Kult im Schlachthofviertel: Papazofs Fischtaverne

Es gibt Restaurants, die haben selbst bei Münchenkennern Geheimtippstatus: Georgios Papazof gehört mit seiner Fischtaverne dazu. Der Grieche ist in erster Linie Großhändler mit Schwerpunkt Fisch, eine Tür seines Restaurants führt direkt in die Kühl- und Großmarkthalle, was gleich auf den Standort hinweist: Münchner Schlachthofviertel. 


Autor Dirk Vangerow

Unter vielen Köchen hat Georgios den Ruf, das beste Preis-Leistungsverhältnis zu bieten und mit qualitativ hochwertigem Wildfang zu überzeugen. Im Restaurant, stilvoll renoviert und ganz ohne blau-weiße Fischernetz- und Muscheldekoration, kann gekostet werden, was eben noch nebenan in der Kühlbox ruhte. Das ist allerfeinst: Thunfisch-Carpaccio, beste Sashimi-Qualität, Gambas Wildfang, Dorade rosé, ebenfalls ein Wildfang, gratinierte Jakobsmuscheln, Baby-Calamari – à la minute zubereitet in der offenen Küche von Küchenchef Roberto, Italiener, kein Grieche. „Wir sind multikulti“, lacht der Chef. „Genau wie unsere Gäste.“ Wohl wahr, vom Großmarkt-Arbeiter über Medienleute bis hin zu Vorständen und Unternehmern ist alles dabei. Sie genießen das Essen, die Einfachheit der Gerichte. „Ein bisschen Salz und bestes Olivenöl – mehr braucht Fisch nicht“, sagt Georgios. Die Qualitäten hauen uns um, dennoch würzen wir heimlich ein bisschen nach, aber das würden wir dem sympathischen Griechen niemals sagen.

Papazof’s Fischtaverne, Zenettistraße 11, 80337 München, Mo-Sa ab 11 Uhr Tel. 089/72989450. www.papazofs.de

Papazof, Foto Foodhunter (1)

Fein eingedeckt statt Fischernetz und Holzboot-Deko. Griechischen Wein gibt es trotzdem. Foto Foodhunter

papazof, Foto Foodhunter

Vom Lokal direkt in die Großmarkthalle. Papazof kann alle kulinarischen Kundenwünsche erfüllen. Foto Foodhunter