Pfeffer auf Rispen. Eine Neuheit. Nur bei Madavanilla

Christian Terno haben wir vor einigen Jahren auf dem Streetlife in München kennen gelernt, weil er schier unschlagbar feine Vanille im Gepäck hatte. Glänzende, dicke Stangen, wunderbare Qualität und ein sensationeller Preis. “Unsere Bourbon Vanilleschoten kommen aus familieneigenem Anbau auf Madagaskar. Die idealen Anbaubedingungen machen den Einsatz von chemischen Zusätzen bzgl. Schädlingsbekämpfung  komplett überflüssig”, erzählte er. Doch nicht nur Vanille baut die Familie an – auch eine Pfefferplantage gehört dazu.

Autor Dirk Vangerow, Foto Foodhunter

Sie liegt im Nordosten von Madagaskar, versteckt im Urwald und ist seit drei Generationen in Familienbesitz. “Wir werden immer wieder gefragt, weshalb unser Pfeffer aromatischer sei als andere”, sagt Christian Terno. “Das Geheimnis ist im Grunde einfach: intensive Pflege und Handarbeit beim Anbau der  Pflanzen und ein lange Zeit des Reifens, damit der Pfeffer sein vollendetes Aroma erhält.

Dass Madavanilla sich dennoch immer wieder etwas Neues einfallen lässt, wird ambitionierte Hobbyköche freuen: Eine absolute Neuheit ist, dass Christian Terno es geschafft hat, Pfeffer auf Rispen zu exportieren. Das sieht man selten und kriegt es ohnehin nirgendwo. der pfeffrige “Augenschmaus” wird wie jeder andere Pfeffer gebraucht, kann in der Mühle oder im Mörser verwendet werden. 35 g für 3 Euro. www.madavanilla.de/shop/article_1311/

Die ganze Geschichte über Vanille, über Vanilleschoten-Schnüffler, Qualitäten und Wissensertes unter www.foodhunter.de/2012/01/29/vanille-haute-cuisine-gewurze/

Catarina Chili – milder Chili mit Raucharoma

Auch so können Chilis aussehen, fast wie eine Olive. Diese heißen Catarina Chilis und kommen aus Mexiko. Ob man sich da den Mund verbrennen kann?

 Autor Dirk Vangerow

Nein, die Chilis haben zwar ein kräftiges Aroma, sind aber leicht fruchtig und besitzen eine angenehme, milde Schärfe.

Ihr Clou: das Aroma ist leicht rauchig, was ihren Geschmack speziell macht und sie zum idealen Sparringspartner werden lässt für Dips zu Tacos, für gegrilltes Fleisch oder Geflügel. Tipp vom Profi: perfekt um Desserts oder heißer Schokolade den besonderen Kick zu verleihen!  Wir werden es ausprobieren. 25 g kosten 3 Euro.

 www.madavanilla.de/shop/article_1526.-11

Selbst gemacht: knusprige Kartoffelchips.

Der Knabberspaß aus der Tüte hat für uns so seine Tücken. Billigöl und Kartoffeln aus wer-weiß-woher. Wir haben eine gute Alternative zu den gekauften Chips. Schnell gemacht, günstiger, ganz nach individuellem Geschmack und sogar eine vegetarische Hauptmahlzeit, wenn mit Salat, Gemüse oder Quark serviert. 

Was Sie brauchen:

  • Kartoffeln. Als Snackreichen 3-4 mittelgroße für 1-2 Personen. Wir kaufen Kartoffeln vom Markt, das müssen wahrlich keine Bio-Kartoffeln sein, für einen ordentlichen Landwirt ist konventionell das “Bio von gestern”. Wir tendieren zu festkochenden Salatkartoffeln, die sind schön gelb und schmecken besser
  • Gutes Olivenöl
  • Fleur de Sel
  • Quark. – Gerne selbst gemacht: Hüttenkäse und Joghurt mischen bis es schöne cremige Konsistenz ergibt. Schnittlauch, klein geschnitten, Salz, Pfeffer dazu. Auf Wunsch kann der Quark auch mit einem Hauch Chili oder Curry gewürzt werden, mit kleinst geschnittenen Ziebelchen,  oder was immer Ihnen der Gaumen sagt.

 Zubereitung – so easy!  

  • Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  • Den Rost vorher herausnehmen, mit einem Blatt Backpapier belegen, Backpapier mit Olivenöl einpinseln.
  • Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Kartoffelscheiben aufs Backpapier legen, mit Olivenöl bespinseln und ab in den Ofen.
  • Wenn die Scheiben eine schöne hellbraune Farbe haben rausnehmen und vom Backpapier aus mit dem Olivenöl auf einen Teller geben. Salzen und mit dem Quark servieren.

On top: so creative!

Außergewöhnlichen Trinkessig über die Kartoffeln sprühen, einen Salat dazu servieren, mit gegrillten Zucchini servieren – wie Sie auch kombinieren, es schmeckt eigentlich immer.
(www.foodhunter.de/2012/11/10/trinkessige-spezialitat-vom-weinessiggut-doktorenhof/)

Chips, Foto Foodhunter

 

 

Kaffee. Vom Luxusgut zur Billigware. Gut ist anders: Private Röstereien

Seit Jahrzehnten kommt der Foodhunter-Küche kein Kaffee ins Haus, der von den großen Herstellern wie Darboven, Melitta oder Nescafé in die Supermarktregale wandert. Verachtenswertes Umgehen mit Mensch und Natur, das war immer so und daran hat sich bis heute nichts geändert, trotz EU-Gesetze, Bio-Boom und angeblich verantwortungsbewussten Lebenmittelketten. Machen wir Konsumenten es besser. Privatröstereien heißt das Zauberwort. 

Autor Sabine Ruhland

Dass wir mit unserer radikalen Ablehnung richtig liegen, hat die kürzlich ausgestrahlte NDR-Reportage “Bittere Ernte – Preis des billigen Kaffees” wieder gezeigt. Dass die Politik dabei mitspielt, war mehr als deutlich zu erkennen.

Ein Beispiel des regierenden Grauens: Hersteller können in unsere Lebensmittel einen Cocktail aus Chemikalien stecken, gerne einige Dutzend, wenn’s dem Profit dient – nur die Mindestmenge eines jeden einzelnen Schadstoffes darf nicht überschritten werden. Was jedoch das Gemisch für Folgen hat, interessiert niemanden und wird auch nicht geahndet. Da muss man sich schon fragen, ob die EU-genormte Länge und Krümmung einer Banane so viel wichtiger ist.

Auszug aus der Sendung, die jeder Kaffeetrinker gesehen haben sollte!

Wie groß ist das Problem mit Gifteinsatz in den Kaffeeanbauländern?
Jürgen Stellpflug, Chefredakteur Öko-Test: In allen Kaffee-Anbauländern werden Pestizide in großen Mengen verspritzt. Es sind die schlimmsten Pestizide dabei, die man sich vorstellen kann, beispielsweise solche, die von den Behörden als krebserregend eingestuft werden. Im Endprodukt sind diese Pestizide aber nicht mehr nachweisbar. Das hat “Öko-Test” schon viele Male untersucht. Das sagen auch alle Untersuchungen der Überwachungsbehörden: In dem Kaffee, den wir trinken, und auch in den Kaffeebohnen sind die Gifte nicht nachweisbar.

Wie verschwinden die Pestizide aus dem Kaffee?
Stellpflug: Zum Teil sitzen sie in der Schale der Bohnen, die abgetrennt wird. Falls in den rohen Kaffeebohnen noch Giftreste vorhanden sind, verschwinden diese während des Röstprozesses.
….

Auf welche Schwierigkeiten sind Sie während der Dreharbeiten gestoßen?
Michael Höft, NDR-Autor: In Deutschland wollte uns niemand etwas sagen. Alle großen Kaffeefirmen wie Darboven oder Melitta haben abgelehnt, mit uns zu sprechen. Wir dachten, dass es in Brasilien leichter wird. Aber auch dort hatten wir große Mühe, jemanden zu finden, der bereit war, mit uns zu sprechen. Die Plantagen sind nicht offen zugänglich. Man kommt ohne Erlaubnis nicht rein. Es ist den Plantagenbetreibern durchaus bewusst, was sie da tun. Das ist der Unterschied zu manchen Entwicklungsländern. Brasilien ist ein hoch entwickeltes Land. Die Brasilianer wissen, dass es in Europa und den USA Empfindlichkeiten gegenüber dem Einsatz von Pestiziden beim Kaffeeanbau gibt.
—-
Ist Kaffee Ihrer Meinung nach zu billig?
Höft: Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass man in den 80er-Jahren für ein Pfund Kaffee zwölf Mark bezahlte. Damals war Kaffee ein Luxusgut. Inzwischen gehört es zu den billigsten Waren überhaupt. Ich persönlich finde es nicht nur negativ, wenn Produkte einen gewissen Luxus haben. Auch für den Konsumenten ist es schön, wenn ein Produkt Luxus ist. Man muss nicht alles maßlos konsumieren.

….

Alle Infos unter  www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/bittereernte101.html

Kaffee, Foto Foodhunter (2)

Foodhunter-Tipp: direkt von der Kaffeerösterei kaufen!


Erste Tegernseer Kaffeerösterei

Politiker und Industrie, Konzerne und Unternehmen – eine Wand des Schweigens, gut versteckt und gut geschützt. Wer in vorderer Front steht, hat direkten Kontakt mit seinen Kunden, der kann es sich selten leisten, eine schlechte Arbeit abzuliefern oder sich hinter PR-Sprechern zu verschanzen. Deshalb bezieht die Foodhunter-Küche immer von Kaffeeröster, die direkt vor Ort bei den Farmen einkaufen, die keinen Kaffee kaufen, der an der Börse gehandelt wird. So wie die “Erste Tegernseer Kaffeerösterei” von Mario Felix Liebold und Christa Liebold-Bayerlein. “Viele Kaffees werden direkt von uns importiert. Das heißt, wir kaufen direkt vom Farmer.  Das Geld kommt somit genau bei den Personen an, die es wirklich verdient haben: den Kaffeebauern. Unsere enge Zusammenarbeit ermöglicht es gemeinsam komplette „Lots” einzukaufen und untereinander aufzuteilen. Dadurch können wir viele außergewöhnlich gute Kaffees im ständigen Wechsel anbieten. Getreu unserem Motto: Wir müssen im November keine Erdbeeren essen. Somit lagern wir auch keinen Kaffee, um ihn ständig verfügbar zu haben. Wir rösten und verkaufen ihn. Wenn eine Sorte vergriffen ist, freuen wir uns auf die nächste Ernte.”

So wird Kaffee zum wahren Luxusprodukt, limitiert, exklusiv und ein vollendeter Genuss. Die “Tegernseer” sind offen für Diskussionen, bieten Workshops, Kaffeeverkostungen, ein Kaffee-Catering sowie ein Café am Tegernsee, das zum Geheimtipp avanciert ist: Das Felix, Mi-So 9-18 Uhr. Telefon: 08022 / 8597830. Online-Shop: www.tegernseer-kaffeeroesterei.de

 

Weitere gute Adressen:


Andrasch Kaffeerösterei, Köpenicker Straße 154, Berlin
www.andraschkokaffee.com

Kaffeerösterei Burg, Eppendorfer Weg 252, 20251 Hamburg
www.kaffeeroesterei-burg.de

Machhörndl Kaffee, Obere Kieselbergstr 13a, 90429 Nürnberg
www.kaffeeroesterei-nuernberg.de

 

 

 

 

Sie kennen jeden Pfeffer? Vergessen Sie’s. Hier kommt ein Knaller.

“Einfach nehmen und essen”, lautete die Aufforderung, um in eine kleine Dose schwarzen Pfeffers zu greifen. Kurzes Zögern, denn das dürfte eine scharfe Angelegenheit werden. “Nur zu, dieser Pfeffer wird Dich umhauen.” In der Tat. Seither streuen wir ihn auf jedes nur erdenkliche Gericht. Wir können nicht mehr ohne!

Autor Sabine Ruhland, Foto Foodhunter

Es gibt Produkte, die würden wir am liebsten gar nicht publik machen, weil uns da der wohlige Schauer überkommt, Gäste, Gastronomen, Hobbyköche und Kenner überraschen zu können. Der Pfeffer Deluxe aus der Manufaktur Ariane Schaub, Deutschland,  gehört dazu. Zerkleinert ist er extrem saftig – da essen wir ihn sogar pur. Aber natürlich ist er ein Gigolo, mag glutrote Tomaten, eleganten Ziegenkäse, liebt Fisch und herzhaftes Fleisch, krönt jedes Frühstücksei und jeden noch so einfachen Salat.

Das Geheimnis liegt in der Fermentierung. Der schwarze Hochlandpfeffer aus Sri Lanka wird nach einem überlieferten asiatischen Rezept mit hochwertigem Meersalz fermentiert. Es gibt ihn in zwei Varianten. Als ganzes Korn oder zerkleinert (unser absoluter Liebling!!). Ein 100 g Glas kostet um die 26,90 Euro, ein 30 g Glas um 12,90 Euro.

Wo Sie ihn bekommen? U.a. hier:

www.feinerpfeffer.de

www.bosfood.de

www.oschaetzchen.com

www.vincent-becker.de

 

Die Herrin über Bischofsmützen, Kalebassen und Gelbe Zentner. Kürbisparadies

Natürlich kenne ich sie hübsch drapiert vor den Blumengeschäften, als Deko für Erntedank-Aktionen im Supermarkt, als Dauergast in herbstlichen Rezeptvorschlägen der Gazetten und als grinsendes Halloween-Gesicht. Natürlich mag ich ihre Knubbel oder ihre seidig glatte Schale, ihre urkomischen Formen, mag die Großen wie die Kleinen und finde trotzdem, dass Hokkaido-Kürbissuppe zum Gähnen langweilig schmeckt.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Was kein Wunder sei, wie mir Walburga Loock versichert, Hokkaido ist mehlig und eher geschmacksarm. Andere Sorten könnten den Kürbissuppen mehr Pep verleihen: Türkischer Turban, Marina di Chiogga, Blue Banana, Muscade de Provence oder Hubbard. Sie muss es wissen, denn auf ihrem Acker wachsen 300 Sorten der Gattung Cucurbitae, Speisekürbisse.

Walburga Loock, die Herrin übers Kürbisfeld

Ein Besuch des selbigen erinnert an Ostereiersuchen, denn sogar die Giganten, wenn sie sich in dunkles Grün hüllen, verschwinden im Blätterdickicht. So muss das Auge schon genauer hinsehen, um sie zu entdecken: Bischofsmützen, Gelbe und Rote Zentner, Chamäleon, Acorn Cream, Lady Godiva, Butternut, Tonda Pandana oder Trompeta.

Kürbisse, Foto FoodhunterWalburga Loock

Manche noch im Babystadium, andere Teenager oder gar schon stattlich groß. Reif ist noch keiner. Erst wenn die Blätter abgestorben sind und die Kürbisse ungeschützt unter der warmen Herbstsonne nachreifen konnten wird geerntet. Ende September meist. Doch jetzt, im August, wuchert es kräftig, verschlungene Triebe, die verschiedenen Sorten vertragen sich, wachsen neben- und ineinander.

Kürbisse, Foto FoodhunterWalburga Loock

Zu den Schmackhaftesten ihrer Art zählen laut Walburga Loock stets die grauen und grünen Kandidaten. „Die reifen überdurchschnittlich lange und besitzen einen wunderbar nussigen Geschmack. Wie beispielsweise die Sorten „Delica“ oder „Delicata“ – wobei die beiden nur ähnlich klingen, aber nicht derselben Familie zugehörig sind.“ Was sich schon in ihrem Äußeren bemerkbar macht. Delica wiegt rund 2 kg, ist dunkelgrün, hier und da mit hellen Narben, eignet sich als Rohkost, zum Braten, Dünsten oder Backen. Delicata ist länglich, hell mit dunklen Streifen, wiegt meist nur 400-800 Gramm und besitzt ein sehr gutes, süßes Fruchtfleisch, was sie prädestiniert für Süßspeisen und Desserts.

Kürbisse, Foto FoodhunterWalburga Loock

Ihr Wissen hat sich Walburga über viele Jahre angeeignet, hat sich Anfang der 90er Jahre Kürbissamen aus aller Herren Länder besorgt, zog die Setzlinge mit der Hand, weil die Keimlinge oftmals von den Schnecken gefressen wurden, bevor ihr Blattgrün das erste Sonnenlicht erblickte, wurde von vielen Landwirten belächelt und verkaufte ihre ersten Ernten direkt an Käfer, Dallmayr, Hans Haas oder große Hotels.

Kürbisse, Foto FoodhunterWalburga Loock

Dann wurde das Fernsehen aufmerksam, die Presse berichtete, die Menschen strömten neugierig auf ihren Hof, um Kürbisse zu bestaunen, brachten nicht nur Kindheitserinnerungen, sondern auch Rezepte und Geschichten mit. Der Kürbis, seiner Ausmaße und der Größe seiner Früchte wegen in China auch ‚Kaiser des Gartens’ genannt, kam zu neuen Ehren und die Landwirte eilten, um selber Kürbisse anzupflanzen.

Heute liefert der Großmarkt an die Münchner Gastronomie, doch Walburga Loock hat längst neue Geschäftsfelder eröffnet und ein Kürbis-Kochbuch geschrieben. Ihre Leidenschaft für Curubita maxima, den Riesenkürbis, Curubita pepo, den Gartenkürbis oder Curubita moschata, den Moschuskürbis, ist auch bei ihr seit Kindertagen vorhanden. „Weil es unglaublich war, wie sich die Pflanze über ein Gartentor rankte und oben einen 20 kg Kürbis scheinbar schwerelos baumeln ließ“, erzählt sie. Zwischen ihren Kürbissen wachsen Sonnenblumen und Tomatenstauden. „Locken zusätzlich die Bienen an“, sagt Walburga. Das Bienenvolk lebt ebenfalls auf dem Hof, ein befreundetes Ehepaar aus München kümmert sich um die Pflege. „Weil ohne Bienen geht nichts auf dem Acker. Die weiblichen und männlichen Blüten der Kürbisse müssen bestäubt werden und nur aus den weiblichen werden letztlich die Früchte.“

Walburga macht schon den Kleinsten Appetit auf Kürbis, nicht nur mit Rezepten wie Kürbiseis, Spaghettikürbis oder Kürbismuffins, sondern auch, weil sich das ein oder andere Kind in den jungen Kürbissen verewigen darf. „Der Name wächst mit. Und die Kinder rennen mit Begeisterung zu ihrem Kürbis, um zu sehen, wie große er schon ist. Kürbisse bringen eben Alt und Jung zum Strahlen – das ist das eigentliche Geheimnis der Frucht.“

Kürbisse, Foto FoodhunterWalburga Loock

Kinder im Glück – wenn “ihr” Kürbis ihren Namen trägt. Das Tolle: der Name “wächst mit”.

 Hofgut Sickertshofen, 85247 Schwabhausen
www.kuerbis-paradies.de

FOODHUNTER-TIPP

Kürbisausstellung 12.9.-31.10, Do-Sa 14-18 Uhr. 

Kürbis, Foto Foodhunter

Auch Verlagshund Snoopy fühlte sich wohl im Kürbisfeld – noch dazu, da er dem Hofhund mal zeigen konnte, was ein Stadthund so drauf hat.

 

 

Feueralarm! Bih Jolokia, der schärfste Chili

Dieser indische Chili ist derzeit die schärfste erhältliche Sorte. Nicht umsonst trägt er je nach Region die Bezeichnung Geister-Chili (Bhut Jolokia) oder Gift-Chili (Bih Jolokia).

Seine gemessenen Spitzenschärfewerte erreichen über 1 Mio. Scoville-Einheiten! Geschmacklich erinnert er an den nahe verwandten Habanero. Meist bekommen Sie ihn nur gemahlen, wir haben ihn als ganze Schoten entdeckt. 10 g, 2,50 Euro. www.madavanilla.de

Unser Tipp – vor allen Ärzten empfohlen: sehr sparsam dosieren; nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommen.

Wer’s nicht glaubt – auf You Tube gibt es eine Chili-Test, der unter die Haut geht:

www.youtube.com/watch?v=E7TZIFb72aY

Afghanische Kost.1001 Nacht auf dem Teller

Es ist eine Erfolgsgeschichte von Miro und seiner Familie. Vor rund 10 Jahren starteten sie in Münchens Hackenviertel mit ihrem ersten Restaurant. Lemar. Dann folgten Schwabing, Starnberg und nun die Thierschstraße im Münchner Zentrum. Glücklich, wer im Lehel wohnt. Da hat der Verlag mal wieder Glück gehabt. 

Auto Sabine Ruhland

Vorab: Die afghanische Küche ist der persischen, pakistanischen oder indischen so fremd wie die bayerische der französischen. Wichtig, denn viele werfen Exotisches gerne in einen Topf. Afghanische Küche  ist leicht und bekömmlich, weder süßlich noch zu scharf – außer die Schärfe wird dezidiert verlangt. Dann allerdings dürften einige Schweißperlen auf der Stirn erscheinen.

Gekocht wird frisch, sehr viel Gemüse – ein Hauptbestandteil auch in Ostafghanistan, jener Region aus der Miro und seine Familie stammen. Für Gemüse, Gewürze und Kräuter ist Miro viel unterwegs, holt sich die Produkte bei Asiaten, Marokkanern oder bestellt direkt in Indien, bevorzugt den Safran, denn Geschmack und Qualität gehören zusammen.

Die Rezepte sind original, weitergegeben von der Mama und alles wird selbst hergestellt, wie auch die zweierlei Chutneys, die automatisch auf die Tische wandern. Das scharfe grüne Chutney mit grünem Koriander, Schwarzkümmel und Chili sowie das süßlich-pikante rote Chutney mit roter Paprika, roter Bete, Aprikosen, Honig und Kardamom.

Für den Lammspieß Quabelli Palau mit Basmatireis, Rosinen und Pistazien beispielsweise wird das Lammfleisch schon zwei Tage vorher in einer Marinade aus Joghurt, Kardamom, schwarzen Pfeffer und Chili eingelegt, um es zart zu machen. Hackfleischspezialitäten werden nur für größere Gesellschaften zubereitete, denn gerade bei diesem Fleisch ist Frische wichtig und deshalb muss es am gleichen Tag verarbeitet werden, bekräftigt Miro. Getrunken werden traditionell Säfte zum Essen, doch es finden sich zahlreiche Weine aus Frankreich und Italien auf der Karte, um den Wünschen der Gäste zu entsprechen. „In Afghanistan gibt es zwar Weinberge“, lacht Miro, „aber wir machen Rosinen aus den Trauben und leider keinen Wein.“  Das orientalische Ambiente der beiden Lemar-Restaurants tut ein Übriges, den Abend in ein kleines Märchen aus 1001 zu verwandeln, Goldornamente an den Wänden, romantische Sitznischen und geflochtene Lampen zaubern exotische Stimmung. An schönen Tagen werden die bodentiefe Fenster zur Straße geöffnet und Urlaubsfeeling macht sich breit. Foodhunter-Tipp: wer erst mal kosten will, Mittagsmenüs (11.30-14.30) gibt es ab 8,90 Euro.

Lemar, Thierschstraße 5, 80538 München

Dieter Meier in München wegen “Foodhunting”

Michael Graeter kennt Dieter Meier aus den Zürich-Zeiten, weshalb er nur zu gerne der Foodhunter-Einladung zum Frühstück mit dem “Enfant terrible” folgte und die Zeit für ein Interview nutzte, das gestern  in der AZ erschienen ist. Leider vergaß Michael Graeter den Grund des Besuches zu erwähnen: Foodhunting, denn Foodhunter hatte Dieter Meier nach München eingeladen, um sich mit Produkten rund um dessen Rinderzucht auseinanderzusetzen. Steaks satt, Senf total, Weißwürste stylisch – wir sagen Ihnen, was abging.

Autor Dirk Vangerow, Fotos Foodhunter

Wer Dieter Meier nicht kennt, hier ein Stichwort: Gruppe “Yello”, die eigentlichen Erfinder des Raps. Unnachahmlich, sein “ohhh yeah” vom Titel “The Race”.  Foodhunter hatte Dieter Meier bereits in Zürich getroffen. www.foodhunter.de/2013/07/15/ojo-de-agua-foodhunter-traf-dieter-meier-in-zurich

Dieter Meier, Foto Foodhunter 037

Nach einem langen Tag,der von Münchner Kindl Senf, Steak im Goldenen Kalb und den Besuch eines Grillfestes von Dirty Harry, der besten BBQ Sauce der Welt reichte, klang der Abend umso “spanischer” aus, im Miura bei Patrick Bertermann. (v.re) Dieter Meier (Ojo de Agua), Patrick Bertermann, Marko Huth, Dirk Vangerow Foodhunter

Dieter Meier,  Foto Foodhunter

Am Nachmittag eine Stippvisite bei Sepp Krätz, Auch ein Rinderzüchter. Fachsimplen mit kleinen Unterschieden: 80 Tiere hat der eine, 18.000 der andere.  Naja, Argentinien hat ja auch mehr Fläche als Bayern…

Dieter Meier und Michael Graeter, Foto Foodhunter

Kurz vor dem Abflug: gemütliches Frühstück auf der Dachterrasse des Bayerischen Hofes. Michael Graeter und Dieter Meier im Gespräch. Das Ergebnis heute in der AZ

Dieter Meier,  Foto Foodhunter

Es muss nicht immer Steak sein – Dieter Meier genoss auch die Münchner Weißwürste, natürlich mit dem Hausmacher Senf von der Münchner Kindl Senferei

Einsiedelei im mondänen Kitzbühel

Ein Haus, tief versteckt im Wald, eine kleine Kapelle, eine Terrasse, wundervolle Holzstuben, traditionelle Küche und die Aussicht über Kitzbühel und das ganze Tal. Ein magischer Fleck im mondänen Kitzbühel: die Waldwirtschaft  Einsiedelei

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

[sociallocker id="361340"]

Oben, am Ende der Hahnenkammstraße, wo die edelsten Luxusvillen ihre Adresse haben, geht es links ab. Durchfahrt verboten, sagt ein Schild. Doch bis zur “Einsiedelei” ist frei. Drei Kilometer Serpentinenstraße. Das zieht sich, schenkt aber auch in jeder Kurve einen neuen Blick aufs Tal. Dann taucht es auf. Ein Häuschen nebst Kapelle. Die Einsiedelei.

Es hatte den ganzen Tag geregnet, leider, so blieb uns die Terrasse mit atemberaubenden Blick verweht. “Den Blick habt’s drin a”, lacht Günther Winkelmair, genannt Pinky, als er uns die Tür öffnet. Wir sind die einzigen Gäste. “G’freit mi, dass do seid’s”, sagt er. Die Stuben sind urig: Holztische mit Intarsien, geschmackvolle Vorhänge, schöne alte Lampen, Holzdecken und in der Tat herrliche Ausblicke aus den Fenstern.

Einsiedelei, Foto Foodhunter

Alles hat er selbst konzipiert, die einstige Ruine in ein Schmuckkästchen verwandelt. Nur er hatte nach Jahrzehnten Leerstand und lustlosen Vorpächtern die Vision, ein solches Wirtshaus aus den uralten Mauern zu kreieren. Ins Tal fährt er kaum noch. Hier oben hat er alles, sagt er, der Einsiedler, und streichelt seinem Hund Jeannie übers gelockte Fell. Trotzdem, so unbedarft wie es den ersten Anschein hat, ist Günther nicht. Gelernter Koch ist es, hat u.a. bei Ducasse gearbeitet. “Der war eh a schon da”, erzählt er. Pinky war überall auf der Welt und wer genau hinschaut, der sieht es blitzen in seinen Augen. Der Schalk ist noch da.

Jakob kommt. Auch ein Original. Blondgeschopft, mit Tunnel im Ohr und Baseballkappe. Der soll kochen? “Ja eh!” Auch der junge Mann hat zahlreich exklusive Stationen hinter sich. Jetzt ist er hier oben. Gefällt ihm. Wie lange, das wird sich zeigen. Backhendl hätte er noch außerhalb der Karte und ein T-Bone-Steak und eine herrliche Kaspressknödelsuppe. Oder feines Filet. Ach ja, und Schwammerl-Gulasch.

Einsiedelei, Foto Foodhunter

Die beiden Foodhunter sind hungrig. Also erst Kaspressknödel, dann Backhendl und T-Bone und ein kleines Schwammerlgulasch zum Kosten. Dazu ein weißer Veltliner vom Weingut Huber. Dass wir ein kleines Gulasch und gleichermaßen ein T-Bone wollten, sorgte für Verwirrung. Das Gulasch wurde übers T-Bone gekippt. Unser Fehler, sicherlich, aber da hätte die Küche nachfragen müssen, ob das wirklich unser Ernst sei. Sei’s drum, die Atmosphäre und der Veltliner haben das Missgeschick wettgemacht – und wir werden künftig nicht mehr alles auf einmal bestellen!

Ein Paradies für alle, die Kitzbühel “mal anders erleben möchten”

Da sitzen wir dann, bei Schlagern von Udo Jürgens und Fendrich, plaudern mit Günther, der ganz ohne Fernsehen auskommt. Dafür hat er knallrote Gästebücher und dort haben sich jene verweigt, die wir eben nur aus dem Fernsehen kennen. Barbara Becker, Tiger Woods, die Rolex-Dynastie, Hansi Hinterseer, Alain Ducasse. “Da heroben wollen’s alle nur das Einfache, das Bodenständige”, sagt Günther, der seinen Pinky-Spitznamen der rosaroten Vespa verdankt, mit der er früher durch Kitzbühel gerauscht ist. So vergeht der Abend wie im Flug. ”Kemmt’s bald mal wieder”, sagt er zum Abschied. Aber ganz sicher, Pinky!

 Einsiedelei, Einsiedeleiweg 25, 6370 Kitzbühel, Tel. 0043/5356/62352. www.einsiedelei-kitzbuehel.at

 

[/sociallocker]