Kategorie-Archiv: Italien

Genuss zwischen Zillertal, Corvara und Großglockner. Beste Adressen!

Früher war die Speise- und Getränkekarte für die Pistenpause der Skifahrer nur von Kalorien- oder Alkoholzufuhr bestimmt. Glühwein und Germknödel, Jagatee und Jausenteller, Bier und Bohnensuppe. Diese Eintönigkeit gibt es glücklicherweise immer seltener, findet FOODHUNTER-Autorin Karin Lochner und verrät Adressen in den Alpen, wo lukullische Genüsse das Skifahren fast zur Nebensache werden lassen.

Autor Karin Lochner, Fotos Peter von Felbert, Achim Kraus

Jerzner Hof, Jerzens, Österreich

Der Himmel ist postkartenblau, der Schnee pulvrig wie aus einem Werbefilm. Jedoch der Koch des „Jerzner Hofes“, Bruno Wohlfahrter, will nicht fotografiert werden. Seine Gerichte stünden im Mittelpunkt. Die können gerne aufs Bild. Aber er? Bekannt ist der Chef durch sein Bekenntnis, die hochwertigen Zutaten nicht verfälschen zu wollen.

So spielt er mit dem Rollmops, der sich eher nach Imbiss anhört. Wohlfahrter jedoch formt den Rollmops aus den feinsten heimischen Forellenfilet und serviert dazu Zucchini-Tatar und tournierte Kartoffeln. Eine gute Wahl. Am Nachbartisch schwärmt man vom Wiener Rindsgulasch. Bei Wohlfahrtner behält jedes Gericht – für uns fast schon Sterneniveau – die originale regionale Note.

Das Familienhotel, geführt von Familie Eiter, bietet weitere Trümpfe: Der Spa-Bereich ist gerade weitläufig genug, um den Wow-Effekt bei jedem Besucher auszulösen, der gerne schwimmt, schwitzt und sich die Schultern massieren lässt. In den Kaminen brennt Feuer, ich hole mir einen Kräutertee und kuschle mich in die Nachmittagssonne aufs Schaffell. Als dem Sohn des Hauses klar wird, dass wir aus München kommen, schwärmt er vom FC Bayern, dass ihm die Ohren glühen. Schnell sind wir Teil der großen Familie. Ein Gast programmierte sogar eine App, damit man immer tagesaktuell weiss, worauf man sich im Hause freuen kann z. B. an diesen Abend auf Jerzner Speckknödel Brätl. – Womit wir schon wieder beim Essen wären. Jerzner Hof, Oberfeld 170, A-6474 Jerzens, www.jerznerhof.at

Jerzner Hof, Fotos Peter von Felbert, Foodhunter

Jerzner Hof, Fotos: Peter von Felbert

Jerzer Hof, Foto Peter von Felbert, Foodhunter

Jerzner Hof, Foto: Peter von Felbert

La Perla, Corvara, Italien

Früher einmal war Michil Costa, der Inhaber des Vier-Sterne-Hotels „La Perla“, Punk im London der Siebziger Jahre. Ein wenig ahnt man das Rebellische noch. Er lächelt verschmitzt und hat statt teurer Kugelschreiber viele Buntstifte in seinem Jackett stecken. Das sieht selbst mit Anzug lässig aus. Dass die Region Alta Badia zu einer der nobelsten Wintersportregionen aufgestiegen ist, dazu hat Michil Costa viel beigetragen. Vom Parkplatz des Hotels blickt man auf die Dolomiten und kann in wenigen Schwüngen die Sella Ronda befahren.

Zur Piste und zur Seilbahn sind es vom Parkplatz aus genauso viele Schritte wie in das hoteleigene Sternerestaurant „La Stüa de Michil“, das seit 2002 ununterbrochen mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde. Da zieht es uns hin. Die Einrichtung stammt von einem  jahrhundertealten ladinischen Bauernhof. Die Gäste lieben diese Stube, die viel Geborgenheit vermittelt. Auch dass man sich manchmal ein wenig ducken muss, um sich nicht den Kopf an einem Balken anzustoßen, erscheint wie eine Verbeugung vor Arturo Spicocchi, dem aus Marken stammende Küchenchef. Es gibt fast ausschließlich regionale ladinische sowie saisonale Speisen. So zum Beispiel einen Rehrücken in der Lebkuchenkruste, und als Nachtisch mit Kümmel aromatisierte „Verlorene Ritter“.

La Perla, Foto Peter von Felbert, Foodhunter

La Perla, Foto: Peter von Felbert

Maître Manuel kümmert sich nicht nur um das Wohl der Gäste, sondern auch um den hoteleigenen Weinkeller „Mahatma Wine“. 30.000 Flaschen, darunter edle Tropfen wie Sassicaia und Château d’Yquem. Gänseleber-Pastete hingegen suchen Gäste vergebens auf der Karte. Und auf Äpfel und Erdbeeren muss man bis Juni verzichten. Dafür gibt es raffinierte Aromen und italienische Geschmackserlebnisse auch in den anderen Restaurants des La Perla, z. B. Wurstwaren aus den Abruzzen und Burrata aus Neapel, aber auch regionales Hirschfilet und hausgemachte Knödel. Ein kulinarisch aufregender Balanceakt zwischen mediterraner und südtiroler Küche, der uns begeistert, weil er den einmaligen Erzeugnissen ihren verdienten Raum lässt.

Bei so vielen Geschmackserlebnissen haben wir kaum Lust, das Haus zu verlassen. Selbst dafür hält das La Perla eine schöne Überraschung bereit: Gäste, die ihr Auto während des Hotelaufenthaltes drei Tage nicht benutzen, bekommen zum Dank eine Flasche Sassicaia und ihr  Wagen wird symbolisch mit einem grünen Band verziert. So verwandelt sich eine Gabe aus dem Weinkeller – der Inbegriff bourgeoiser Dekadenz – subtil in einen Akt der Rebellion. Das hätte seinerzeit sogar den Punk in London gefreut. La Perla, Str. Col Alt 105, I-39033 Corvara (BZ) Alta Badia www.hotel-laperla.it

La Perla, Fotos Peter von Felbert, Foodhunter

La Perla, Fotos: Peter von Felbert

Gradonna, Kals am Großglockner, Österreich

Im „Gradonna“ in Kals riecht es wunderbar nach Zirbe. Im Foyer genauso wie in den Zimmern. Die Nische, die sich dort mit einem Vorhang vom restlichen Zimmer abtrennen lässt, ist ruckzuck  eine kuschelige Ecke für Paare verwandelt oder einfach der exklusive Aussichtsplatz auf den mächtigen Großglockner. Die Nische ist eines der vielen zauberhaften Details des 2012 eröffneten Gradonna Mountain ResortChâlets & Hotel in Kals am Fuße des Großglockners.

Ein schöner Geist weht durch das Haus. Die Chalets stehen kreuz und quer, so wirkt es manchmal. Dabei wurde darauf geachtet, dass alles organisch bleibt, kein Felsen und kein Baum dem Bauprojekt weichen musste. Für die wunderbar duftenden Zimmer hat man eine Jahresernte an Zirbenholz verarbeitet. Heimische Leinen, Loden und Filzstoffe verströmen eine bodenständige und gleichzeitig exklusive Note, in den Zimmern, wie auch im Restaurant.Hier wirkt Michael Karl mit seinem Team aus zehn Köchen.

Bis zu 340 Halbpensionshotelgäste werden neben den 30 Plätzen des à-la-carte Restaurants versorgt. Weil man nur eine Stunde von Friaul entfernt ist, schlägt sich der mediterrane Einfluss in der Speisekarte nieder. Mit Kartoffelpasta umwickelte Garnelen, gebackene Mozzarellaknödel auf Safranrisotto oder Zucchinipiccata mit Rucolanudeln und Parmesan. – Flankiert von alpinen Spezialitäten wie Osttiroler Berglamm in der Kräuterkruste oder Rehnüsschen mit Polenta. Bei so vielen Gästen so gleichbleibend gut zu kochen, verdient höchsten Respekt. Gradonna, Gradonna 1, A-9981 Kals am Großglockner www.gradonna.at

Gardonna, Fotos Peter von Felbert, Foodhunter

Gardonna, Fotos: Peter von Felbert

Adler Lounge, Kals am Großglockner, Österreich

Ebenfalls in Kals steht der futuristische Würfel, eine kühne Glaskonstruktion, Adresse des Restaurants „Adler Lounge“, einem der höchstgelegenen Haubenlokale der Alpen. Um uns herum ist draußen wie drinnen gleißende Sonne und die endlose Weite des Panoramas mit 60 Dreitausendern. Die Erwartung auf ebensolche kulinarische Höhenflüge spiegelt sich schon in den Gesichtern der Gäste.

Küchenchef Walter Hartweger greift zu Tiroler Spezialitäten, um seine Gäste zu verwöhnen. So steht ein rosa gebratenes Entrecôte vom Almrind genauso wie ein Hirschragout als einer der Klassiker auf der Karte. Bereits bei der Ente zeigt der Koch seine Verspieltheit und serviert als Beilagen Powidl-Radicchio und geschmorten Kürbis statt Blaukraut und Knödel. Die Extravaganz des Bergrestaurants betont Hartweger besonders im 4-gängigen „Adler Lounge Menue“ und offenbart seine exotische Vorliebe mit Gerichten wie einer Tomatenessenz mit Thai Spargel oder Garnelen mit Paprika-Ingwer und Avocado.„Tom Ka Gai läuft bei uns genauso gut wie Gulasch!“, freut er sich.

Ein paar komfortabel ausgestattete Zimmer gibt es zum Übernachten. Wer das Glück hat, eins zu ergattern, ist im Einklang mit den 2621 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Zudem ist es ein unschätzbarer Vorteil, wenn nach vier Gängen keiner mehr die Ski anschnallen und ins Tal fahren muss. Nur noch auf die großzügigen Sofas im Loungebereich sinken und der Sonne beim Untergehen zusehen. – Luxus auf höchstem Niveau. Adler Lounge, Haus Nr: 81, A-9981 Kals am Großglockner www.adlerlounge.at

Adler Lounge, Fotos Peter von Felbert, Foodhunter

Adler Lounge, Fotos: Peter von Felbert

Wirtshaus zum Griena, Mayrhofen, Österreich

Das „Wirtshaus zum Griena“ in Mayrhofen im Zillertal stammt aus dem Jahre 1580 und ist ein kleines Juwel. Wirtin Alexandra Maria Thaler und ihr Bruder Clemens, der Koch, erfüllen ihren Gästen den Wunsch nach Unverfälschtheit, wie es ein so historisches Anwesen verdient. Gepfefferte Milchsuppe mit Brot oder Schliachtarnudeln mit Graukäse sind typisch Zillertaler Gerichte, wie sie die Menschen jahrhundertelang zubereitet haben und die heute dabei sind, in Vergessenheit zu geraten.

Unser liebstes ‘Arme-Leute-Gericht’  sind die Zillertaler Krapfen, eine Art Ravioli mit Käsefüllung, so delikat, dass wir fast nicht mehr aufhören können, obwohl der nächste Gang schon wartet: Die würzige Kraftbrühe mit den Kaspressknödeln. Trotz satter Glückseligkeit ist der süße Abschluss  zu verführerisch, um darauf zu verzichten: Der weit über die Dorfgrenzen bekannte Baubeerschmarrn, der eigentlich locker ein Hauptgericht ersetzt. Wirtshaus zum Griena, Dorfhaus 768, A-6290 Mayrhofen, www.wirtshaus-griena.at

Wirtshaus zum Griena

Wirtshaus zum Griena, Foto: Achim Kraus

Schulhaus am Zellberg, Zellberg, Österreich

Das „Schulhaus am Zellberg“ im Nachbarort Zellberg setzt auf Tradition und verdient beste Zensuren. Der 26-jährige Koch Stefan Geisler steht mit Mama Barbara in der Küche, während seine Schwester Maria mit Vater Christian in der Stube serviert. Letzterer saß in seiner Kindheit sogar hier in der Schulbank, denn, wie der Name vermuten lässt, steht das Gasthaus auf dem Platz der ehemaligen Dorfschule. Passend zum Haus präsentiert sich die Speisekarte kreativ als Schulheft mit Tintenflecken und kleinen Kritzeleien am Rande. „Wer einen guten Braten macht, hat auch ein gutes Herz“, wird Wilhelm Busch am Heftrand zitiert und dem können wir nur zustimmen.

Die Geislers machen vorzügliche Braten und versprechen in ihrem „Menü Regional“, dass alle Grundprodukte aus einem Umkreis von 33 km stammen. Bei unserem Besuch kosten wir ein vorzügliches Topinambursüppchen mit Lammhaxl-Ravioli, dazu hausgemachtes Brot mit Biobutter und Graukasaufstrich. Als Hauptspeise gibt es ein zartes Zillertaler Vollmilchkalb mit Biokarotten und Erdäpfel-Griesknödel. Zum dahinschmelzen ist auch das Dessert: hauchfeine Apfel-Topfentarte mit hausgemachtem Sauerrahmeis und Quarknockerl. In Geislers Schulhaus ist es wahrlich ein Vergnügen, sitzen zu bleiben. Schulhaus am Zellberg, Dorfhaus 162, Zellberg, www.gasthof-schulhaus.at

Schulhaus am Zellberg

Schulhaus am Zellberg, Fotos: Achim Kraus

 

 

 

 

Prosciutto di Cormòns vom Duroc. So fein wie selten.

Eine schöne Villa mit Park, Holzläden, Freitreppen. Nobel, aber nicht leicht zu finden, keine Schilder weisen den Weg. Drinnen ein Duft, bei dem es uns fast den Atem verschlägt. Zartes Raucharoma. Schinken. Nicht irgendeiner, sondern ein spezieller, denn nur im Winter, wenn die Landwirtschaft ruht, machen sich Vater Lorenzo und Sohn Andrea daran, die Spezialität vorzubereiten: Schinkenschlegel aus Durcoc-Schweinen.  

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Eine lange Tradition in der Familie, denn schon die Großmutter räucherte im Kamin des Wohnzimmers die Schweinekeulen. Heute übernimmt das moderne Technik, aber das Rezept ist geblieben: ausschließlich der Rauch von Kirschholz, kombiniert mit dem Dampf eines Suds aus verschiedenen Kräutern wie Thymian, Rosmarin oder Zitronenmelisse.

Vier regionale Züchter liefern das Ausgangsprodukt. „Erst werden die Schlegel gesalzen und bleiben danach so viele Tage im Salz wie sie Kilos haben. Ein 20 Kilo Schinken also 20 Tage. Dabei verlieren die Schlegel rund 35 Prozent ihres Gewichts“, erklärt Andrea d’Osvaldo.

Verkauft werden Schlegel, wer hier 100 Gramm will, ist falsch

Im Anschluss wandern die Keulen in den zweiten Stock des Hauses. Ein Jahr reifen sie hinter Holzjalousien, um dann zusätzlich acht Monate im Erdgeschoss der Villa zu verbringen. Vier Reihen übereinander und jede Keule trägt ein Namensschild. Ein fragender Blick. „Nein“, lacht uns Andrea zu, „nicht die Namen der Schweine. Es sind die Namen der Kunden, denn wir produzieren ausschließlich auf Bestellung.“

Nur wer sich für eine ganze Keule interessiert, hat vielleicht das Glück, eine zu ergattern. Indem er vorbestellt. Uns bleibt beim Besuch nur die kleine Kostprobe – ausnahmsweise – und so greift Andrea zur Schneidemaschine, um uns hauchzarte Blättchen zu servieren. Cormòns-Schinken schmeckt kaum salzig, sehr frisch, leicht und trocken, mit einem Hauch Süße. Dank vieler Kräuteraromen auch ohne den ansonsten dominanten Räucherduft. Grandios und weitaus besser als viele San Daniele oder Parmaschinken! D’Osvaldo di Grion Lucia, Via Dante 40, Cormòns. www.dosvaldo.it

Prosciutto di Cormòns, Foto Foodhunter

Andrea d’Osvaldo liebt die Schinkenproduktion im Winter. Im ganzes Haus der Duft von Schinken. Jede Keule trägt ein Schild. Es ist der Name des Käufers, nicht der des Schweins.

 

 

Acetaia Midolini. Balsamico muss nicht immer aus Modena sein

Das Einzige, das die Stille im hölzernen Dachstuhl unterbricht, ist die Stimme von Ranieri Colledan, rechte Hand von Lino Midolini. Mehr Mitarbeiter gäbe es auch nicht, lacht er, schließlich brauche der Essig nichts weiter als Ruhe und Zeit. Viel Zeit, bis zu 30 Jahre. – Später kosten wir den Acetaia Midolini. In der Tat: es muss nicht immer Modena sein. 

Autor Sabine Ruhland, Foto Foodhunter

So eröffnet sich uns ein faszinierendes Bild: Hunderte von Fässchen, gefertigt  aus dem Holz von Wacholder, Kirschbaum, Eiche, Kastanie, Esche oder Akazie, die uns verschlafen zublinzeln. Insgesamt 32.000 Liter. 50 Jahre ist es her, als Lino Midolini von einem Freund aus Modena einen Balsamessig geschenkt bekam und von diesem „milden Dressing“ derart angetan war, dass er mit verschiedenen Trauben und Herstellungsmethoden so lange experimentierte, bis ihm das Wunder gelang.

Balsamico, Foto Foodhunter

Er entdeckte, allen Unkenrufen zum Trotz, dass sich die friaulisch autochthonen Weintrauben als perfekte Anwärter für die Erzeugung des Balsamessigs erwiesen. Er ersetzte die Rebsorte Sangiovese durch Refosco und Friulano, die auf den Hügeln von Manzano wachsen. Daraus entstand Asperum, ein Balsamico höchster Raffinesse.

Fünf Jahre gereift, enthält er neben gekochtem Most auch 30 % Weinessig, was ihm Säure verleiht – perfekt für Salat-Dressings. Weitaus interessanter der Asperum IV, der mindestens 15 Jahre Reife hinter sich hat. Er ist bereits so mild, dass er sich pur trinken lässt. Die Krönung ist der Asperum mit 30 Jahren Reife, rund 80 Euro das 100 ml Fläschchen. Perfekt zu Bitterschokolade, aber auch eine Alternative für Sojasoßen.

Besichtigung und Verkostung der Acetaia auf Anfrage. Via della Fornaci 1, 33044 Manzano.

www.genuss-shop.herwig-ertl.at/artikeldetails/kategorie/essig/artikel/asperum-v.html

Balsamico, Fotos Foodhunter

 

Überirdisch gut: Johannesstube im Hotel Engel

Da hören manche Feinschmecker die Glocken läuten – in Welschnofen in den Südtiroler Dolomiten, wenn Küchenchef Markus Baumgartner in der Johannesstube im Hotel Engel sein 7-Gänge-Menü aufkocht, während Ehefrau und Sommelière Balbina als Restaurantleiterin dem Aufenthalt eine einzigartige Note verleiht. Hier ist man dem Himmel ein Stückchen näher.

Autor Karin Lochner, Fotos Peter von Felbert

Seit Herbst 2010 ist Markus Baumgartner für die kulinarischen Kreationen im Hotel Engel verantwortlich. Er erkochte in den letzten 15 Jahren jeweils einen Michelinstern im Restaurant Waldruhe in Albions/Lajen und im Restaurant Maso Franch im Trentino. Und auch in der Johannesstube ließ das verdiente Lob nicht lange auf sich warten. Schon 1 Jahr nach Regieführung in der Küche gab es 2011 den Michelin-Stern.

„Das einfache Essen auf die Ebene des Genusses heben“

Markus Baumgartner will nicht nur gut kochen, sondern eine Botschaft verbreiten: er möchte „das einfache Essen auf die Ebene des Genusses“ bringen. Kochen bedeutet für ihn mit der Natur in Einklang zu sein. Seine Küche ist eine feinsinnige Mischung aus der traditionellen Südtiroler Küche und mediterraner Leichtigkeit, mit internationalem Akzent. Der Südtiroler, der schon im Tantris in München und bei Heinz Winkler in Aschau kochte, zaubert mit den Zutaten, bis sich die Gerichte als mannigfaltige Liebeserklärungen an den Gaumen erweisen: Selbstgebackenes Kürbiskernbrioche, Carpaccio vom Hirschkalbfilet mit marinierten Ingwer und gerösteten Pinienkernen auf Feldsalat, Terrine von der Wildentenleber, kleine Törtchen von gebratenen Knödelscheiben auf Selleriecreme, Ravioli, mit Ochsenschwanzragout gefüllt, auf Petersilienschaum, einheimisches Lamm mit Kartoffelterrine und Ratatouille. Und gesund ist das alles auch noch. Markus Baumgartners Küchencredo ist einfach: Nur frische, beste Zutaten werden regional, saisonal und bevorzugt bio-zertifiziert eingekauft. Fleisch kommt aus artgerechter Haltung.

So zieht es die meisten Gäste zum abendlichen siebengängigen Degustationsmenü. Obwohl die meisten Feinschmecker ohnehin wegen des Küchenchefs kommen, sei ausdrücklich erwähnt: Kein Ort eignet sich besser, um in die Gourmetküche einzusteigen. Der Gast, sollte er noch unerfahren sein, wird von Balbina mit charmant über versteckte Nuancen und weniger vertraute Aromen informiert. Durch Balbinas warmherzige Art schmelzen Berührungsängste mit der Gourmetküche wie der Schnee in der Sonne auf den Gipfeln gegenüber.

Johannesstube im Hotel Engel, Gummerer Str. 3, 39056 Welschnofen. www.hotel-engel.com

johannesstuben, Foto Foodhunter, Peter von Felbert

 

Florenz: Open-Air-Bar vom Feinsten! La Terrazza

Salvatore Ferragamo. – Ein Name, der Fashion-Victims auf der Zunge zergeht. Weshalb die Familie Ferragamo auch genau jene bedient. Mit einer Cocktailbar über den Dächern von Florenz. La Terrazza. 

Die Lungarno Collection der Familie Ferragamo offeriert Luxus- und Design-Hotels inzwischen in Florenz, Rom und der Toskana und alle vereint der elegante Stil der berühmten Modehauses.

Ein Geheimtipp unter Florenzern: die außergewöhnliche Openair Lounge auf dem Dach des mittelalterlichen Consorti Turms mit schönstem Ausblick auf die Meisterwerke von Florenz, den Dom, die Kuppel von Brunelleschi, den Glockenturm von Giotto und Ponte Vecchio. Die “La Terrazza” Bar kann auf Anfrage exklusiv für private Feiern und Veranstaltungen gemietet werden.
Information and Reservierung
Vicolo dell’Oro, 6r – 50123 Florence
Tel +39 055 2726 5806
E-mail.skylounge@lungarnocollection.com
www.lungarnocollection.com

Opening hours
Always open from 4 pm – 12 pm

Milio Restaurant in Livigno. Montagne und Mare

Livigno liegt eingebettet zwischen dem Schweizer Nationalpark im Engadin und dem italienischen Nationalpark Stilfser Joch. Weil es so hoch liegt und schneesicher ist, nennt man es auch „Piccolo Tibet der Alpen“. Im Ort sei das Hotel Lac Salin der Familie Giacomelli die Vorzeigeadresse und das hoteleigene Restaurant Milio fraglos das beste Lokal, meint ein Einheimischer und lotst uns hin.

Autor Karin Lochner, Fotos Peter von Felbert

Im Restaurant ist Gianni Deidda seit zehn Jahren Chef am Herd. Der Sarde ist ein Verfechter der anspruchsvollen regionalen Küche, die er mit mediterranen Einflüssen kreuzt. Montagne und Mare, zum Beispiel vorzüglich mit einer fluffigen Ziegenkäsepraline, die mit einer Kruste gerösteter Pistazienbrösel ummantelt ist. Der Ziegenkäse kommt von der örtlichen Genossenschaftsmolkerei, die Pistazien aus Sardinien.

Einmal in der Woche wird Wild aufgetischt. In zwei Tagen, um genau zu sein, immer am Donnerstag. Gianni redet wenig, lässt sich aber bereitwillig über die Schulter schauen, wie er seine Wildterrine nach einem Spezialrezept bereitet. Draußen tobt ein jaulender Schneesturm. Da ist es in der warmen Küche gerade recht. Zuerst dreht Gianni das Fleisch mit einer Hühnerleber durch den Fleischwolf. Die Hühnerleber sei der Trick, verrät er. Dann schneidet er die Schalotten in Miniwürfel und sautiert sie in Butter. Nachdem die Pilze und Schalotten abgekühlt sind, gibt er die Zutaten zum Hackfleisch und verrührt das Ganze mit Cognac. Jetzt noch Salz und Gewürze, das ist alles, zwinkert er und deutet auf die marinierten Zwetschgen in einer Glasschüssel. Also fast alles.

Jetzt darf ich ran, soll zunächst die Terrinen-Form mit Speck auslegen. Das ist für alle Terrinen von Vorteil, lerne ich, weil der Speck die Fleischmasse während des Garens im Ofen schützt. Ich fülle unter den korrigierenden Blicken des Chefs das Wildfleisch hinein. In die Mitte kommen die marinierten Zwetschgen und dann klappe ich die Speckscheiben darüber. Zum Schluss gießt Gianni Deidda noch einmal großzügig Cognac darüber und setzt den Deckel drauf wie einen i-Punkt. Im Ofen bei 180 Grad gart die Wildterrine eine Stunde und verströmt den betörenden Duft von Wald, Wild, Zwetschgen und Cognac.

Die Terrine verbringt danach noch mindestens einen Tag im Kühlschrank, damit sie durchziehen kann. Genau zwei Tage nach meinem spontanen Küchenpraktikum, es ist Donnerstag, serviert der Kellner beim abendlichen Menü „meine“ Wildterrine. Eccellente! Ich platze fast vor Stolz.

Foto Foodhunter, Peter von Felbert

Milio Restaurant im Hotel Lac Salin, Via Saroch, 496/D, I-23030 Livigno, Tel. +39(0)342/996166, www.hotel-lacsalin.it

Mailand – Lieblingshotels!

Die “Alpenregioner’ haben’s gut. Ist diesseits der Berge schlechtes Wetter, hilft oft ein kurzer Sprung über den Brenner. Dolce vita in Mailand. Ein Wochenende, das glücklich macht. Hier einige ungewöhnliche Hotelempfehlungen!

Autor Angelika Frank, Sabine Ruhland

Chefs Table und die Via Napoleone um die Ecke
FOUR SEASONS

Die Lage ist traumhaft, wenngleich es ohne Navigationsgerät in den Altstadtgassen verwirrend gewesen wäre. Dafür können Sie Ihr Auto für den Rest Ihres Milano-Aufenthaltes stehen lassen und alles Weitere zu Fuß machen, denn das Four Season liegt kaum 50 Meter von der Via Napoleone und aller anderen sinnlich schönen und sündhaft teuren Einkaufsstraßen entfernt.

Sonntags ist Brunch im Hotel, ein Luxusbrunch mit Austern, Wildlachs, feinen Salaten, warmen Speisen – traditionell bis Haute Cuisine – und dank guter Kontakte ergattern wir einen der wenigen Chef Tables. Am Nebentisch eine illustre Runde: Paolo Marchi, Foodjournalist und Veranstalter international renommierter Foodfestivals, Ferdinando Cioffi, Spitzenfotograf aus Italien, Sergio Mai, Küchenchef und italienischer Kochstar. Wir erleben Italien in schönster Form, langes Essen, viele gute Gespräche und viele neue Tipps: u.a. ein Insider-Tipp von Paolo, das “Ratanà” in der Via de Castilla. Beim nächsten Besuch steht dieses Traditionslokal unbedingt auf unserer to-do-Liste. Four Seasons, Via Gesù, 6-8  20121 Milano, www.fourseasons.com/milan

Chefs Table im Four Seasons, Mailand, Foto Foodhunter

Ultra-luxuriös
SEVEN STARS GALLERIA

Es ist unter privater Führung und das wohl attraktivste Hotel in Mailand, intim und exklusiv. “Seven Stars Galleria” befindet in der zweiten und dritten Etage der berühmten Galleria Vittorio Emanuele II – mit Blick auf den Mailänder Dom und das Opernhaus La Scala. Von der Schweizer Zertifikationsfirma Société Générale de Surveillance offiziell mit sieben Sternen zertifiziert, bietet es höchst exklusive Dienstleistungen: für jede der sieben Suiten gibt es einen persönlichen Butler, Luxuslimousinendienst, ein Laptop mit Ledereinband auf dem Zimmer und jede weitere nur erdenkliche Annehmlichkeit, eingebettet in ein stilsicheres Ambiente zwischen denkmalgeschützten Details und hochmodernem Design. Seven Stars Galleria hat außerdem eine Wein Börse gegründet, die berühmte Tropfen aus der ganzen Welt anbietet. Der Gast kann ersteigern und seine Weine professionell lagern lassen. Im Restaurant ‚La Sinfonia’ werden maximal 10 Gäste vom Chef Giacomo Gaspari individuell bekocht. Seven Stars Galleria, Via Silvio Pellico 8, Milano, Galleria V. Emanuele II, Tel +39/02/89058297, insgesamt 24 Zimmer, die sieben Suite kosten ab 1.300 Euro.  In der Nebensaison ab 450 Euro. www.townhousegalleria.it

The seven Hotel, Mailand

 

Hoch-kreativ
MAISON MOSCHINO

Lampen in Form von Spitzenkleidern, Kronleuchter mit Bonbons, Bettdecken aus Rosenblüten, Kissen in Tortenform, ein Wolf als Bettgenosse und ein Spa, gestaltet von der Nobelmarke Culti – das Maison Moschino, beheimatet in einem ehemaligen neoklassizistischen Bahnhofsgebäude, ist ein Feuerwerk an Kreativität. 63 Zimmer und Suiten voller Fantasie und Eleganz, für die sich Rosella Jardini, Kreativ-Chefin von Moschino, verantwortlich zeichnet. Entsprechend unkonventionell die Namen der Zimmer: ‚Sleeping in a Ballgown’, ‚Alice’s Room’, ‚Little Red Riding Hood’ oder ,Life is a bed of Roses’.  Zum Schlafen fast zu schade! Maison Moschino, Viale Monte Grappa 12, Milano, DZ ab 270 Euro, in der Nebensaison ab 139 Euro! Witzige Website:  www.maisonmoschino.com

Maison Moschino, Hotel, Mailand

 

Desing-Eleganz
TOWN HOUSE 31

Alles deutet in der Via Carlo Goldoni, mit ihren Stadthäusern aus dem 19. Jh. auf ein ruhiges Wohnviertel in Mailand hin. Der erste Eindruck täuscht, denn hinter der unscheinbaren Fassade des Hauses no. 31 verbirgt sich die neueste Errungenschaft in Sachen Design-Hotels.

Das “Town House 31″ wurde erst kürzlich eröffnet und ist so facettenreich wie Mailand selbst: eine Bar im Entree, ein eleganter Innenhof, der sich abends in eine Lounge verwandelt, wunderbare Zimmer mit dem Mut zur Behaglichkeit, was nicht allen Designhotels zu Eigen ist. Luxuriöses Extra: sechs Kopfkissen zur Auswahl und ein Butler-Service. Zimmer ab 150 Euro. Townhouse 31, Via Carlo Goldoni 31, 20129 Milano. www.townhouse.it/th31

Town House 31

 

Sexy wie ein Stiletto
THE GREY

Das Gray passt in Europas Modehauptstadt Mailand wie ein Manolo Blahnik Stiletto an den Fuß der Carrie Bradsaw. Cool und chic bietet das Hotel neben exklusivem Ambiente auch noch beste Lage: Dom, La Scala, die Galeria Vittor Emanuele sowie Kaffeehäuser, Restaurants und Boutiquen sind nur einen Steinwurf entfernt. Von außen imponiert das 5 Sterne Hotel mit einer prächtigen Renaissance-Fassade, innen schuf Guido Ciompi (der auch die Gucci Boutiquen gestaltete) eine Hochglanzwelt aus kühlen Beige- und Braunschattierungen, klaren Linien und exklusiven Designerstücken. Kreativer Luxus auf höchstem Niveau ist das Motto, fantasievolle Details wie Hängeschaukeln oder der Besteck-Leuchten sind echte Hingucker. Zimmer ab 300 Euro. Via San Raffaele, 6, 20121 Milano. www.sinahotels.com

The Grey, Mailand

 

Schönster Markt Mailands: Mercato Communale di Piazza Wagner

1929 erbaut und damit der älteste und zugleich schönste Markt Mailands, auch wenn das von außen nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Die Markthalle ist optisch unscheinbar, doch überrascht im Inneren mit dem feinsten Angebot, das der anspruchsvolle italienische Lebensmittelmarkt zu bieten hat.

Autor Angelika Frank, Fotos Angelika Frank

34 Stände, die alle in Eigenregie und überwiegend als Familienunternehmen betrieben werden, weshalb, wer ein paar Worte Italienisch kann, sich Zeit nehmen sollte für ‚due chiacchere’ (ein Schwätzchen). Wundervolle Käsestände, Bäcker, Metzger, Fisch-, Gemüse- und Obsthändler – Mercato di Piazza Wagner ist lebendiges Beispiel für Slowfood.

Hier gibt es nur hauseigene Produktionen wie bei der Formaggeria di Massimo Poli. Wir empfehlen den Testun al Barolo, ein delikater Hartkäse aus Schafs- und Ziegenmilch – natürlich von frei laufenden Tieren – umhüllt von Trester des Barolo. Ein Muss ist der Gorgonzola, fast flüssig mit  frischer Pasta eine Gaumenfreude.

Frische Teigwaren gibt es einige Stände weiter bei Antichi Sapori di Mezzullo. Stefano bereitet zusammen mit seiner Frau seit 15 Jahren Pasta, Pane und  Pasticceria. Unsere Probiertipp, das Brot mit Trauben und Nüssen und natürlich die Spezialität des Hauses: Agnolotti con Fragole, eine Ravioli-Art gefüllt mit Erdbeeren.

Den besten Fisch gibt es in der Pescheria Fratelli Pedol. Die Familie ist in der dritten Generation seit Gründung des Marktes dabei und Vittorio und sein Neffe Walther sind jeden morgen ab 4.30  Uhr auf den Beinen, um dafür zu sorgen, dass das auch so bleibt. Eine der zahlreichen Fischspezialitäten ist die Gallinella, ein Fisch aus Apulien, der heute noch einzeln geangelt wird. Fertig zubereitete Gerichte wie der Branzino pomodoro müssen nur noch in den Ofen geschoben werden.

Foto Angelika Frank, Foodhunter, Mercato Mailand

Wer lieber Fleisch mag, ist bei M.E.R.I nebenan bestens aufgehoben. Hier gibt es bestes Ferkelfleisch aus Sardinien, ‚Salsicce’ aus Eigenproduktion und die Möglichkeit seine individuelle Salami zu bestellen: mit Pepperoni, Fenchel oder Käse. Die Möglichkeiten sind fast unendlich.

Die Polleria Pavia der Signora Katia offeriert alles rund um Geflügel: Huhn, Ente, Truthahn und Co. Involtini di Tacchino, kleine Rouladen aus Truthahn gehören zu den Spezialitäten.

Frische Antipasti gibt es in der Bottega del Buongustaio. Signor Elsyd bereitet alles per Hand: Funghi, Pomodori, Cipolle sotto oglio (Pilze, Tomaten, Zwiebel in Öl eingelebt).

Mit prall gefülltem Einkaufskorb verlassen wir den traumhaften Markt, lassen uns mit dem Taxi zum nicht weit entfernten Parco Sempione bringen – kulinarisches Picknick-Glück im Grünen!

Der Markt an der Piazza Wagner hat geöffnet: Mo 8.30-13 Uhr, Di-Sa 8.30-13 und 16-19.30 Uhr. 

Foto Angelika Frank, Foodhunter, Mercato Mailand

 

 

Mailand: Tour del Gelato

Was wäre Italien ohne Eis? Das gab es zwar schon in der Antike, aber erst Marco Polo führte die Eiscreme im 13. Jahrhundert in Italien ein. Von dort nahm sie ihren Siegeszug.  

 Autor Angelika Frank

Heute begeistern in Mailand zahllose Gelaterias, die alle eines gemeinsam haben: ‚produzione artigianale’, handwerkliches Können und nur frische Zutaten wie Pistazien aus Sizilien, Zitronen aus Kampanien und Walderdbeeren, wenn die Saison dafür ist, aus dem Piemont. Alles andere ist Betriebsgeheimnis, Liebe und Passion. Was tut man nicht alles für eine gute Recherche – wir haben uns durchprobiert und die zwei Kilo mehr auf den Hüften dafür gerne in Kauf genommen!

 

GROM
Sie ist eine der begehrtesten Eisdielen Mailands und an der eleganten Via Manzoni zu Hause: „Grom“. Mailänder stehen hier ebenso Schlange wie Besucher aus allen Teilen der Welt. Kein Wunder, denn bei Frederico Grom wird nur Bestes verarbeitet wie beispielsweise Obst von einer eigenen Biofarm im Piemont. Ein Muss ist das Eis des Monats, in unserem Fall Yoghurteis mit Trauben und sizilianischen Mandeln. Das weckt Lust auf mehr und so kosteten wir noch ein legendäres Schokoladeneis und das Te Verde aus grünem Matcha Tee. Einfach alles unsagbar gut! Mo-So 12-23 Uhr, Via S. Margherita 16.

 

MARGHERA 
Die Via Marghera mit ihren vielen charmanten Boutiquen wäre auch ohne ihre berühmte Eisdiele „Gelateria Marghera“ einen Abstecher wert. Doch ein Besuch bei Franco erheitert Gaumen und Seele, denn die 40 Eissorten sind einfach ‚buonissimo’, allen voran das ‚Cremino’ aus Sahne und Nugat, das ‚Fiordilatte con Crocante di Mandorla’ und die herrlich erfrischenden Sorbets wie das Waldbeeren-Sorbet ‚Sorbetto di fragoline di bosco’. Alles ohne künstliche Aromen oder Farbstoffe.“ Via Marghera 33, Mo-So 10-1 Uhr. 

Foto Angelika Frank, Foodhunter

 

AMORINO
Die berühmteste Leckerei bei „Amorino“ sind die mit Eis gefüllten Brioche, französisch angehaute Spezialität, weil die Gründer ihre erste Eisdiele vor acht Jahren auf der Isle Saint Louis in Paris eröffneten. Der Erfolg war so groß, dass die beiden Italiener schnell weitere Eis-Boutiquen aufmachten. Der erste in Mailand, in der Via Fiori Chiari 9, mitten im Künstlerviertel Brera. Elegantes Ambiente und feinste Zutaten: Bio-Eier, frische Vollmilch, Bourbon Vanille aus Madagaskar, Schokolade grand cru aus Ecuador, Mango aus Indien. Ein Paradies, geöffnet von Mo-So 11-0.30 Uhr, Sa bis 1.30 Uhr.

 

CREMERIA BUONAROTTI  
Eigentlich ist die „Cremeria Buonarotti“ in der gleichnamigen Straße Nummer 9 berühmt für die große Auswahl an selbst gemachten Croissants (25 Varianten). Wir finden aber, dass auch das Eis von Massimiliano ‚Il mago del gelato’ zu den besten der Stadt gehört. Im Schnitt produziert er circa 300 Kilogramm pro Tag, darunter ein fantastisches Zitroneneis und ein nicht minder exzellentes Vanilleeis. Inhaberin Lorenza Regoli ist stolz auf ihren erstklassigen Ruf, hat 2011 den zweiten Platz unter den besten Semifreddi Italiens belegt. Das spricht für sich. Mo-Fr 7-24 Uhr, Sa 7-1 Uhr, So 7-24 Uhr.

 

CHOCOLAT 
Das ist die wohl feinste Schokoladeneis-Adresse der Stadt liegt nicht weit vom Mailänder Schloss entfernt. Lucca Maggi, seit 20 Jahren Eis-Konditor hat es gegründet und behauptet, sein Schokoladen-Eis mache glücklich. Was wir nach einer großen Portion ‚Chocolato fondente’ nur bestätigen können. Der Chef und seine 13 Mitarbeiter kreieren allein acht Sorten Schokoladen-Eis, u.a. mit Peperoncino, Cointreau, Bitter-Schokolade, Nugat, Zimt und Ingwer. Pro Jahr werden sechs Tonnen feinster Qualitäts-Kakao verarbeitet: Guanaja, Gascon, Roc Lait, Virgole gehören zu den bevorzugen Sorten aus Südamerika und Afrika. Via Boccaccio 9, Mo-So 7.30-1 Uhr.

Foto Angelika Frank, Mailand, Chocolat-Eisdiele

 

 

 

Florenz. Die besten Insider-Tipps

Stadt der Genüsse. Große Kunst und gute Küche gehören hier zusammen wie die Uffizien und die Medici. Doch wie in allen Metropolen gilt: Insider-Tipps sind weitaus besser als herkömmliche Reiseführer. Wir haben den Florentinern die Lieblingsadressen entlockt.

Autor Angelika Frank

Restaurant Il Santo Bevitore
Typische, feine und anspruchsvolle florentinische Küche. Spezialität ist eine Suppe namens Ribollita, die zusammen mit selbst gebackenem Brot gekocht wird oder die berühmte Entenleberpastete nach Rezept des Hauses. Ganz delikat auch die Burrata di Caserta, köstlicher Frischkäse aus Mozzarella und Cream. Via Santo Spirito 66 r. www.ilsantobevitore.com

Foto Bevitore

 

Bar/Enoteca Le volpi e l’uva
Hier trifft man sich zum berühmten Aperitivo. Die Weinkarte besteht aus permanent wechselnden Weinen aus der Region, die akribisch ausgesucht werden. Nur kleine Kellereien finden Einlass und die Sommeliers wissen viel über jeden Tropfen zu berichten. Dazu werden feine Käse, Salami, und Salsiccia gereicht oder Bruschetta. Piazza dei Rossi 1, www.levolpieluva.com

 

Schokoladen-Boutique Venchi
Die beste dunkle Schokolade und bestes Schokoladeneis in unzähligen Gusti z.B. mit Chili. Gefertigt wird nach alten Rezepten, modern interpretiert. So werden Butter und Sahne durch feinste Haselnuss- und Mandelpasten ersetzt, was die Schokolade leichter macht. Die Pralinen sind handgefertigt. Vicolo Calimaruzza, 18 / Piazza del Mercato Nuovo, 6/7, Piazza del Mercato Nuovo, 6 r. www.venchi.it

Venchi, Foto Angelika Frank, Foodhunter

 

Gelateria della Passera
Seitenstraße, kaum Touristen, eine winzige, gemütliche Gelateria. Englisch spricht der Besitzer nicht, aber er bietet handgefertigtes Eis und viele sagen, es sei das beste Gelato von Florenz. Kosten Sie Joghurt mit Ricotta, Pistazie, Vanille, Haselnuss, Schokolade mit Chili, Fragola … Atemberaubende Aromen! Piazza della Passera 15

 

Caffè/Trattoria Cibrèo
Es ist eines der wenigen Caffès, in denen man auch gemütlich sitzen kann! Dazu werden köstliche Croissants angeboten. Spezialität ist „Occhi di bue“, Ochsenauge, ein buttriger Mürbeteigkeks mit Marmelade: Buonissimo! Wer es lieber salzig mag, wählt Crostini mit Patè und Prosciutto (geräuchert mit Heidelbeere). Gleich nebenan die dazugehörige Trattoria und das Ristorante Cibrèo mit einem Ambiente wie im Theater und einer typisch toskanischen Küche, deren Zutaten alle aus der Umgebung von lokalen Herstellern stammen. Via Verrocchio 5 r. www.edizioniteatrodelsalecibreofirenze.it

Foto Angelika Frank, Foodhunter

 

Trattoria 4 Leoni
Einfache, typische Kost: delikate Pastagerichte. In der warmen Jahreszeit kann man herrlich draußen sitzen und das Treiben auf der historischen Piazza beobachten. Via dei Vellutini 1 r, Piazza della Passera

 

Weinhandel La Buca del Vino
Lokale Weine für jeden Tag! Hier wird direkt ab Fass abgefüllt; alle Weine stammen aus der Region und haben einen fairen Preis. Chianti Classico, Brunello di Montalcino, Nobile di Montalcino, Grand Crus. Alles unter dem Motto „cum magno gaudio“.  Via Romana 129 r. www.labucadelvino.it

 

Mercato Alimentare Sant’Ambrogio
Obst und Gemüse aus der Region, dazu frisches Geflügel, Fisch und Käse. Unser Tipp: frische, selbst gemachte Pasta bei ‚Alla botteghina dell’Augusta’. Piazza Ghiberti, Mo-Sa 7-14 Uhr

Markt Florenz, Foto Angelika Frank

 

Mercato di Santo Spirito
Nur ausgewählte Bioprodukte aus der Region; klein, aber sehr fein! Piazza Santo Spirito. Jeden zweiten Sonntag im Monat

Foto Foodhunter, Angelika Frank

 

Restaurant/Feinkost Olio & Convivium
Im historischen Palazzo Capponi zu Hause. Feines Mittagsmenü, festliches Abendessen und Einkauf von Delikatessen unter einem Dach. Der Gast sitzt festlich in der Sala dei Vini, rustikal in der Sala dell’Olioteca oder lebendig in der Sala della Cucina, wo man die Köche beobachten kann. Das Beste, was die typisch toskanische Küche zu bieten hat: ganz exzellent zum Beispiel der Risotto mit Steinpilzen und Pfirsichen in Rotwein. Via Santo Spirito 4. www.conviviumfirenze.it

Olo &Con, Foto Angelika Frank

Restaurant Fuori Porta
Klein, kreativ, Restaurant und Enoteca in einem. Sie können typische Gerichte probieren oder nur eine Weinverkostung genießen. Via Monte alle Croci, 10. www.fuoriporta.it

 

Caffè Rivoire
Das traditionelle Caffè mit der schönsten Lage an der Piazza della Signoria mit Blick auf die Loggia dei Lanzi (Vorbild der Münchner Feldherrenhalle), dem majestätischen Palazzo Vecchio und dem Neptunbrunnen. Gegründet wurde das Café 1872 von dem Chocolatier der Savoier Enrico Rivoire, weshalb die heiße hausgemachte Schokolade ein unbedingtes Muss ist. Toller Tipp zum Aperitivo ab 18 Uhr. Machen Sie es wie die Italiener: alles im Stehen an der Bar! Piazza della Signoria angolo Via Vacchereccia, 4R. www.rivoire.it

Foto Angelika Frank, Foodhunter

 

Trattoria “Lola / il Chicco di Caffè’”
Hierher gehen die Einheimischen zum Mittagessen, vor allem die vielen Kunsthandwerker, die um die Ecke ihre Werkstatt haben). Inhaber Maurizio und Oma Lola zaubern hausgemachte Pasta und an den acht Holztischen wird man mit anderen Gästen bunt zusammengesetzt (keine Touristen). Mittagessen täglich, Abendessen von Mi-Sa. Typisches 3-Gänge-Menü mit Caffè für Euro 10. Via della chiesa/via delle caldaie

 

Gelateria Vivoli
Ein Familienbetrieb seit Generationen und wer vorbeischaut, sollte Cioccolato-Rum, Crema all’Arancio und Zabaione kosten. Via delle Stinche, 7/red (Nähe Piazza Santa Croce) www.vivoli.it

 

Olivenöl Fattoria Massedonica
Wer Lust auf einen kleinen Ausflug außerhalb der Renaissance-Stadt hat (16 km nordwestlich) und besonders gutes Olivenöl braucht, besucht die Fattoria Massedonica, Localita’ Baroncoli, 29, 50041 Calenzano (Firenze)