat: im architektonisch umstrittenen “Schiffsbug” des Schäfflerhofes.

Autor Sabine Ruhland

 

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Fabrice Kieffer ist einer jener Brüder, die einst bei 2-Sterne-Koch Heinz Winkler für die Weinauswahl verantwortlich waren. Vor 4 Monaten hat er zusammen mit Johann Rappenglück im Schäfflerhof in München das Les Deux eröffnet.

Gespeist wird in der ersten Etage. Gedeckte Farben als Kontrast zu den lichtspendenden Panoramafenstern, weiche Sessel, dezentes Porzellan, wenig Schnickschnack. Auch die Karte aalt sich in souveräner Zurückhaltung: ein 5-Gänge Mittagsmenü für 79 Euro und ein 3-Gänge Business-Menü für 49 Euro. Entsprechend fein das Publikum. Das dunkelblaue Jacket bei den Herren scheint so selbstverständlich wie das ondulierte Haar und die Chanel-Garderobe bei den Damen. Dennoch ist die Stimmung entspannt heiter, was dem umwerfenden französischen Charme von Fabrice Kieffer zuzuschreiben ist. Er und sein Service-Team umgarnen mit liebevoll-legerer Zuvorkommenheit ihre Gäste.

Anderthalb Stunden für ein 3-Gänge-Business-Lunch.
Das Essen hat auch nicht weniger verdient.

Wir wählen das Business-Menü, das mit einem Ikarimi-Lachs startet. Normalerweise mag ich keinen Lachs, der jedoch machte mich neugierig, steht „Ikarimi“ doch für eine spezielle Verarbeitung, die den Lachs nahezu geruchlos macht, ihm aber im Gegenzug mehr Geschmack verleiht (die Lachse werden vor der Schlachtung auf +2 Grad heruntergekühlt, was den Stress verringert und die Frische des Fleisches garantiert). Zusammen mit Avocadocreme und grünem Spargel ein gelungener Einstieg.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Der Hauptgang war eine Hommage an die große Küche, in der Produkt und Verarbeitung in völliger Harmonie verschmelzen. Simmentaler Rinderlende, Parmesan und Trüffelsauce. Unsere Befürchtungen, die beigefügte Trüffelsauce könnte uns mit den allseits bekannten Synthetik-Aromen aus den unsäglichen Trüffelöl-Fläschchen den Appetit verderben, war völlig unbegründet. Mit Derartigem arbeitet die Küche natürlich nicht. Schwarzer Trüffel in Stückchen gab ihr, was nötig war: eine Nuance von Trüffelgeschmack. Der Star war die Rinderlende mit dem zarten Kleid einer dünnen Parmesankruste. Fantastisch.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland (1)

Das Dessert kam in Form eines formidablen Schoko-Espresso-Törtchens, fein und cremig, dazu erfrischendes Pistazieneis.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland (2)

Unser Lunch dauerte länger als es für ein Business-Essen üblich ist. Gut anderthalb Stunden für drei Gänge. Wer es eilig hat, sollte diesen Platz des “savoir vivre” daher meiden. Alle anderen, die dem Genuss Zeit und Raum geben und sich auch mal mittags eine Auszeit gönnen möchten, sind hier bestens aufgehoben.

Les Deux, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Les Deux
Kieffer & Rappenglück
Maffeistraße 3a, Schäfflerhof
80333 München
www.lesdeux-muc.de

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Masters Home. Alte Liebe rostet nicht.

Es gibt Lokale, die liebte man zu Jugendzeiten. In München war es Ende der 80er Jahre das Masters Home. Bar und Restaurant, im Keller gelegen, kaum 30 Meter vom Viktualienmarkt entfernt. Verrucht, dunkel, exotisch. Hocker aus Elefantenfüßen (heute kaum vorstellbar und es sorgte für eine Menge Schlagzeilen), ein ‘Bad’, ein ‘Schlafzimmer’, eine ‘Bibliothek’. Die Gäste machen es sich überall gemütlich. Kamine, Ledersessel, Tierfelle, Antiquitäten.

Autor Sabine Ruhland

Dann folgten unzählige neue Lokale, München entwickelte sich in allen Stadtteilen und die alte Liebe geriet in Vergessenheit. Jetzt, 20 Jahre später, statteten wir dem Masters Home wieder einen Besuch ab. Pino ist noch da, Inhaber, Koch, Vollblut-Italiener. Zum Aperitif trifft man sich in der Bar. Wie früher. Die Cocktails sind sensationell. Wie früher. Jeder Saft frisch gepresst. Selbst Zitrone oder Ananas. Das Essen eine Überraschung. Pino kocht täglich frisch, täglich neu. Eine Karte gibt es nicht, wer etwas nicht mag oder verträgt, der sagt es vorher.

Zu Beginn ein Thunfischfilet mit Zwiebel-Limettenmarinade. Die Zwiebel karamellisiert, um sie milde zu stimmen und damit dem feinen Thunfisch seinen verdienten Auftritt zu lassen. Wir sind begeistert. Selbst etwas Banales wir die Aubergine (von uns eigentlich ungeliebt, da meist zu weich und fettig) verwandelt Pino dank Steinpilzen, Käse und frischem Tomaten- und Basilikumpesto in eine erfrischende Speise. Noch dazu, da die Aubergine knackig war. Die hausgemachten Strozzapreti gab es mit Kalbsragout, in Weißbier gedünstet. Die Krönung war das butterzarte Bullenfilet mit Wildbrokkoli und Basilikumsoße. Rundum gelungen. Eine gute Empfehlung.

Masters Home, Frauenstraße 11, 80469 München. Tel. 089/229909. Mo-So ab 18 Uhr. www.mastershome-muenchen.de 

Masters Home, Foto Foodhunter

Masters Home, München am Viktualienmarkt. Foto Foodhunter, Sabine Ruhland