Kategorie-Archiv: Finest bottles

En vogue: Bier statt Wein im Luxusrestaurant

Gott soll Hopfen und Malz erhalten. Immer mehr Gourmets trinken im Sternerestaurant das einst verpönte Gebräu. Gott sei Dank. Foodhunter Oliver Zelt war in München und in Berlin unterwegs und hat Sptzensommeliers nach ihrer Meinung gefragt. Siehe da, Bier ist auch im Feinschmeckerlokal längst en vogue. 

Autor Oliver Zelt

Im Münchner Nobelrestaurant „Tantris“ sind viele Gäste schon vor dem Essen baff. Wenn der Ober eine Rotbarbe mit Meerrettichbohnen und marinierten Gartentomaten serviert, empfiehlt Sommelier Justin Leone überraschend als Begleiter ein Bier. Leone greift zum Greenwich Indian Pale Ale für den feinen Fisch. Das in London gebraute Bier werde „durch zusätzliche Hopfen im Tank quasi trocken gehopft“. Die „aromatisch grüne Frische“ stütze ein „ schwerer fruchtiger, doch konzentrierter Körper“.

Tantris München, Foto Foodhunter

Tantris München – nicht nur optisch neue Zeiten

Zwar empfehlen vermeintlich versierte Restaurantknigge-Berater immer noch, im noblen Lokal das Bier höchstens an der Bar zu trinken, aber immer mehr Spitzenhäusern emanzipieren sich vom  Glauben, nur die hohe Kunst der vergorenen Trauben könne dem Gourmet den Höhepunkt des Essens auf die Zunge zaubern.

Es sei „absurd, überall auf Qualität zu setzen und beim Bier nicht“. Selbst in den meisten sternedekorierten Restaurants kneift der Ober nicht mehr pikiert die Augen zusammen, wenn der Gast nach einem Bier fragt um ihn dann fast peinlich berührt ein schlichtes Pils zu servieren. Bier sei in der Herstellung so anspruchsvoll wie Wein, sind sich die Experten der Branche einig.

Im Rutz gibt es en spezielles Biermenü

Das würde Billy Wagner sicherlich sofort unterschreiben. Im Berliner Restaurant „Rutz“ sorgt Wagner für den richtigen Schluck zum regionalen Schmaus. Das sternedekorierte Lokal bietet Biertrinkern, die „der Bierlangeweile zu entkommen suchen“ ein spezielles Menü mit Spitzengebrautem. Zu „Beuthes geschmortem Schweinebauch & Pilzragout sowie  Apfel-Soja“ trinkt der verwöhnte Gast dann ein Lavendel XPA IPA von der Kreuzberger Firma „Schoppe Bräu“. Die verklausuliert klingenden Versalien beschreiben das India Pale Ale, der neue Star unter den Schaumgetränken. Ein Bier, das seinerzeit für Kolonien gebraut und mit dem Schiff um die halbe Welt segelte. Es hatte deshalb viel Hopfen und eine Menge Alkohol, damit es zwischen wellen und Wogen nicht umgeht.

Der Schweinebauch sei „dick, fett und schmelzig“ aber genauso wichtig ist, was drumrum liegt“, sagt Wagner. Deshalb passe das kraftvoll-aromatische Gebräu bestens zu dem 60 Stunden langsam gegarten Schweinbauch mit Pilzragout und Noten von Apfel-Soja und Lavendel.

Zur deutschen Esskultur „gehören guter Wein und gutes Bier“ sagt Billy Wagner ohne Zweifel. Die Kunst des Bierbrauens ist mindestens so alt wie die Kunst des Weinkelterns. Doch heute teilen sich wenige Großbrauereien den Weltmarkt auf. Deren Biere schmecken meist weniger großartig.

Weinbar Rutz

Weinbar Rutz in Berlin. Bier mit Stern

Schoppe Bräu

Die edlen Verwandten verlangen nach mehr Zeremonie. So empfehlen Experten „den ersten Schluck retronasal zu genießen“, was wohl ein bisschen Übung bedarf. Denn einen kleinen Schluck auf der Zunge liegen zu lassen und durch die Nase darüber hinweg zu atmen, ist kaum angeboren. Solche Rituale zeigen, das die Brauer den Winzern auf Augenhöhe begegnen wollen. Immerhin verweisen die Bier-Tester mit Hochgefühl darauf, dass sie in ihrem Job rund 140 Aromen erschnüffeln können. Die Kollegen aus der Weinbranche hätten da nur maximal 70 Geschmäcker vor der Nase.

Die Vokabeln und die Sprache der Bierexperten erinnern bereits an den für Laien teilweise schwer verständlichen Stil des Weinwortschatzes.

Da kann beim Lesen der lukullischen Lektüre schon mal der Schaum verfliegen. Hans Müller braut nach dem deutschen Reinheitsgebot in Aschaffenburg einen Gerstentrank den er stolz „Sommelierbier“ nennt und der sich mit „einer überraschend fruchtige Nase, von leichter Zitrusnote, begleitet von deutlichem Dörrobstcharakter“ präsentiert. Es sei „malzig im Antrunk mit moussierender Rezenz untermalt von einer unaufdringlichen Holznote.“ Kein Wunder, das Bier lagert für seine besondere Reife in Holzfässern. Noch einen drauf setzt die Brauerei zum Klosterhof in Heidelberg. Für ihr Siegelbier ruht der Ansatz abwechselnd in alten Sherry-, Brandy, Whisky- und Barriquefässern und kostet den exklusiven Feinschmecker  stolze 22 Euro für einen Dreiviertelliter.

„Bier hat wie Wein einen Charakter, heute trinke ich das, morgen probiere ich ein anderes und dann das“, sagt Billy Wagner. Wobei das richtige Glas über den richtigen Genuss entscheidet. Je schlanker das Bier, des schlanker das Glas, je stärker, desto bauchiger.

Eine Pariser Bar offeriert 200 Biere

Das ist eine „private Leidenschaft“. Die Arbeit höre nicht „nachts um 1 Uhr auf, wenn der letzte Gast gegangen ist“. Als Wagner neulich in Paris war, setzte er sich in eine Bar, die „200 Biere im Angebot hatte“. Wagner probierte „3 davon“ und hat den Geschmack jetzt für immer „auf der Zunge“. Er machte mit dem Handy ein Foto und könnte sich das Bier jetzt besorgen.

Im Berliner „Rutz“ sitzen die Gäste derweil bei „Linumer Lammschulter & Kartoffel-Bärlauch,
Mairübe, Kirschtomate“ und trinken dazu ein französisches obergäriges Starkbier. Zum Dessert liegen eine Rharbarbertarte und Sauerrahmeis auf dem Teller. Billy Wagner hat für das Finale ein Cider-Bier aus Wales ausgesucht.

Ein wenig ist es auch eine Art Endspiel für ihn. Wagner verlässt im nächsten Monat das „Rutz“ in bester Freundschaft mit Marco Müller. Demnächst könnten beide Konkurrenten sein. Denn Wagner will in Berlin sein eigenes Restaurant eröffnen.

 

 

 

 

 

 

Auf dem besten Weg zum Kult: Mondino Amaro, der italienisch-bayerische Kräuterbitter

“A bisserl Dolce vita geht immer”, lächelt Maximilian Schweisfurth, der mit drei Freunden einen Amaro auf den Markt gebracht hat, der jetzt schon auf dem besten Wege zum Kultgetränk ist: Mondino. Ein Kräuterbitter aus Bitterorangen, Rhabarber und Gelbem Enzian. Alles Bio.  Exklusiv auf dem Foodhunter Weihnachtsmarkt! 

Autor Sabine Ruhland, Foto Foodhunter

Der “Amaro Bavarese” schmeckt kalt oder heiß, pur oder gemischt. Die herbe Note kommt von der Enzianwurzel, die Frische vom Rhabarber und der charakteristische fruchtige Kick von der Arancia Amara, der Bitterorange von Italiens schöner Amalfiküste.

Das Rezept überliefert, die Brennerei lange Jahre stillgelegt. “Gehört meinem Großvater”, sagt Maximilian. Jetzt bullern und blubbern sie wieder, die Brennblasen und der Brennerei Schnitzer in Traunstein. Seit sechs Monaten sind die vier Nachwuchsbrenner und der Großvater, der immer noch als Mentor mit seinem Wissen und auch im Tagesgeschäft voll dabei ist, ansonsten  ”in ordentlichen Jobs” beheimatet, mit ihrem Kräuterbitter unterwegs, um Aperol & Co das Fürchten zu lehren.

Kostprobe gefällig? Mondino als Punch mit heißem Orangensaft gibt es auf dem Foodhunter-Weihnachtsmarkt, Oberpollinger München, 5. Etage, Dachterrasse, Glühwein-Hütterl.  (Glas 3,90 Euro)

Hergestellt wird der Mondino Amaro nach italienischem Originalrezept und in Handarbeit in den Chiemgauer Voralpen. Ein paar aromatische Kräuter und Heilpflanzen der Alpen sind auch noch drin”, sagt Maximilian Schweisfurth aus der Bio-Dynastie um “Hermannsdorfer”. Klar, dass die Barkeeper längst auf das Getränk aufmerksam geworden sind . So trinkt man ihn:

Mondino pur
auf Eis, dazu eine Scheibe Orange

Mondino Fresh
4cl Mondino mit 3cl Limettensaft, 1 Barlöffel Puderzucker verrühren. Mit Ginger Ale auffüllen

Mondino Punsch à la “hot toddy”
8 cl Mondino mit 16 cl heißen Orangensafts gemischt, dazu als Deko Orangenschale, Zimt  oder Nelke.

Mondino Limonade
3cl Mondino mit 1 cl Gin, 1,5 cl frischen Limettensaft , mit Perger oder einer anderen Bio-Zitronenlimonade aufgießen. Mit Gurkenschale, Minze und Zitronenscheibe garnieren.

Mondino Sprizz
3 cl Mondino mit ca. 5 cl Wein, Prosecco oder Champagner auffüllen

Mondino, Foodhunter (2)

Bei Sabitzer in der Oettingen Ecke Liebigstr.
www.sabitzer.de

Online bestellen, 18,95 Euro, 700 ml:
www.barfish.de/mondino-amaro-bavarese.html

Grünweizen Polaris und Bourbonbock3. Die Mikrobrauerei von Paulaner im historischen Eiswerk

Die Mikrobrauerei von Paulaner im histrorischen Eiswerk in München feierte Eröffnung. Da schaute auch “noch-OB” Christian Ude gerne vorbei. Foodhunter-Autor Rudolf Danner, der in der Redaktion als absoluter Bierkenner bekannt ist, war ebenfalls da und erfreute sich an bayerischen Signalkrebsen, Grünweizen Polaris und Bourbonbock3.

Autor Rudolf Danner

Menü mit korrespondierenden Weinen, so lautet in aller Regel das Angebot in der gehobenen Gastronomie. In der Paulaner Mikrobrauerei im Eiswerk ging es umgekehrt zu: Bierspezialitäten mit korrespondierenden Speisen.

Im traumhaft illuminierten historischen Gebäude beeindruckte die weltweit einzige riesige Eisaufbereitungsmonstermaschine – Carl von Linde sei Dank – 1881 installiert und nach 90 Jahren Laufzeit bei täglicher Blockeisproduktion von 80 Tonnen 1971 eingestellt.

Eiswerk, Foto Foodhunter

Zum Auftakt ließen die Gastgeber ,Brauer und Biersommelier Martin Zuber und Tanja Leidgschwendner, untergäriges hopfenbetontes Eiswerk 1881 ein typisches Märzen servieren, dazu durfte sich eine Rohpolnische im etwas trockenen Steinpilzbriochemantel gesellen.

Den kross gebratenen Zander mit Topinambur begleitete eine obergärige Grünweisse mit im Hopfengarten an der Au selbst angebautem Hopfen. Eine wahre Geschmacksexplosion folgte! Früh bei Sonnenaufgang in Wolnzach geerntet und daheim sofort im Eiswerk gebraut. Das Weißbier mit Polaris Aromahopfen aus der Hallertau, frisch fruchtig mit dezentem Gletscherbonbonaroma, hätte fast die bayrisch-amerikanischen Signalkrebse mit Himbeerdressing vor Freude zum Winken gebracht.

Zum poschierten Aischer Karpfen mit erdiger Rote Bete und brauner Butter wurde ein zitrusfruchtiger obergäriger Weizenbock mit dem “In-Hopfen” Bavaria Mandarin eingeschenkt.

Dunkles malziges Josephs Spezial musste die zum Rinderfilet servierten etwas derben Kalbsleber-Trüffel-Ravioli kompensieren, die gehackten Feigen dazu sehr harmonisch, sehr zurückhaltendes ‚Sommertrüffelaroma‘ hatte gegen das Malzaroma keine Chance.

Zum süßen Finale der kulinarischen Bierreise erwartete die Gäste in der weihnachtlich dekorierten Villa der heimliche Star der Verkostung: der Bourbonbock3.

Mit fast 10 % Alkohol, dreimal vergoren, 4 Monate im Whiskeyfass gelegen, dann standesgemäß in Champagnerflaschen abgefüllt. Oberbürgermeister Christian Ude-mit unter den Bierliebhabern – meinte vorher in einer seiner vielen letztmaligen launigen Ansprachen: „Nach Bier schmeckt er nicht, aber er schmeckt fantastisch und das Gute ist, dass wegen des hohen Preises von 25 Euro pro Liter keine Gefahr des Alkoholmissbrauchs besteht“. Perfekt passte der Cappuccino aus weißer und dunkler Schokolade zu den leicht rauchigen Whiskeyaromen. Der ‚Bierbotschafter‘(Biername) durfte sich mit den Geschmacksaromen von Blauschimmelkäse, kandierten Nüssen und dem Radicchio verbinden.

Eiswerk, Foto Foodhunter

Für einen krönender Abschluss sorgten die Pralinen zum hochprozentigen Eisbock (25 %), der Benjamin Franklins Ausspruch verstehen lässt: „Bier ist der Beweis dafür, dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will“. Ein Prost auf das Geschenk des Himmels, die Vielfalt der bayrischen Bierkultur und die innovativen leidenschaftlichen Brauer Martin Zuber und Tanja Leidgschwendner – Nunc est bibendum! Jetzt lasst uns trinken!

Brauerei im Eiswerk, Ohlmüllerstraße 44, 81541 München. Räume stehen für Events und Brauereiführungen zur Verfügung.
Online-Bestellung: www.brauerei-im-eiswerk.de/sortiment.php

Eiswerk, Foto Foodhunter (3)

Her damit! Legras & Haas. Drei junge Franzosen rocken den Champagnermarkt!

Jerôme, Olivier & Remi Legras, seit 7 Generationen Winzer in Chouilly, erobern in Paris eine „Szene-Weinbar“ nach der anderen! Und die Foodhunter-Redaktion haben sie auch schon erreicht. Der “Legras & Haas Millésime 2008 Grand Cru Blanc de Blanc” hat uns ein Staunen ins Gesicht gezaubert.

Tipp von Sabine Ruhland

Das kleine familiengeführte Champagnerhaus konzentriert sich auf das Wesentliche, weshalb die gesamte Produktion gerade mal 90.000 Flaschen umfasst!

Aktuell haben Jerôme, Olivier & Remi Legras in Zusammenarbeit mit Vater Francois den Jahrgang 2008 auf den Markt gebracht. Die Foodhunter-Redaktion hat diesen jetzt schon legendären Jahrgangs-Champagner probiert und wir können die Aussagen der Familie nur bestätigen.„Das ist der wahrscheinlich größte Millésime seit 1988 und 1990. Ein Wein mit gehörigem Lagerpotential und natürlich der mineralisch, floralen Finesse der Grand Cru Lagen bei Chouilly in der nördlichen Côte de Blancs, neben Epernay.“

“Champagner ist wohl die glückhafteste Inspirationsquelle.” Mark Twain.

Also dann – schöne Festtage!

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Norbert Spielmann, der Importeur für Deutschland hat uns zudem eine Preisliste ins Haus geschickt, die unsere Lust auf diesen Champagner weiter steigt, denn der Millésime 2008 Grand Cru Blanc de Blanc, der auch uns in Euphorie hat fallen lassen kostet 39,95 Euro.

Dieses Angebot ist gültig bis Ende Dezember 2013

Preisliste Norbert Spielmann

Aficionado Abend mit Dieter Meier im Goldenen Kalb und ein argentinischer Abend in der Kochgarage

Seit Jahren ist Dieter Meier überzeugter Biofarmer in Argentinien: in der Pampa Humeda züchtet er Rinder, in Agrelo Alto produziert er Wein. Beides mit Bio-Zertifikat. Dabei kennen ihn die meisten anders: als Teil des Popduos Yello mit Welthits wie The Race oder Oh Yeah. “Singen kann ich nicht, ist mehr so eine Art Sprechgesang”, erzählt er – wie viele andere Anekdoten rund um seine Erfolge als Künstler und seinen ziemlich außergewöhnlich-gewöhnlichen Namen. “Hätten Sie gedacht, dass jemand mit dem Namen Meier einen Welthit landet?” – Die Gäste tobten vor Vergnügen, denn der Schweizer Unternehmer wußte unterhaltsam zu erzählen. 

Autor Dirk Vangerow, Fotos Foodhunter

“Hey, bist du nicht der, dessen Song The Race gerade lief, fragte mich ein Punk in Berlin. Ich nickte. Der Song ist Mist, aber dass du Dich Meier nennst, ist genial.” Dutzende Geschichten rund um die Band Yello, Welthits wie The Race, Oh Yeah, den Namen Meier und die Anfänge des Erfolges gab Dieter Meier beim von FoodHunter organisierten Abend im Goldenen Kalb zum Besten. Das Publikum begeistert vom Schweizer Entertainer. – Und von seinen Produkten, denn längst ist Meier unter die Viehzüchter und Winzer gegangen. So genossen die Gäste an diesem Abend ein vorzügliches Rindertatar mit schwarzen Wurzeln, einen Beef Tea, der Dieter Meier so überzeugte, dass er gleich zwei Tassen verschlang und ein perfekte gegartes Filet, Roastbeef & Entrecôte im Ganzen gegrillt und tranchiert. “Es war ein wunderbarer Abend, unterhaltsam, kulinarisch eine Offenbarung”, so die einhellige Meinung der Gäste.

FoodHunter und die Gastgeber Marko Huth, Patrick Bertermann und Christian Valk von Wein Wolf haben keine Mühen gescheut, den Gästen einen tollen Abend zu bescheren.

Die Bio-Weine PURO mundeten allen und keine Geringere als Paula Bosch, die unter den Gästen weilte, nickte anerkennend. Des Weiteren unter den Gästen entdeckt: Wirtschaftsjournalist und Fernsehmoderator Florian Fischer Fabian dessen fachkundige Artikel auch auf www.gourmetglobe.de zu finden sind, Promi-Journalist Michael Graeter, Claus Vatter kam mit Ehefrau Jill eigens aus Florida angereist, Münchens Edeljuwelier Thomas Jirgens, Kiton Statthalter Ernst Kunte, PR-Chefin Ulrike Barcatta vom Bayerischen Hof, Müncher Kindl Senf Produzent Theo Hartl mit Ehefrau Kathrin, der italienische Starfotograf Ferdinando Cioffi, der schon Größen wie Jean Taittinger, David Rockefeller, Patrick Vuitton oder Baron Eric de Rothschild vor seiner Kamera hatte.

Alle Weine von Dieter Meier, die ab 10,20 Euro zu haben sind und die Bezugsquellen finden Sie unter: 
www.weinwolf.de/detailsuche/?detail=text&textfield=Puro&x=0&y=0

Dieter Meier, Fotos Foodhunter

Ein Tag später …. argentinischer Abend in der Kochgarage

Dieter Meier ist ständig unterwegs – für die richtige Kondition sorgt sein sportliches Hobby: “Trockenrudern”. Jeden Tag 20-30 Minuten. Also ging es nach dem Abend im Goldenen Kalb am nächsten Tag in die Kochgarage. Dort führt die Argentinierin Graciela Regie und lud zu den “argentinischen Open”, natürlich mit den Weinen von Dieter Meier. Also schaute er vorbei, philosophierte mit den Gästen über das reiche Land Argentinien, in dem die Rinder das ganze Jahr auf den Weiden grasen und nichts weiter brauchen, weil unberührte Böden und saftiges Gras genug bieten, während die Viehzucht in Deutschland längst abhängig ist von teuren Futterimporten.

Kochgarage, Foto Foodhunter

 

Die Kochgarage 1+2

Graciela Cucchiara ist Argentinierin und lockt Genießer in eine übergroße Wohnküche, in der geschnipselt, gekocht, gelacht, geredet, gefeiert und gegessen wird. Statt grammgenauer Rezepte darf hier Improvisation ans Werk. Die Kochgarage ist vielleicht Münchens ungewöhnlichster Ort, um Begeisterung für gutes Essen und die dazugehörige Gesellschaft zu erfahren. Die Location: ein Hinterhof in der Nymphenburger Straße, ein Industriebau aus den Sechzigerjahren mit Rohren und Glasbausteinen, Industrielampen und Backstein. Mittelpunkt: ein  7 Meter langer Tisch mit 25 Stühlen. Weil der Erfolg so groß war, kam 2012 die Kochgarage 2 dazu, ein Mix aus Industriebau und Vintage-Bäckerei. Wieder ein langer Holzstisch und wieder 30 Hocker. www.diekochgarage.com 

Kochgarage, Foto Foodhunter

 

 

 

Pop-up Weinstore.TVINO.DE im Hamburger Schanzenviertel

Wände, die scheinbar nicht zu Ende gestrichen wurden, Holzbänke, Weinkisten als Regale und Lampen von der Baustelle. Wenn schon Pop-Up-Store, dann im entsprechenden Design. – Trotzdem oder ‘gerade weil’  haben wir tierisch Lust auf diese Sonderbarkeiten, geheimen Adressen und Locations, die abseits des Normalen liegen. “www.TVino.de” ist ein Online-Weinstore, den es jetzt endlich zum Anfassen gibt. Im Hamburger Schanzenviertel in der Bartesstraße.   

Autor Sabine Ruhland

Da schau her, den PURO-Wein von Dieter Meier (mit dem Foodhunter am 24.11. einen genialen Abend im Goldenen Kalb in München veranstaltet) haben sie selbstverständlich auch, die “tvino’s”, die nicht nur eine ungewöhnliche Website besitzen (hallo – Wein kann auch richtig Spaß machen!), sondern mit ihrem Pop-Up-Weinstore im Hamburger Schanzenviertel auch eine “Weinseite” zum Anfassen sind.

“Die Zukunft des Wein-Onlinehandels ist Persönlichkeit” ….

…. sagt Inhaberin Stephanie Döring, weshalb die Kundschaft im Showroom ein individuell zusammengestelltes Sortiment aus ca. 70 hochwertigen Weinen aus Deutschland, Italien, Frankreich, Argentinien, Neuseeland, Spanien und Südafrika erwartet. „Wir sind froh, dass wir eröffnet haben, da wir von der ersten Idee bis zur Umsetzung kaum Zeit hatten, aber das Projekt unbedingt realisieren wollten. Jetzt haben wir für fünf Monate eine fantastische Plattform, die wir mit Wein, auch veganen Weinen, und zahlreichen Events füllen.“ erklärt Stephanie Döring.

Also dann, ihr Hamburger Weinkenner (wir Münchner beneiden euch um diesen special place!) genießen Sie den Pop-Up-Weinstore Tvino.de!

Pop-Up-Weinstore “Tvino.de”
noch bis Ende Februar 2014 
Mo-Sa 12 bis 20 Uhr
Bartelsstraße 1
20357 Hamburg
www.tvino.de 

TVino, Foodhunter

Rotwein – neues Buch von Paula Bosch

Kürzlich haben wir sie getroffen: Deutschlands bekannteste Sommelière Paula Bosch. Sie hatte nicht nur ihr strahlendes Lächeln im Gepäck, sondern auch ihr neues Buch mit dem schlichten wie treffenden Titel “Rotwein”, erschienen im Brandstätter Verlag. Wir haben mit ihr gesprochen, über Rotwein zum Fisch, die richtige Trinktemperatur und kochen mit Rotwein. 

Autor Sabine Ruhland

30 Weingüter aus ganz Europa stellt Paula Bosch vor. Darunter  Kroatien, Ungarn, Spanien, Portugal, Österreich, Frankreich, Italien und Deutschland. Fritz Völcker’sche Gutsverwaltung, Weingut Drautz-Able und Weingut Martin Wassner sind die drei Adressen, die sich Paula Bosch für die Region Deutschland herausgepickt hat. Dafür haben die typischen “Rotwein-Länder” wie Italien und Frankreich je sechs Adressen. Sicherlich interessant: Plava Mali, autochthone Rebsorte Koratiens. Kurzum, das Buch ist so abwechslungsreich wie der Genuss, gibt zudem Empfehlungen zu Hotels und Restaurants der jeweiligen Region und einen Wegweiser für den Umgang mit Rotwein. – Ein schönes Geschenk für Weinliebhaber.

Frau Bosch, mit Rotwein kochen – oder überhaupt mit Wein – da meinen viele, es sei egal, was man in Sauce schüttet.
Das liegt oft daran, dass in den Rezepten selbst kaum mehr genannt wird, als Weiß- oder Rotwein. Keine genauen Angaben zu Süße oder Säure. Bei Rotwein empfehle ich, auf die Farbe zu achten, ob er hell ist, dunkel oder fast schwarz. Grundsätzlich gilt: ein Glas des vom später zur Speise gereichten Weines als Abrundung in die Soße geben. Wichtig: danach nicht mehr kochen! Bei Fonds einen jungen, nicht zu farbintensiven Rotwein wählen, am besten mit hohen Säurewerten. Gut geeignet sind einfache Land- und Tafelweine aus Spanien, Italien oder Frankreich. Das sind Basisweine mit genügend Alkohol, Säure, Tannin, Geschmack und Farbe, super zum Kochen und Reduzieren.

Fisch und Rotwein, ja oder nein?
Kommt darauf an, welcher Fisch und wie zubereitet. Aber ja, Rotwein geht, wenn Sie beispielsweise im Ofen gegarte oder gegrillte Meerwasserfische mit Mischgemüse servieren. Wichtig ist: keine Barriquemonster, sondern Rotweine wählen mit viel Frucht, Aroma und Körper, aber wenig Tannin. Tannin und Fischeiweiß killen sich gegenseitig.

Muss der Rotwein zum Dessert süß sein?
Anstelle von süßen Rotweinen oder Portwein können Sie auch trockene Rotweine servieren, die am Gaumen mit einem lieblichen Spiel überraschen. Zum Beispiel Valpolicella oder Amarone.

Paula_Bosch_-_Rotwein_Cover.jpg

Profis wie Sie sprechen von von “adstringierend” – was bedeutet das?
Ein unangenehmes Gefühl auf der Zunge, das sich stumpf und pelzig anfühlt. Kommt meist bei jungen, noch nicht reifen Rotweinen vor, die aus zu früh geernteten Trauben bereitet wurden.

Zimmertemperatur bei Rotweinen, das kann im Winter schnell mal um die 23 Grad sein…
Das ist sicher übertrieben, aber die Grundregel lautet: je schwerer und alkoholreicher ein Wein, desto höher die Trinktemperatur. Ein Cru-Classé-Gewächs beispielsweise kann bei 20°C getrunken werden. Hervorragende Bordeaux und Burgunder mögen 16-28 Grad. Ein einfacher Rotwein liebt Temperaturen um 12-14 Grad.

Steht alles in Ihrem neuen Buch?
Ja. Während mein Thema Geschmack und Umgang mit Rotwein ist, ergänzt Co-Autor und Anti-Aging-Experte Markus Metka, welche besonderen Inhaltsstoffe in den roten Trauben stecken. Somit bietet das Buch viele Informationen in alle Richtungen, ein Muss für alle, die Wein nicht nur trinken, sondern auch erleben wollen.

Danke für die Tipps, dann werden uns jetzt intensiv auf die Genussreise durch Europa begeben. 

Rotwein
Brandstätter Verlag
224 Seiten, Hardcover

29,90 € im Buchhandel
www.cbv.at/Buch.aspx?buch_id=122288

 

 

Romantik-Hotel Zur Schwane und unendliche Weinseligkeit an der Mainschleife

Die Kulisse könnte kaum schöner sein. Vogelsburg und Escherndorfer Lump, Mainschleife und Weininsel. Rundum idyllische Orte wie Volkach, Sommerach, Astheim oder Nordheim – 22 Mainschleifen-Ortschaften gibt es insgesamt. Kaum verwunderlich, dass aus dieser Gegend nahe Würzburg die herrlichsten Weine kommen. Angesichts der Naturschönheit bleibt den Reben kaum anderes übrig, als sich in Vollendung zu präsentieren. Wir sind in Volkach, beim VDP Weingut der Familie Pfaff-Düker und ihrem Romantikhotel “Zur Schwane”. Dazu unzählige Foodhunter-Tipps für ein genussvolles Wochenende!!

Autoren Sabine Ruhland, Dirk Vangerow, Fotos Foodhunter

“Einfach am Main entlang, vorbei an der Kirche “Maria im Weingarten”, rechts abbiegen, dann bis zur Kuppe hoch, dort warten wir auf Sie”, sagt Eva Pfaff-Düker und empfängt uns mit einem so strahlenden Lächeln, dass selbst die bunt gekleideten Reben etwas blass aussehen. Hier oben stehen wir dann, an einem Tag, der den ‘Goldenen Oktober’ aufs Trefflichste symbolisiert, blicken auf Main, Steillagen und genießen den Wein dazu. Volkacher Ratsherr, so die Lage.

Zur Schwane, Foto Foodhunter

Die Lage “Ratsherr” liegt neben Maria im Weingarten. Traumhafte Aussichten, sofern man nicht zur Lese muss. Reine Handarbeit. Verdammt steil. Dafür entlohnt die Aussicht. “Und die Weinqulität”, schmuzeln die Pfaff-Dükers.

Der Weingarten der Pfaff-Dükers zeigt sich nicht nur prall an Farben, sondern auch reich an Blattwerk während es in der Nachbarschaft schon etwas ausgedünnt und trocken wirkt. “Daran erkennen Sie die Top-Lagen. Boden, Sonne, Wärme, Wind in perfekter Harmonie. Ähnlich ist es im Winter: dort, wo der Schnee zuerst schmilzt oder nicht so richtig liegen bleiben will, ist eine exzellente Lage für Wein”, erklärt Eva Pfaff-Düker, die aus einer alteingesessenen Winzerfamilie stammt. Gemeinsam mit Ehemann Ralph stellt sie nicht nur selbst VDP Weine her, sondern berät auch die “Weinkomplizin” Sabine Ehrmann und deren aus dem 15. Jahrhundert von Giorgio Tenaglia, dem Statthalter von Montcalvo, gegründeten Weingut. Grenzüberschreitende Freundschaft und oenologisches Know-How.

Zur Schwane – seit sechs Jahrhunderten Gastfreundschaft

In der Ratsherrnstube dinieren und in individuell gestalteten Zimmern weinselig nächtigen – das Hotel mit seinem lauschigen Innenhof (der übrigens auch dann dekoriert und mit Kerzen versehen ist, wenn niemand draußen sitzt, weil zu kalt) liegt im Zentrum von Volkach und ist, was es ist: romantisch!

Unser TIPP: Trüffelwochen noch bis 11. November 2013 und ab 29. November bis 1.Dezember Kunsthandwerkermarkt und romantischer Adventseinstieg! Ansonsten DZ ab 60 Euro pro Person. Selbst Verlagshund Snoopy war willkommen (Hunde 10 Euro pro Nacht). www.schwane.de

Zur Schwane, Fotos Foodhunter

Romantik bis ins Detail. Das Haus “Zur Schwane” aus dem Jahre 1404 trägt sein Renommée als Romantik-Hotel zu Recht. Holzgetäfelte Stuben, warmes Licht, täglich Blumen der Saison, handgewebte Leinentischdecken und handgefertigte Zuckerdosen aus Zinn

Zur Schwane, Fotos Foodhunter

Wein will Geschichten – und manchmal auch einen prominenten Paten. So wie Stefan Marquard, der den Silvaner der Pfaff-Dükers und den Bricco Tenuta Tenaglia von Sabine Ehrmann aus dem Piemont mit seinem Namen vermarktet.

GUT ZU WISSEN

  • Das VDP Weingut Pfaff-Düker bietet Große Gewächse im Bocksbeutel. Volkacher Ratsherr und Escherndorfer Lump sind Lagen mit bis zu 60 % Steigung. Da trifft Nasenspitze auf Boden, sofern der Wanderer den Weinberg erklimmen möchte.
  • Der Silvaner ist für Franken, was der Riesling für die Pfalz. Also haben auch die Pfaff-Dükers einen Silvaner im Angebot. So gut, dass Stefan Marquard die Patenschaft übernommen hat und ihn unter seinem Label vermarktet.
  • Der Volkacher Ratsherr hat seinen Namen übrigens zu Ehren eines Ratsmitglieds, welches während des Schwedenkrieges mit Hilfe seiner Trinkkünste den Ort Volkach vor der Einnahme durch die Schweden gerettet hat, In dieser Südsteillage gedeihen “Große Gewächse”, die zu den besten Weinen Frankens zählen.
  • Der Boden:Muschelkalk. Er verleiht den Weinen Mineralität und Tiefgang.

Foodhunter-Tipps rund um Volkach un die Mainschleife

  • Wanderung von Volkach nach Nordheim über Escherndorf. Der Weg führt entlang des Vogelsbergs, vorbei an Streuobstwiesen, Kürbisfeldern und Mainauen. Nach Nordheim geht es via Fähre – die fährt auf Zuruf. 0,70 Cent pro Person kostet die Überfahrt. Verlagshund Snoopy durfte kostenfrei mitreisen.

Nordheim, Foto Foodhunter

  • Nordheim: bei Divino feine Frankenweine probieren; im Wirtshaus  Zehnthof (fantastischer Biergarten im Sommer!!) frischen Fisch aus dem Main genießen, Waller, Stör, Karpfen und Saibling! www.zehnthof-nordheim.de
  • Wer’s lieber im Weinberg sitzend mag, der geht ins Weinbistro Molitor. Terrasse mit Blick auf die Reben. www.weinbistro-molitor.de

Hallburg, Foto Foodhunter

* Besuch bei “Winzern Sommerach” im Sommerach. Richtig schöne Vinothek – draußen eine Bar und kleine überdachte Lauben – Hartgesottene sitzen da auch gerne im Winter. www.winzer-sommerach.de

Winzer Sommerach, Foto Foodhunter

 

 

 

Odl – ein Name, der gottlob nicht hält, was er verspricht

Sepp Stein ist zweifelsohne ein humorvoller Bursche, sonst hätte er seinen wunderbaren Kräuterlikör nicht ausgerechnet nach einer unangenehm riechenden Brühe benannt, die auf Hochdeutsch Jauche und in Bayern Odl heißt. Auch wir konnten uns ein Schmunzeln nicht verkneifen, beim Anblick des Odl-Schriftzugs auf der Flasche.

Autor Dirk Vangerow, Foto Foodhunter

Dann haben wir gekostet, waren vorbereitet auf den brennenden Geschmack, den die altbekannten Kräuterliköre hinterlassen. – Doch wir erlebten eine Überraschung, denn Odl ist so mild wie reich an Kräuteraromen, duftet, gefällt dem Gaumen, dem Hals und dem Magen.

Leichte Noten von Karamell geben ihm zudem einen Hauch Süße. 21 Bio-Kräuter stecken im Odl, darunter Melisse, Zitronenschale, Kardamom, Ingwer, Zimt, Wermut oder Pfefferminz. Die Kräutermischung wird mit Zucker in reinem Alkohol mazerisiert und nach mehrwöchiger Ruhezeit abgefüllt. 35 %Vol. Online-Bestellung: www.chiemgauer-schmankerl.de

Tipp zum Odl:
POIDL – Ein Dorfladen und seine feine Kost 

Ein Ambiente als sei es eine umgebaute jahrhundertealte Scheune, kleine Stufen, die zu den Lauben am Bach führen. Essen unter Weinranken, hausgemachte Leberwurst, hausgemachte Chutneys, selbst gebackenes Bauernbrot (immer dienstags), feinster Schinken aus Italien, eigens angemachter Frischkäse. Essige und Weine zum Abfüllen, ein winziger, verwinkelter Weinkeller, Obst, Gemüse, Käsetheke, Pasta, Gewürze und wunderbares Geschirr, eine integrierte Kochschule. Was die Slowfood-Anhängerin Renate Stein hier geschaffen und an exzellenten Produkten zusammengetragen hat, begeistert selbst das Bayerische Fernsehen, das hier schon öfter zu Gast war. Ihr Mann ist nicht minder kreativ: Sepp Stein macht den Kräuterlikör Odl, den wir bereits vorgestellt haben.

Poidl, Frabertshamer Straße 1, 83123 Amerang am ChiemseeMo-Sa 8-13 Uhr, Mo/Di/Do 14.30-18.30 Uhr, Fr durchgehend offen. www.feinkost.by

Poidl, Foto Foodhunter

 

 

Oberpollinger und ein italienischer Abend – mitten in der Wiesnzeit

Oberpollinger lud zum italienischen Abend – mutig angesichts der Bierschwemme, die derzeit München überzieht. Wies’n ist und da sind sie alle. Maß statt Muße, Hopfen statt Trauben – da tat der gestrige Abend im Oberpollinger mit Weinen aus Italien ausgesprochen gut. 

Autor Dirk Vangerow, Fotos Foodhunter

13 Winzer waren angekündigt, doch die Hochzeit der Lese ließ einige kurzfristig absagen. Die Weine waren trotzdem da, charmant eingeschenkt vom Team des Dahlmann-Catering, das mit Thunfisch- und Tatarkügelchen auf knuspriger Waffel, mit Bruschetta im Mini-Format, confiertem Kürbis und anderen Köstlichkeiten überzeugte.

Auch ein Foodhunter schafft nicht alle Weine – und manche Tropfen sind einfach zu gut, um sie in die bereitgestellten Gefäße zurück zu schütten. Neben den typischen Weißen, einem feinen Rosé-Frizzante und diversen Prosecci, die ebenso gut wie bekannt waren, entdeckten wir den “Cygnus 2010″, einen Nero d’Avola (60%) und Carbenet Sauvignon (40%)  - das kreative Experiment des Grafen Tasca d’Almerita. Cygnus ist ein junger Wein, der nach Brombeeren, Kirschen, Vanille, einem Hauch Schokolade und Tabak duftet, eine ausgeglichene Säure besitzt und einen wunderbar geschmeidigen, traubig-süßlichen Geschmack aufweist. Um die 12 bis 13 Euro.

Dieser Entdeckung folgte eine Steigerung: den Cresasso Corvina Veronese IGT 2007 von ZENATO. Schmeckt intensiv nachdunklen Früchten und Gewürzen, reiche, konzentrierte Frucht am Gaumen mit bemerkenswerter innerer Süße und Aromen von Lakritze, Teer und Rauch. Um die 29 Euro.

Damit nicht genug:  Maarten Bonants, Export Manager von ZENATO war auch mit einem weiteren Schatz großzügig: dem Amarone Classico della Valpolicella Riserva 2007. Corvina Trauben, mit  Zugabe von etwas Rondinella und Sangiovese werden buchstäblich Weinstock für Weinstock ausgewählt, und nur aus den ältesten Weingärten im Classico-Gebiet des Valpolicella, in der Gemeinde Sant Ambrogio. Zenato benutzt die traditionellen Gärungstechniken, die für alle Amarone-Weine vorbehalten sind. Anschließend erfährt der Wein eine längere Reifung von mindestens 4 Jahren in großen Eichenholzfässern aus Slawonien und eine Flaschenreifung von 12 Monaten. Um die 60 Euro.

Grabmeister, GF Oberpollinger, Foto Foodhunterjpg

Von li: Angetan von den Weinen seiner Heimat: der italienische Generalkonsul Filippo Scammacca des Murgo. Neben ihm Holger Grabmeister, Geschäftsführer Oberpollinger

Grabmeister, GF Oberpollinger, Foto Foodhunterjpg

Bei italienischen Weinen kommen auch Frauen ins Schwärmen. Angelika Schütze (re) konnte jeden Tropfen genau analysieren, sie ist Profi vom italienischen Weinspezialisten Saffer. Ihre Freundin Bitzi bevorzugte “staubtrockene Weißweine”.

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Wo sonst edle Taschen die Herzen höher schlagen lassen, war Italien zu Gast. 13 Winzer stellten ihre Weine vor

Oberpollinger, Foto Foodhunter

Seine Weine haben alle begeistert. Maarten Bonants, Export Manager von Zenato, hatte die ganz großen Roten dabei. Darunter ein Amarone Classico Riserva von 2007.