Kategorie-Archiv: Österreich

Eine “Perle” des Weinviertels: Grüner Veltliner Zeiseneck

Er gedeiht da, wo vor 17 Millionen Jahren ein Austernriff war, wo heute noch fossile Schalentiere gefunden werden: der Grüne Veltliner Zeiseneck vom Weingut R&A Pfaffl. Nicht umsonst gehört er der Kategorie Districtus Austriae Controllatus an, die ausschließlich den Premiumweinen des berühmten “Weinviertels” vorbehalten ist.

Autor Sabine Ruhland 

“Nicht nur, weil die Pfaffls jedes Jahr ausgezeichnete Weine machen, sondern vor allem, weil Roman Pfaffl und seine Familie seit Jahren beweisen, dass es im Weinviertel hervorragende Lagen gibt …” Mit diesen Worten kürte das Online-Magazin “Wine-Times” die Winzerfamilie 2008 zum Winzer des Jahres. So begegnen auch wir häufig einem Pfaffl-Wein, sei es im Interconti in Berchtesgarden oder neulich auf Schloss Fuschl. R&A Pfaffl ist zur Berühmtheit avanciert.

Dahinter stecken Roman und Heidi Pfaffl, die das Weingut 1978 von ihren Eltern übernommen haben aus einem dreiviertel Hektar Weingarten 80 Hektar gemacht haben. Die ganze Begeisterung der beiden steckt in den Weinen, allen voran dem Grünen Veltliner, der im “Weinviertel” zuhause ist. Ein spezieller Weingarten ist Zeiseneck. Das Gestein auf dem dieser Grüne Veltliner gedeiht sind fossile Austern, 17 Millionen Jahre alt. Damals war Stetten von tropischer Vegetation umgeben und das Korneuburger Becken Teil einer lang gestreckten Flussmündung, die in ein Meer führte. – Ideale Bedingungen für eine reiche Pflanzen- und Tierwelt und beste Voraussetzungen für die Entstehung des gigantischen Austernriffs mit einer Gesamtfläche von 300 m².

Heute ist die Lage zudem begünstigt durch den angrenzenden Wald und den großen Temperaturunterschieden zwischen Sonnenwärme und nächtlicher Waldeskühle. Kein Wunder, dass dieser Grüner Veltliner extrem aromatisch, vielschichtig und anders ist als herkömmliche Veltliner. Er gehört der Kategorie Districtus Austriae Controllatus an, die ausschließlich den Premiumweinen des Weinviertels vorbehalten ist.

Ganz klar – eine Perle für jeden Veltliner Liebhaber! Und das nicht nur zu Austern. Erhältlich u.a. bei Jaques Weindepot, Pfaffl Zeiseneck 2012, 9,50 Euro, www.jacques.de/weinsuche/?keywords=zeiseck

Pfaffl Zeiseneck, Foodhunter Weinviertel

Geboren auf fossilen Austern – der Grüne Veltliner Zeiseneck vom Weingut Pfaffl

 

FOODHUNTER-TIPP

2. August, Zistersdorf: “Tafeln mit Blick ins weite Land”

Umgeben von Weinbergen thront der Steinberg majestätisch vor den Toren der Stadt Zistersdorf. Von hier blickt man weit ins Land hinein bis hin zu den kleinen Karpaten. Genau auf dieser Anhöhe bereitet die Familie Windsteig regionale Köstlichkeiten für Sie zu. Hotel am Steinberg, 2225 Zistersdorf, Am Steinberg 1, ab 18.30 Uhr. 83 Euro pro Person. Mehr “Tafelfreuden” unter www.weinviertel.at

 Weinviertel Tourismus / Wurnig

Tafeln im Weinberg – die Feste im Weinviertel sind legendär und oft recht früh ausgebucht. Weinviertel Tourismus / Wurnig

Lesen Sie auch unsere Foodhunter-Reportage übers Weinviertel und entdecken Sie die besten Gastro-Tipps unter  www.foodhunter.de/2011/11/29/osterreich-weinviertel-tipps/

Weinviertel, Foto Foodhunter, Peter von Felbert

Der Wein und die Feste. Das weinviertel erwartet Sie. Fotos Peter von Felbert für Foodhunter

 

Holzofenbrot, Kräuter & Käse. Oberhinteregger’s Bauernhof

Ja, was ist er denn nun eigentlich, der Simon Klaushofer? Schreiner, Imker, Landwirt, Gartenarchitekt, Käser oder Entertainer für wissbegierige Touristen? Er ist alles in einer Person, was er nicht zuletzt Ehefrau Brigitta zu verdanken hat, die mit immer neuen Wünschen kommt. “Erst wollt d’Frau an Holzofen, wei’s a Brot backen wollt. Hab ich ihr gleich ein ganzes Backhäusl gebaut”, lacht er verschmitzt. “Dann wollt d’Frau an Kas machen, oiso ham a des a g’macht. Jetzt macht’s an Kurs für Kräuterkunde, Naja, jetzt ham ma an herrlichen Kräutergarten o’pflanzt.” 

Autor Sabine Ruhland 

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So ist nach und nach der “Oberhinteregger’s Erlebnisbauernhof” entstanden, der Besuchern die Liebe zu natürlichen Produkten nahebringt. Seine 10 Milchkühe kennt der Simon mit Namen und hätschelt sie recht, denn schließlich ist ihre Milch die einzige, die auf dem Hof in Käse verwandelt wird. Allerdings nur im Winter, weil der Familienbetrieb ansonsten gar keine Zeit dazu hat. Weichkäse, Räucherkäse, Chilikäse oder Bärlauchkäse machen die Klaushofers daraus. Mild ist er, fein im Geschmack. Außerdem machen sie einen Frischkäse, der die Wanderer auf der nahegelegenen Alm beglückt. Nur das mit der Buttermilch lassen sie jetzt sein. “D’ Japaner waren so narrisch nach dem Zeug, dass s’es auf der Alm literweise trunken ham. Des hot g’scheid durchblosen, die vertragen so was ja nicht.”

Erlebnisbauernhof, Foto Foodhunter

Käse wird nur im Winter gemacht, verkauft wird immer nur freitags im Hofladen. Der Rest der Zeit gehört anderen Aufgaben auf dem Hof und der Sägewerkstatt

Hinterm Haus hat der gelernte Schreiner ein Bienenhaus gebaut. 30 Völker mit je rund 50.000 Bienen hat er – und ein immenses Wissen. Völker die schlecht über den Winter gekommen sind, platziert er samt Bienenstock auf einer Wasserader. “Damit san’s alle wieder was g’worden”, sagt er. “Denn Bienen sind Strahlensucher.” Seine Bienenkästen hat er selbst gebaut, auch die Wände mit den Wachswaben fertigt er selbst – aus alten Resten und weil es seit zwei Jahren aufgrund klimatischer Bedingungen nicht so reichhaltig für die Bienen ist, hat er die Wände halbiert. Die kleinen Wände sind schneller verdecket, es ist weniger Wasser enthalten und der Honig ist ohne Schleudern verkaufsbereit. Aus der Not wurde eine Tugend. Auch in diesem Jahr sieht es schlecht aus für den Honig. Zu lange zu kalt, dann der viele Regen. Simon Klaushofer sieht es mit Stirnrunzeln. Und wenn der Honigverkauf stagniert, dann muss eben was Neues her.

Oberhinteregger, Foto Foodhunter

Das selbst gebaute Bienenhaus. 30 Völker beherbergt es und eine kleine Schleuderkammer.

Oberhinteregger, Foto Foodhunter (1)

Die Jungbienen “fliegen sich warm”, bevor sie endlich losdürfen. Bislang ist die Saison aufgrund des Wetters eher schlecht

So hat er einen traumhaften Kräutergarten angelegt für seine Frau Brigitta, die derzeit gerade den Kurs dazu macht. Über 300 Stunden Büffeln für die Kräuterkenntnisse. Ja, wenn’s was machen die Klaushofers, dann richtig. Auch die Scheune hat Simon ausgebaut, damit die Leute gemütlich sitzen können mitten im Kräuterparadies, durch das bald noch Bäche und Brücken führen werden.

Einen Hofladen nebst Raum für Events gibt es natürlich auch, der hat aber nur freitags offen. Anders wäre es nicht zu stemmen, denn eigens Verkaufspersonal einzustellen, das geht nicht. Es muss ein Familienbetrieb bleiben. Wie sieht’s denn da mit Urlaub aus? Simon Klaushofer lacht. “Ham ma ned. Brauch ma a ned, es is doch herrlich bei uns.” Was sollen wir sagen, da hat er Recht.

Faistenauer Hofkäserei, Oberhinteregger’s Erlebnisbauernhof
Tiefbrunnaustraße 17 (rund 10 Min Fahrt von Schloss Fuschl aus), 5324 Faistenau
www.faistenauer-hofkaeserei.at

Oberhinteregger, Foto Foodhunter (2)

Das Backhäusl. Interessierte Besucher können unter Anleitung von Brigitta ihr eigenes Brot backen – alle Arbeitsschritte vom Mehlmischen bis zum Anschnitt. Danach gibt es ein “Brotbackdiplom”.

Oberhinteregger, Foto Foodhunter

Der neu angelegte Kräutergarten. Bald fließen hier auch noch Bächlein

 

 

 

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Schlossfischerei Fuschl. Wo Abramowitsch seinen Fisch kauft und selbst die Prominenz die Teller in die Küche trägt.

Er ist berühmt, fast so berühmt wie Sissi selbst: Gehard Langmaier, zigfach abgelichtet und gefilmt, denn er ist Berufsfischer, ohne Zweifel fotogen und besitzt das alleinige Fischerei- und Jagdrecht für den Fuschlsee. Der ist ca. 4 km lang, 900 Meter breit, kaum tiefer als 69 Meter – und beherbergt wie viele Fische Herr Langmeier? “Ja mei,” sagt er, “Millionen.”

Autor Sabine Ruhland 

Deswegen viele Fische, weil das das Wasser so schön sauber ist, könnte man meinen. So sauber, dass Herr Langmaier für die Fotografen immer aus dem See trinken soll. Für uns nicht, schließlich kommen wir aus München. Der Starnberger See ist mindestens ebenso ‘blankgewässert’. Dabei ist es gar nicht so optimal für die Fische. “Sicherlich besser als früher, als es hier am See noch keine Ringkanalisation gab, aber ja, ein so sauberes Wasser hat auch seine Tücken. Die Fische brauchen länger bis sie groß und fangreif sind, weil weniger Nährstoffe im Wasser sind.” Wie gut also, dass der Herr Langmaier alleiniger Herr über den See ist. “Nicht ganz”, lacht er, “wir vergeben natürlich Fischerei-Lizenzen.” Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreskarten kann man lösen. So kostet eine Tageskarte 18 Euro. Fangerfolg nicht inkludiert, versteht sich.

Schlossfischer Fuschl, Foto Foodhunter

Karibisches Wasser in dem sich Schleie, Hecht, Renke, Saibling, Aalrutte oder Weißfisch gleichermaßen wohlfühlen. Tageskarte Angeln am Fuschlsee: 18 Euro. Saison 1. April bis 30. November

Dass er irgendwie einen Traumjob ergattert hat, das erfahren auch wir. Morgens um 9 Uhr, ein sonniger Tag, ein spiegelglatter See. Das Boot der Schlossfischerei ist das einzige, das Radau macht, ansonsten wird gerudert oder mit dem Elektroboot gefahren. Fischen können wir leider nicht mit ihm. Die Regenfälle der vergangenen Wochen, das Hochwasser. Alles ist noch in Unruhe am und im See. “Außerdem das Klack der Fotoapparate und das Geplapper der Journalisten”, grinst der Fischer, “das hören die Fische und hauen ab.”

14 Sorten hat er zur Wahl, einzig der Aal ist es, der  nachträglich dazukam. Alle anderen, wie Renke, Saibling, die mystische wie verfressene Aalrutte, Hecht, Schleie, Karpfen, Seeforelle oder Weißfische waren schon immer im Fuschlsee beheimatet. “Für uns das Wichtigste: der Fisch soll ein- bis zweimal laichen bevor er gefangen wird.” Damit das so bleibt, arbeitet die Schlossfischerei mit Netzen unterschiedlicher Maschengröße. Und Gerhard Langmaier gibt vor, zu welcher Zeit seine Hobbyfischer (die Angelsaison beginnt mit dem 1. April und endet am 30. November) welchen Fisch fangen dürfen. Karpfen von April bis Ende November, Seeforelle von April bis 15. September, die Seelaube nur von April bis Ende Mai und dann wieder von August bis Ende November. “Wir dürfen bei aller Gier nicht vergessen, dass ein Fisch erst richtig gut schmeckt, wenn er sein Wachstum beendet hat. Erst dann wird das Fleisch kompakt und feinfaserig. Weltweit werden die Fische viel zu früh abgefischt.”

Schloss Fuschl, Foto Foodhunter

Sonnenschein und Herr über den Fuschlsee. Gerhard Langmaier hat gut lächeln. Auch Verlagshund Snoopy fand die Bootstour ziemlich anregend

Am Bootshäusl sitzt dann Herr Abramowitsch neben Herrn Tomaselli
oder Anna Nebtrebko neben Gloria von Thurn und Taxis – wer weiß das schon.

Jeden Tag wird geräuchert, doch vorher kommen die gefangenen Fische in die Frischwasserbecken. Dort schwimmen sie ihre letzten Bahnen, die große Flossen deuten an, dass sie es ihr Leben lang gut hatten. Beim Räuchern setzt die Schlossfischerei auf Buchenholz und Sägespäne. “Wenn der Fisch schön goldig glänzt ist das ein gutes Zeichen, dass er vorm Räuchern sauber gewaschen und entschleimt wurde. Ansonsten bekommt er diesen Glanz nicht”, erklärt uns Gerhard Langmaier.

2-3 Stunden verbringen die Fische im Räucherofen, um dann im Gegenzug und Minutentakt reißenden Absatz zu finden. Gerne holen sich auch die Hotelgäste ihren geräucherten Saibling oder die geräucherte Forelle und setzen sich an die Holztische direkt beim Bootshäusl. Da zieht dann selbst der Herr mit der goldenen Uhr die Schuhe aus und isst mit den Händen, trägt die Dame mit der Hochsteckfrisur die Teller zurück, um vielleicht im Mini-Laden auf Roman Abramowitsch zu treffen, der entspannt seinen Fisch einkauft. Schließlich residiert er seit einigen Jahren am See.

Wer auch immer seinen Fisch am ” Fischerei-Beach” zu sich nimmt, die Regeln sind immer dieselben: “nur wenn’s die Deller zruckbringst, wird’s Weeder morgen schee.” (Übersetzt: nur wenn Sie die Teller zurückbringen, wird das Wetter morgen schön). So tun das auch alle. Auch wir.

Schlossfischer Fuschl, Foto Foodhunter (2)

Die Flossen ausgeprägt und gut entwickelt. Immer ein Zeichen dafür, dass es den Fischen Zeit ihres Lebens gut ging.

Fischerei Fuschl, Fotos Foodhunter

Gut gesäubert und entschleimt, danach 2-3 Stunden im Räucherofen. Das Ergebnis: herrliche Fische mit goldglänzender Haut ohne zu viel Fett oder Salz. Ein Hochgenuss, der nichts anderes drumherum braucht

Fischen am Fuschlsee
Schlossfischerei
Schloss Strasse 19
5322 Hof bei Salzburg
fischerei@schlossfuschl.com
www.schlossfuschlsalzburg.com/fischerei

 

Noch einige nette Geschichten rund um Schloss Fuschl

www.foodhunter.de/2013/06/20/gut-kochen-alleine-macht-keine-gute-kuche-thomas-m-walkensteiner-uber-sinnvolle-und-weniger-sinnvolle-lebensmittel/

www.foodhunter.de/2013/06/11/holzofenbrot-kraeuter-und-kaese-oberhintereggers-erlebnisbauernhof/

 

 

Gut Pössnitzberg. Paradies in der Südsteiermark

Die Südsteiermark ist eine kulinarische Reise Wert – von der Buschenschankjause zum Haubenkoch, vom klassischen Welschriesling zum Sauvignon Blanc Lagenwein. Foodhunter Rudolf Danner ließ sich im Paradies verführen. 

Autor und Fotos Rudolf Danner

Kastanienblütenwanderung mit Honigschlecken im Frühling ,Weinprobe im Heißluftballon, Dinner im Weinberg, steirische Weinwoche im Sommer, südsteirisches  Herbstfest, Junkerpräsentation, Lagenweinverkostung, Winzersektgenuss und Breinwurstprämierung im Winter – ein genussvolles Jahr erwartet die Gäste. Die Faszination der Süddsteiermark liegt in seiner Seele, den ehrlichen Produkten, den frischen, fruchtigen, mineralischen Weinen, der Freundlichkeit der Menschen und einer reizvollen Landschaft. „Eine Landschaft, die wie ein trunkenes Königreich Berg und Tal zu einem verspielten Chaos verknüpft“, wie es der Wiener Schriftsteller Alfred Komarek ausdrückt.

Pössnitzberg: Champagnerie und Dreihaubenlokal

Unsere Verführung im Paradies Südsteiermark beginnt im Gutshof Pössnitzberg der Familie Polz mit modernem Hotelgebäude, Champagnerie und Dreihaubenlokal: Die Zimmer tragen die Namen der Weintrauben, neben dem Bett ranken sich echte Reben am Spalier hoch, ein dekorativer gläserner Raumteiler zeigt im Querschnitt den Bodenaufbau der Weinberge und nicht nur die Terrasse der Suite ermöglicht einen grandiosen Fernblick. Ein stimmungsvoller „Champagnerkeller“ lädt zur Verkostung, die STK-Steirische Terroir-und Klassikweingüter liegen in Gehweite. Weinseligkeit pur.

Champagnerie Pössnitzberg

Kreuzwirt: Wollschwein und Grammelknödel vom 3-Hauben-Koch

Daneben, im Kreuzwirt, kreiert Gerhard Fuchs einer der besten Köche Österreichs (seit 10 Jahren mit 3 Hauben gekrönt) aus regionalen Produkten  kompromisslos geschmacksorientierte Gerichte ohne molekularen Firlefanz. Schon die Grüße aus der Küche vielversprechend: Gebeizte Lachsforelle aus dem Vulkanland, ein butterzartes Brüstl vom Wollschwein aus der Rohmilch, dazu Knusperschwartl, Rettichvariationen, Kaviar und Brunnenkresse, eine Textur- und Aromenvielfalt, die uns begeistert, aber auch die Geschmackspapillen fordert. So sind die Dotter-Raviolo mit Cremespinat und Parmesan-Emulsion, großzügig mit schwarzem Perigordtrüffel bedeckt, denkwürdig und nicht mehr zu verbessern.

Auf zweimal lässt er seine Hauptgänge servieren: Das Beste vom Kitz, sensationelle Bratenstücke aus dem Reindl mit Brennnesselknöderln und Karottenpüree. Und zum  Abschluss der kulinarischen Verführung: Sernauer Topfen- und Grieskreationen mit Pralinen, Nüssen, Schwarzbeerröster, Karamell und Trebernbrandeis. Sommelier Christian Zach kredenzt zu den Speisen ausgesuchte Weine der Steirischen Terroir- und Klassikweingüter, einer Vereinigung, die sich mit größtem Engagement für die regiontypische Weinkultur einsetzt.

Pösnitzberg

Gut Pössnitzberg, Pössnitzberg 168, A-8463 Leutschach, www.poessnitzberg.at
 

Weitere FOODHUNTER-Empfehlungen

STK-STARS: Super Weingüter, traumhafte Übernachtungsmöglichkeiten, hervorragende Weißweine und stylisches Verkostungs-bzw. gemütliches Buschenschankambiente

 

Noch ein Foodhunter-Tipp

“GENUSSREGAL” SÜDSTEIERMARK 

Der einem überdimensionalen Regal nachempfundene, an einen gepflegten Verladebahnhof erinnernde Außenbereich mit weitläufigem Shop bietet auf über 1700 qm mehr als 450 Weine und kulinarische heimische Delikatessen.
Das Genussregal präsentiert nicht nur die regionalen Produkte, sondern lädt 12 m hohen Halle dazu ein,  diese zu verkosten. Ein sinnliches kulinarisches Erlebnis. So düst und holpert man virtuell auf einer Vespa die Weinberge entlang, wird von einer gestandenen Steirerin nach einem abrupten Bremsmanöver  mit einem Glas Wein empfangen, probiert sich durch Kernöle, Schinken und Kürbisnaschwerk, verfolgt die Tätigkeiten im Weinberg, erfährt eine illustrierte Traubenkunde, verkostet Honigsorten, Edelbrände und Marmeladen. Vinofaktur, Südsteirisches Genussregal, A-8461 Vogau, An der Mur 13. Täglich geöffnet. www.genussregal.at

 

 

Gailtaler Speck. Gutes Tierleben, gutes Produkt

Albert Jank war lange Jahre in einer Großmetzgerei beschäftigt bis er den Wahnsinn der Mästereien nicht mehr ertragen konnte. Heute macht er sich nicht mehr für ein Gütesiegel stark, sondern für eine Plombe: Gailtaler Speck.
Wir haben gekostet und sind vom milden Geschmack äußerst angetan. 

Autor Dirk Vangerow

Der Gailtaler Speck, was macht ihn aus? Der milde Geschmack, die Räucherung bei 20 Grad, die Schweine die ausschließlich aus dem Gailtal kommen, das milde Klima? Wahrscheinlich von allem etwas. Die Tiere werden auf saftigen Wiesen gehalten und finden ein stressloses Ende in der hauseigenen Schlachterei.

Die grüne Plombe zeugt von der Erzeugung aus bäuerlichen Familienbetrieben, die rote von Produktion aus Metzgerbetrieben.
Und Obmann Albert Jank und seine Stellvertreterin Roswitha Essl sorgen dafür das alles mit rechten Dingen zugeht.

Hier noch ein Hinweis zum Gailtaler Speckfest am 1. – 2. Juni.  www.foodhunter.de/2013/05/23/1-2-juni-gailtaler-speckfest/

Speck, Foto Foodhunter (2)

Die Schinken werden bei 20 Grad 7 Tage in zwei Arbeitsgängen geräuchert.

Speck, Foto Foodhunter (1)

Speck, Foto Foodhunter

Eine Sauerei –  gut zu wissen

  • Nicht nur Ilse Aigner ballert mit nichtsnutzigen regionalen Güte-Siegeln um sich, auch die Österreicher führen die Verbraucher hinters Licht wo es nur geht. Das enge Zusammenspiel von Industrie und Politik hat inzwischen Ausmaße angenommen, die gen Himmel stinken.
  • So werden (wahrscheinlich nicht nur in Österreich) die Schweine als Ferkel in Gitterboxen auf Schiffe verfrachtet, stehen einige Wochen unbeweglich eingepfercht auf Gitterböden,werden blitzartig gemästet (der Dung geht direkt ins Meer, wie praktisch)  um dann zum Schlachten nach Österreich zurückzukommen und ein Regionalsiegel aufgedrückt zu bekommen, schließlich sind sie in Österreich geboren und geschlachtet worden – was dazwischen passiert, interessiert die Politiker nicht. Die Rede ist vom AMA-Siegel für heimisches Vieh, das dank solcher Praktiken keinen Pfifferling wert ist. Da wir den Pfifferling sehr schätzen ist eben dieser weit wertiger einzustufen.
  • Dem Verbraucher bleibt nur die Wahl zwischen offiziell genehmigter Sauerei und dem eigenen, gesunden Menschenverstand. Wir plädieren für Letzteres.

Sissy und der Gottesacker. Zu Gast im Landhaus Sonnleitner

Kochen heißt Geschichten erzählen. Und so beginnt die Geschichte mit Sissy in einem Haus, das den Gast wie eine lebendig gewordene Biedermeier-Puppenstube empfängt. Kachelofen und Dielenböden, Sessel im Laura Ashley Stil, kleine Lampen, die warmes Licht verströmen, Stuck an den Decken. Dazu ein Garten, der zum Gottesacker führt, denn Sissy Sonnleitner kocht “ihr Land”, lässt im Garten gedeihen, was dort gedeihen will.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

“Jede Epoche hat ihre eigene Küche. Die Küche jeder Epoche erzählt von Alltag, vom Leben, von den Festen und Veränderungen. In unserem Haus haben bis heute 5 Generationen gewirkt. Jede Generation hat dem Haus ihren Stempel aufgedrückt – hat ihre eigenen Geschichten und Rezepte hinterlassen”, sagt Sissy Sonnleitner, die gerne persönlich jeden Gast begrüßt, um dann sogleich wieder in die kleine Küche zu entschwinden, in durch ein Fensterchen in der alten Holztüre jederzeit einsehbar ist.

Sonnleitner, Foto Foodhunter

Nein, imponieren wolle sie mit ihrer Küche nicht, sagt sie. Statt dessen möchte sie Gerichte anbieten, die mit authentischen Produkten auskommen – mit Zutaten ohne Degenerationserscheinungen. Oder wer käme schon auf die Idee, bei einer preisgekrönten Köchin ein Schinkenröllchen zu bestellen? Doch genau dieses ist Bestandteil der “Karnischen Kostproben” und von derart zartem, feinem Geschmack, dass wir uns etwas ungläubig ansehen. Neben dem Röllchen eine Lachsforelle mit Schnittlauch-Sabayon, Spargelpudding und Kartoffelaufschnitt.

Sonnleitner, Foto Foodhunter (2)

Gestärkte Tischdecken, feines Silber, Wein aus der Wachau in den Gläsern. Es fühlt sich an wie ein Feiertag in der Familie, freudig ist man, erwartungsvoll und irgendwie sittsam. Den Kostproben folgt Spargel mit Gorgonzola und Tomaten. Achtsam sind die Komponenten angerichtet, der Spargel fast knackig gebraten, der Gorgonzola, entgegen seiner italienischen Natur angenehm zurückhaltend, während die Tomaten fast verschwenderisch ihr Sonnenaroma offenbaren. Das winzige Blümchen am Tellerrand verlangt nach Aufmerksamkeit – es ist wilder Thymian von fast unwirklicher Intensität.

Sonnleitner, Foto Foodhunter (1)

Gailtaler Impressionen sind unser Hauptgericht: Polenta aus Gailtaler Mais, ein bisschen gräulich in der Farbe, was dem Geschmack keinen Abbruch tut. Wir sind glücklich, auch wenn uns an diesem regnerischen Tag ein Essen im Garten verwehrt bleibt. – Ein guter Grund mehr, noch einmal bei Sissy, ihren vier Töchtern und dem Gottesacker vorbeizuschauen.

Sissy Sonnleitner, Foto Foodhunter

Sissy & Stefanie Sonnleitner
Landhaus, Restaurant, Genusswerkstatt
Mauthen 24, 9640 Kötschach-Mauthen, Österreich
www.sissy-sonnleitner.at

 

 

 

Die süße Seite des Gailtals: Konditorei Semmelrock

Himbeerroyaltorte, Topfenobsttorte, Punchkrapferl, Erdbeer-Holunder-Törtchen, Kardinalschnitte oder Haustorte. Die Konditorei Semmelrock ist eine Institution im Gailtal und Erich Semmelrock ein begnadeter Jongleur mit den Produkten der Region. 

Autor Sabine Ruhland

Als der bekannte deutsche Zuckerbäcker Georg Maushagen (u.a. Hochzeitstorte Trump) Urlaub im Gailtal machte, kam er jeden Tag in die Konditorei und beobachtete neugierig das Treiben. Konditor Erich Semmelrock war irritiert. Finanzamt oder Konkurrenz?, fragte er den unbekannten Dauergast. Der lachte. Heute sind die beiden gut befreundet und tauschen sich regelmäßig aus.

“Es ist nicht mehr so wie früher, dass die Rezepte große Geheimnisse sind. Jeder lässt sich von jedem inspirieren”, sagt Semmelrock, der täglich einen kreativen Dauerlauf vollbringt und das mit scheinbarer Leichtigkeit: 40 Torten verlassen täglich seine Backstube, dazu kommen Dutzende kleiner Törtchen, hausgemachtes Eis, Lebkuchen (Gailtaler Lebkuchen sind weit über die Grenzen berühmt) und Schokolade.

Wir kosten die Haustorte, eine raffinierte Kombination aus Schokolade, Kirsch, Mürbeteig und Marzipan, sind hingerissen von der fluffig-sahnigen Kardinalschnitte, kosten die nussige hausgemachte Schokolade, die hausgemachten Pralinen und verstehen, dass Erich Semmelrock als einer der Besten gilt. Die sexy Kalorienbomben sind jeden Umweg wert.

Semmelrock, Foto Foodhunter

Gailtal, Foto Foodhunter (1)

Konditorei Semmelrock, Gasserplatz 6, 9620 Hermagor, Mo-Sa 7-19.30, (Mittwoch Ruhetag), So 8.30 – 19 Uhr, www.konditorei-semmelrock.at

Noch mehr kulinarische Entdeckungen

Zur süßen Seite bietet das Gailtal auch noch eine salzige: Peter Bachmann räuchert Bio-Lachs. 
Die ganze Story unter www.foodhunter.de/2011/12/22/bio-raucherlachs-aus-osterreich/

Biolachs, Foto Foodhunter

Trip to Vienna. Trip to Silvio Nickol

Als das Palais Coburg in Wien kurz vor der Eröffnung stand, haben wir es das erste Mal besucht. Dann vergessen. Dann Silvio Nickol im Schlosshotel am Wörthersee kennengelernt und einen seiner letzten Abende dort erleben dürfen. Ein Meisterkoch, der uns erstmals mit ungestopfter Gänseleber verführte. “Ich gehe nach Wien, denn Sterne vergibt der Guide Michelin nicht in Kärnten”, sagte er. Spätestens jetzt sollte also unser Weg bald nach Wien führen, denn aus dem Palais ist eine der besten und schönsten Adressen geworden, die sich Gourmets nur träumen können.  

2 Sterne hat er schnell wieder erkocht, der sympathische Silvio Nickol und wer in den Genuss seiner Kunst kommen will, sollte dem Menü für 168 Euro nicht abgeneigt sein. Di-Sa ab 18 Uhr. Telefon  +43 1 518 18- 800 / Mail: restaurant@palais-coburg.com

Palais Coburg

Foodhunter-Tipp:
Wem das zu viel des Guten ist, der kann im Basteigarten leichte und kreative Küche genießen, wie Saibling in Honig-Limetten-Beize oder Gänseleber-Terrine mit Himbeer-Gelee. (3-Gang-Menü ab 42 Euro) – und das in herrlichem Ambiente unter schattigen Bäumen. Verlagshund Snoopy mag nur gar nicht verstehen, dass sie da nicht reindarf. Dafür kümmert sich das Hotel dann um einen Dogsitter.

 

 

Ferienhaus in den Weinbergen. Lagenhaus in der Kitzeck, Steiermark

Pünktlich um 12 Uhr wird sie jeden Sonn-und Feiertag händisch geläutet – die 5 Tonnen schwere „Seggauer Liesel“. Dann verkündet die größte steirische Glocke auch ihre kulinarische Botschaft weit über das rebenbestandene Hügelland. Vertraute Töne für den Steirer Dietmar Silly, den ehemaligen bischöflichen Kellermeister im Schloss Seggau, der jetzt als Genussbotschafter und Architekt eines einzigartigen Wohlfühlkonzepts „PURESLeben“ verspricht.

Autor Rudolf Danner

Wo die Wildbacher Rebstöcke ihre Wurzeln haben, das schieferhaltige Terroir den Weinen Mineralität und eigenen Charakter verleiht, wo in gemütlichen Buschenschanken zum Welschriesling traditionelle Gerichte aufgetischt werden, das Backhendl in goldgelber Knusperpanier mit Krauthäuptel serviert wird, wo sich die Triebe der Käferbohnen an meterlangen Stangen in den Himmel ranken, wo Haubenköche aus heimischen Zutaten kulinarische Kreationen zaubern,  wo die Mangalitzawollsau und das Turopoljeschwein noch fröhlich grunzend natürliches Futter finden und der Sulmtaler Hahn seinen Hennen jahrelange Lebenserwartung verkündet, wo das schwarzgrüne Gold in Strömen aus den Ölmühlen fließt, der Kren einem das Wasser in die Augen treibt  und g‘standene Mannsbilder zum Weinen bringt, da schlägt das „grüne Herz Österreichs“ und die Gourmetherzen höher, hier empfindet der Gast sogar das Klapotetzgeklapper als Ohrenschmaus, in der STEIERMARK herrscht pures, genussreiches Leben.

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Kurvenreich windet sich die Straße zwischen Weinbergen und Streuobstwiesen  nach Kitzeck, zum höchstgelegenen Weinbauort Europas. Wir haben die Phyrn-Autobahn bei Leibnitz vor 20 Minuten verlassen und sind gespannt auf das bei PURESLeben angemietete Lagenhaus. Ein Hinweisschild suchen wir vergebens, denn neugierige Besucher will man fernhalten. Dann entdecken wir das Kleinod in exponierter Lage inmitten von Weinstöcken, wie zufällig in den steilen Hang gebaut, mit lichten riesigen Glasfronten, Terrassen und mit spektakulärem Panoramablick. Geschmackvolles Interieur und hochwertige perfekte Ausstattung ermöglichen traumhaften Wohnkomfort, besondere Serviceleistungen und Annehmlichkeiten machen das steirische Lebensgefühl erlebbar. Auch Tolkiens Hobbits wären hier glücklich:  „Gutes Essen, warmes Herdfeuer und die Geborgenheit eines Zuhauses.“

Doch den ruhesuchenden Genussmensch der Neuzeit erwartet weit mehr – Luxus im Einfachen: Außenpool mit Sauna (gerade im Bau), Infrarotsauna im Wellnessbad mit Wirlpool und Massageliege, ein mit steirischen Spezialitäten reich bestückter Kühlschrank, zwei Schlafzimmer, zwei Bäder, Weinkeller, Garage, Frühstückskörberl, Backwarenservice, steirische Köchin und Wellnesanwendungen auf Wunsch, Picknickvespa und gemütliche Buschenschanken und Haubenlokale in Gehweite.

Innerhalb einer Stunde lassen sich von hier mit dem Auto alle Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele entspannt erreichen:  Graz mit seiner Kultur, der Reinischkogl am Beginn der Schilcherweinstraße, das Lipizzanergestüt bei Piber, die Bäderlandschaft bei Bad Radkersburg und das Apfelparadies bei Puch,  Riegersburg und Kapfenstein im Osten,  die traumhafte Südsteirische Weinstraße an der slowenischen Grenze.

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Nach langen Tagen kommen wir doch gerne zurück in die Geborgenheit eines traumhaften Zuhauses, wo uns Gastgeber Silly mit Rat und Tat, aber auch mit seinen hervorragenden Weinen erwartet. Sogar in luftiger Höhe, im Heißluftballon kann der Gast bei einer Weinverkostung PURESLeben genießen, ein wahrhaft himmlisches Vergnügen und eine „hochinteressante“ Erfahrung, soll doch aufgrund der Höhe, der Luftdruckverhältnisse die Wahrnehmung von Zucker um 15-20% abnehmen, während fruchtige Aromen stabiler bleiben und bittere Stoffe sich stärker aufdrängen.

Wieder gelandet wartet im 100 Sternerestaurant ein steirisches Dinner, zubereitet und serviert von einer g’standnen Steirer Köchin und das Himmelbett für die Nacht im Weinberg ist schon vorbereitet. Das Lagenhaus unterhalb der Kitzecker Kirche präsentiert sich hell erleuchtet und die Gäste strahlen, es öffnet sich das Herz, der Geist wird frei und die Seele baumelt.

www.puresleben.at

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Foodhunters Empfehlungen Kitzeck

Weinmuseum Kitzeck: „Den Ahnen zu Ehr, den Jungen zur Lehr”. Es wurde all das gesammelt und bewahrt, das in diesem Gebiet seit einem Jahrtausend von unseren Vorfahren für die Kultivierung des Weinbaues und der Kellerwirtschaft geschaffen worden war. http://www.kitzeck-sausal.at/Weinmuseum-Kitzeck.21.0.html

Buschenschänken: Josef II sei Dank, den von ihm stammt  die Buschenschank-Zirkularverordnung von 1784:  jeder Weinbauer darf seinen selbst produzierten Wein und selbstgemachten Speisen verkaufen. Hier unsere Tipps:

Weinkultur im Presshaus“ Weingut Albert-Fam.Cramer. www.weingut-albert.at

Bio-Weingut Warga-Hack Fam.Hack. www.warga-hack.at

Haubenrestaurants:

Kirchenwirt Heber(Kitzeck)              www.kirchenwirt.at

Weinhof Kappel( Kitzeck)                 www.wein-wellness-hotel.at

Zur Hube( Kleinstätten/Pistorf)      www.zurhube.at

Aktuelle Veranstaltungstipps rund um Kitzeck:

9.06. 2013
Kitzeck ist prickelnd
www.sulmtal-sausal.at

21.06 2013
„Tischlein deck dich“ an der Südsteirischen Weinstraße.
Zur Sommersonnenwende mitten im Weingarten ein herrliches Menü genießen.
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“Grossartig”. Jakobiwein aus der Steiermark

Jung und frisch, trocken mineralisch, feinwürzige Noten von grünem Gemüse (Erbsenschoten, Paprika), zartes Grapefruitaroma, ein Hauch von Hollunder und passend zur steirischen Wirtshausküche. Wie lautet die Bauernweisheit so treffend: „Jakobi heiß – lohnt Müh‘ und Fleiß“. Wir sind in der Steiermark und finden einen ganz besonderen Tropfen. 

Autor Rudolf Danner

„Dieses steirische Büchlein ist in der ganzen Kalenderliteratur vielleicht das merkwürdigste Ding. In keinem sind so viele Festtagskreuze angesetzt, die Sterz und Krapfen verheißen“, schreibt der Heimatschriftsteller Peter Rosegger 1905 in seinem Buch „Volksleben in der Steiermark“. Für das meist leseunkundige Gesinde bestimmten die heiligen Mandl, der Lauf der Gestirne und die Wettersymbole alle Tätigkeiten im Weinberg oder im Stall, den gesamten Arbeitsrhythmus. Seine Bedeutung hat das „seltsame Bücherl bis heute nicht verloren, wird es doch jährlich aktualisiert, findet sich in beinahe jedem zweiten steirischen Haushalt – bei über 100.000 Auflage nicht verwunderlich – und besitzt eine erstaunliche Wettertrefferquote von 60-70 % .

Jakobikalender

Dieser Kalender hat die Brüder Johannes und Michael„die jungen Wilden“ von Vater Alois Gross, inspiriert,  2011 ihren eigenen spannenden Jakobiwein aus jungen Sauvignon blanc Rebstöcken zu keltern und mit einer von der Schwester Veronika gestalteten Jahrgangslegende aus dem Mandlkalender zu etikettieren.

Symbolhaft dargestellt sind Tag für Tag, Monatszeile für Monatszeile z.B. Rebenblüte, Wetterbedingungen und Ernte abzulesen. Und der Heilige Jakobi, der  Schutzpatron des Wetters gab nicht nur seinen Namen, sondern offensichtlich auch seinen Segen, denn entstanden ist ein heller, strohgelber, sauvignongeprägter echter Steirer(12,5%-1,2 g/l Restzucker-5,6 g/l Säure).

Jung und frisch, trocken mineralisch, feinwürzige Noten von grünem Gemüse (Erbsenschoten, Paprika), zartes Grapefruitaroma, ein Hauch von Hollunder und passend zur steirischen Wirtshausküche. Wie lautet die Bauernweisheit so treffend: „Jakobi heiß – lohnt Müh‘ und Fleiß“.

Gross Wein, Foto Foodhunter

Der Jakobiwein vom “grossartigen” Weingut Gross schreibt seit 2011 in doppeltem Sinne Geschichte, die auch am 25. Juli, im Rahmen der Jakobiwanderung in Ratsch an der Weinstraße gebührend gefeiert wird. Dieses einmalige Verkostungs- und Trinkgelage verlangt eine besondere kulinarische Kondition, denn an 11 Stationen wird aufgetischt was Land und Küche hergeben: Steirische Spezialitäten wie Brettljausen, Backhendl, Sterz, Hausgemachtes, Eierspeisen, Eingelegtes, Aufstrichbrote mit Verhackertem, Wurst- und Selchwaren, Handkäse, Mehlspeisen und Kuchen werden begleitet von einem ehrlichen Welschriesling und spannenden Sauvignon Klassik-und Lagenweinen in rebenumrankten Freisitzen mit traumhaftem Ausblick über das südsteirische Hügelland.

  An Jakobi wird auch traditionell das steirische Wahrzeichen, der Klapotetz aufgestellt.

Vier Holzarten, Fichte für die Flügel, Buche oder Akazie für die Klöppel, Esche für den Block, werden zur Herstellung  einer Art riesen Windradvogelscheuche verwendet. Das Schlagbrett besteht immer aus Kirschbaumholz und erzeugt aggressive, schrille, fast im Ultraschallbereich angesiedelte Töne. Das Windrad hat einen Durchmesser von etwa 1 Meter, Birkenbuschen am hinteren Ende dienen als Windfahne und Gegengewicht. Diese beeindruckenden bis zu  20 Meter hohen tonnenschweren Monster bewachen z.B. die Weinberge am Dämmerkogel im Gemeindegebiet von St. Andrä-Höch und sollen nach dem Aufstelltag bis zum 11. November (Martini) mit ihrem rhythmischen Geklapper die ebenfalls geflügelten Traubenfresser fernhalten. www.gross.at

Veranstaltungen 2013

11.Mai: 20 Jahre „Steirische Klassik“ mit Jahrgangspräsentation der STK-Weingüter am Weingut Gross

25.Juli: Jakobiwanderung mit Klapotetzaufstellen und Fest in Ratsch

31.August: Tag der offenen Kellertür mit Weingartenpicknick

23.November: STK-Lagenweinverkostung im Schloss Kapfenstein

Gross Wein, Foto Foodhunter