Antwerpen – Seppe Nobels und das Graanmarkt

Flandern ist eine der drei Regionen des Königreichs Belgien. Typische Küche? Moules frites – Miesmuscheln mit Pommes frites. Dass es auch etwas raffinierter geht, haben Seppe Nobels aus Antwerpen und sein Kollege gezeigt. Sie waren für einen Abend die Küchenherren in der Kounge von Holger Stromberg. Und danach waren wir neugierig und besuchten Seppe in Antwerpen.

Autor und Fotos Sabine Ruhland

Sieben Uhr morgens in Ranst, am östlichen Rand Antwerpens. Seppe Nobels greift zum Spaten und stapft übers Feld. Wie seine Kollegen hat auch er einen Lieferanten, den er gerne selbst besucht: Sanguisorba, Kräuter und vergessene Gemüse. „Oft entdecke ich einen Stängel, der beim letzten Mal nicht da war. Oder eine neue Blüte an einem nicht geernteten Kraut, die sich als köstlich erweist. Damit experimentiere ich in der Küche“, sagt er, bückt sich und zieht einige Rübchen und süßwürzige Pastinaken aus der Erde, zupft wilden Thymian und Pimpernelle. Was er aus den Zutaten bereitet, zeigt er uns in seinem Restaurant in Antwerpen, Seppe Nobels ist Chef des Graanmarkt am gleichnamigen Platz. Er mag Innereien, alte Gemüsesorten, Krustentiere und französische Küche. Manchmal spielt er mit Extremen, kombiniert Schweinefüße mit Nudeln oder Schweinsohren mit Langusten. Wir bekommen eine Jakobsmuschel mit zarter Blutwurst, die so fein ist, dass sie der Edelmuschel nichts von ihrer Eleganz stiehlt. Der Mini-Eintopf mit Winter-Gemüsen, schön knackig und voller Geschmack, ist pures Soulfood. Gerne hätten wir einen Nachschlag verlangt. Zum Hauptgang Rebhuhn mit Topinambur und einer roten Portweinsoße, die wohlweislich extra angeboten wird, weil sie extrem gehaltvoll ist. Das Pomelo-Sorbet mit einer zitonig-leichten ‚Creme catalan’ ist der krönende Abschluss eines herrlichen Abends.Gerade mal 30 Jahre ist Seppe Nobels (links) und hat bereits je drei Jahre Kochkunst in Italien und an der Cote d’Azur hinter sich, wurde  2005 “bester Nachwuchskoch  Belgiens” und führt das Graanmarkt 13 in Antwerpen. Eigene Kräuter züchtet er, setzt bevorzugt auf regionale Produkte, liebt Frische und Leichtigkeit und erhebt somit die französische Küche  in die Neuzeit. Einen Stern im Guide Michelin gab es noch nicht, “aber eine Erwähnung”, schmunzelt er. Uns er hat er mit einigen ungewöhnlichen Kreationen überrascht.

www.nobelsdining.be

Graanmarkt, Foto Foodhunter

Das war auch in der Kounge von Holger Stromberg schon so:

Auster à la Seppe Nobels. Foto Foodhunter

Auster mit dreierlei Rettich, serviert auf einem kleinen Salzbrocken. Meerrettich, Radi und Radieschen gaben dem Salzigen der Auster einen Extra-Kick.

Makrele à la Seppe Nobels. Foto Foodhunter

Makrele in ihrem Kaviar. Der Fisch hatte nichts Traniges, war wunderbar von der Konsistenz und holte sich die geschmackliche Frische von Apfelspänen und einem hervorragenden Dip, gemacht aus Soja und einem Kräuterlikör.

Muscheln in Fenchelschaum. Foto Foodhunter

Sieht einfach aus, schmeckte aber absolut vorzüglich. Muschelsuppe mit einem Schaum von Fenchel und Strauchtomaten. Soul-Food. Gerne mehr davon!!

Tatar vom Blauweißen Belgier.Foto Foodhunter

Das Tatar vom Blauweißen Belgier (belgische Rinderrasse) war breit genug geschnitten, um vollen Geschmack zu schenken. Dazu gnadenlos gute Frites und ein Sorbet von sehr sauren Belgian Pickles (eine abgewandelte Form der mixed Pickles).

Hummer in einem Bett aus frischem Thymian. Foto Foodhunter

Da wir keine Freunde von “Surf and turf”  sind, sondern die einzelnen Produkte gerne für sich sprechen lassen, war uns die Komposition von Schweinepfötchen und Nordseeummer auf jungem Porree “zuviel des Guten”. Ansonsten an Frische kaum zu toppen.

 

 

 

Pershing Bar. Weltweit einmaliges “Champagner-Baumhaus”

Die Bar zierte schon einige Gazetten. Stets ähnlich in Bild und Text, wie es PR-Abdrucken nun einmal zu Eigen ist. FOODHUNTER wollte die Baumhaus-Bar live erleben und hat sich auf den Weg in die Champagne gemacht.

Autor und Fotos Sabine Ruhland

 

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Um die Pershing Bar zu erreichen, führt die Route nach Verzy (Champagne), in den „Forêt de Faux de Verzy“. Der Naturpark verdankt seinen Namen den seltenen Süntelbuchen (Faux). Doch nicht den Buchen gilt an diesem Tag unsere Aufmerksamkeit, sondern dem Parc Abroxygene, der im Herzen des Waldes liegt und zugleich Adresse des Champagner-Baumhauses ist.

Dass sich rund um die Baumhaus-Bar ein Kletterpark verbirgt, sollte man wissen. Wir wussten es nicht. So standen wir an der Ausgabehütte für Helme und Sicherungsseile, um schließlich ein 15-Euro-Ticket für die Bar zu lösen. Ein Glas Champagner im Preis inklusive. 

Pershing-Bar, Foto Foodhunter

Erst danach öffnet sich ein Absperrseil und es geht über Hängebrücken sechs Meter in die Höhe, hinein ins Blätterdach. Die Bar ist kleiner als vermutet, bietet aber eine schöne Terrasse mit Barhockern und Lounge-Mobiliar. Die Aussicht ist leider wenig spektakulär: statt auf Weinberge blicken Sie auf eintönige Felder. Trotzdem ist es ein ungewöhnlicher Platz mit Potenzial nach oben. FOODHUNTER-Tipp: Entweder das Baumhaus mieten (ab 8 Personen, dann 79 Euro pro Person inklusive Fingerfood oder kleinem Menü) oder an einem Freitag- bzw. Samstagabend kommen, dann hat das Baumhaus Open-end geöffnet (ansonsten bis 19.30 Uhr), die Kerzen sorgen für Romantik und der Kletterwald gibt Ruh’. www.perchingbar.eu

Pershing-Bar, Foto Foodhunter

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“Who is Who” der Krustentiere. Scampi, Krabben, Hummer & Co

Der eine redet von Scampi, der andere von Shrimps. Manchmal meinen beide damit das gleiche Tier, obwohl es nicht das gleiche ist. Der eine meint Krabbe, der andere Krebs. Ist das nun dasselbe oder nicht? Manchmal ja, manchmal nein. Wir bringen Klarheit in dieses kulinarische Tierreich.

Autor Sabine Ruhland

GARNELE, SHRIMP, KREVETTE – ANDERE LÄNDER, ANDERE NAMEN

Je nach Herkunftsland werden Garnelen auch Gambas (Spanien), Shrimps (England, kleinere Exemplare), Prawns (England, größere Exemplare) oder Krevetten (Frankreich) genannt. Garnelen sind durchschnittlich 6-10 cm lang, besitzen einen lang  gestreckten, zylindrischen und leicht zusammengedrückten Körper mit dünner Schale. Charakteristisch für diese Gattung: sie besitzen keine Scheren, sondern Fühler.

GUT ZU WISSEN
Garnelen werden nicht nach Herkunft verkauft, sondern nach Größe. Als Shrimp werden jene Garnelen bezeichnet, von denen es mehr als 200 Tiere braucht, um ein Kilo aufzuwiegen.

Wildfang-Garnele. Foto Foodhunter

 

HUMMER  – PERFEKT FÜR DEN SOMMER

Die Könige des Meeresbodens können bis zu 50 Jahre alt, 70 cm lang und bis zu 9 Kilo schwer werden. Der Panzer wächst nicht mit, der Hummer häutet sich. Bis zu drei Monate vor und nach der Häutung ist er vollfleischig, Schwanz und Scheren prall mit Fleisch gefüllt.

GUT ZU WISSEN
Hauptfangzeit sind die Sommermonate, weshalb es völlig unsinnig ist, den Hummer bei uns zum Wintergericht zu degradieren –
bis er auf dem Teller landet, fristete er sein Leben in Gefangenschaft, im Fachjargon Hälterung. Während dieser Zeit frisst er nichts, zehrt von seinen Reserven. Durch den Gewichtsverlust nimmt auch die Qualität ab. In den kalten Monaten, bis zum Beginn der neuen Saison im Sommer, kaufen wir daher meist Hummer aus der letzten Hauptfangsaison.

hummer

RIESENGARNELEN, GAMBA, KING PRAWN – DIE GROSSEN UNTER DEN GARNELEN

Wie der Name schon sagt, sind das die „großen“ Garnelen, die bis zu 20 cm lang werden und in warmen Küstengewässern vorkommen. Äußerst selten ist die Black Tiger Prawn, die bis zu 40 cm lang werden kann.

Prawn

KAISERGRANAT, HUMMERKRABBE, SCAMPI – ALLES DAS GLEICHE TIER

Kaisergranat, Scampi oder norwegischer Hummer (in Frankreich heißt er Langoustine), gehört zur Familie der Hummer und ist ein Zehnfußkrebs. Der Kaisergranat ist kleiner und schlanker als der Hummer und besitzt zwei gleichlange, dünne Scheren. Vor allem der hintere Körper gilt als Delikatesse. Scampi (Einzahl Scampo) ist die Bezeichnung für Kaisergranat, der aus den Mittelmeerländern stammt und bis 15 cm groß werden kann.

GUT ZU WISSEN
Hummerartige Meerestiere mit Scheren (Kaisergranat, Hummerkrabben oder Scampi) gehören nicht zur Familie der Garnelen!! Allerdings hat sich der Begriff in der Gastronomie verselbstständigt: Was da oft als Scampi auf die Teller kommt, sind in Wirklichkeit Garnelen.

Kaisergranat

 

KRABBE, KREBS, KÖNIGSKRABBE – 6800 ARTEN!

Es gibt sage und schreiben über 6800 Arten, dazu gehören auch die begehrten Taschenkrebse oder Tiefseekrabben. Bei allen Krabben verbirgt sich das delikate Fleisch meist in den Scheren. Man unterscheidet Echte Krabben von den Scheinkrabben (diese haben nur 3 statt 4 Beinpaare)

Die Krabbe des Nordens: Wer im Norden von „Krabben“ und „Krabben pulen“ spricht, meint damit umgangssprachlich die Nordsee-Krabbe, die eigentlich Nordsee-Garnele heißen müsste.

Krabbe, Foodhunter

 

 

Languste – als “Lobster” der falsche Hummer auf der Karte

Sie werden oft mit Hummer verwechselt, vor allem, da sie oftmals als „Lobster“ auf die Karte wandern. Dabei ist die Unterscheidung einfach, denn Langusten besitzen nicht die ausgeprägten, großen Scheren. Dennoch sind sie stattlich, können bis zu 50 cm lang und bis zu 2 Kilo schwer werden, es gibt sogar Prachtexemplare mit 6 Kilo und mehr. Fangreif sind sie nach 2-3 Jahren. Bei der lebenden Languste muss der Schwanz leicht gekrümmt sein. Ist er das nicht, schmeckt das Tier auch gekocht nicht mehr.

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Zitronenmayonnaise – perfekt zur Languste

 Für 4 Personen

  • 1 EL Dijonsenf
  • 3 Eigelb
  • 3-4 TL frisch gepressten Zitronensaft
  • Sonnenblumenöl oder leichtes Olivenöl
  • Salz und weißer Pfeffer aus der Mühle

Senf und Eigelb gut miteinander verrühren, dann den Zitronensaft nach und nach zugeben und das Öl langsam einfließen lassen. Alles unter Rühren zu einer cremigen Soße verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

 

 

 

 

 

 

Straußenfleisch. Zart, gesund, wenig Fett

Wir befinden uns weder in der afrikanischen Savanne noch in Zentralasien, sondern im südpfälzischen Rülzheim. „Mhou“, in der Sprache der Shona das Wort für Strauß, ist die älteste und eine der führenden Straußenfarmen Europas. Wir haben sie besucht.

Autor Sabine Ruhland 

Es ist ein einziges Scharren und Trippeln. Wie in Ekstase biegt und windet Oskar seinen langen Hals hin und her, plustert sich auf zu einem riesigen schwarzen Federballon, kniet nieder, tanzt im Kreis und gibt klopfähnliche Geräusche von sich. Elegant sieht anders aus, doch seinem Harem, den drei Hennen Agathe, Marie und Adele, gefällt es. Sie machen sich bereit, um dann, während der Balz alle zwei Tage ein Ei in ihre Nestmulden zu legen, die bis zu 60 cm tief sein können. Damit wäre sie offiziell revidiert, die Mär vom Vogel Strauß, der den Kopf „in den Sand“ steckt. Er steckt den Kopf nur in die Mulde, um die Eier zu drehen.

„Der Strauß braucht ständig was zu gucken, sonst geht er vor Langeweile ein.“

70 Jahre alt werden Strauße in freier Wildbahn, als Zuchttier kaum älter als 10-14 Monate. Ihre Aufzucht ist schwierig, denn im Stall lassen sie sich nicht halten. „Strauße sind Fluchttiere. Sie brauchen Platz, rund einen Hektar für 20 Tiere, und viel zu gucken, sonst gehen sie vor Langeweile ein“, sagt Christoph Kistner, der die Farm zusammen mit Uschi Braun aufgebaut hat und betreibt. 15 Hektar für rund 80 Zuchtstrauße, parzelliert in Einzelgehege von je 5.000 qm Größe. Heute sind die beiden Experten, wenn es um die artgerechte Haltung der Strauße und um die Direktvermarktung von Straußenfleisch geht. Ihr Betrieb ist einer der führenden in Europa. Doch genügend Platz gibt es auch in der Pfalz nicht, weshalb Mhou seine Küken in Vertragsgebiete schickt und später als Straußenfleisch wieder zurückbekommt. Geschlachtet wird in Rülzheim nicht.

Straußenfleisch enthält nur einen Fettanteil von 0,7 bis zwei Prozent. Es ist damit ideal für Eiweißallergiker.

Das Bruthaus und die angrenzende Kinderstube entlocken zu Recht kleine Freudenschreie. Tapsig süß aber ganz schön flink sind sie, die Straußenkinder, die im Brutschrank zur Welt kommen. „Die Eier müssen wir aus den Gehegen klauen und dabei recht vorsichtig sein“, sagt Kistner. Unbefruchtete Eier werden sofort weiterverarbeitet, zu Lampen oder anderen Dekoraktionsobjekten. Der Rest kommt als flauschiges Knäuel zur Welt und darf sich austoben. Im Januar legen die Strauße die ersten Eier der Saison und von April bis September schlüpfen alle fünf bis zehn Tage neue Küken. Ab August ist Schluss mit dem Straußenkindergarten, dann übernehmen Hähne und Hennen das Hüten. Auf dem Speiseplan der Laufvögel steht Gras, im Winter Heu, kleine Insekten, Wasser. Dazu gibt es bei Mhou täglich Spezialfutter: ein Müsli aus Soja und Weizen. „Soja wegen des hohen Gehalts an Aminosäuren“, sagt Christoph Kistner. Straußenfleisch enthält nur einen Fettanteil von 0,7 bis zwei Prozent, denn alle Muskeln werden beansprucht. Somit ist jedes Stück Straußenfleisch verwertbar, zart und fettarm und damit auch unbedenklich für Eiweißallergiker.  Fächerfilet, Filet-Steak, Eye Filet, Long Filet, Big Drum, Moon Steak, Oyster, Tenderloin, Tournedo, Keulensteak oder Rumpsteak – wer Straußenfleisch kauft, das übrigens keinen extremen Eigengeschmack besitzt, sollte dem Verkäufer vorher sagen, was er damit machen will, denn nicht jedes Stück eignet sich gleichermaßen fürs Grillen oder fürs Braten. „Das beste Stück zum Grillen beispielsweise ist Tenderloin“, sagt Kistner, selbst passionierter Hobbykoch. Unzählige Rezepte mit Straußenfleisch hat er erdacht und gekocht und als Rezepttipp auf die Mhou-Website gestellt. Bei Hals und Leber scheiden sich die Geister. Kistner lacht. „Ich weiß, aber wir privat essen das sehr gerne.“ Sein Geheimtipp fürs beste Stück? „Tournedos.“

Ja, was ist er denn nun? Geflügel oder Fleisch? Die Bürokratie macht die Zucht schwer

Dass Straußenfleisch in Deutschland selten ist, lässt sich dem enormen Platzbedarf ebenso zuschreiben, wie der Bürokratie. Mal gehört der Strauß zu Geflügel, dann wieder zu Fleisch, dann gilt er als Farmwild. Stets begleitet von neuen Auflagen und Verordnungen. So bleibt Straußenfleisch bislang ein Nischenprodukt mit rund 6000 Schlachttieren in Deutschland. „Der Rest kommt aus Südafrika“, sagt Kistner. Dabei fühlt sich der Strauß wohl in Deutschland, Regen oder kalte Wintermonate machen ihm nichts aus. „Im südafrikanischen Winter kann es bis minus 15 Grad kalt werden. Zudem sterben viele Strauße in Südafrika an den zu hohen Temperaturen von über 45°C im Sommer. Temperaturen, die es bei uns im Raum Karlsruhe gar nicht gibt.“ Dennoch sorgen die Inhaber für einen gehörigen Schuss Exotik in der Pfalz, denn ihr Farmhaus ist im Stil einer afrikanischen Lodge gebaut und bietet nicht nur Produkte vom Strauß, sondern auch ein Restaurant, dessen Speisekarte vom Tandoori-Huhn über Känguru-Carpaccio bis zum Antilopensteak eine ungewöhnliche Auswahl bietet.

www.mhoufarm.de

Straußenfleisch

Roh marinierte Scheiben von Straußenfleisch

Zutaten für 4 Personen

  • 250 g Straußenfilet
  • 2 Limonen
  • Olivenöl extra
  • weißes Trüffelöl
  • 40 g frischer Parmesan am Stück
  • 8 frische Champignons
  • 1 El geschnittene Blattpetersilie
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung
Straußenfleisch in Folie wickeln, rund abformen und leicht anfrieren, dann in dünne Scheiben schneiden und auf etwas angewärmte Teller legen. Mit Salz und Pfeffer aus der Mühle würzen, mit Saft der Limonen sowie Oliven- und Trüffelöl beträufeln. Champignons in Scheiben auflegen und Parmesan dünn darüberhobeln. Mit Blattpetersilie leicht bestreuen.

 

Gegrillte Filetstreifen, Spargel, Rote Bete

Zutaten für 4 Personen

  • 800 g Filet vom Strauß
  • 8 Knollen rote Bete (möglichst jung)
  • 400 g Rucola
  • 50 g Pinienkerne
  • 100 ml kaltgepresstes Olivenöl
  • 100 ml Balsamico-Essig
  • 1 kg Spargel (weiß oder grün
  • 1 Bund Kerbel
  • Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Rote Bete in Salzwasser weich kochen, abkühlen lassen und schälen. Raukesalat waschen, Pinienkerne leicht rösten, aus Olivenöl und Essig Dressing mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Salat auf Teller anrichten und mit Pinienkernen bestreuen, Dressing darüber geben.
Spargel schälen und blanchieren. Fleisch längs zur Faser in lange, schmale Streifen schneiden, Porree putzen und waschen, erst quer in fingerlange Stücke, dann längs in feine Streifen schneiden. Idealerweise über weißglühender Holzkohle grillen.
Fleisch, Spargel und Rote Bete-Knollen auf Salat anrichten, mit Salz und Pfeffer würzen, mit Kerbel garnieren.
Tipp: Wenn Sie grünen Spargel verwenden, können Sie die Spargelstangen ebenfalls kurz grillen.

Weitere Straußenfarmen in Deutschland

 

Was bist du, Apfel oder Birne? Nichts da, ich bin eine Quitte

Ihre „Stammeseltern“ sehen aus wie Apfel- oder Birnenbäume. Weshalb sich Unbedarfte beim Anblick der baumelnden Früchte im ersten Moment nicht sicher sind, was sie vor sich haben. Obgleich die Quitte optisch zwischen Birne und Apfel angesiedelt ist, hat sie ihren eigenen Charakter, beispielsweise eine Flaum auf der Schale. 

Von Karoline Beck

Die Quittensaison ist von Oktober bis Dezember, dann bekommen Sie – meist nur auf Wochenmärkten – frische, deutsche Quitten. Roh sind die schrulligen Früchte kaum genießbar, hart, holzig und zu viel herbes Tannin. Dafür schätzten unsere Großmütter sie, um daraus Gelee, Mus, Kompott, Brot, Marmelade oder Saft zu zaubern. Das Mus beispielsweise ist mir aus Kindertagen in Erinnerung, denn dazu gab es stets die süßen Weihnachtskekse. Der süßsaure Geschmack der Quitte mit der Süße der Kekse bleibt mir unvergesslich.

Die Quitte ist eine Frucht mit großer Heilkraft, was ihrem Nischendasein vielleicht bald ein Ende bereiten könnte. Sie stärkt die Verdauung, hilft gegen Erkältungen und lindert Entzündungen der Haut. Vor allem die Samen der Quitte wurden und werden in der Volksheilkunde eingesetzt. Laut meiner Oma hilft Quitte eigentlich gegen alles, was man nicht brauchen kann: Bronchitis, Erkältung, Halsschmerzen, Rachenentzündung, Sodbrennen,Darmentzündung, Durchfall, Verstopfung, Hämorrhoiden, Gicht oder Bluthochdruck. Sogar Brandwunden und Verrenkungen soll sie lindern.

Hier ein Rezept: Quitten mit Schafskäse (für 4 Personen)

  • 2 Quitten
  • 500 ml Rotwein
  • 90 g Butter
  • 1 El Honig
  • Schale von 1 Bio-Zitrone
  • 200 g Schafskäse
  • 2 Stiele frische Minze
  • 500 ml Kalbsfonds (Glas)
  • Salz, Pfeffer

Quitten halbieren, schälen und die Kerngehäuse herausschneiden. Rotwein, Butter, Honig und Zitronenschale im Topf zum Kochen bringen, Quittenhälften darin zugedeckt bei mittlerer Hitze 20 Minuten garen. Schafskäse durch ein Sieb streichen, Minzeblätter abzupfen, bis auf vier Stücke fein hacken und unter den Käse mischen. Quitten und Zitronenschale aus dem Sud nehmen. Kalbsfond zum Sud gießen und auf 1/ 8 Liter einkochen. Restliche Butter mit dem Schneebesen darunter schlagen. Alles mit Salz und Pfeffer würzen, warmhalten.

Schafskäse bis auf zwei Esslöffel auf die Quittenhälften türmen. Gefüllte Quitten in eine Form setzen und im vorgeheizten Backofen bei 225 Grad erhitzen. Nach ungefähr 6 Minuten herausnehmen, mit dem restlichen Schafskäse und den Minzeblättern bestreuen. – Et voilà, es muss nicht immer Feige zum Schafskäse sein!

Von Sissi Wolf

Langusten bester Qualität. Aber nicht lebend!

‘Langusten müssen leben, bevor sie in den Kochtopf wandern, ihr Hinterteil gekrümmt sein.’ Blödsinn, sagt ein engagiertes Unternehmen aus Hamburg, das frisch von den Bahamas Langusten importiert. Frisch, fangfrisch. Aber nicht lebend. Wir lieben Langusten von Spiny Lobster. 

Autor Dirk Vangerow, Foto Sabine Ruhland 

So läuft es normalerweise: Vor den Bahamas werden in Küstennähe unter Wasser Wellbleche aufgestellt, unter denen sich die Tiere tagsüber sammeln. Der Taucher entfernt das Wellblech und spießt mit Haken alles auf, was sich darunter befindet. Eine für die Tiere schmerzhafte wie rücksichtslose Fangmethode.

„Für uns werden die Langusten in Reusen gefangen. Das erlaubt, zu kleine Tiere wieder unversehrt freizulassen”, sagt Alexander Büning von Spiny Lobster aus Hamburg. Das junge Unternehmen konzentriert sich auf Gourmet Seafood Spezialitäten, frisch von den Bahamas. „Das geht nur, weil wir Partner haben, die auf den Bahamas aufgewachsen sind und beste Beziehungen zu den Fischern pflegen. Somit erhalten wir absolute Qualitätsware und importieren direkt.“

Die Languste zehrt in Gefangenschaft vom eigenen Fleisch. Frisch heißt deshalb nicht “vollfleischig”

Für Spiny Lobster werden die ausgesuchten Langusten sofort an Bord verarbeitet und tiefgefroren. „Es ist unsinnig, die Langusten lebend quer über den Erdball zu verschiffen. Erstens ist es Stress für das Tier, zweitens zehrt die Languste in Gefangenschaft vom eigenen Fleisch. Im schlimmsten Fall kaufen Sie eine schöne, lebende Languste, um zu Hause festzustellen, dass innen kaum mehr Fleisch ist.“ Getötet wird an Bord mit einem gezielten Stich in den Rücken. „Das Herz der Languste zieht sich über den ganzen Rücken. Sie ist sofort tot und muss sich nicht im heißen Wasser winden. Das Abkochpinzip ist eine unnötige Quälerei“, sagt Alexander Büning. Sicher nicht nur, weil das ganz im Sinne von Foodhunter ist, schätzen wir die hervorragende Qualität dieser Langusten, die auch in unserem Gefrierschrank reichlich vertreten sind. www.spinylobster.de

 

FOODHUNTER-TIPP
Zitronenmayonnaise passt perfekt zur Languste

Für 4 Personen

  • 1 EL Dijonsenf
  • 3 Eigelb
  • 3-4 TL frisch gepressten Zitronensaft
  • Sonnenblumenöl
  • Salz und weißer Pfeffer aus der Mühle

Senf und Eigelb gut miteinander verrühren, dann den Zitronensaft nach und nach zugeben und das Öl langsam einfließen lassen. Alles unter Rühren zu einer cremigen Soße verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.