Rezept: Sternrose mit Anapurna Curry

Sternrose, zu finden als Muskelstrang zwischen Haxe, Kniekehle und unterem Oberschenkel. Viel ist es nicht, was das Lamm da innerhalb weniger Monate angesetzt hat, so dass es bei Franz Riederer (Poltinger Lamm) maximal 3-4 Kilo pro Woche gibt (23 Euro das Kilo). Für die Gastronomie zu wenig, aber für Feinschmecker eine Delikatesse, die jedes Dinner adelt.

Autor Dirk Vangerow, Foto Foodhunter

Sternrose mit Anapurna Curry

(für 4 Personen)

  • 1 Kilo Sternrose vom Lamm
  • 2 weiße /gelbe Zwiebeln, in kleine Würfel schneiden
  • 1 Karotte, in kleine Würfel schneiden
  • je 1 gestr. TL Curry Anapurna, Curry Mumbai, Curry Hara von Ingo Holland
  • 250 ml guter Rotwein
  • 1 EL Butterschmalz oder Ghee
  • ein paar Zweigerl Thymian
  • frischer Knoblauch
  • 1 Flasche Mineralwasser, medium
  • Fleur de Sel
  • Roter Kampot-Pfeffer (Alternativ schwarzer Pfeffer aus der Mühle)

ZUBEREITUNG

Sternrose in Butterschmalz (oder Ghee) scharf anbraten. Zwiebel- und Karottenwürfel und die Curries zugeben. Einen EL Tomatenmark mitrösten. Kurz alles mitbraten und mit der Hälfte des Rotweins ablöschen. Thymianzweige hinzugeben

Peu à peu eine Flasche Mineralwasser (Medium) zugeben und eine 3/4 Stunde köcheln lassen.

Dann das Fleisch herausnehmen, warm beiseite stellen und die Soße einreduzieren lassen. Thymianzweige entfernen.

Soße mit einem EL kalter Butter, 2 EL feinem Olivenöl mit dem Mixstab aufmontieren. Mir rotem Kampot-Pfeffer oder schwarzem Pfeffer und Fleur des Sel abschmecken.

Gute Bratkartoffeln

  • Erstens festkochende Kartoffeln bester Qualität nehmen.
  • Vorkochen in der Schale (gerne einen Tag vorher). In cm-dicke Scheiben schneiden.
  • 2 El Traubenkernöl erhitzen, Bratkartoffeln zugeben (in guter Teflonpfanne), scharf anbraten und dann runterschalten. Gibt eine tolle Kruste!

King Karl – angesagte Penthouse-Bar in Karlsruhe

Als gebürtige Karlsruherin (vor 30 Jahren dem badischen Städtchen den Rücken gekehrt) freue ich mich heute bei Besuchen, wenn eine neue Adresse lockt. So geschehen mit der Penthouse-Bar King Karl am Europaplatz. Zwar versprüht das Saturn-Gebäude (einst Breuninger) mit seinem schmucklosen Entree zunächst Parkhaus-Atmosphäre, doch das ändert sich, hat man erst den Lift in der obersten Etage verlassen und schlüpft in die kleine, feine Bar mit der extravaganten Terrasse, die im Sommer zu den Hotspots der Stadt gehört. 

Autor Sabine Ruhland 

Industriebeton, Samtpolster, Lounge-Ecken mit Kissen, Ledersofas, Holzböden und Kristalllüster, deren Lichtfunken sich in schwarzglänzenden Fliesen aus der Pariser Metro widerspiegeln  – die Bar gefällt auf Anbieb, denn das Innendesign ist nicht nur für Karlsruher Verhältnisse spektakulär. Die große Terrasse mit Blick auf den Europaplatz dürfte im Sommer zu den begehrten Plätzen der Stadt gehören.

King Karl Bar Karlsruhe, Fotos Foodhunter

Gekonnter Stilmix macht die Bar auf moderne Art wohnlich. Zum Reinkuscheln schön.

Doch was wäre eine vernünftige Bar ohne die entsprechenden Drinks? Dafür hat sich King Karl einen kreativen Mann aufs Dach geholt: Joshua Kouma aus Kalifornien. Manager, Chef Sommelier, Cocktail Professional, Whisky Teacher. Auf der Karte neben den bekannten Klassikern auch seine Kreationen wie “Baddie O Collins”, “Irish Derby”, “Sex wth a Bitch”, “The King’s Aromatic Fizz”, “Caramel Apple Crisp” oder “Asian Tamarindo” . Schier unendlich der Erfindungsgeist des Ameriakners, der  lange Zeit in Hamburg gearbeitet hat und eigentlich wegen des Wetters nach Karlsruhe kam. Nicht umsonst nennen viele Einheimische Karlsruhe “Sun-City”. “Außerdem entwickelt sich hier gerade eine innovative Barszene”, sagt Joshua.

Wir starten mit einem “Crispy Paprika”, der genial schmeckt und für diesen Abend unser absoluter Favorit ist (Bombay East, Paprika, frische Kräuter, Bitter). Damit nicht genug, wir kosten noch einen Drink mit Rote Bete, der normalerweise mit Trockeneis im Glas serviert wird (bei unserem Besuch war leider keines da). Der Cocktail “The King’s Aromatic Fizz” (Tanqueray, Grapefruit, Eiweiß, Kräuteressenz) war uns für den späten Abend etwas zu eiweißlastig. Dafür hat uns “Sex with a Bitch” wieder ins Schwärmen gebracht.

Crispy Paprika (2013)
Shaker
1-2 frischer Salbei 1 1/2 cm² stuck frische salbei
1/3 von einer roten Paprika
ein Dreh Salz
ein Dreh schwarzer Pfeffer
1 Spritzer Angostura Aromatic Bitters
5 cl Bombay East Gin
alles im Glas zerstoßen
3 cl frischer Zitronensaft
2 cl Zuckersirup 2:1
Shaken mit Eis, doppelt abziehen in Tumber mit frischem Eis, Zitronenzeste (kaum gedrückt) on top

King KarlKaiserstraße 14676131 KarlsruheDi-So ab 19 Uhrwww.kingkarl-bar.de

King Karl Bar Karlsruhe, Fotos Foodhunter

Links: Crispy Paprika, ein innovativer Drink. Mitte Joshua mixt uns einen weiteren Drink.

Kingkarl, Karlsruhe

Der nächste Sommer kommt bestimmt: dann lockt die schöne Terrasse

 

Foodhunter Adventskalender – die Lösungen und die Gewinner

Weihnachten ist vorbei, aber eine kleine Bescherung folgt noch. Foodhunter hat aus allen richtigen Lösungen des Adventskalenders die Gewinner gezogen. Diese werden per E-Mail informiert, damit wir dann alles versenden können. 

Gezogen haben wir folgende Gewinner:
L. Schmullius; G. Brand; B. Staadt; C. Bley; CH. May; J. Hetke; G. Hübl; F. Theussig; S. Ortel; G. Pfannenstiel; B. Bertsch; S. Sternberg; U. Kratzer; Ch. Brunner; K. Pahl; J. Maersch

Die Gewinne sind: 
das signierte Rotweinbuch von Paula Bosch, die signierte Puro-Flasche von Dieter Meier, 3 x das Buch Wintergrillen, 1 x das neue Buch von Juan Amador (Tapas), White Kampot Pfeffer von Hennes Finest, Pfeffermühle von Hennes Finest, 3x Steakchamp, Messerset von Dictum, je 2 Gewürzmischungen von Barbara Wild, 2 x Tee von BioTEAque.

Das wollten wir wissen:
Die Dosage bestimmt beim Champagner … Die Geschmacksrichtung
Was ist Duroc? Schwein
Hinter Cedro verbirgt sich? Eine sehr große Zitrone
Den ungiftigen Parasol nennt man auch … Riesenschirmling
Der Ort Riec sur Belon ist berühmt für … Austern
Deckelschnecken sind? Lebende Weinbergschnecken
Was verbirgt sich hinter „Crusher Claw? Schere der Stone Crab
Welches Gemüse nennt man auch „Spargel des kleinen Mannes“? Schwarzwurzel
Welches Gewürz wird aus Stempelfäden gewonnen? Safran
Morcheln … lassen sich nicht züchten
Freeganer zu sein bedeutet weggeworfene Lebensmittel zu essen
Aus welchen Zutaten besteht Marzipan? Mandeln und Zucker
Was bedeutet Ramen? Suppe
Charakteristisch für Stremellachs ist … er wird heiß geräuchert
Almas ist die Bezeichnung für ….weißen Kaviar
Wo findet der Foodhunter Weihnachtsmarkt statt? Dachterrasse Oberpollinger
Unterschied Schwarztee-Grüntee? Grüner Tee wird nicht fermentiert
Was ist Yuzu? Eine Zitrusfrucht
Was bezeichnet man als Bügermeisterstück? Das beste Stück vom Rind
Was ist Dirty Harry? Eine BBQ Sauce
Was ist ein Kapaun? Ein kastrierter Hahn
Was ist Tofu? Sojabohnenquark
Was ist Glühkriek? Bier mit Kirschgeschmack
Was ist Fleur de Sel? Ein Salz

 

 

 

 

Wochenmarkt in Cannes: Marché Forville

Die Markthalle liegt am Rande der Altstadt von Cannes, ist überdacht  und bietet alles, was die Region hergibt. Der Marché Forville besteht seit 1870 und ist einer der beliebtesten Märkte an der Côte d’Azur.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Um 7 Uhr geht es los, doch auch wenn Ihnen das noch früh ist, zügig sollten Sie sich allemal auf den Weg zum Markt machen, denn ab 12 ist eigentlich alles gelaufen und die Marktleute räumen langsam zusammen. Wir kommen am frühen Vormittag, genießen einen Kaffee in einem der zahlreichen kleinen Cafés drumherum und machen uns dann auf, die Köstlichkeiten des Marktes zu erkunden. Vieles finden wir:  Tapenade, provenzalische Oliven, frische und eingelegte Tomaten, Birnen. Tomaten in allen Größen, Artischocken aller Couleur.

Obst und Gemüse oftmals Bio und aus eigenem Anbau. Auf Gourmets mit Ferienwohnung warten die Produkte des  Geflügelhändlers Jérémie Darmigny: Feinste Spezialitäten von Huhn und Lamm.

Marché Forville, 12 Rue Louis Blanc, 06400 Cannes. Täglich außer Montag, 7-1 Uhr

Marche Forville, Cannes, Foto Foodhunter

Marche Forville, Cannes, Foto Foodhunter

 

P10 Winterlounge, Karlsruhe. Noch bis 6. Januar

Im Sommer auf diversen Parkdecks Sommerlounges zu installieren, ist bekannt und beliebt. Im Winter is nix – außer in Karlsruhe. Die Karlsruher machen aus ihrem top-place  ”Parkdeckzehn” die “”P10 Winterlounge”. Bis  6. Januar können “Genusssüchtige” auf dem obersten Deck des Karlsruher Karstadt-Parkhauses den kleinsten, zweifellos höchstgelegensten Weihnachtsmarkt Südbadens erleben.

Tipp von Sabine Bauer

Trotz  wenig charmanter Parkhaus-Atmosphäre unten, ist oben alles anders: eine  festlich dekorierte und gut beheizte Lounge, Gäste, die sich in Vliesdecken oder Lammfelle kuscheln können, ein schönes Angebot an Glühwein, Cocktails oder den nicht zu unterschätzenden Apfelstrudel-Shots.

Draußen ist der sommerliche Palmenstrand verschwunden, dafür hat sich ein Tannenwäldchen ausgebreitet und sorgt ein Außenkamin für romantische Stimmung und wohltuende Wärme. Hunger? Die Grillhütte offeriert Steak, Bratwurst und Gulasch. Ein für Karlsruhe “höchst ungewöhnlicher” Ort!

P10 Winterlounge
Zähringerstraße 69, 76133 Karlsruhe
täglich 11-22 Uhr, auch Sonn- und Feiertage
www.parkdeckzehn.de

P10 Karlsruhe

Alter Schlachthof – Kunst und Genuss in Karlsruhe

Der ehemalige Schlachthof in Karlsruhe – viele Gebäude abgerissen, viele noch in  pittoresk-marodem Zustand erhalten, andere architektonisch neu eingefügt. So entsteht nach und nach ein spannendes Areal für Kunst, Kultur, Genuss. Momentan noch mit dem besonderen Charme der Unvollkommenheit. 

Alter Schlachthof Karlsruhe, Foto Foodhunter

Autor Sabine Ruhland

Coole Weinbar gesucht, Aurum gefunden. Alter Schlachthof 45, Parkplätze in Hülle und Fülle, Kinder, die unbeschwert rumtoben können, große Terrasse und eine – wie der Name sagt –  ”goldene” Weinbar mit Restaurant. Karlsruhe trifft sich seit Neuestem und gerne bei den sympathischen Gastgebern Elisabeth und Andreas Helm.

Die gebürtige „Markgräflerin“ Elisabeth ist Weinliebhaberin und hat die Weinkarte des Aurum interessant bestückt, u.a. mit Tropfen aus ihrer Heimat,  vom Weingut Marget (Heitersheim), Schneider-Krafft (Niederweiler)  und Schindler (Müllheim), ergänzt um Österreich und Spanien sowie pfälzische und badische Weine, darunter Besonderheiten wie Auxerrois vom Staatsweingut Karlsruhe (www.turmbergwein.de).

Die Weinbar ist beliebter Treffpunkt, weshalb Andreas und Elisabeth den angrenzenden Raum in ein Restaurant mit offener Küche verwandelt haben (ganz neu) – Kochkurse inklusive. Eine durch und durch sympathische Adresse, die wir bei künftigen Besuchen in Karlsruhe gerne auf unserer to-do-Liste vermerken.

Aurum, Alter Schlachthof 45 (Navi: Schlachthausstraße 1b), 76131 Karlsruhe. Mo-Sa ab 17 Uhr geöffnet (Winterruhe bis 8. Januar 2014!)  www.aurum-weinbar.de

Alter Schlachthof Karlsruhe, Foto Foodhunter

FOODHUNTERS EXTRA-TIPPS

espresso tostino. Bio-Kaffeerösterei
Ebenfalls im Alten Schlachthof beheimatet: die Kaffeerösterei “espresso tostino”. Klasse statt Masse, denn hier werden kleine Chargen von ausgesuchten Kaffees aus ökologischem Anbau und korrektem Handel frisch geröstet.

Durch Langzeitröstung wird aus den Rohkaffees aus der ganzen Welt hochwertiger Espresso und Kaffee erzeugt. Es gibt ein wechselndes Angebot von reinen Arabica-Mischungen bis hin zur schonenden Kaffeeröstung für den Kaffeegenuss von Bodum bis Filterkaffee. Verkauft wird allerdings nicht vor Ort  espresso tostino, Gerald Hammer & Stefan Kehr, Alter Schlachthof 21 a, 76131 Karlsruhe

espresso stazione am Lidellplatz
Wer  diesen bekömmlichen Bio-Kaffee genießen will, landet unweigerlich bei der Espressobar “espresso stazione”, die ebenfalls dem Röster gehört. Italienflair auf 20 qm im charmanten Viertel um den Lidellplatz. Mittlerweile ist die kleine, feine Bar zentrale Anlaufstelle und Treffpunkt für den Cappuccino am Morgen, den Imbiss am Mittag oder einen Ristretto am Abend. Das Angebot umfasst neben Kaffee- und Espressospezialitäten auch Tee und Trinkschokolade, sowie ein kleines Angebot an Speisen.

Espressorösterei Karlsruhe

espresso stazione Bar Kaffee Handel, Gerald Hammer, Kreuzstr. 17, 76133 Karlsruhe. Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-19 Uhr, Sa 11-17 Uhr. Tipp: Das mobile Pendant zur stazione ist das espresso mobile, das fast jeden Samstag auf dem Gutenbergplatzmarkt steht.

Foodhunter-Tipp: Wenn Sie schon am Lidellplatz sind, manche sagen er sei der schönste Platz der Stadt, finden Sie nicht nur den Lidellbrunnen und einen öffentlichen Bücherschrank, sondern auch Cafés und Restaurants wie das Cafe Palaver, das Gasthaus “Zum kleinen Ketterer” oder auch Carlos Cocktailbar mit ausgezeichneten Drinks (Markgrafenstraße 32 , 76133 Karlsruhe, 
Tel. 01 77 / 287 6317, täglich ab 18.10 Uhr).

 

Urgestein hebt ab – Neustadts neues Glanzlicht

Gute Köche lernen kochen nur aus zwei Gründen: weil die Mama so sensationell auftischte, dass sie das Interesse für gute Küche weckte. Oder weil die mütterliche Kochkunst so mittelmäßig war, dass der Nachwuchs nach Besserem strebte. Beim Foodhunter beispielsweise war Letzteres der Fall und auch Benjamin Peifer war von den Pfannkuchen-Qualitäten seiner Mutter nicht wirklich überzeugt. Also wurde er erst Bäcker, um dann in Restaurants wie Ketschauer Hof richtig durchzustarten. Für das Restaurant Urgestein im Steinhäuser Hof holte der 27-Jährige jetzt den ersten Stern.  Foodhunter Hans Gareis hat den Überflieger schon im Sommer besucht. 

Autor Hans Gareis

Gehört und gelesen hatten wir von diesem Neustadter gastronomischen Highlight viel, jetzt wollten wir selbst zur Kostprobe aufbrechen. Kann dieses junge Kochtalent Benjamin Peifer den Sterneköchen in der nahen Umbebung das Wasser reichen? Gleich vorneweg: Ja, er kann!!!  Denn was er uns bereits im Sommer offerierte, war durchweg “sternenklar”.

Der sehr aufmerksame, stets präsente und nie aufdringliche Service von Tanel Idil hatte für uns einen schönen Tisch im Hof vorgesehen, das hatten wir uns auch so vorgestellt. Die Karte kannten wir aus dem Internet, trotzdem war es eine Freude, im schönen Restaurant alles noch einmal in aller Ruhe zu studieren. Meine Frau und ich wählten aus dem Meilenstein Menü, die vielleicht etwas modernere Variante der zwei Menüangebote (modern und traditionell).

Restaurant Urgestein

Neustadts ganzer Stolz – Benjamin Peifer

Der erste Küchengruß zum Pinot Blanc war bereits eine kleine Sensation, wunderbar erklärt und beschrieben von Herrn Idil und serviert auf Ingrid Zinkgrafs Keramikkreationen – wie alles, was aus der Küche kommt. Toll, dass dieses “Urgestein”-Design-Konzept so konsequent umgestzt wird.

Restaurant Urgestein

Keramik von Ingrid Zinkgraf. Sie hat ihre Galerie in Leinsweiler

Unser erster Gang: Hamachi “Flora und Fauna” (gleich zum Start mein persönlicher Geschmackhöhepunk), viele kleine Geschmacksexplosionen – genial der Fisch auf dem Rosenwasserparfait – Holunderblüte, Bergamott, Gemüse…es geht nicht besser – zudem außergewöhnlich und durchaus experimentell.

Der zweite Gang: Gebratener Zander und Bellotaschinken (der Schinken von den mit Eicheln gefütterten Schweinen)  - zerging wie Butter auf der Zunge. Dazu vielfältige Aromen – wilder Pfirisch, Quinoa.

Ein weiterer Gruß aus der Küche – zum “Neutralisieren”: etwas “Marshallowartiges”, wunderbar “Pfefferminzig-Geniales”.

Und zum Schluss: Die im Heu gereifte Taube, an der Karkasse gebraten, dazu Ofenkarotte und Tobinambur: Göttlich!

Restaurant Urgestein
im Steinhäuser Hof
Rathausstrasse 6
67433 Neustadt an der Weinstrasse
www.restaurant-urgestein.de

Di-Sa 18-23 Uhr
So 12-15 Uhr
Mo geschlossen

Steinhäuser Hof, Neustadt

Idyllisch und versteckt zugleich: Steinhäuser Hof in Neustadt

Steinhäuser Hof, Neustadt

Alle Fotos: Urgestein und Steinhäuser Hof

Kerbelknolle – gesunde Wurzel, edelsüßer Kastaniengeschmack

Sie sind selten – und daher teuer. Kilo für 25 Euro, selbst auf dem kleinen Markt am Gutenberg-Platz in Karlsruhe. Optisch unscheinbar, erinnern sie uns an Mini-Pastinaken. Foodhunters Neugierde ist sofort geweckt. Gut, dass die Stand-Besitzerin gleich viel zu erzählen weiß. 

Autor Sabine Ruhland

“Ein wiederentdecktes Wintergemüse”, sagt sie. “Nach der Ernte im Juli lassen wir die Knollen noch drei bis vier Monate  nachreifen, bevor wir sie dann ab November auf dem  Markt verkaufen.” – Das mag erklären, warum die Kerbelknollen teuer sind und wir sie bislang noch nicht entdeckt haben.

Wie bereitet man sie zu?
Die Standl-Chefin gibt Tipps: “Mit einem Sparschäler schälen, dann kommt blütenweißes Inneres zutage, danach in hauchdünne Scheiben hobeln und roh essen, beispielsweise im Salat. Oder sie kochen sie und machen daraus – anstatt eines Sellerie-Pürees mal ein Kerbelknollen-Püree.”

Die Knolle lässt sich leicht schälen und schmeckt süßlich, fast wie eine Edelkastanie. Sie mundete roh im Salat ebenso gut wie tags darauf in der Pfanne angebraten zu Ravioli. Aber sie passt auch hervorragend zu  Fisch – wir sind begeistert!

Allerdings sind die Knollen so gut wie gar nicht zu bekommen – in München entdeckt bei Markus Weyel, Viktualienmarkt, Stand 7, dann allerdings für knapp 30 Euro das Kilo (im Vergleich 25 Euro auf dem Markt am Gutenbergplatz in Karlsruhe.

Jeden Sa und Di, Gutenbergplatz, Karlsruhe

Kerbelknolle, Foto Foodhunter

Auf dem Markt am Gutenbergplatz 25 Euro das Kilo, auf dem Viktualienmakt knapp 30 Euro.

 

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Luxus-Flammkuchen. Entdeckt im Rizzi, Baden-Baden. High-leveled vegetarian food

Dass Peter Schreck, Inhaber des Rizzi (und Leo’s) in Baden-Baden ein Foodverrückter ist, zeigt sich schon darin, dass er manchmal mit einer Idee in die Küche kommt, die selbst gestandene Köche zunächst den Kopf schütteln lässt. So geschehen mit dem Flammkuchen de luxe, belegt mit Jakobsmuschel und weißen Trüffelscheiben.  

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Es ist unser Lieblingsrestaurant in Baden-Baden, denn von Atmosphäre bis Essen und Service läuft hier alles wie am Schnürchen. Dass zwischen illustren Gästen auch viel “Show” steckt, muss man hinnehmen – oder amüsiert betrachten. Das Essen ist jedenfalls das oberste Qualitätsmerkmal. Peter Schreck selbst ist ein unnachgiebiger Foodhunter, immer auf der Suche nach dem Besten oder Ausgefallenen für sein Restaurant.

Dazu gehört sicherlich der Flammkuchen mit Jakobsmuschel, weißer Trüffel, Rucola. 16,50 Euro. Eine Speise, die auch Vegetarier glücklich macht. – Gleiches gilt für den Rote Bete Risotto, der wahlweise mit Lachs oder pur bestellt werden kann. Mehr unter www.foodhunter.de/2013/02/27/best-place-in-baden-baden-rizzi

RizziAugustaplatz 176530 Baden-Baden, www.rizzi-baden-baden.de

Restaurant Rizzi, Baden-Baden, Foto Foodhunter

 

 

Kühlschrank zu voll? Ja, zu voll! Reste verwerten

11 Mio Tonnen Lebensmittel. Für den Müll. Allein 6,7 Millionen Tonnen aus privaten Haushalten. Im Schnitt wirft also jeder von uns mehr als 81 kg Lebensmittel im Jahr weg, ein Großteil wäre noch genießbar. Jetzt helfen auch Köche wir Christian Rach mit kreativen Tipps  zum Thema Reste verwerten. So entstand die App „zu gut für die Tonne!”  

Tipp von der Foodhunter-Redaktion

“Restliche Tomatensoße kann zum Beispiel bei der nächsten Mahlzeit als Pizzabelag verwendet werden, Kartoffeln kommen als Bauernomelette zu neuen Ehren. Ein paar trockene Brotscheiben lassen sich in Arme Ritter verwandeln”, sagt Christian Rach. “Es braucht nur kreative Rezepte.” Die finden Sie unter www.zugutfuerdietonne.de oder laden sich die App herunter.

Symptom und Ursache

Warum sind wir so großzügig, wo wir doch sonst nach der Devise “Geiz ist geil” handeln? Weil wir jede Bodenhaftung verloren haben. Lebensmittel sind immer und überall verfügbar, Kaum jemand weiß noch, woher ein Lebensmittel kommt wie aufwendig die Herstellung ist oder wie viel Ressourcen in ihnen stecken.

Die wenigsten Lebensmittel, die im Müll landen, gehören dorthin. Wir werfen nicht in erster Linie tatsächlich Verdorbenes weg, sondern Produkte, die uns nicht mehr gut und appetitlich genug erscheinen. Das betrifft vor allem Obst und Gemüse, sie machen  fast die Hälfte des Lebensmittelabfalls aus. Danach folgen Brot- und Backwaren und schließlich Speisereste.

Reste verwerten, zu gut für die Tonne

Raus aus der Verschwendungsfalle – hier die Tipps

Der Einkauf

  • Wer ohne Einkaufszettel unterwegs ist, kauft, wonach es ihm gelüstet, weiß meist nicht, was zu Hause in Kühlschrank und Vorratskammer noch verborgen ist und kauft zuviel. Die größte Falle: Lustkäufe.
  • Nicht von scheinbar günstigen Großpackungen verführen lassen. ässt sich verführen von Sonderangeboten und Großgebinden.
  • Die richtige Menge beim Kochen ist Erfahrungssache. Wichtige Helfer sind Kochbücher oder Kochcommunitys im Internet. Bei Fertigprodukten nur so große Packungen kaufen, wie Sie wirklich brauchen.

Lagerung im Kühlschrank

  • Oft verderben Lebensmittel, weil sie falsch gelagert werden. So geht es richtig:
  • Das oberste Fach ist (abgesehen von der Kühlschranktür) der wärmste Ort im Kühlschrank. Hier ist der richtige Platz für z.B. Marmeladen, Hartkäse, vorgekochte Speisen oder Reste von Gerichten.
  • Auf die mittlere Kühlschrankebene gehören Milchprodukte wie Joghurt, Schnittkäse sowie geöffnete Becher. Stellen Sie auch Milch in diese Kältezone.
  • Obst und Gemüse unbedingt getrennt lagern. Bei z.B. Karotten das Grün entfernen, so bleiben sie länger frisch.
  • In der Kühlschranktüre bewahren Sie am besten Butter, Eier oder Getränkeflaschen auf.

Das Auftischen

  • Party mit 20. 30 Leuten? Hoffentlich reicht das Essen, mag der Gastgeber denken, und tischt meist viel zu viel auf.
  • Berechnungsgrundlage für das Buffet der Silvesterparty: ca. 800 g Speisen pro Person (für  Vielesser ca.  1000 g pro Person, für Frauen, ältere Menschen ca. 600 g pro Person). Gemeint ist jeweils das Gewicht der fertig zubereiteten Speisen, nicht das Rohgewicht der Zutaten.

Brot

Reste verwerten: Altes Brot

Tipps vorweg: Je dunkler Brot ist, desto länger hält es. Sauerteigbrot hält etwa sieben Tage, Vollkornbrot vier Tage, Weißbrot bis drei Tage. Am besten gelagert wird Brot bei Zimmertemperatur im Brotkasten oder Tontopf.

  • Wer zu viel gekauft hat, kann frisches Brot und Brötchen einfrieren (Tiefkühlbeutel gut schließen). Bei mindestens minus 18 Grad Celsius halten sie bis drei Monate. Gefrorene Brötchen lassen sich im Backofen in wenigen Minuten knusprig backen (vorher mit etwas Wasser benetzen). Wird Brot in Scheiben eingefroren, lassen sich diese ganz einfach im Toaster auftauen.
  • Ähnlich kriegt man auch etwas älteres Brotwieder frisch. Einfach aufbacken, dann schmeckt es fast so gut wie frisch aus dem Ofen.
  • Beim Einkauf sollten Verbraucher auch mal zum Brot vom Vortag greifen, um so Lebensmittelabfälle im Handel zu vermeiden. Der Qualität tut dies keinen Abbruch.
  • Damit lässt sich eine Menge anstellen. Zum Beispiel hart gewordenes Weißbrot in Würfel schneiden und gut trocknen lassen. Zu Semmelknödeln oder Croutons verarbeiten und gut aufbewahren.
  • Schwarzbrot, das einen oder mehrere Tage alt  ist in Scheiben schneiden und einfrieren. Bei Bedarf dann im Toaster aufbacken.
  • Brotchips: Älteres, hartes Brot in ca. 4 mm dünne Scheiben schneiden und kurz im Rohr rösten, bis sie Farbe annehmen. Können vor dem Backen nach Belieben auch mit Kräuter- oder Knoblauchsalz bestreut werden oder in Kräuterquark dippen.

Reste verwerten: Gemüse

Reste In kleine Würfel schneiden, bei 100 Grad im Backrofen trocknen lassen, danach durch den Mixer und schon haben Sie immer Suppenwürze parat. Aus übrig gebliebenen Kartoffeln (ungeschält) lassen sich Gröstl zaubern. Einfach mit Zwiebel, Wurst- oder Fleischresten braten und mit Gewürzen abschmecken.

Reste verwerten: Obst

  • Obst, das leicht braune Stellen hat, können auch zu köstlichen Vitaminsäften weiterverarbeitet werden. Einfach in den Mixer und schon haben Sie einen Multivitaminsaft.
  • Zaubern Sie aus Bananen, die an der Kippe stehen, einen Bananenkuchen: Bananen in 300 g Mehl, 1 Ei, 3 EL Öl, 200 g Zucker oder Marzipan, 1 Päckchen Backpulver eindrücken und 20 Minuten bei 180 Grad in einer Backform backen.
  • Äpfel zu Mus verarbeiten: Äpfel schälen und in einem großen Topf mit Wasser, Nelken und Zimtrinde weichkochen lassen. Dann mit dem Stabmixer pürieren. Etwas Zucker und Zimt dazu und schon haben Sie ein köstliches Apfelmus zubereitet.
  • Apfelchips machen. Äpfel in dünne Scheiben schneiden und bei 70 °C im Ofen trocknen lassen. Ca. 3 Stunden. danach die Äpfel herausnehmen (auch wenn sie noch weich sind) und aushärten lassen. Mit Zucker-Zimt-Mischung bestreuen.

Reste verwerten:  Nudeln, Reis, Kartoffelpüree

  • Knödel-Fritatten: Übrige Semmelknödel in dünne Streifen schneiden und in einer Pfanne mit etwas Öl knusprig rösten. Mit Salz, Pfeffer, Petersilie würzen und als Suppeneinlage in klarer Rindsuppe verwenden.
  • Kartoffelpüree-Puffer: Kartoffelpüree mit Speck oder Fleischresten vermengen und ein bis zwei Eier, Salz, Pfeffer, Muskat, Petersilie oder andere grüne Kräuter beigeben. Mit kleingeschnittenen Semmel- oder Weißbrotresten binden und in flache Scheiben formen. In Butterschmalz braten.
  • Übriggebliebenes Kartoffelpüree kann am nächsten Tag zu Kroketten, zur gebundenen Kartoffelsuppe verarbeitet oder zum Binden für Gemüsesuppen verwendet werden.
  • Aus Reis-Resten können Sie am nächsten Tag gefüllte Paprika oder Fleischlaibchen machen.
  • Aus übrig gebliebenen Kartoffeln (ungeschält) lassen sich Gröstl zaubern. Einfach mit Zwiebel, Wurst- oder Fleischresten braten und mit Gewürzen abschmecken.