Einsiedelei im mondänen Kitzbühel

Ein Haus, tief versteckt im Wald, eine kleine Kapelle, eine Terrasse, wundervolle Holzstuben, traditionelle Küche und die Aussicht über Kitzbühel und das ganze Tal. Ein magischer Fleck im mondänen Kitzbühel: die Waldwirtschaft  Einsiedelei

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

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Oben, am Ende der Hahnenkammstraße, wo die edelsten Luxusvillen ihre Adresse haben, geht es links ab. Durchfahrt verboten, sagt ein Schild. Doch bis zur “Einsiedelei” ist frei. Drei Kilometer Serpentinenstraße. Das zieht sich, schenkt aber auch in jeder Kurve einen neuen Blick aufs Tal. Dann taucht es auf. Ein Häuschen nebst Kapelle. Die Einsiedelei.

Es hatte den ganzen Tag geregnet, leider, so blieb uns die Terrasse mit atemberaubenden Blick verweht. “Den Blick habt’s drin a”, lacht Günther Winkelmair, genannt Pinky, als er uns die Tür öffnet. Wir sind die einzigen Gäste. “G’freit mi, dass do seid’s”, sagt er. Die Stuben sind urig: Holztische mit Intarsien, geschmackvolle Vorhänge, schöne alte Lampen, Holzdecken und in der Tat herrliche Ausblicke aus den Fenstern.

Einsiedelei, Foto Foodhunter

Alles hat er selbst konzipiert, die einstige Ruine in ein Schmuckkästchen verwandelt. Nur er hatte nach Jahrzehnten Leerstand und lustlosen Vorpächtern die Vision, ein solches Wirtshaus aus den uralten Mauern zu kreieren. Ins Tal fährt er kaum noch. Hier oben hat er alles, sagt er, der Einsiedler, und streichelt seinem Hund Jeannie übers gelockte Fell. Trotzdem, so unbedarft wie es den ersten Anschein hat, ist Günther nicht. Gelernter Koch ist es, hat u.a. bei Ducasse gearbeitet. “Der war eh a schon da”, erzählt er. Pinky war überall auf der Welt und wer genau hinschaut, der sieht es blitzen in seinen Augen. Der Schalk ist noch da.

Jakob kommt. Auch ein Original. Blondgeschopft, mit Tunnel im Ohr und Baseballkappe. Der soll kochen? “Ja eh!” Auch der junge Mann hat zahlreich exklusive Stationen hinter sich. Jetzt ist er hier oben. Gefällt ihm. Wie lange, das wird sich zeigen. Backhendl hätte er noch außerhalb der Karte und ein T-Bone-Steak und eine herrliche Kaspressknödelsuppe. Oder feines Filet. Ach ja, und Schwammerl-Gulasch.

Einsiedelei, Foto Foodhunter

Die beiden Foodhunter sind hungrig. Also erst Kaspressknödel, dann Backhendl und T-Bone und ein kleines Schwammerlgulasch zum Kosten. Dazu ein weißer Veltliner vom Weingut Huber. Dass wir ein kleines Gulasch und gleichermaßen ein T-Bone wollten, sorgte für Verwirrung. Das Gulasch wurde übers T-Bone gekippt. Unser Fehler, sicherlich, aber da hätte die Küche nachfragen müssen, ob das wirklich unser Ernst sei. Sei’s drum, die Atmosphäre und der Veltliner haben das Missgeschick wettgemacht – und wir werden künftig nicht mehr alles auf einmal bestellen!

Ein Paradies für alle, die Kitzbühel “mal anders erleben möchten”

Da sitzen wir dann, bei Schlagern von Udo Jürgens und Fendrich, plaudern mit Günther, der ganz ohne Fernsehen auskommt. Dafür hat er knallrote Gästebücher und dort haben sich jene verweigt, die wir eben nur aus dem Fernsehen kennen. Barbara Becker, Tiger Woods, die Rolex-Dynastie, Hansi Hinterseer, Alain Ducasse. “Da heroben wollen’s alle nur das Einfache, das Bodenständige”, sagt Günther, der seinen Pinky-Spitznamen der rosaroten Vespa verdankt, mit der er früher durch Kitzbühel gerauscht ist. So vergeht der Abend wie im Flug. ”Kemmt’s bald mal wieder”, sagt er zum Abschied. Aber ganz sicher, Pinky!

 Einsiedelei, Einsiedeleiweg 25, 6370 Kitzbühel, Tel. 0043/5356/62352. www.einsiedelei-kitzbuehel.at

 

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