Kategorie-Archiv: Delikatessen & Manufakturen

Der Knollige Sauerklee oder Sauerkleeknolle

Sie haben eine totale Mädchenfarbe: Pink! Die Sauerkleeknollen, etwa 4 x 3 cm groß, schmecken säuerlich, frisch, aber im Vergleich zu unserer erst kürzlich entdeckten und inzwischen heißgeliebten Kerbelknollen, faszinieren sie uns geschmacklich nicht allzu sehr.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Wie die Cubio oder auch Zimtkartoffel kommt auch der knollige Sauerklee eigentlich aus Südamerika. Die Haut dieser Knolle hat meist eine Gelbliche bis Rotbraune Färbung, das Fleisch dieser Knolle ist von mehliger Konsistenz. In Neuseeland wird sie seit 1860 angepflanzt und als Yam bezeichnet. In Europa wurde die Sauerkleeknolle im 19. Jahrhundert eingeführt, hat sich aber nicht etablieren können. Heutzutage wird der Knollige Sauerklee nur von Liebhabern gärtnerisch genutzt. Der Anbau erfolgt wie bei Kartoffeln: Die Knollen werden etwa März bis April gesetzt, die Ernte erfolgt nach dem ersten Frost.

Wie bereitet man sie zu? Am Stand von Hornung erfahren wir es. “Der Knollige Sauerklee wird geschabt, gedünstet, gebraten und in Soße gebunden angeboten.”

Entdeckt auf dem Stadtmarkt Augsburg, Gemüse Hornung, Mo-Fr 7-18 Uhr, Sa 7-14 Uhr. Tel. 0821/401205. www.stadtmarktaugsburg.de

Cubio – Zimtkartoffel

Hoppla. Da muss man über Augsburgs Stadtmarkt flanieren, damit man diese schrille Dame zu Gesicht bekommt. Cubio, die Zimtkartoffel. Ihre Heimat ist allerdings nicht Augsburg, sondern Südamerika, wo die Cubio auch Apina-mama, Mashua oder auch Anua genannt wird und in den Anden als Hauptnahrungsmittel dient. Schließlich ist in 4000 Metern Höhe ist kein Kartoffelanbau mehr möglich. Die Cubio allerdings ist frostresistent.

Autor Sabine Ruhland, Foto Foodhunter

Knorpelig, ca. 8 cm lang und etwas an Halloween-Kartoffeln erinnernd, räkelt sie sich unbeachtet in ihrem Körbchen. Unsere Aufmerksamkeit hat sie sofort, denn gesehen haben wir die Cubio noch nie. Keine Spur von EU-genormter Optik, vielleicht findet man sie deshalb so selten. Zimtkartoffel nennt sie die Standlbesitzerin, doch mit Kartoffel hätte sie trotzdem rein gar nichts zu tun. Die Cubio wächst unter der Erde, erfahren wir, ist aber die Frucht der knolligen Kapuzinerkresse und gehört somit zur Familie der Kapuzinerkresse-Gewächse mit dem botanischen Namen Tropaeolum tuberosum.

Wir schnuppern. Im rohen Zustand verströmt sie einen zarten Zimtduft, deshalb der Name. Aber einmal auf der Zunge, roh als dünnes Scheibchen, vermittelt sie kräftige, scharfe Aromen, die an Senf und Meerrettich erinnern.

Was macht man nun mit der Zimtkartoffel?
Von Bolivien über Peru bis Chile wird die Cubio hauptsächlich als Brei oder in gebackener Form gegessen, dabei lässt sie sich weitaus vielseitiger einsetzen:

  •  Dünn gehobelt, verleiht die Cubio beispielsweise Salaten oder kalten Fleischgerichten eine interessante Würze.
  •  Nach dem Kochen verliert die Zimtkartoffel  ihre Schärfe und nimmt einen nussig-süßlichen Geschmack an. Das heißt, man kann sie wie Kartoffeln kochen und dann pellen, aber auch in der Folie im Ofen garen.
  •  Als Püree harmoniert die Cubio bestens mit Wildgerichten oder mit gebratener Gänseleber.
  • Als Chutney ist sie ideal für Terrinen und Pasteten.
  • Der Tipp der Standlfrau: “Machen Sie aus den Zimtkartoffeln eine leichte Samtsuppe und hobeln Sie viel frische Trüffeln darüber.”

Entdeckt auf dem Stadtmarkt Augsburg, Gemüse Hornung, Mo-Fr 7-18 Uhr, Sa 7-14 Uhr. Tel. 0821/401205. www.stadtmarktaugsburg.de

Ebenfalls entdeckt bei Hirnung: der knollige Sauerklee.

Sauerkleeknolle, Fotos Foodhunter

 

 

 

Was bin ich? Himalaya Schnittlauch.

Ich bin so zart wie Schmetterlingsflügel, habe aber ein kräftiges Herz, das für einen einzigartigen Geschmack sorgt. Ich bin Himalaya-Schnittlauch.

Autor Sabine Ruhland, Foto Foodhunter

Entdeckt haben wir die kleine Schachtel (ca. 3,50 Euro) auf dem Viktualienmarkt beim Gemüsestand von Schott. Der Geschmack: als Basisnote Schnittlauch,begleitet mit Akkorden von Fenchel, Knoblauch und einem Hauch Wermut. – So die poetische Beschreibung. Das zarte Kraut kommt nicht eigens vom Himalaya zu uns, sondern wird gezüchtet und ist eine absolut raffinierte Garnitur zu Fisch!

 

Shiitake und der “fünfte Geschmack”: Umami.

Süß, salzig, sauer, bitter. So kategorisieren wir alle Speisen. Shiitake besitzen die Geschmacksqualität Umami, manche denken das sei jener magischer Moment, der einen Geschmack unvergesslich macht. Auch die moderne Wissenschaft hat inzwischen Umami als fünfte über die Zunge wahrnehmbare Geschmacksqualität anerkannt und erklärt: Umami entsteht durch die Anwesenheit von Glutamat und aktiviert spezielle Geschmacksrezeptoren auf der Zunge.

Autor Sabine Ruhland, Foto Foodhunter

Der Shiitake-Pilz, der “duftende Pilz” wie er in China genannt wird,  besitzt einen braunen Hut und erinnert im ersten Moment an einen dunklen Champignon. Er wächst auf verschiedenen Laubbäumen, vorzugsweise auf solchen mit hartem Holz. In China und Japan wird er schon seit langem angebaut, z. B. auch Buche, Eiche, Esskastanie oder Walnuss.

Shiitake wird seit Tausenden von Jahren in  China und Japan auch als Medizin geschätzt. Der Shiitake war für die Menschen damals so wertvoll, dass er als Geschenk für Kaiser und Könige. Dass er besonders gesund ist, macht ihn bis heute zum begehrten Speisepilz. Nach dem Champignon ist der Shiitake heute der meistangebaute Pilz der Welt.

Zubereitung: Wie alle Pilze können auch Shiitake gekocht, gebraten oder in Alufolie gedünstet werden. Dazu  passen Reis, Tofu oder Gemüse, asiastisch gewürzt mit Miso oder Sojasoße. Foodhunter mag Shiitake am liebsten pur in einer Gemüsebrühe.

Alternativ: Shiitake in etwas Öl anbraten. Dazu  etwas frischer Knoblauch, hauchdünn in Scheiben geschnitten (nicht zuviel, damit der zarte Geschmack des Pilzes nicht untergeht).

Auf jeden Fall zaubern Sie mit Shiitake ein Pilzgericht der besondern Art. 100 g auf dem Viktualienmarkt ca. 2.90-3.50 Euro.

Shiitake mit Knoblauch

Emmer – Bier, Pasta, Brot. Der Schweizer Urweizen ist ein Allroundtalent

Mitte der fünfziger Jahre machte Peter Zübli eine fabelhafte Entdeckung: In einem Bauerndorf nahe Basel fand er im Stadl eines Bauern ein paar Körner des weißen Schweizer Emmers. Über die Schweizer Bergheimat, die sich um die Erhaltung alter Getreidesorten kümmerte, kam der weiße Emmer “Züblin” in die Datenbank alter Sorten. – 40 Jahre später erlebte er ein Revival.

Autor Sissi Wolf

Anfang der 90er Jahre suchte der Biologe Markus Jenny von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach nach wildtiergerechten und ökologisch ausgleichenden Produkten und Produktionsformen. Sein  Ziel war es, die Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen des Ackerlandes  zu fördern, denn Rebhuhn und der Feldhase waren damals vom Aussterben bedroht.

So kam der äußerst robuste Emmer ebenso wie das Einkorn auf den Plan – und auf den Markt. Und in den lückigen Emmerfeldern herrschten optimale Lebensbedingungen für Rebhühner, Feldlerchen und Adonisröschen.

GUT ZU WISSEN

  • An der Emmerähre wachsen aus jedem Absatz der Ährenspindel zwei Körner, weswegen Emmer auch Zweikorn genannt wird – im Gegensatz zu seinem Verwandten Einkorn.
  • Die Halme des Emmer sind lang, weswegen die Standfestigkeit gering ist. Dafür hat Emmer einen geringeren Nährstoffbedarf. Deshalb eignet er sich  gut für den Anbau auf trockenen und mageren Böden.
  • Emmer gehört zu den Spelz-Getreiden, d.h. seine Getreidekörner sind von einer festen Hülle eingeschlossen. Diese schützt das Korn von schädlichen Umwelteinflüssen und sorgt für eine längere Haltbarkeit des Getreides.
  • Heute ergänzt Emmer den Speiseplan in vielfältiger Weise – man kann aus dem Urkorn Suppen kochen, süße Waffeln backen, Pasta oder Risotto zaubern. Besonders gut eignet sich Emmer für Brot und Gebäcke.
  • Emmer lässt sich wie andere Getreidesaaten auch zum Bierbrauen verwenden. So bietet beispielsweise die Öko-Brauerei „Riedenburger Brauhaus“ auch über das Internet unter Emmerbier an. www.riedenburger.de

Emmer können Sie bestellen, u.a. bei: www.e-biomarkt.de/Getreide-Mehl-Muesli/Getreide/Emmer-Spielberger::6617.html

Foto Initiative Urgetreide

Rezept-Idee: Emmer-Risotto

Zutaten (4 Personen)

  • 1 Zwiebel
  • 2.5  Tassen Emmer-Getreide
  • nach Belieben etwas Rotwein
  • 50 g gewürfelten Speck
  • Pfeffer, Lorbeerblätter, ital. Gewürzmischung
  • ca. 200 ml Gemüsebrühe
  • saure Sahne
  • Parmesan

Zubereitung

  1. Das Emmer-Getreide vorab 24 Stunden in Wasser einweichen lassen.
  2. Die Zwiebel würfeln, zusammen mit dem Speck in einer Pfanne in Öl anbraten und das eingeweichte Emmer-Getreide hinzugeben.
  3. Mit Rotwein ablöschen, die Gemüsebrühe hinzufügen und das Risotto-Gemisch mit Pfeffer, Lorbeerblättern und der italienischen Gewürzmischung nach Geschmack würzen.
  4. Aufkochen und mit geringer Hitze einziehen lassen bis der Emmer weich, aber noch bissfest ist.
  5. Saure Sahne untermischen und zum Binden etwas Parmesan hinzufügen.

Schlankmacher Artischocken

Artischocken machen schlank, entgiften Leber und Galle (Bitterstoff Cynarin), senken Cholesterinspiegel und hohe Blutfettwerte. Cynarin steigert zudem die Fettverbrennung und sorgt für eine bessere Verwertung der Nahrung. Die einst nur wild wachsende Distel mit den essbaren violetten oder grünen Blüten ist heutzutage längst ein beliebtes, ganzjährig erhältliches Gemüse. Quasi kalorienfrei – sieht man von den Dips ab – und ohne Fett. 

Autor Sissi Wolf

Ein Gemüse, das schon angesichts seiner Optik Leidenschaft weckt, ist die Artischocke und wie beim Apfel gibt es unzählige Sorten. Die „Camus de Bretagne“, übersetzt  Stupsnase, die wichtigste französische Sorte mit stumpfkugeliger Form und zartem, fleischigem Boden. Die „Castel“, ebenfalls aus der Bretagne, rund, noch größer als die Camus. Oder die „Violet de Provence“, eine violette Sorte aus Frankreich mit länglich und spitz zulaufenden Blättern, ohne Heu und  sehr zart. Aus Spanien kommt die Tudela, eine kleinere, grüne Sorte, aus Marokko die Grenn Globe, aus der Toskana die Terom, aus Sardinien die Spinoso sardo, aus Italien Romanesco,  die bekannteste bei uns angebotene italienische Artischocke, mittelgroß, runde Form mit zartvioletter Färbung oder auch die kleine Catanese. Bei Fuitique (Viktualienmarkt) sind immer einige Sorten zur Auswahl. Die kleineren von ihnen, Baby- oder Mini-Artischocke genannt, lassen sich im Ganzen verzehren. „Halbieren, in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten und dann über einen frischen Rucolasalat. Schmeckt vorzüglich!“

Einkaufstipps
Frisch ist die Artischocke, wenn sie einen knackigen Stiel und saftige Blätter, die dicht aufeinander liegen. Sind die Köpfe schwer, stecken sie voller Saft und sind frisch. Bis zum Zubereiten den Stiel dran lassen, die Artischocken in ein feuchtes Küchentuch einschlagen und im Kühlschrank lagern. So halten sie sich bis zu einer Woche.

Wie viel pro Kopf?
Als Vorspeise, je nach Größe, ein bis zwei Artischocken.

Zubereitung
  • Artischocken in kochendes Salzwasser legen, ca. 15-25 Minuten kochen (je nach Größe).
  • Kurz abschrecken und lauwarm servieren mit einer Dijon-Senfvinaigrette.
  • Vinaigrette: Zitronensaft, Pfeffer, Salz, Dijonsenf aufschlagen, Olivenöl unterheben, fertig. Tipp: je milder das Olivenöl, desto mehr kommt der Geschmack der Artischocke zum Vorschein.

Artischocken richtig essen
Artischocke mit der einen Hand halten und mit der anderen Hand von außen nach innen die Blättchen herauszupfen, in eine Sauce dippen und den unteren weichen Blattteil abzuzzeln. (Den harten Blattteil legt man auf dem Tellerrand ab).

Nach dem Entblättern kommt das Heu und dann der begehrte Boden
Hat man alle Blättchen abgezupft, stößt man auf das Heu in der Mitte. Das fluffige “Gestrüpp” wird entfernt und übrig bleibt der zarte Artischockenboden – für viele das Herzstück des Gemüses – der ebenfalls mit den Dips verspeist wird.

  

 

Senf ist Senf? Aber nein. Hier alles Wissenswerte über die scharfe Angelegenheit

Franzosen verfeinern mit Traubenmost, es gibt ein Reinheitsgebot und die Aufbewahrung ist entscheidend. Senf ist ein sensibles Produkt. Theo Hartl ist Gründer der Manufaktur “Münchner Kindl Senf”. Sein Senf-Stand ist auf dem Viktualienmarkt zu finden. Wir haben ihm einigen Fragen zu seinem Lieblingsthema gestellt. 

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

WISSENSWERTES ÜBER SENF

Weiß oder braun?
Es gibt 40 Senfsorten, aber für die Herstellung werden aber vor allem zwei Sorten verwendet. Der schärfere braune Senf (manchmal auch als schwarzer Senf bezeichnet) und der milde weiße Senf. Dies beiden Sorten werden zur Senfherstellung, je nach erwünschtem Schärfegrad, in unterschiedlichen Mengenverhältnissen gemischt. Senf schmeckt gemahlen erst einmal nicht scharf. Die für die Schärfe verantwortlichen ätherischen Senföle liegen im Senf nämlich gebunden vor und werden erst durch den Kontakt mit Flüssigkeit freigesetzt.

Woher kommt das Wort Senf?
Die Franzosen vermengten bereits im 12. Jh. Senf nicht mit Essig, sondern mit dem Saft unreifer Trauben oder mit Most. Daher stammt der Name – lat. mustum ardens – brennender Most. Daraus entstanden ist das französische Wort für Senf “Moutarde“, das engl. “Mustard“ und schließlich auch unser “Mostrich“ bzw. “Mostert“.

La Moutarde Violette de Brive ist was?
Der violette Senf, ist eine Spezialität aus der Stadt Brive-la-Gaillarde. Seine Farbe erhält er vom Most roter Trauben, die entkernt und anschließend gekocht werden. Der Sud wird dann zur Mischung aus Senf, Wein, Essig und verschiedenen Gewürzen gegeben. Die Fruchtaromen der roten Trauben prägen Farbe und den Geschmack des Brive-Senfs, der mit seiner Mischung aus Schärfe, Süße und Säure besonders zu Wild, Würsten und Geräuchertem passt. Tipp: auch hervorragend zu Ei.

Was macht den Dijon-Senf zu besonders?
Es ist ein Senf mit Reinheitsgebot. Dijon-Senf besteht ausschließlich aus braunen oder schwarzen Senfkörnern, Wasser, Weinessig oder Agrest (Saft frisch gepresster Trauben), Salz. Keinerlei Gewürze oder andere Zusätze sind erlaubt. Zudem werden die Senfkörner nicht gemahlen, sondern gesiebt. Das heißt, sie werden durch eine Siebschleuder mit feinsten Löchern gekratzt, wobei die Schalen hängenbleiben und nur der Senfkern weiterverarbeitet wird. Traditionell werden die Kerne auch nicht entölt, was ihnen das volle Aroma verleiht. Deshalb ist Dijon-Senf  auch so teuer.

Wenn erst mal Wasser aus der Tube kommt, bedeutet das?
Senf quillt auf, lässt dann wieder nach. Dadurch setzt sich in Glas oder Tube oftmals ein flüssiger Rand ab. Nichts als Wasser und im Grunde ein Qualitätsmerkmal. Im Glas einfach umrühren.

Was ist besser – Tube oder Tontöpchen?
In vielen Wirtschaften stehen sie auf dem Tisch, zimmerwarm, ständig geöffnet: Senftöpfchen. Das tut dem empfindlichen Produkt natürlich nicht gut. Qualitätsbewusste Gastwirte leeren und reinigen das Töpfchen daher täglich und füllen am nächsten Morgen wieder frischen Senf aus der Kühlung nach.

Wir lagert man Senf richtig?
Stets gleich kühl stellen, auch wenn Sie ihn im Supermarkt aus einem Regal gezogen haben. Vor allem angebrochene Senftuben oder -gläser müssen in den Kühlschrank. Zügig verbrauchen.

senf, foto foodhunter

senf, foto foodhunter

Wochenmarkt in Cannes: Marché Forville

Die Markthalle liegt am Rande der Altstadt von Cannes, ist überdacht  und bietet alles, was die Region hergibt. Der Marché Forville besteht seit 1870 und ist einer der beliebtesten Märkte an der Côte d’Azur.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Um 7 Uhr geht es los, doch auch wenn Ihnen das noch früh ist, zügig sollten Sie sich allemal auf den Weg zum Markt machen, denn ab 12 ist eigentlich alles gelaufen und die Marktleute räumen langsam zusammen. Wir kommen am frühen Vormittag, genießen einen Kaffee in einem der zahlreichen kleinen Cafés drumherum und machen uns dann auf, die Köstlichkeiten des Marktes zu erkunden. Vieles finden wir:  Tapenade, provenzalische Oliven, frische und eingelegte Tomaten, Birnen. Tomaten in allen Größen, Artischocken aller Couleur.

Obst und Gemüse oftmals Bio und aus eigenem Anbau. Auf Gourmets mit Ferienwohnung warten die Produkte des  Geflügelhändlers Jérémie Darmigny: Feinste Spezialitäten von Huhn und Lamm.

Marché Forville, 12 Rue Louis Blanc, 06400 Cannes. Täglich außer Montag, 7-1 Uhr

Marche Forville, Cannes, Foto Foodhunter

Marche Forville, Cannes, Foto Foodhunter

 

Kerbelknolle – gesunde Wurzel, edelsüßer Kastaniengeschmack

Sie sind selten – und daher teuer. Kilo für 25 Euro, selbst auf dem kleinen Markt am Gutenberg-Platz in Karlsruhe. Optisch unscheinbar, erinnern sie uns an Mini-Pastinaken. Foodhunters Neugierde ist sofort geweckt. Gut, dass die Stand-Besitzerin gleich viel zu erzählen weiß. 

Autor Sabine Ruhland

“Ein wiederentdecktes Wintergemüse”, sagt sie. “Nach der Ernte im Juli lassen wir die Knollen noch drei bis vier Monate  nachreifen, bevor wir sie dann ab November auf dem  Markt verkaufen.” – Das mag erklären, warum die Kerbelknollen teuer sind und wir sie bislang noch nicht entdeckt haben.

Wie bereitet man sie zu?
Die Standl-Chefin gibt Tipps: “Mit einem Sparschäler schälen, dann kommt blütenweißes Inneres zutage, danach in hauchdünne Scheiben hobeln und roh essen, beispielsweise im Salat. Oder sie kochen sie und machen daraus – anstatt eines Sellerie-Pürees mal ein Kerbelknollen-Püree.”

Die Knolle lässt sich leicht schälen und schmeckt süßlich, fast wie eine Edelkastanie. Sie mundete roh im Salat ebenso gut wie tags darauf in der Pfanne angebraten zu Ravioli. Aber sie passt auch hervorragend zu  Fisch – wir sind begeistert!

Allerdings sind die Knollen so gut wie gar nicht zu bekommen – in München entdeckt bei Markus Weyel, Viktualienmarkt, Stand 7, dann allerdings für knapp 30 Euro das Kilo (im Vergleich 25 Euro auf dem Markt am Gutenbergplatz in Karlsruhe.

Jeden Sa und Di, Gutenbergplatz, Karlsruhe

Kerbelknolle, Foto Foodhunter

Auf dem Markt am Gutenbergplatz 25 Euro das Kilo, auf dem Viktualienmakt knapp 30 Euro.

 

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Fleisch von der Weide. Galloways

Alles, was Verbraucher wünscht: glückliche Rinder, die artgerecht gehalten werden und das ganze Jahr unter freiem Himmel leben, natürliche Fütterung und Mutterkühe, die ihre Kälber säugen, denn die Galloways sind reine Fleisch- und keine Milchkühe.  

Tipp von Sissi Wolf

Man sieht es dem Fleisch an: zart ist es, von der Röte wie es nur die Landluft auf die Wangen zeichnet, fein marmoriert wie es nur viel Bewegung schafft: das Fleisch der Galloways. Durch die ganzjährige Weidehaltung sind die Tiere gesund und das Fleisch von edler Struktur mit ausgewogener intramuskulärer Fetteinlagerung.

Wird Verkauf ab Hof angeboten, dann bedeutet das auch für die letzten Stunden ein Höchstmaß an Respekt, da kein Transport und eine stressfreie Schlachtung.

Umso wichtiger ist es, mit diesem Fleisch auch sorgsam umzugehen und es so zuzubereiten, dass sein intensiver Geschmack erhalten bleibt.

Galloway-Fleisch richtig zubereiten

  • Die Zubereitung von Filets und Steaks von Gallowayrindern ist anspruchsvoller als von “normalem Rindfleisch”. Auch die Garzeiten sind etwas länger. Grundsätzlich gilt: Langsam gewachsenes Fleisch auch langsam zubereiten
 (braten, schmoren, garen, sieden…)
  • Das Fleisch ca. 2 Std. vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen.
Nie direkt aus dem Kühlschrank oder gar Gefriertruhe in die Bratpfanne geben!  Ist das Fleisch tiefgekühlt, dann langsam auftauen, am besten über Nacht im Kühlschrank.
  • Entfernen Sie sichtbares Fett erst nach dem Braten, so können Sie auf Bratfett verzichten.
  • Bratfett oder Öl (je nach Wunsch) in der Bratpfanne stark erhitzen. Filet, Steak etc. dazugeben und auf jeder Seite 1 Minute bei größter Hitze braten bis eine Kruste entsteht.
  • Beim Wenden nicht in das Fleisch stechen, da sonst der Fleischsaft verlorengeht.
  • Aus der Pfanne nehmen und würzenBeim Würzen gilt „weniger ist mehr“.  Um den typischen Eigengeschmack nicht zu verfälschen, Salz und Pfeffer sehr sparsam verwenden.
    Zum Kochen können Sie zugeben: Lorbeerblätter, Nelken, Wacholder, Suppengrün, Sellerie, Petersilienwurzel, Liebstöckel, Piment
    Zum Braten: Pfeffer, Paprika, Majoran, Oregano, Rosmarin, Knoblauch, Zwiebeln.
    Zum Abschmecken: Basilikum, Petersilie
  • Anschließend 15 – 20 Min. bei 80°C in vorgeheizten Backofen auf dem Rost garen lassenDas Fleisch bleibt auf diese Art rosarot, aber nicht blutig.

White Galloway

Galloway-Fleisch kaufen 

84524 Neuötting
Inntal White Galloways
Bio-Betrieb, Konrad und Hildegard Gernt
Alter Pfarrhof 74 ½
www.galloway-gernt.de 

49191 Belm
Gallowayhof Becker
Grambergweg 3
www.gallowayhof-becker.de

21255 Wistedt
Hof Wümmetal
Judith Reinhard
Ortsteil Wümme 3/ D
www.hof-wuemmetal.de
Jeden Sa 10-17 Uhr Tag der offenen Tür auf dem Hof Wümmetal. Alternativ: Judith Reinhard finden Sie auch auf dem Hamburger Isemarkt.

24113 Molfsee
Hof Streitberg
Susanne Beckenbach
Streitberg 12
www.hofstreitberg.de

21635 Jork/Estebrügge
Münchhof Biofleisch
Wilhelm Braack
Schwarzer Weg 2
www.galloway-biohof.de

25704 Bargenstedt


Maren & Wolfgang Hoffmann
Bargenstedterfeld 1
www.galloway-aubrac-zucht.de

Gallowayfleisch