Kategorie-Archiv: Köstliche Adressen

Alte Post zu Pähl. Original altbayerische Schmankerlküche

Peter Maffay ist seit 2009 Besitzer des Gasthauses, das bereits 1590 Erwähnung fand. Liebevoll und fast „zu aufwendig“ wurde es von Vorbesitzern renoviert: mit Fliesen im Gastraum aus Jerusalem oder einem Parkplatz, dessen Pflastersteine aus dem Hafen von Portofino stammen. Die Gäste ähnlich illuster: von Peter Maffay über Alfons Schuhbeck bis hin zu Patricia Riekel und Helmut Markwort. Sie alle wollen nur eines: die gutbürgerliche Küche von Herbert Russer. Der ist seit 2012 Herr über Stuben und Herd von der Alten Post zu Pähl.

 Autor Sabine Ruhland, Foto Foodhunter

Ab 11 Uhr ganztägig geöffnet – das ist ganz und gar in unserem Sinne, denn nach einem langen Spaziergang in der Wintersonne lieben wir es, Mittag- und Abendessen zu verbinden und um 14 oder 15 Uhr einzukehren. Der Kachelofen bullert leise im holzvertäfelten Almstüberl während es in der größeren Gaststube deutlich lauter zugeht. Constance und Herbert Russer sind präsent, plaudern mit ihren Gästen, familiäre Gastfreundschaft von der ersten Minute.

Alte Post zu Pähl, Foto Foodhunter

Am Herd steht nur einer: Herbert Russer selbst. Allenfalls springt Ehefrau Constance ein. Fotos Foodhunter

Die Karte vielversprechend: Braumeisterpfandl mit  ¼ knusprige Ente, Altbayerischer Schweinsbraten mit König-Ludwig-Sauce (Sauce mit Dunkelbier), Postwirts saftiger Zwiebelschmorbraten oder gesottener Tafelspitz vom bayerischen Weiderind. Zum Abschluss Topfenstrudel, Kaiserschmarrn oder geeister Kaiserschmarrn. Die Qual der Wahl.

Alte Post zu Pähl, Foto Foodhunter (1)

Das gemütliche Almstüberl mit bullerndem Ofen. Eine Überraschungsvorspeise mit Thunfisch und Gambas und ein saftiger Saibling mit Mango-Chutney. Fotos Foodhunter

Wir entscheiden uns für eine Leberknödelsuppe – hausgemachte Tafelspitz-Brühe, perfekt abgeschmeckt. Der saftig gegrillte Weidentaler Saibling ist exakt so, wie wir uns das Fischlein gewünscht haben. Kein Wunder, dass es als „des Kinis Leibspeiß“ auf der Karte steht. In unserem Fall ersetzte Herbert Russer die Petersilienkartoffeln durch ein Mango-Chutney, was Exotik ins Spiel brachte und den Gaumen erfrischte.

Zum Hauptgericht servierte uns der Chef ein Filet, kombiniert mit Stücken von der Ente. Mehr als das Fleisch überzeugten die hausgemachten Soßen und ein Blaukraut, das von fundierter Küchenkunst zeugte.

Zum Abschluss ein geeister Kaiserschmarrn – Schuhbeck lässt grüßen hat Herbert Russer doch seine Lehrzeit bei ihm in Waging verbracht. – Geniales Finale.

Alte Post zu Pähl, Ammerseestraße 3, 82396 Pähl. Bis April Mo und Di Ruhetag!
Ansonsten ab 11 Uhr durchgehend. Tel. 08808/921077. Schöner Biergarten im Sommer!
Halbe Stunde Fahrt von München aus via Starnberg. 
www.alte-post-paehl.de

Alte Post zu Pähl, Foto Foodhunter

Das Blaukraut eine Wonne, das Fleisch nicht wirklich eine Offenbarung (in einem Fall leider falsch geschnitten), dafür authentische Soßen. Zum Schluss der geeiste Kaiserschmarrn mit Beeren – ein grandioses Finale. Fotos Foodhunter

 

 

Neue Frühstücks-Wintergarten-Lounge im Bayerischen Hof

4,2 Millionen Euro ließ sich Innegrit Volkhardt den Umbau des einst sehr floralen Frühstücksraumes aus den 80er Jahren kosten. Jetzt ist alles neu auf der sechsten Etage. Große Fensterfronten, Nischen und kleine Emporen, grün bespannte Wände und ein zweigeteilter Raum mit Bar und offenem Kamin. Der Bayerische Hof macht seinem Ruf als “a world of it’s own” wieder alle Ehre. 

Auf der einen Seite Buffet und moderne Sitznischen, im anderen Bereich ein gewaltiger skulpturaler Kamin, Lounges, nach oben fahrbare Tische, neue Deckenlichter. Die Wände grün bespannt, die Bar in Weiß, der Ausblick grandios. Alles eigens für den Bayerischen Hof angefertigt.

Dass die schöne Lounge momentan dem reinen Zweck der Eventlocation dient, ist selbst für Innegrit Volkhardt nur eine momentane Phase. “Der Tag wird kommen, an dem wir die neuen Räume für die Öffentlichkeit auch am Abend zugänglich machen.”

Bis dahin bleibt nur eines – sich zum Frühstück anmelden, das ist auch für Nicht-Hotelgäste jederzeit möglich.

Bayerischer Hof, Promenadeplatz München,
 www.bayerischerhof.de

Bayrischer Hof, Wintergarten Lounge, Foto Foodhunter (3)

Frühstücks-Wintergarten-Lounge Bayerischer Hof, Fotos Foodhunter

En vogue: Bier statt Wein im Luxusrestaurant

Gott soll Hopfen und Malz erhalten. Immer mehr Gourmets trinken im Sternerestaurant das einst verpönte Gebräu. Gott sei Dank. Foodhunter Oliver Zelt war in München und in Berlin unterwegs und hat Sptzensommeliers nach ihrer Meinung gefragt. Siehe da, Bier ist auch im Feinschmeckerlokal längst en vogue. 

Autor Oliver Zelt

Im Münchner Nobelrestaurant „Tantris“ sind viele Gäste schon vor dem Essen baff. Wenn der Ober eine Rotbarbe mit Meerrettichbohnen und marinierten Gartentomaten serviert, empfiehlt Sommelier Justin Leone überraschend als Begleiter ein Bier. Leone greift zum Greenwich Indian Pale Ale für den feinen Fisch. Das in London gebraute Bier werde „durch zusätzliche Hopfen im Tank quasi trocken gehopft“. Die „aromatisch grüne Frische“ stütze ein „ schwerer fruchtiger, doch konzentrierter Körper“.

Tantris München, Foto Foodhunter

Tantris München – nicht nur optisch neue Zeiten

Zwar empfehlen vermeintlich versierte Restaurantknigge-Berater immer noch, im noblen Lokal das Bier höchstens an der Bar zu trinken, aber immer mehr Spitzenhäusern emanzipieren sich vom  Glauben, nur die hohe Kunst der vergorenen Trauben könne dem Gourmet den Höhepunkt des Essens auf die Zunge zaubern.

Es sei „absurd, überall auf Qualität zu setzen und beim Bier nicht“. Selbst in den meisten sternedekorierten Restaurants kneift der Ober nicht mehr pikiert die Augen zusammen, wenn der Gast nach einem Bier fragt um ihn dann fast peinlich berührt ein schlichtes Pils zu servieren. Bier sei in der Herstellung so anspruchsvoll wie Wein, sind sich die Experten der Branche einig.

Im Rutz gibt es en spezielles Biermenü

Das würde Billy Wagner sicherlich sofort unterschreiben. Im Berliner Restaurant „Rutz“ sorgt Wagner für den richtigen Schluck zum regionalen Schmaus. Das sternedekorierte Lokal bietet Biertrinkern, die „der Bierlangeweile zu entkommen suchen“ ein spezielles Menü mit Spitzengebrautem. Zu „Beuthes geschmortem Schweinebauch & Pilzragout sowie  Apfel-Soja“ trinkt der verwöhnte Gast dann ein Lavendel XPA IPA von der Kreuzberger Firma „Schoppe Bräu“. Die verklausuliert klingenden Versalien beschreiben das India Pale Ale, der neue Star unter den Schaumgetränken. Ein Bier, das seinerzeit für Kolonien gebraut und mit dem Schiff um die halbe Welt segelte. Es hatte deshalb viel Hopfen und eine Menge Alkohol, damit es zwischen wellen und Wogen nicht umgeht.

Der Schweinebauch sei „dick, fett und schmelzig“ aber genauso wichtig ist, was drumrum liegt“, sagt Wagner. Deshalb passe das kraftvoll-aromatische Gebräu bestens zu dem 60 Stunden langsam gegarten Schweinbauch mit Pilzragout und Noten von Apfel-Soja und Lavendel.

Zur deutschen Esskultur „gehören guter Wein und gutes Bier“ sagt Billy Wagner ohne Zweifel. Die Kunst des Bierbrauens ist mindestens so alt wie die Kunst des Weinkelterns. Doch heute teilen sich wenige Großbrauereien den Weltmarkt auf. Deren Biere schmecken meist weniger großartig.

Weinbar Rutz

Weinbar Rutz in Berlin. Bier mit Stern

Schoppe Bräu

Die edlen Verwandten verlangen nach mehr Zeremonie. So empfehlen Experten „den ersten Schluck retronasal zu genießen“, was wohl ein bisschen Übung bedarf. Denn einen kleinen Schluck auf der Zunge liegen zu lassen und durch die Nase darüber hinweg zu atmen, ist kaum angeboren. Solche Rituale zeigen, das die Brauer den Winzern auf Augenhöhe begegnen wollen. Immerhin verweisen die Bier-Tester mit Hochgefühl darauf, dass sie in ihrem Job rund 140 Aromen erschnüffeln können. Die Kollegen aus der Weinbranche hätten da nur maximal 70 Geschmäcker vor der Nase.

Die Vokabeln und die Sprache der Bierexperten erinnern bereits an den für Laien teilweise schwer verständlichen Stil des Weinwortschatzes.

Da kann beim Lesen der lukullischen Lektüre schon mal der Schaum verfliegen. Hans Müller braut nach dem deutschen Reinheitsgebot in Aschaffenburg einen Gerstentrank den er stolz „Sommelierbier“ nennt und der sich mit „einer überraschend fruchtige Nase, von leichter Zitrusnote, begleitet von deutlichem Dörrobstcharakter“ präsentiert. Es sei „malzig im Antrunk mit moussierender Rezenz untermalt von einer unaufdringlichen Holznote.“ Kein Wunder, das Bier lagert für seine besondere Reife in Holzfässern. Noch einen drauf setzt die Brauerei zum Klosterhof in Heidelberg. Für ihr Siegelbier ruht der Ansatz abwechselnd in alten Sherry-, Brandy, Whisky- und Barriquefässern und kostet den exklusiven Feinschmecker  stolze 22 Euro für einen Dreiviertelliter.

„Bier hat wie Wein einen Charakter, heute trinke ich das, morgen probiere ich ein anderes und dann das“, sagt Billy Wagner. Wobei das richtige Glas über den richtigen Genuss entscheidet. Je schlanker das Bier, des schlanker das Glas, je stärker, desto bauchiger.

Eine Pariser Bar offeriert 200 Biere

Das ist eine „private Leidenschaft“. Die Arbeit höre nicht „nachts um 1 Uhr auf, wenn der letzte Gast gegangen ist“. Als Wagner neulich in Paris war, setzte er sich in eine Bar, die „200 Biere im Angebot hatte“. Wagner probierte „3 davon“ und hat den Geschmack jetzt für immer „auf der Zunge“. Er machte mit dem Handy ein Foto und könnte sich das Bier jetzt besorgen.

Im Berliner „Rutz“ sitzen die Gäste derweil bei „Linumer Lammschulter & Kartoffel-Bärlauch,
Mairübe, Kirschtomate“ und trinken dazu ein französisches obergäriges Starkbier. Zum Dessert liegen eine Rharbarbertarte und Sauerrahmeis auf dem Teller. Billy Wagner hat für das Finale ein Cider-Bier aus Wales ausgesucht.

Ein wenig ist es auch eine Art Endspiel für ihn. Wagner verlässt im nächsten Monat das „Rutz“ in bester Freundschaft mit Marco Müller. Demnächst könnten beide Konkurrenten sein. Denn Wagner will in Berlin sein eigenes Restaurant eröffnen.

 

 

 

 

 

 

King Karl – angesagte Penthouse-Bar in Karlsruhe

Als gebürtige Karlsruherin (vor 30 Jahren dem badischen Städtchen den Rücken gekehrt) freue ich mich heute bei Besuchen, wenn eine neue Adresse lockt. So geschehen mit der Penthouse-Bar King Karl am Europaplatz. Zwar versprüht das Saturn-Gebäude (einst Breuninger) mit seinem schmucklosen Entree zunächst Parkhaus-Atmosphäre, doch das ändert sich, hat man erst den Lift in der obersten Etage verlassen und schlüpft in die kleine, feine Bar mit der extravaganten Terrasse, die im Sommer zu den Hotspots der Stadt gehört. 

Autor Sabine Ruhland 

Industriebeton, Samtpolster, Lounge-Ecken mit Kissen, Ledersofas, Holzböden und Kristalllüster, deren Lichtfunken sich in schwarzglänzenden Fliesen aus der Pariser Metro widerspiegeln  – die Bar gefällt auf Anbieb, denn das Innendesign ist nicht nur für Karlsruher Verhältnisse spektakulär. Die große Terrasse mit Blick auf den Europaplatz dürfte im Sommer zu den begehrten Plätzen der Stadt gehören.

King Karl Bar Karlsruhe, Fotos Foodhunter

Gekonnter Stilmix macht die Bar auf moderne Art wohnlich. Zum Reinkuscheln schön.

Doch was wäre eine vernünftige Bar ohne die entsprechenden Drinks? Dafür hat sich King Karl einen kreativen Mann aufs Dach geholt: Joshua Kouma aus Kalifornien. Manager, Chef Sommelier, Cocktail Professional, Whisky Teacher. Auf der Karte neben den bekannten Klassikern auch seine Kreationen wie “Baddie O Collins”, “Irish Derby”, “Sex wth a Bitch”, “The King’s Aromatic Fizz”, “Caramel Apple Crisp” oder “Asian Tamarindo” . Schier unendlich der Erfindungsgeist des Ameriakners, der  lange Zeit in Hamburg gearbeitet hat und eigentlich wegen des Wetters nach Karlsruhe kam. Nicht umsonst nennen viele Einheimische Karlsruhe “Sun-City”. “Außerdem entwickelt sich hier gerade eine innovative Barszene”, sagt Joshua.

Wir starten mit einem “Crispy Paprika”, der genial schmeckt und für diesen Abend unser absoluter Favorit ist (Bombay East, Paprika, frische Kräuter, Bitter). Damit nicht genug, wir kosten noch einen Drink mit Rote Bete, der normalerweise mit Trockeneis im Glas serviert wird (bei unserem Besuch war leider keines da). Der Cocktail “The King’s Aromatic Fizz” (Tanqueray, Grapefruit, Eiweiß, Kräuteressenz) war uns für den späten Abend etwas zu eiweißlastig. Dafür hat uns “Sex with a Bitch” wieder ins Schwärmen gebracht.

Crispy Paprika (2013)
Shaker
1-2 frischer Salbei 1 1/2 cm² stuck frische salbei
1/3 von einer roten Paprika
ein Dreh Salz
ein Dreh schwarzer Pfeffer
1 Spritzer Angostura Aromatic Bitters
5 cl Bombay East Gin
alles im Glas zerstoßen
3 cl frischer Zitronensaft
2 cl Zuckersirup 2:1
Shaken mit Eis, doppelt abziehen in Tumber mit frischem Eis, Zitronenzeste (kaum gedrückt) on top

King KarlKaiserstraße 14676131 KarlsruheDi-So ab 19 Uhrwww.kingkarl-bar.de

King Karl Bar Karlsruhe, Fotos Foodhunter

Links: Crispy Paprika, ein innovativer Drink. Mitte Joshua mixt uns einen weiteren Drink.

Kingkarl, Karlsruhe

Der nächste Sommer kommt bestimmt: dann lockt die schöne Terrasse

 

P10 Winterlounge, Karlsruhe. Noch bis 6. Januar

Im Sommer auf diversen Parkdecks Sommerlounges zu installieren, ist bekannt und beliebt. Im Winter is nix – außer in Karlsruhe. Die Karlsruher machen aus ihrem top-place  ”Parkdeckzehn” die “”P10 Winterlounge”. Bis  6. Januar können “Genusssüchtige” auf dem obersten Deck des Karlsruher Karstadt-Parkhauses den kleinsten, zweifellos höchstgelegensten Weihnachtsmarkt Südbadens erleben.

Tipp von Sabine Bauer

Trotz  wenig charmanter Parkhaus-Atmosphäre unten, ist oben alles anders: eine  festlich dekorierte und gut beheizte Lounge, Gäste, die sich in Vliesdecken oder Lammfelle kuscheln können, ein schönes Angebot an Glühwein, Cocktails oder den nicht zu unterschätzenden Apfelstrudel-Shots.

Draußen ist der sommerliche Palmenstrand verschwunden, dafür hat sich ein Tannenwäldchen ausgebreitet und sorgt ein Außenkamin für romantische Stimmung und wohltuende Wärme. Hunger? Die Grillhütte offeriert Steak, Bratwurst und Gulasch. Ein für Karlsruhe “höchst ungewöhnlicher” Ort!

P10 Winterlounge
Zähringerstraße 69, 76133 Karlsruhe
täglich 11-22 Uhr, auch Sonn- und Feiertage
www.parkdeckzehn.de

P10 Karlsruhe

Alter Schlachthof – Kunst und Genuss in Karlsruhe

Der ehemalige Schlachthof in Karlsruhe – viele Gebäude abgerissen, viele noch in  pittoresk-marodem Zustand erhalten, andere architektonisch neu eingefügt. So entsteht nach und nach ein spannendes Areal für Kunst, Kultur, Genuss. Momentan noch mit dem besonderen Charme der Unvollkommenheit. 

Alter Schlachthof Karlsruhe, Foto Foodhunter

Autor Sabine Ruhland

Coole Weinbar gesucht, Aurum gefunden. Alter Schlachthof 45, Parkplätze in Hülle und Fülle, Kinder, die unbeschwert rumtoben können, große Terrasse und eine – wie der Name sagt –  ”goldene” Weinbar mit Restaurant. Karlsruhe trifft sich seit Neuestem und gerne bei den sympathischen Gastgebern Elisabeth und Andreas Helm.

Die gebürtige „Markgräflerin“ Elisabeth ist Weinliebhaberin und hat die Weinkarte des Aurum interessant bestückt, u.a. mit Tropfen aus ihrer Heimat,  vom Weingut Marget (Heitersheim), Schneider-Krafft (Niederweiler)  und Schindler (Müllheim), ergänzt um Österreich und Spanien sowie pfälzische und badische Weine, darunter Besonderheiten wie Auxerrois vom Staatsweingut Karlsruhe (www.turmbergwein.de).

Die Weinbar ist beliebter Treffpunkt, weshalb Andreas und Elisabeth den angrenzenden Raum in ein Restaurant mit offener Küche verwandelt haben (ganz neu) – Kochkurse inklusive. Eine durch und durch sympathische Adresse, die wir bei künftigen Besuchen in Karlsruhe gerne auf unserer to-do-Liste vermerken.

Aurum, Alter Schlachthof 45 (Navi: Schlachthausstraße 1b), 76131 Karlsruhe. Mo-Sa ab 17 Uhr geöffnet (Winterruhe bis 8. Januar 2014!)  www.aurum-weinbar.de

Alter Schlachthof Karlsruhe, Foto Foodhunter

FOODHUNTERS EXTRA-TIPPS

espresso tostino. Bio-Kaffeerösterei
Ebenfalls im Alten Schlachthof beheimatet: die Kaffeerösterei “espresso tostino”. Klasse statt Masse, denn hier werden kleine Chargen von ausgesuchten Kaffees aus ökologischem Anbau und korrektem Handel frisch geröstet.

Durch Langzeitröstung wird aus den Rohkaffees aus der ganzen Welt hochwertiger Espresso und Kaffee erzeugt. Es gibt ein wechselndes Angebot von reinen Arabica-Mischungen bis hin zur schonenden Kaffeeröstung für den Kaffeegenuss von Bodum bis Filterkaffee. Verkauft wird allerdings nicht vor Ort  espresso tostino, Gerald Hammer & Stefan Kehr, Alter Schlachthof 21 a, 76131 Karlsruhe

espresso stazione am Lidellplatz
Wer  diesen bekömmlichen Bio-Kaffee genießen will, landet unweigerlich bei der Espressobar “espresso stazione”, die ebenfalls dem Röster gehört. Italienflair auf 20 qm im charmanten Viertel um den Lidellplatz. Mittlerweile ist die kleine, feine Bar zentrale Anlaufstelle und Treffpunkt für den Cappuccino am Morgen, den Imbiss am Mittag oder einen Ristretto am Abend. Das Angebot umfasst neben Kaffee- und Espressospezialitäten auch Tee und Trinkschokolade, sowie ein kleines Angebot an Speisen.

Espressorösterei Karlsruhe

espresso stazione Bar Kaffee Handel, Gerald Hammer, Kreuzstr. 17, 76133 Karlsruhe. Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-19 Uhr, Sa 11-17 Uhr. Tipp: Das mobile Pendant zur stazione ist das espresso mobile, das fast jeden Samstag auf dem Gutenbergplatzmarkt steht.

Foodhunter-Tipp: Wenn Sie schon am Lidellplatz sind, manche sagen er sei der schönste Platz der Stadt, finden Sie nicht nur den Lidellbrunnen und einen öffentlichen Bücherschrank, sondern auch Cafés und Restaurants wie das Cafe Palaver, das Gasthaus “Zum kleinen Ketterer” oder auch Carlos Cocktailbar mit ausgezeichneten Drinks (Markgrafenstraße 32 , 76133 Karlsruhe, 
Tel. 01 77 / 287 6317, täglich ab 18.10 Uhr).

 

Urgestein hebt ab – Neustadts neues Glanzlicht

Gute Köche lernen kochen nur aus zwei Gründen: weil die Mama so sensationell auftischte, dass sie das Interesse für gute Küche weckte. Oder weil die mütterliche Kochkunst so mittelmäßig war, dass der Nachwuchs nach Besserem strebte. Beim Foodhunter beispielsweise war Letzteres der Fall und auch Benjamin Peifer war von den Pfannkuchen-Qualitäten seiner Mutter nicht wirklich überzeugt. Also wurde er erst Bäcker, um dann in Restaurants wie Ketschauer Hof richtig durchzustarten. Für das Restaurant Urgestein im Steinhäuser Hof holte der 27-Jährige jetzt den ersten Stern.  Foodhunter Hans Gareis hat den Überflieger schon im Sommer besucht. 

Autor Hans Gareis

Gehört und gelesen hatten wir von diesem Neustadter gastronomischen Highlight viel, jetzt wollten wir selbst zur Kostprobe aufbrechen. Kann dieses junge Kochtalent Benjamin Peifer den Sterneköchen in der nahen Umbebung das Wasser reichen? Gleich vorneweg: Ja, er kann!!!  Denn was er uns bereits im Sommer offerierte, war durchweg “sternenklar”.

Der sehr aufmerksame, stets präsente und nie aufdringliche Service von Tanel Idil hatte für uns einen schönen Tisch im Hof vorgesehen, das hatten wir uns auch so vorgestellt. Die Karte kannten wir aus dem Internet, trotzdem war es eine Freude, im schönen Restaurant alles noch einmal in aller Ruhe zu studieren. Meine Frau und ich wählten aus dem Meilenstein Menü, die vielleicht etwas modernere Variante der zwei Menüangebote (modern und traditionell).

Restaurant Urgestein

Neustadts ganzer Stolz – Benjamin Peifer

Der erste Küchengruß zum Pinot Blanc war bereits eine kleine Sensation, wunderbar erklärt und beschrieben von Herrn Idil und serviert auf Ingrid Zinkgrafs Keramikkreationen – wie alles, was aus der Küche kommt. Toll, dass dieses “Urgestein”-Design-Konzept so konsequent umgestzt wird.

Restaurant Urgestein

Keramik von Ingrid Zinkgraf. Sie hat ihre Galerie in Leinsweiler

Unser erster Gang: Hamachi “Flora und Fauna” (gleich zum Start mein persönlicher Geschmackhöhepunk), viele kleine Geschmacksexplosionen – genial der Fisch auf dem Rosenwasserparfait – Holunderblüte, Bergamott, Gemüse…es geht nicht besser – zudem außergewöhnlich und durchaus experimentell.

Der zweite Gang: Gebratener Zander und Bellotaschinken (der Schinken von den mit Eicheln gefütterten Schweinen)  - zerging wie Butter auf der Zunge. Dazu vielfältige Aromen – wilder Pfirisch, Quinoa.

Ein weiterer Gruß aus der Küche – zum “Neutralisieren”: etwas “Marshallowartiges”, wunderbar “Pfefferminzig-Geniales”.

Und zum Schluss: Die im Heu gereifte Taube, an der Karkasse gebraten, dazu Ofenkarotte und Tobinambur: Göttlich!

Restaurant Urgestein
im Steinhäuser Hof
Rathausstrasse 6
67433 Neustadt an der Weinstrasse
www.restaurant-urgestein.de

Di-Sa 18-23 Uhr
So 12-15 Uhr
Mo geschlossen

Steinhäuser Hof, Neustadt

Idyllisch und versteckt zugleich: Steinhäuser Hof in Neustadt

Steinhäuser Hof, Neustadt

Alle Fotos: Urgestein und Steinhäuser Hof

Luxus-Flammkuchen. Entdeckt im Rizzi, Baden-Baden. High-leveled vegetarian food

Dass Peter Schreck, Inhaber des Rizzi (und Leo’s) in Baden-Baden ein Foodverrückter ist, zeigt sich schon darin, dass er manchmal mit einer Idee in die Küche kommt, die selbst gestandene Köche zunächst den Kopf schütteln lässt. So geschehen mit dem Flammkuchen de luxe, belegt mit Jakobsmuschel und weißen Trüffelscheiben.  

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Es ist unser Lieblingsrestaurant in Baden-Baden, denn von Atmosphäre bis Essen und Service läuft hier alles wie am Schnürchen. Dass zwischen illustren Gästen auch viel “Show” steckt, muss man hinnehmen – oder amüsiert betrachten. Das Essen ist jedenfalls das oberste Qualitätsmerkmal. Peter Schreck selbst ist ein unnachgiebiger Foodhunter, immer auf der Suche nach dem Besten oder Ausgefallenen für sein Restaurant.

Dazu gehört sicherlich der Flammkuchen mit Jakobsmuschel, weißer Trüffel, Rucola. 16,50 Euro. Eine Speise, die auch Vegetarier glücklich macht. – Gleiches gilt für den Rote Bete Risotto, der wahlweise mit Lachs oder pur bestellt werden kann. Mehr unter www.foodhunter.de/2013/02/27/best-place-in-baden-baden-rizzi

RizziAugustaplatz 176530 Baden-Baden, www.rizzi-baden-baden.de

Restaurant Rizzi, Baden-Baden, Foto Foodhunter

 

 

Frank Heppner und das Sra Bua im Kempinski Hotel “Das Tirol”, Kitzbühel

“Geh’ weida, du spinnst.” Als Frank Heppner vor über 20 Jahren mit seinen “Asia-Spinnereien” in Form von Ingwer und Ginseng, Koriander und Zitronengras, Kokosmilch und Glasnudeln in München für neuen Stoff in alten Töpfen sorgte, hatte selbst Alfons Schuhbeck noch keinerlei Visionen, einmal Ingwer-Guru zu werden.

Heute widmen sich die Köche zahlreich der euro-asiatischen Küche. – Zeit für uns, erneut die Wurzeln dieses Küchenstils zu erschmecken. Keine bessere Gelegenheit gibt es, als das  Sra Bua im Kempinski “Das Tirol” zu besuchen, seit 12. Dezember unter der Regie von Frank Heppner. Damit reiht er sich in die Riege der 3-Sterne-Köche ein, denn Juan Amador kocht im Kempinski Frankfurt und Tim Raue im Adlon Berlin. 

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Gut sieht er aus, strahlt über das ganze Gesicht, wirkt locker und entspannt. Vielleicht auch, weil er über Jahrzehnte seinem Stil treu geblieben ist und nicht den Avancen der industriellen Lebensmittelhersteller erlegen ist. Selbst das unverschämt hohe Angebot eines Schweizer Konzerns zur Produktentwicklung hat er abgelehnt. Für Food aus Tüten oder Tuben mag sich Frank Heppner – entgegen vieler seiner Kollegen – nicht “verkaufen”. (Tipp Foodhunter: www.koreanginseng.eu/de/5-frischer-ginsengi)

Sra Bua, Kempinski Das Tirol, Foto Foodhunter

Dass heute Köche gerne auf der Asiawelle schwimmen, sieht er teils mit Skepsis, denn “nicht alle Köche wissen, wie asiatische Gewürze und heimische Produkte zusammenpassen und kombinierbar sind. Viele kennen nicht einmal den Unterschied zwischen heller und dunkler Sojasauce oder wissen um die Differenzierung von Zitronengras und Zitronengrasblättern.”

Und gerade deswegen gibt Frank Heppner Kochkurse. Rund 500-600 werden es gewesen sein, meint er, der einst unter die Schmuggler ging, um an Ingwer, Wasabi oder Ginsengwurzeln zu kommen. ”Ich habe die exotischen Kräuter, Wurzeln und Gewürze von meinen Asia-Reisen eingeschmuggelt und Curry selber gemischt. Heute bekommen Sie die Ware auch hier, das ist schon ein großer Fortschritt.”  

Ein Tipp vom Profi: “Lassen Sie das Blättchenzupfen wie beispielsweise bei Koriander oder Petersilie, das geballte Aroma steckt in Stiel und Wurzel.”

Sra Bua, Kempinski Das Tirol, Foto Foodhunter

Hat er ein ultimatives Rezept, das auch einen einfachen Hobbykoch in den Genuss echter euroasiatischer Küche bringt? “Aber ja! Ginseng-Huhn. Dafür eine Ginsengwurzel unter kaltem Wasser abbürsten, danach in ganz feine Scheiben Scheiben schneiden. Dann ein Bio-Huhn mit Knoblauch, Sojasauce, etwas Zucker, Abrieb einer Zitronenschale würzen und mit den Ginsengscheiben belegen. Einen Tag lang marinieren und dann mitsamt der Ginsengscheiben auf den Grill legen und goldbraun grillen. Fantastisch.”

Überhaupt ist er Grill-Fan, auch weil er für Rösle viele Grillrezepte entwickelt hat. “Für mich ist Grillen nicht zack-zack rauf auf den Herd, sondern so aufwendig wie kochen. Soßen selber machen, Marinaden entwickeln für Huhn, Lamm oder Rind und schmackhafte Beilagen dazu servieren. Es heißt ja immer Grillen könne jeder, Mag sein, aber zwischen Grillen und gut Grillen ist ein himmelweiter Unterschied.”

An Weihnachten allerdings bleibt der Grill kalt. Frank Heppner mag es an diesem Tag bodenständig-dekadent. “Eine Dose Kaviar, Kartoffelpüree und Tandori-Linsen.”

Sra Bua, Foto Foodhunter

Schöne Atmosphäre und alpiner Style gepaart mit Asiaflair. Ein ganz neuer Genuss in den Kitzbüheler Alpen.

Wir beginnen unser Menü mit einer Hühnerconsommée, asiatisch parfümiert mit Ingwer, Zitronengras, Gemüseresten und Tom Yam Soße. “Köchelt den ganzen Tag vor sich hin”, sagt der charmante Service, Sinnon Chan, er versteht die asiatische Küche, weil dort auch seine Wurzeln liegen. Sein Lieblingsrezept ist übrigens ein taiwanesisches Austernomelett. “Austern ganz kurz anbraten, sie müssen noch leicht flüssig sein. Diese ins Omelett geben, Salz, Lauchstreifen dazu, fertig.” Danke, Herr Chan, vielleicht werden wir es bei Gelegenheit probieren.

Es folgt eine Vorspeisenvariation für zwei. Gepoppte Garnelen (dazu Krupuk bzw. Krabbenchips  in winzige Brösel zerstoßen und die Garnelen darin wälzen bevor sie in die Pfanne kommen), Vitello tonnato, perfekte Jakobsmuscheln, Tatar, Saibling mit Nüssen und ein erfrischender Glasnudelsalat, Blue-Fin Thunfisch-Sashimi mit Quittengelee. Viel zu entdecken für den Gaumen. Danach die legendäre Kokos-Fischsuppe mit kleinen Stückchen vom Kabeljau. Ein bisschen mehr “Wumms” hätte sie haben dürfen.

Sra Bua, Kempinski Das Tirol, Foto Foodhunter

Es folgen weitere euro-asiatische Köstlichkeiten: Hummertranche auf Erbsenmousse mit Safrancurry und Minze. Leicht wie ein Tag am Meer und doch mit Erdigkeit der Erbsen.

Bärenkrebs auf rotem Linsencurry mit Wan Tan schmeckt uns getrennt am liebsten. Bärenkrebs und danach das fritierte Wan Tan Blatt mit dem Linsencurry vernaschen. Das Hauptgericht ist ein “Auf-der-Zunge-Zergeher”: rosa gebratener Rücken vom Biokalb mit Langostinos und Kichererbsen Mousseline.(Hätte uns auch ohne Langostinos sehr gut geschmeckt) Parallel ein grünes Curry vom Auracher Biolamm. “Da bleiben wir authentisch”, sagt Frank Heppner. “Wenn der Schäfer kein Lamm hat, dann kommt eben ein anderes Gericht auf die Karte.”  Ein 5-Gang-Menü kostet im Sra Bua im Kempinski Das Tirol übrigens 89 Euro.

www.kempinski.com/de/jochberg/hotel-das-tirol/restaurant/restaurants/sra-bua/

Sra Bua, Foto Foodhunter

Gutes Team: Caspar Bork (li) ist die rechte Hand von Frank Heppner

 

 

 

 

 

 

Was treibt Juan Amador im Lotusblütenteich? Er kocht. Sra Bua in Frankfurt

Euro-asiatische Haute Cuisine steckt hinter dem Sra Bua Konzept der Kempinski Gruppe. Wofür sich Tim Raue in Berlin (Sra Bua im Adlon) verantwortlich zeichnet, hat Juan Amador für die Frankfurter Adresse übernommen. Im neuen Gourmet-Restaurant im Kempinski Hotel Gravenbruch spielt der 3-Sterne-Koch virtuos mit der Aromenvielfalt der asiatischen Küche.  

Tipp von Sabine Ruhland

Sra Bua bedeutet übersetzt Lotusblütenteich und in diesem dürfen sich ab sofort auch die Frankfurter Feinschmecker aalen. „Mit dem Sra Bua by Juan Amador bietet wir Gourmets ein neues Restaurant, das hier in der Region einzigartig ist.”

Hoteldirektor Stefan Schwind hat allen Grund begeistert zu sein, denn nun hat das 5-Sterne-Hotel vor den Toren der Mainmetropole einen kulinarische Spitzenadresse, die dank  der individuellen Handschrift  des hochkarätigen Sternekochs unter anderem mit Gerichten wie “marinierter und geflämmter Kaisergranat mit Wasabi-Eis und einem Relish aus Granny Smith, Gurke und Senfkörnern” aufwartet, mit “Gänseleber mit geröstetem Sepia, Mirin-Gel und eingelegtem grünen Pfirsich” oder einem “Ora-King-Lachs” , der von lauwarmen Gurken, Reiscreme und Algensalat begleitet wird. Selbst “einfache” Ochsenbacken verwandelt Juan Amador in ein raffiniertes Curry, serviert mit Salat von grüner Papaya und Mango sowie thailändischem Duftreis.

Sra Bua Kempinski Gravenbruch
Mi-Sa ab 18.30, So 12-15 Uhr.
Reservierung
srabua.frankfurt@kempinski.com

Sra Bura Frankfurt

Hoteldirektor Stefan Schwind, Kempinski Hotel Gravenbruch, und 3-Sterne-Koch Juan Amador