Fisch und Meeresfrüchte grillen. So bleibt alles saftig

“Grill to thrill” lautete das Motto des Grillabends im Frischeparadies München und das norwegische Seafood-Unternehmen Norge tat alles, um selbst gestandene Foodhunter in Staunen zu versetzen. Hier die besten Tipps im Umgang mit Feuer, Kohle und zarten Meeresfrüchten. Vor allem eines fanden wir unwiderstehlich: Wenderoste!

Autor Sabine Ruhland

  • Der wichtigste Tipp von allen: Qualität. Wer beste Produkte  verwendet hat ein Grill-Vergnügen, das ohne die dunkelschwarz verbrannten Krusten auskommt. Vor allem Fisch und Meeresfrüchte möchten behutsam behandelt werden.
  • Zu leicht kann Fisch verbrennen oder austrocknen. Tipp: Der Rost muss mit größerem Abstand über der Glut hängen, damit das nicht passiert. Außerdem empfiehlt es sich, das Grillgut nur einmal zu wenden.
  • Es muss nicht immer ein Spieß sein. Spezielle Fischgrillgitter oder Wenderoste sind perfekt für Garnelen und Kaisergranat, dann fallen sie nicht durch den Rost. Außerdem macht es optisch weitaus mehr her!
  • Fisch, der leicht zerfällt, kann auch in Alufolie eingepackt werden. In unserem Fall ist es ein ein Kabeljau, der mit einigen Tropfen Olivenöl, Tomate und einem Kräuterstängel in Alufolie gepackt und wenige Minuten auf den Rost gelegt wurde. Das Päckchen verströmt beim Öffnen einen sagenhaften Duft, der feine Fisch ist zart und hat doch Biss.

Fisch in Alu, Foto Foodhunter

  • Kleine Holzbretter in Wasser tauchen, Lachs drauflegen und auf den Grill legen. Das Brett gibt die Holzaromen langsam ab und verbrennt auch langsam. Das Fleisch bekommt ein einmaliges Aroma.

Grill, Foto Foodhunter

  • Jakobsmuscheln (auch Pilgermuschel mal anders. Rustikal schmecken sie auch, beispielsweise mit Knoblauch und Fenchel)
  • Tipp: Frische Muscheln sollten schwer und geschlossen sein. Zum Öffnen legt man die flache Schale nach oben und schneidet mit einem Messer innen an der oberen Schale entlang und klappt dann die flachere Schale hoch. Alle schwarzen Innereien und der Bart werden entfernt. Verwendet werden nur der zylinderförmige, weiße Muskelstrang zwischen den Klappen und der orangerote Rogen, den viele Genießer auch nicht so gerne essen. Man kann auch ihn entfernen. 

Grill, Foto Foodhunter

  • Die ideale Ergänzung. Ein Wok, gefüllt mit Gemüse, Spinat, Tomaten, zarte Bohnen. Alles leicht andünsten lassen. Sieht  irre gut aus und schmeckt auch so. 

Grill, Foto Foodhunter.

 

 

München feiert mit Armand de Brignac

Champagnerlaune. Jeder weiß sofort, was damit gemeint ist. In diesem Fall war die Laune sogar noch besser, denn einer der besten und teuersten Champagner lud zur Verkostung: Armand de Brignac. Das Publikum ausgesucht. Das Wetter heiter.  Die Stimmung vergnüglich und entspannt. Hier die schönsten Impressionen.

www.youtube.com/watch?v=Y82u2agY23s

Armand de Brignac in München

 

Armand de Brignac, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

 

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in MünchenArmand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Armand de Brignac in München

Alle Fotos Sabine Ruhland

 

Luxemburg: Tipps für Genießer

„Mir wölle bleiwa wat mir sin“ prangt in großen Lettern an der Hausfassade in der Altstadt.  Was trotzig klingt, ist verständlich angesichts der Einflüsse. Belgier, Franzosen, Italiener, Deutsche – hier lebt und arbeitet ganz Europa. Trotzdem sind die geheimen, feinen Ecken geblieben. Wir zeigen sie Ihnen. 

Autor Dirk Vangerow

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Spazieren an der Alzette

Im tiefen „Grund“ der Stadt Luxemburg hat sich das Flüsschen Alzette durch eine kleine Schlucht gegraben. Entlang alter Häuser, der Kirche und Befestigungsmauern können Sie herrlich spazieren gehen. Ein Muss“ Nach unten bzw. oben kommen Sie zu Fuß über kleine Serpentinenwege oder per Lift. Einstieg oben: Place du Saint-Esprit.

Luxemburg Wochenmarkt

Liebling Wochenmarkt

Zugegeben, wann immer wir unterwegs sind – wenn ein Wochenmarkt in der Nähe ist, sind wir dort. Jeden Mi und Sa auf der Place Guillaume (Knuedler) von 7.30 bis ca. 13/14 Uhr. Weil bei unserem Besuch auf dem Knuedler-Platz ein Jahrmarkt stattfand, hatten wir das Vergnügen den Markt auf dem Platz zur Goldenen Frau erleben zu dürfen. Herrlich: die kosmopolitische Ansammlung. Erdbeeren aus der Pfalz, Wildkräuter aus Luxemburg, Käse aus Italien. Wir haben mal wieder mehr eingekauft als gewollt.

Lea Linster Delikatessen Luxemburg

Léa Linster Delicatessen

Der Shop liegt im schönsten Altstadtteil und lockt mit Törtchen und Crémant, mit Kochbüchern, Marmeladen und allerlei anderen verführerischen Dingen.  Wenn Léa Linster dann noch selbst vorbeischaut, ist in der Tat „hier der Teufel los“. Unbedingt kaufen: die legendären Madeleines und „Crossmosel“, einer der besten Rieslinge für Sommertage, da nur 10 % vol. 4 rue de l’Eau, L-1449 Luxemburg.

Designhotel Luxemburg

Hoteltipp: Albert Premier

Es liegt ein wenig abseits in einem Viertel herrlicher Villen und ist eigentlich zwei Hotels in einem, denn nicht alle Zimmer sind im puristischen schwarz-weiß Stil eingerichtet. Wer will, kann sich auch für Zimmer im eleganten englischen Design entscheiden. Ansonsten stylish vom Entree bis zum Restaurant. Super: der Weekend-Tarif. Ab 120 Euro pro Zimmer und Nacht inkl. Frühstück. Wer da Lust hat, es sich richtig gut gehen zu lassen: Die Penthouse Suite gibt es dann für 320 statt 540 Euro. 2a Rue Albert 1er, L-1117 Luxemburg, www.hotelalbertpremier.lu

 Luxemburg Edelitaliener

Restaurant Mosconi

Ein denkmalgeschütztes Haus direkt an der Alzette mit Terrasse und Efeudach ist die Adresse eines der besten Italieners der Stadt. Das „Mosconi“ von Ilario und Simonetta Mosconi versprüht den Charme des dörflichen Lebens und doch befindet man sich in unmittelbarer Nähe des Stadttreibens. Bei unserem Besuch war es leider zu, dabei hätte wir hier zu gerne Lunch genossen. 13 rue Munster,
L-2160 Luxemburg, Di-Fr mittags und abends. So/Mo und Samstagmittag geschlossen. www.mosconi.lu  

Kritzel Luxemburg

Kritzel von Jacques Schneider

Wir lernen Jacques Schneider im Shop von Léa Linster kennen, die beiden sind seit Jahren befreundet. Der junge Mann wirkt zart und sensibel, ein klassischer Künstler und Top-Fotograf. Die Fotos seiner Heimatstadt Luxemburg, alle 1,10 x 1,10 Meter, veredelt er mit bunten Akzenten. „Kritzel“ nennt er diese Technik. Macht Laune! 7 rue Philippe II, L-2340 Luxemburg. www.js-artiste.blogspot.de

 

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BBQ – Tipps vom Profi

Florian Achmann ist bei Feinkost Käfer der Mann fürs Feine. Zuständig fürs feine Fleisch. Längst gehört seine Theke zur ersten Anlaufstelle. Rund 750 Kilo Spitzenfleisch aus den USA kommen alle 2-3 Wochen bei ihm an. NHTC, nicht hormonbehandelt. Rib-Eye, Entrecôte, Roastbeef-Steaks. Auf die neue BBQ-Leidenschaft ist Käfer bestens vorbereitet.

Autor Dirk Vangerow

„Wir bieten fertige Barbecue-Platten an“, sagt Florian Achmann. „Für zwei oder vier Personen und in zwei Varianten.“ Schweinenacken vom Schwäbisch-Hällischen, Spareribs und Rinderfiletscheiben zieren eine Variante, Kalbskotelett, Lammrack und Rinderlende (US Prime Beef) die andere. Dass seine Theke auch mit Dry Age bestückt ist, versteht sich von selbst. Wir haben mit ihm gesprochen und ihm wichtige Tipps entlockt, damit wir Männer auch künftig die Herren über den Grill bleiben!

Wie dick sollten die Steaks fürs perfekte Grillvergnügen sein?
Mindestens 3,5 bis 4 cm. Sind die Scheiben zu dünn, beispielsweise beim Rib-Eye, dann wird der Fettkern nicht schmelzen und das Fleisch wird strohig.

Welcher Grill?
Wer nur einen Elektro- oder Gasgrill hat, sollte das Fleisch besser in der Pfanne braten. Drei bis vier Minuten, dann fünf bis sechs Minuten ziehen lassen. Für ein geniales BBQ braucht es einen Holzkohlegrill, denn nur er gibt dieses spezielle Aroma, das letztlich dem Fleisch noch mehr Geschmack gibt.

Welches Holz?
Buche. Ich bevorzuge „Forsthaus Diana“. In der Nähe von Ebersberg praktiziert noch einer der letzten Köhler Bayerns. Die Grillkohle von Martin Perfler ist unschlagbar.  Alternativ „Sommerhit“. Gibt es überall in Baumärkten oder in Supermärkten.

Außen rösch, innen rosa. Was, wenn ich den perfekten Moment übersehe?
Grundsätzlich: je hochwertiger ein Fleisch, desto weniger macht es ihm aus, wenn es durch ist.

Ein dickes Stück braucht den richtigen Schnitt.
Unbedingt. Langes Messer, scharfe Klinge, gerader Schnitt. Einzig das Kalbskotelett, das wird bei uns gehackt. Würde man es schneiden, es wäre schmierig.

BBQ, Foto Foodhunter

Viele marinieren Fleisch bevor sie es grillen.
Wenn sie eine schlechte Fleischqualität haben, dann macht das Sinn. Wir marinieren unsere Spitzenqualität auf keinen Fall. Grillen, ruhen lassen, etwas Fleur de Sel, Pfeffer und ein Schuss guten Olivenöls. Sonst nichts.

Spezial-Tipp vom Profi?
Zitrone. Halbieren und kurz zwei- oder dreimal mit der Schnittstelle auf das Fleisch tupfen. Die Säure hebt den Geschmack. Das haben wir früher bei Grillabenden auf der Sea Cloud auch immer gemacht.

Optimale Beilage?
Bei Spitzenfleisch würde ich auf Kartoffeln oder Nudelsalate verzichten. Focaccia, leicht gegrillt, gerne mit Kräutern, dazu grüne, sommerlich-frische Salate. Wer die Möglichkeit hat: gegrillte lila Auberginen aus Sizilien. Mehr Genuss geht nicht.

Die Soßen. Scharf, schärfer am schärfsten?
Nun, das ist natürlich Geschmackssache, wobei superscharfe Soßen oft nichts anderes erreichen als ein brennendes Gefühl in Mund und Rachen. Der feine Geschmack des Fleisches geht da oft unter.

 

 

 

 

Perfekt Sauce zum BBQ: Chilimarmelade

Die ideale Begleitung zum BBQ, zu edlem, gegrilltem Fleisch. Createur Florian Achmann von Feinkost Käfer hat sein Rezept verraten. Wer es nicht selber machen will – die Sauce gibt es bei Feinkost Käfer auch zu kaufen. 

Chili-Marmelade

Von Florian Achmann

  • 250 g Chilischoten (italienische!!)
  • 750 g roter Spitzpaprika
  • 500 g Gelierzucker 1:2

Paprika und Chili waschen. Strunk raus, Kerne raus. Alles in eine Schüssel, einzuckern, über Nacht im Kühlschrank stehen lassen.

Am nächsten Tag alles kochen bis sich die Schale von den Chilis wölbt. Dann Paprika und Chilis rausnehmen und durch den Wolf drehen (6- 8er Scheibe). Danach zurück in den Sud geben und 10 min klar kochen (immer wieder den Schaum abheben). In Gläser füllen und 2-3 Tage im Kühlschrank ruhen lassen.

 

 

Ramen – Wellness-Suppe aus Japan

Kaum ein Genießer oder Spitzenkoch, der ihr nicht höchste Anerkennung zollt: der japanischen Küche. Nachdem wir uns Sushi & Sashimi bestens einverleibt haben, verstärkt sich ein neuer Trend. Ramen. Ein Teller Nudelsuppe, der nicht nur satt, sondern auch glücklich macht.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Eine Suppenbude mag schnell kreiert sein, doch Ramen, das ist eine Kunst. 50.000 Ramenlokale, Ramen-ya, Yatai oder Tachiqui genannt, je nachdem ob Restaurant, Verkaufsstand oder Stehimbiss, allein in Tokio. Fast jedes schwört auf sein eigenes, streng geheimes Rezept. Wer jemals die Kultkomödie Tampopo (1985) gesehen hat, weiß das.

Auch Markus von Luttitz kennt diesen Film und nennt heute ein Ramenlokal sein Eigen.  Ohne fachkundige Hilfe wäre es nicht möglich gewesen. In seinem Fall war es Takahiro Kudoh, berühmter Koch aus Japan. Er half mit, das “Nipponoodles” in München mit Inhalt zu füllen. Für die Grundsuppe braucht es Entenfüße, Schweinebauch, Bonito, allerlei Gemüse. Mehr wird nicht verraten. Im Film waren es unter anderem ein Suppenhuhn und Schweinerippchen, da gehen die Feinheiten schon los. 4-5 Stunden köcheln muss die Grundsuppe, wobei sie die volle Aufmerksamkeit des Kochs hat, denn das Eiweiß will stetig abgeschöpft werden.  Auch die Nudeln selbst, ebenfalls Ramen genannt, werden im Nipponoodles täglich frisch gemacht.

Doch Aufwand der Herstellung und Auswahl der Produkte sind für viele Esser nicht „an“erkennbar. Suppe ist Suppe und die darf nicht viel kosten, weshalb die Blogs voll davon sind, wie teuer Ramen doch seien. Es sei der Tütensuppen-Generation verziehen – vielleicht  schult sich auch ihr verhunzter Gaumen einmal. Wir finden, dass die großen Teller (rund ein halber Liter Suppe) ihren Preis wert sind. Zwischen 7,90 und 8,90 die Grundsuppe mit Gemüse und Nudeln.

Wäre noch die Sache mit dem Schlürfen. Auch im Film Tampopo ist es Usus und im Nipponoodles steht es auf den Screens: schlürfen erlaubt. Der feinen Münchnerin passt das weniger und die Macher zeigen sich kreativ: für die Schlürfer gibt es Lätzchen, für die anderen eine Spoonfork.

Ramen, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Wer nicht schlürfen will, kann die Spoonfork zur Hand nehmen.

 

BEST PLACES FOR RAMEN

Die meisten japanischen Restaurants setzen auf Sushi & Co. Ramensuppen sind oftmals nur ein kleiner Teil der Karte. Doch es gibt einige wenige Adressen, die sich der Kunst der Ramenherstellung gewidmet haben.

DÜSSELDORF

  • NANIWA NOODLES & SOUPS
  • Oststraße 55
  • 40211 Düsseldorf
  • Mo-So 11.30-22.30 Uhr
  • www.naniwa.de
  • TAKUMI 
  • Immermannstraße 28
  • 40210 Düsseldorf
  • Mo-So ab 12 Uhr durchgehend
  • Tel. 0211/1793308

BERLIN

Neuer Tipp von Foodhunter-Leser Mark Wagner
  • Cocolo Ramen
  • Gipsstraße 3
  • 10119 Berlin-Mitte
  • Mo-So ab 18 Uhr

FRANKFURT

  •  ISSEN
  • Schäfergasse 30
  • 60313 Frankfurt
  • Mo-Fr 11.30-15 und ab 17.30 Uhr
  • Sa/So durchgehend ab 11.30 Uhr
  • www.issen-ramen.de

MÜNCHEN

  • NIPPONOODLES
  • Gabelsbergerstraße 77
  • 80333 München
  • Mo-So 12-14.30 und ab 18 Uhr
  • www.nipponoodles.de
  • TAKUMI
  • Heßstraße 71
  • 80798 München
  • Mo-Fr 12-15, 17-22 Uhr
  • Sa/So ab 12 Uhr durchgehend
  • www.takumi-noodle.com

FOODHUNTER-FILMTIPP

Tampopo auf DVD. Allerdings ist auf der DVD eine Szene, die im Kino nicht gezeigt wurde – nichts für Vegetarier…
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Bio macht glücklich. Gut Kerschlach

“Die ökologische Landwirtschaft ist mein Lebenstraum”, sagt Werner Mützel, der seinen Tiere doppelt so viel Auslauf schenkt wie für einen zertifizierten Biobetrieb vorgeschrieben. Gut Kerschlach liegt zwischen Ammersee und Starnberger See und in allen Produkten findet sich der Respekt vor der Natur wieder.

Autor Karin Lochner, Fotos Peter von Felbert

Münchner Viktualienmarkt. Im Tölzer Kasladen gehen der Frischkäse und der Hopfenkäse von Gut Kerschlach weg wie warme Semmeln. Beide Käse schmeicheln dem Gaumen und hinterlassen angenehme Röstaromen. Frankfurt, ein schickes Büro. Die Geschäftsführerin kauft regelmäßig bei Manufactum. Schwärmt von der Leberpastete, die es dort gibt. Von Gut Kerschlach. Für so eine Rinderleberpastete lässt sie jede Schokolade stehen.

Alle schwärmen von den Produkten, doch was zeichnet das Gut Kerschlach aus? Auf dem ersten Blick ist es ein moderner Bauernhof zwischen Ammersee und Starnbergersee. 182 Hektar Landwirtschaft, 200 Hektar Forst, 300 Rinder, eine ökologische Milchviehhaltung mit 26 Fleck- und Braunkühen. Auch eine Mutterkuhherde der Murnau-Werdenfelser – eine vom Aussterben bedrohte Rasse – lebt hier. Doch das Anwesen zeigt auch Charme und Nostalgie: Kastanien säumen die Wege, die Weiden leuchten in sattem Sommergrün.

Obwohl viele Besucher zur Hofführung kommen, ist Gut Kerschlach weit entfernt von einem Erlebnispark.

Das gesamte Areal wurde bis in die 1990er Jahre von den Missions-Benediktinerinnen bewirtschaftet, weshalb Gut Kerschlach noch immer etwas Klosterhaftes und Weites hat. Mächtig thronen die Ställe und Wirtschaftsräume auf den oberbayerischen Hügeln, bieten den Tieren Raum und untereinander so viel Nähe, wie sie brauchen. Der Eber reibt sich erst genüsslich den Hintern an den Gitterstäben, dann wühlt er in der Erde. Nachts kuschelt er sich an seine drei Schwäbisch-Hällischen Sauen. Die 26 Ferkel in verschiedenen Wachstumsgraden laufen übermütig durch ihre Gehege. Ihre Ohren flattern wie Fahnen. Die ganz kleinen Ferkel sind so winzig, dass sie durch die Stäbe schlüpfen.

Gut Kerschlach, Foto Foodhunter, Peter von Felbert

Gut Kerschlach betreibt die Landwirtschaft nach biologischen Grundsätzen. Die Tiere haben doppelt so viel Auslauf wie für einen ohnehin strengen Biobetrieb vorgeschrieben. So ein Anwesen legt man sich natürlich nicht aus der Portokasse zu. All das machten Werner Mützel erst seine Millionen möglich. Der Verleger hat sich mit Gut Kerschlach einen Traum erfüllt. Seine Großeltern mütterlicherseits waren Bauern in Unterfranken. Dort verbrachte der kleine Werner regelmäßig seine Schulferien. Dabei hat er die Liebe zur Natur, zu den Tieren und zur Landwirtschaft gefunden. Ökolandbau war zu den Zeiten seiner Großeltern noch nicht gefragt. Und doch kam Jahrzehnte später nichts anderes für Werner Mützel in Frage. So einfach ist das.

Im Kuhstall darf der Bulle – genau, wie es früher üblich war – noch richtig auf die Kühe.

Er macht den „Natursprung“, wenn die Hormone ihn überkommen, weil eine der vielen Kühe „rindert.“ Was für ein Unterschied zur Befruchtung mit den Pipetten von der Besamungsstation. Was für ein Gegensatz zu den „armen Schweinen“, die auf Betonspalten stehen. Die artgerechte Haltung, die paradiesischen Zustände für die Tiere schmeckt man auch. Der Käse, die Leberpastete, der Joghurt und die anderen Köstlichkeiten aus der eigenen Produktion, die man im Hofladen kaufen kann, entstehen mithilfe eines diplomierten Landwirts, eines talentierten Käsers, einer engagierten Melkmanagerin und einer Metzgerei, die durch ihre kurzen Wege vom Stall dorthin ein Minimum an Stress für die Tiere bedeutet.

Gut Kerschlach, 82396 Pähl, Mai bis Oktober: Hofführung an jedem ersten Samstag im Monat, 10-11.30 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos. 

 

 

 

 

 

Hoteltipp: Heidelberg Suites

“Ach wär’ ich doch in Heidelberg geblieben…” müsste zumindest in meinem Fall der Titel für dieses Hotel lauten, denn ich habe mich verliebt. In ein Haus, das alle meine Sinne betört. Das von der Lage bis zur Einrichtung, vom Service bis zu den Extras eigentlich kaum zu toppen ist. Die Heidelberg Suites. 

Autor Sabine Ruhland

Seit 15 Jahren Reisejournalistin. Knapp 1000 Hotels und Destinationen dürften es locker gewesen sein, denen meine Aufmerksamkeit gebührte, von den Seychellen bis Dubai, von Sylt bis Südafrika. Höher, güldener, exklusiver. Dazwischen die Phase der Designhotels – keine Ahnung, wie oft “wengefarben” in meinen Artikeln auftauchte (und in denen unzähliger anderer Reisejournalisten). Heute weiß ich, was ich will: ein gutes Gefühl. Klingt einfach, ist aber schwer zu bekommen. Denn das schafft weder ein durchgestyltes Concierge-Team noch das schiefergetäfelte Badezimmer.

Entdeckt haben wir die Heidelberg Suites bei der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit in Kombination mit einem Besuch bei 3-Sterne-Koch Juan Amador. Weil auf dessen Website eine Kooperation mit dem Hotel zu lesen war, buchten wir. Und Gleiches können wir nur allen, die es uns gleichtun wollen, anraten.

Heidelberg Suites

Das Wohlgefühl begann mit dem Check-in. Wer um halb zwei Uhr morgens in einem Hotel eincheckt – so lange dauerte das Abendessen bei Juan Amador – trifft selten auf einen gut gelaunten Concierge. In diesem Fall war unser nächtlicher Gastgeber nicht nur bestens gelaunt, sondern auch in höchstem Maße gut aussehend und hilfsbereit. Ein junger Spanier mit strahlendem Lächeln.

Das Haus selbst besteht aus einer renovierten Villa und einer Villa daneben. Verschachtelt, aber nicht beengt. Die Zimmer: 26 an der Zahl, jedes ein Schmuckstück, individuell eingerichtet. Ambiente: traumhaftes Wohnen zwischen modern und luxuriös, echten Bildern, Kunst und Antiquitäten. Lage: am Neckar mit Blick auf die Altstadt und das Schloss. Wer einen Hund hat, so wie wir, wird begeistert den morgendlichen Spaziergang direkt am Fluss wahrnehmen.

Heidelberg Suites

Der Service: engagierte junge Leute, die unkompliziert agieren und alles möglich machen. Die Dachterrasse: Hotspot mit Postkarten-Ausblick. Perfekt für einen Aperitif. Der Fitness-Raum: rundum verglast inmitten einer Wiese und Blick aufs Schloss – da radeln wir gerne noch einige Kilometer mehr. Garten: drei Terrassen und ein Whirlpool, Gäste haben Freiraum. Wie der Name Suites schon sagt, sind Küchen in jedem Apartment.

Heidelberg Suites

 

Heidelberg Suites

Wer sich lieber verwöhnen lassen will, darf gerne aufs hoteleigene Schiff. Die H.S. Patria aus den 30er Jahren ist im eleganten Yacht-Stil eingerichtet. Küchenchef Franco di Battista  serviert moderne mediterrane Gerichte. (Di-So 12-14 Uhr, Di-Sa 18-23 Uhr. Brunch: So 10-14 Uhr). Was sollen wir da anderes sagen als TRAUMHAFT. Super-Tipp: Weekend in den Heidelberg Suites mit einem Maserati Gran Cabrio oder einem Porsche 911 Targa. Mehr Genuss geht kaum. Heidelberg Suites, Neuenheimer Landstraße 12, 69120 Heidelberg , Tel. 06221/655650, Junior-Suite ab 285 Euro inkl. Frühstück. www.heidelbergsuites.com

 

Picknick. Eine Mahlzeit, die dem Vergnügen dient

Speisen im Freien, keine notgedrungene Art des Essens, sondern eine dekadente Laune der gelangweilten französischen Adligen. Bestückt mit Kristall und Porzellan, Silber und Leinen, Decken und Kissen vergnügten sie sich einst neckisch mit allerlei Köstlichkeiten – der kulinarischen wie der leiblichen Art.

Autor Sabine Ruhland

So entstammt das Wort Picknick dem französischen „piquer“ (etwas aufspießen) und „nique“ (eine Kleinigkeit), wobei das Wort „niquer“ auch eine andere, sehr viel anzüglichere Bedeutung hat. Wie gesagt, Kulinarik alleine trieb sie nicht ins Freie, die Franzosen. Das Wörterbuch Littre definierte daher im 17. Jahrhundert das Pique-Nique als „eine Mahlzeit, die dem Vergnügen dient.“ 

Dem Vergnügen dient diese Mahlzeit noch heute, denn immer, wenn wir uns aufmachen, ein Picknick zu begehen, herrscht Vorfreude im Haus. Was lässt sich zaubern aus Obst und Gemüse? Was ist noch im Kühlschrank an Wurst und Käse? Wer macht den Kartoffelsalat und wer kreiert fantasievolle Brötchen? Was Süßes muss mit, was Saures, Wein und Wasser.

Richtiges Geschirr wollen wir dabeihaben, denn Stil muss auch auf der grünen Wiese herrschen, echte Gläser und Besteck. Eine Decke, zwei Kissen, eine Zeitung, ein Buch und Sonnencreme. Vielleicht Federball oder Frisbee, aber auf jeden Fall Backgammon. Eine Thermoskanne Kaffee – antiquiert angesichts der ‚Coffee to go Shops’, aber diese neuspießigen Pappbecher mit Plastikdeckel, an deren Strohhalmen junge Mütter zuzeln wie ihre Kleinkinder am Fläschchen, sind uns einfach zuwider. Dann endlich sind der Picknick-Koffer und eine Tragetasche gepackt und es geht los. Vorfreude.

Wir sind im Glück und das ohne jede Reservierung

Wäre da nicht noch die schwierigste aller Hürden zu nehmen: die Suche nach dem richtigen Platz. Während der Herr des Hauses die erstbeste Stelle als geeignet erklärt, kann es mir nicht perfekt genug sein. Mal stört ein Maulwurfshügel, mal ein Strauch, der die Aussicht versperrt. Dann ist es mir zu laut, zu heiß, zu schattig oder zu feucht. Nach einer guten halben Stunde haben wir schließlich einen Platz gefunden, der Mann an meiner Seite seufzt. Endlich die prall gefüllten Taschen abstellen.

Und wie aus dem Nichts ist plötzlich alles wunderbar. Die Decke, die Kissen, der kühle Weißwein, die feinen Kleinigkeiten. Gläser klirren, die Sonne lacht, kein Mensch weit und breit, Zufriedenheit im Gesicht. Wir sind im Glück und das ohne jede Reservierung. Eines muss man den Franzosen lassen, sie wussten schon immer gut zu leben.