Kategorie-Archiv: Kroatien/Istrien

Goldenes Kap. Luxushotel. Gourmetküche. Hotel Monte Mulini

Istrien unterliegt kulinarisch noch keiner exakten Kategorisierung weshalb beispielsweise die Konoba Batelina ebenso zu den 10 besten Restaurants des kleinen Landes zählt (205.000 Einwohner) wie das “Wine Vault” vom 5-Sterne-Hotel Hotel Monte Mulini in Rovinj. Doch es muss klar gesagt sein: dazwischen liegen Welten. Chefkoch Tomislav Gretić offeriert eine Küche, die durchaus auch in Paris und San Sebastián bestehen könnte. 

Autor Dirk Vangerow

 

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Während das Hotel schon allein mit seiner gigantischen Überdachung einem durchgestylten Flagship gleicht, befriedigt das Restaurant mit ausladenden, roten Samtsesseln, Sandstein verputzten Wänden und Unmengen an Kerzenlicht die romantische Seite der Urlauber. Selbst 2er-Tische besitzen hier angenehme Ausmaße. Wir hatten einen Platz auf der Terrasse, da innen komplett ausgebucht. Als es ein wenig kühler wurde eilte flugs der Service  mit weichen, warmen Decken herbei und so blickten wir wohlig umhüllt auf den beleuchteten Pool und die Bucht von Rovinj.

Was Tom uns kredenzte war die Krönung unserer Reise. Es beginnt im wahrsten Sinne des Wortes mit einer Granate: roher Kaisergranat mit einer Brunoise von grünen Äpfeln, Shiso, Wasserkresse, Chilifäden. Dazu ein junger Malvazija “Kobala”. Wir sind im Glück. Der nächste Gang ist ein Yellow Fin Tuna, mit Pfeffer ummantelt, 30 Sekunden von jeder Seite gebraten. Sagenhaft. Schließlich ein Seebarsch mit Morcheln, Polentacreme, Spinat und wieder grünen Äpfeln. Großes Kino.

Die Fleischgerichte, Kaninchen und Rinderfilet mit Fois Gras konnten mit den Fischgerichten nicht mithalten, obwohl sie handwerklich sehr gut gemacht waren. Wir hätten ewig mit Fisch weitermachen können. Auch die Weine waren von Daniel durchweg exzellent gewählt: vor allem der Krauthaker Pinot zum Kaninchen oder der Merlot von Belie zum Rind waren eine Überraschung. Ebenso wie der Ottociento Bijeli, eine Cuvée aus Chardonnay, Pinot Grigio und Sauvignon, zum Seebarsch. Der süße Abschluss war ein 2000er Tokaji von Château Dereszla.

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Das Restaurant Wine Vault – am Abend brennen alle Kerzen

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Der Eingang ins Allerheiligste

Istrien, Foto Foodhunter (1)

Ein Thunfisch von exzellenter Qualität.

Mulini, Foto Foodhunter

Das Hotel schmiegt sich ans Goldene Kap. Rundherum nur Waldpark. Ideal für Sport und Erholung

Mulina, Foto Foodhunter

Das Goldene Kap – vor allem am Abend macht es seinem Namen alle Ehre

Monte Mulini
A. Smareglia bb
52210 Rovinj
T +385.52.636000
www.montemulinihotel.com

Rovinj

Wie die Skyline von St. Tropen, nur die Yachten sehen etwas antiker aus.

Gut zu wissen

  • Das Monte Mulini thront auf einem kleinen Hügel, umgeben vom Grün des üppigen Waldparks Goldenes Kap.
  • Direkt vor der Türe beginnt ein großer Waldpark: joggen, Radfahren, Gassi gehen mit dem Hund, in kleinen Felsenbuchten sonnen – hier ist alles möglich und für jeden ein Lieblingsplatz bereit.
  • Der Stadtkern von Rovinj ist in 15 Minuten zu Fuß erreichbar. Sie laufen direkt am Meer entlang.
  • Die kleine Stadt mit rund 14.000 Einwohnern ist einer der schönsten Küstenorte in Istrien.
    Landschaftlich reizvoll sind auch die der Stadt vorgelagerten 22 Inseln wie die Rote Insel, die mit Booten leicht zu erreichen sind und ebenfalls Bade- und Tauchgelegenheiten bieten.
  • Das Hotel erfüllt internationale Ansprüche und wer sich gut mit dem Koch stellt darf vielleicht an den Chefs Table. Doch Vorsicht: wenn’s heiß hergeht, ist die Mini-Küche so dampfend heiß wie eine kleine Sauna.

 

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Konoba Batelina. Papa’s frischer Fisch

Diese Konoba liegt ca. 10 km südlich von Pula und gilt als eines der besten Fischrestaurants Istriens. Dass wir dort spontan einen Platz bekommen, verdanken wir Bruno Trapan. Wenn Istriens bester Winzer anruft, dann geht immer was. So kommen wir in den Genuss eines überdachten Tisches auf der kleinen, herrlich bewachsenen Terrasse. Die Sonne scheint und nun kann es losgehen.

Autor Sabine Ruhland 

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Auf die Speisekarte warten wir vergeblich – die gibt es hier nicht, denn Batelina ist berühmt für den “Catch of the day”, den Fang des Tages. Den holt nicht irgendjemand, sondern Papa Danilo Skoko. Der Service bringt uns die Auswahl an den Tisch: Thunfisch, Seezunge, Doraden, Loup de mer, Rotbarben. Zudem frische Muschel, einen Hai und Jakobsmuscheln.

Batelina, Foto Foodhunter (3)

Am frühen Morgen gefangen. Augen klar, Geruch keiner – frischer geht kaum

Wir beginnen mit einem gemischten Vorspeisenteller (Hai bis Fischleber-Pastete), einem Thunfisch-Tatar, eines der besten, die wir je gegessen haben, einem Thunfisch-Carpaccio. Der Koch ist David Skoko – die Liebe zum Fisch bleibt also in der Familie.

Als kleinen Zwischengang bekommen wir Pasta mit winzigen Jakobsmuscheln. Die Nudeln leider verkocht und ob die Mini-jakobsmuscheln sein müssen, ist sicher die Frage. Dafür kommt im Anschluss ein Teller gemischter Muscheln, dessen Frische keinerlei weitere Ausschmückung verlangt. Selbst die “schwarzen Muscheln mit der bemoosten Schale” schmecken extrem gut, wenngleich die Brühe in der alles schwimmt eher schlammig wirkt.

Auch der gegrillte Fisch zum Hauptgang, bei uns Seezunge und Dorade, erfreut durch absolute Frische und schenkt größte Freude. Großes Drumherum braucht es da nicht mehr. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut und erklärt, warum hier auch so gerne die Einheimischen essen. Unser gesamtes Menü mit Wein und Wasser lag bei 750 Kuna, also rund 100 Euro. – Ein herrlicher Platz, der Ihre Istrien-Reise bereichert und ein eine rechtzeitige Reservierung lohnt.

Konoba Batelina, Banjole, Cimulje 25, T 052.573-767. Mo-Sa ab 17 Uhr. Keine Kreditkarten!

Batelina, Foto Foodhunter (2)

Sie sitzen in einem herrlichen Garten. Aber auch drinnen gibt es eine schöne Stube mit offenem Kamin.

Batelina, Foto Foodhunter (1)

As fresh as possible! Verschiedene Muscheln, frisch aus dem Meer

Batelina, Foto Foodhunter

Wenn die Qualität stimmt, braucht es kein Tamtam

Batelina, Foto Foodhunter

Koch und charmanter Gastgeber: David Skoko

 

 

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Zigante. Alles Trüffel, selbst das Dessert

Die Einfahrt erinnert an „Dallas“: ein riesiges Schild quer über der Einfallstraße nach Livade signalisiert plakativ, dass wir ins Imperium des Trüffelkönigs Zigante einfahren. Das Restaurant liegt im Ortskern, besitzt einen fast zu aufgeräumten Innenhof, adrett, mit fein eingedeckter Loggia, die an warmen Tagen so golden leuchtet wie die riesige Trüffel im Eingangsportal, gegossen in Bronze, deren Fund Zigante vor Jahren Ruhm und Ehre bescherte. 

Autor Sabine Ruhland

Zigante, Foto Foodhunter (4)

Ziegenfrischkäse mit Trüffel

Die japanische Reisegruppe ist im Aufbruch. Istrien in drei Tagen, da geht alles etwas schneller, auch das Mittagessen. Wir hingegen dürfen genießen – und das tun wir. Zu Beginn ein milder Ziegenfrischkäse mit Trüffel, er wandelt auf „Spuren“ von Roter Bete wird von Chilifäden begleitet. Winzige Lavendelblüten als Dekoration. Dazu hausgemachtes Brot, offeriert in einer kleinen Holzkiste. Ein wunderbarer Einstieg, denn dank Chili bekam der Käse einen Schärfekick, dank der Roten Bete einen erdigen Touch und dank des Trüffels Eleganz. Eine sehr gelungene Kombination.

Zigante, Foto Foodhunter

Es folgt mariniertes Boskarin-Rind. Einmal als Carpaccio mit Trüffel satt …

Zigante, Foto Foodhunter (7)

… und einmal mit wilder Rauke und Parmesanspänen. Feine Fleischqualität – jede Variante perfekt bis zum letzten Halm.

Die hausgemachten Tagliatelle mit schwarzer Trüffel – es wird großzügig und von behandschuhter Hand gehobelt – sind auf den Punkt gegart, keinerlei künstliches Trüffelöl kommt zum Einsatz. Stattdessen, wie es sein sollte, Butter als Geschmacksträger. Einziger Wermutstropfen: die Sommertrüffeln sind weniger geschmackvoll und lassen nur zart ihre eigentliche Stärke erahnen. Tipp: den Oktober als kulinarische Trüffel-Offenbarung in Istrien nutzen. Das Dessert: Vanille-Trüffel-Eis mit kleinem Schoko-Kuchen, dazu eine brodelnde „Geheimsoße“, eine verführerische Pasticcera, mit zarten Aromen von Vanille, Eiern, Kräutern. Süß-salzig und so gut, dass wir in Kindertagen wohl den Teller abgeleckt hätten.

Getrunken wurde zum Essen ein Tomas von Motovun, dem kleinen Ort 5 km entfernt. Ideale Ergänzung zu Trüffeln, allein getrunken eher heftig. Alternativ: zu Käse. Dafür war dieses Mal der Sekt von Misal (der bei Marina eher zu schwer für unsere Gaumen war) ein Blanc de Blanc Extra Brut, der uns wunderbar gefiel.

Zigante, Foto Foodhunter (2)

Zigante, Foto Foodhunter (1)

 

Bruno Trapan. Weinrebell aus Istrien

Bruno Trapan ist ein Energiebündel, redet ohne Unterlass, hat seine Augen überall, fährt mal schnell vom einem 50 km entfernten Termin in seinen Weinkeller, um uns kurz zu treffen und dann wieder zurückzufahren. So unkonventionell der junge Winzer, so auch seine Weine. Begehrt, mehrfach ausgezeichnet, hochgelobt und doch polarisierend. Alles, was er tut, ist neu für Istrien.

Autor Dirk Vangerow

 

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Dass er mit Traditionen aufräumt, zeigt bereits sein Weingut, das wie ein Kubus aus der lieblichen Landschaft ragt. Auch im Inneren herrschen Beton, klare Formen und modernes Design. Schimmelreiche Weinkeller und romantische Weinproben bei Kerzenlicht sind nicht sein Ding. Bruno Trapan aus Sišan ist einer der innovativsten Winzer Istriens. Seit 2005 vermarktet er regionaltypische, authentische  Weine und arbeitet von Beginn an nach biodynamischen Grundsätzen. „Der Wein entsteht im Weinberg – der Rest geschieht eigentlich fast von selbst.“

Trapan Wein, Foto Foodhunter

Die Vinothek von Bruno Trapan. Er selbst ein charmantes Energiebündel mit großer Experimentierfreude

Um uns das näherzubringen, führt uns David, Brunos rechte Hand, in den Weinkeller und durchwandert mit uns den Werdegang des Malvazijas. Wir probieren zunächst die unfiltrierten Weine aus dem Edelstahltank. Ein halbes Jahr sind sie alt. Mild und weich am Gaumen der Wein aus Fass 16, markant der aus Fass 18. David schmunzelt. So ist das. Die Trauben entscheiden selbst, welchen Weg sie einschlagen. Es folgt eine Probe aus dem Fass. 1,5 Jahre Lagerung inzwischen. David lässt nach der ersten Probe das Fass rotieren (moderne Schienensysteme machen’s möglich) und wir kosteten erneut. Interessant für uns, wie sich Wein entwickelt. Am Ende kosten wir den fertigen Malvazija (Ponente) aus der Flasche und erleben die Harmonie der einzelnen Entwicklungsstufen. Die Steigerung und Ausdruck der Experimentierfreude: der Uroboros, ein Malvazija, der im Fass aus Akazienholz reift.

Trapan, Foto Foodhunter

Stahltank, Fass, Flasche. David “weist uns den Weg” der Trapan-Weine

Mittlerweile stehen 6 Hektar an Weingärten unter Produktion, wobei der Malvazija den größten Anteil hat. Erst kürzlich begann Bruno Trapan auch mit der zweiten für Istrien so typischen Sorte, dem roten Teran. Bei ihm Terra Mare, benannt nach Töchterchen Mare. Wir kosten. Ein guter Versuch, wenngleich der Wein noch seine Zeit braucht.

Shuluq 2007 hingegen hat als reiner Sarah seine Trink- und Genussreife erreicht und ist eine Bereicherung zum Boškarin-Rind, sei es als Tatar oder als Entrecôte.

Neu im Portfolio ist der Rubi Rosé, der bereits die Sommerterrassen der gesamten Küste erobert hat. Unsere Begeisterung galt allerdings mehr dem neuen Sekt, Ché Non Ché. Wunderbar fruchtig. Allerdings mit 15 Euro pro Flasche teuer. Bruno Trapan lächelt solche Kritik beiseite. Inzwischen ist er das „enfant terrible“ der istrischen Winzer, was ihn weit über die Grenzen populär und damit seine Weine anziehend macht. Der Verkauf läuft gut, inzwischen gibt es Trapan Weine auch in Deutschland.

Eine Überraschung für uns war auch der Süßwein, Dark Rose. Ein Dessertwein der anderen Art, mit einer herben Seite, die an einen trockenen Sherry erinnert und der Süße schwerer Trauben eines Ports. Selbst wer Süßweine in der Regel nicht schätzt, wird von diesem sicherlich begeistert sein. Istriens Weine sind im Kommen und Bruno Trapan läuft voran. www.trapan.hr

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König der Ziegen und des Käses: Aleš Winkler, Istrien

Aleš Winkler und Freund Igor (v. li.) betreiben die erste Biokäserei in Istrien. Versteckt zwischen Labin und Pula im Hinterland (am besten man gibt die GPS-Daten ein, um hinzufinden – 44°57’43″N, 14°00’02″O) liegt die Farm “Stancija Kumparička”, auf der sich rund 200 Ziegen 120 ha teilen. Sie leben das ganze Jahr im Freien, fressen wilde Kräuter und Gräser der Saison, was jedem Käse einen einmaligen Geschmack verleiht. “Ein Tierarzt war schon über ein Jahr nicht mehr bei uns”, lächelt Aleš, dessen Augen so blau sind, dass eigentlich Hollywood anklopfen müsste, um den Wildschopf zu engagieren.

Autor Sabine Ruhland

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Anwalt war er früher, dann reifte der Plan 10 Jahre in seinem Kopf und vor drei Jahren endlich setzte er ihn die Tat um. “Istrien hat enormes Potenzial, aber bis jetzt machen wir nichts draus. Es gibt fast keine frische Kuhmilch, kaum Ziegen – dabei ist die Ziege das Symbol unserer Region – kaum Landwirtschaft, dabei ist das Land groß und völlig unbelastet von Industrie und Pestiziden.”

Für seine Ziegen reicher Nährboden, Dutzende verschiedener Kräuter decken ihren Tisch, darunter wilder Thymian, Rosmarin, Salbei, Schafgarbe, Geißbart auch Wildspargel genannt, Giersch, wilder Fenchel, Estragon und Feld-Kerbel. Gräser sprießen das ganze Jahr, verleihen dem Grundprodukt so viel Gehalt und unterschiedliche Nuancen, dass Aleš seinen Käsen nichts weiter zugibt. “Es ist einfach aus einem eher langweiligen Käse was zu machen, wenn man Kräuter, Pfeffer oder sonst was dazutut. Ich will meinen Käse naturbelassen.”
Einzige Ausnahme ist der Safran von Alessandro, der vor einem Jahr angefangen hat, eine Krokus-Plantage in Istrien aufzubauen. Der Safran-Frischkäse von Aleš Winkler schmeckt zart und unaufdringlich nach dem Luxusgewürz. Alles andere, was er uns als Kostprobe offeriert, lässt uns dann richtig in die Knie gehen.

Ziegenkäse, Foto Foodhunter

Vergessen Sie alles, was Sie je über Ziegenkäse gehört haben, jeden Geschmack, den Sie gekostet haben – dieser Käse schlägt alles um Längen!

Draußen tobt ein Gewitter, also verkosten wir drinnen. Am riesigen Holztisch, gefertigt aus zwei schweren Planken und in der Mitte zusammengehalten von stählernen Platten, eine Eigenkonstruktion von Aleš und seinem Partner Igor, der sich als Hobbyschmied im Winter die Zeit vertreibt und geniale Messer fertigt.

Die Käse haben verschiedene Reifegrade und jedes Stadium schenkt eine andere geschmackliche Finesse. Mild und würzig schmecken sie, der ganze unbeschreibliche Duft dieser satten Landschaft eingefangen in die kleine Laibe. Dazu ein Wein vom Nachbarn, es ist 12 Uhr, da geht ein leichter Roter. Draußen tobt Verlagshund Snoopy mit den Eseln und den anderen Hunden des Hofes. Die Ziegen sind irgendwo versteckt, man hört ihr Gemecker, aber zu sehen ist angesichts der Weite der Felder nur ein bisschen “Jungtier”.

Langsam optimiert Aleš seinen Verkauf, arbeitet mit den besten Restaurants Istriens zusammen – ebenso wie mit Heston Blumenthal in London. In Deutschland gibt es diesen Käse noch nicht, doch Aleš hat große Pläne. Mehr Land will er pachten, auf 50 Jahre hat man ihm einen kilometerlangen Landstrich am Meer angeboten, dort schmecken die Gräser nach Salz und Meeresbrisen. Kaum auszudenken, welche Käsewonnen er uns dann noch bescheren wird.

www.kumparicka.com

Ziegenkäse, Foto Foodhunter (1)

Der Gentleman-Bock. Wie sein stürmischer Kollege ist auch er unter einem Baum angebunden, von denen es viele gibt auf dem Hof, also jeden Tag neues Futter. Ansonsten würden die Herren für Verwirrung unter den Damen sorgen.

Ziegenkäse, Foto Foodhunter (4)

Der wildere der beiden Böcke. Er reckt sich gerne nach dem Blattgrün. Verlagshund Snoopy ist das nicht geheuer, sie bleibt lieber hinterm Baum.

Ziegenkäse, Foto Foodhunter (6)

Allenfalls Babyziegen lassen sich blicken. Die anderen sind zu hören, aber auf dem großen Areal nicht zu sehen.

Ziegenkäse, Foto Foodhunter (5)

Vorne: Frischkäse mit Safran – mehr kommt Ales nicht in seinen Käse. Wenn der Käse von Natur aus gut ist, dann braucht er keine Kräuter- oder Gewürzzugaben.

Ziegenkäse, Foto Foodhunter (3)

Die Messer von Igor – handgeschmiedet, wecken sie auch bei Foodhunter Begehrlichkeit. Und so wurde eines in Auftrag gegeben

 

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Reiche Ölquelle: Olivenöl aus Istrien. Belić

Marcus Gavius Apicius, römischer Feinschmecker, Foodhunter und Autor des ältesten noch erhaltenen Kochbuchs De re coquinaria (Über die Kochkunst) erwähnte bereits im 1. Jh. nach Christus das Öl aus Istrien – es galt als das „Maß der Vollkommenheit und höchsten Güte“. 

Von Rudolf Danner

Nahe des Fischerstädtchens Fažana, an der istrischen Westküste zwischen Pula und Rovinji, fühlt sich die Familie Belić der jahrtausendealten Tradition der Olivenölproduktion verpflichtet. Nach bescheidenen Anfängen mit dem Kauf von 24 jungen Olivenbäumen vor 10 Jahren ist die Ölproduktion inzwischen zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Lebens geworden. Heute stehen 7.000 Olivenbäume mit silbrig glänzenden Blättern, ölreichen Steinfrüchten, die je nach Reifegrad und Sorte verschiedene Farbschattierungen annehmen, mit weitverzweigtem Astwerk und knorrigen Stämmen, deren Wurzeln in der „roten Erde“ (terra rossa) bis zu 6 m tief nach dem kostbaren Nass suchen, in den Hainen.

Bosilijka Belić überwacht, sorgsam auf ökologische Bewirtschaftung achtend, die anfallenden Arbeiten, während sich ihr Mann Duilio Belič, Bankdirektor in Zagreb, um die Vermarktung kümmert. Stolz ist er auf den 2009 verliehenen red dot-Design-Award für das künstlerisch gestaltete Flaschenetikett. Jedes ein Unikat. Elf verschiedene Sorten Olivenöle, vier davon autochthon (Buza, Istarska Bjelica, Rosulja und Vodnjanska Crnica) und sieben Sorten, die ursprünglich aus Italien stammen (Leccino, Pendolino, Itrana, Cypressino, Casaliva, Ascolana Tenera und Frantoio) werden zu unterschiedlichen Zeiten per Hand halbreif geerntet und innerhalb von 24 Stunden sortenrein in der nahen Ölmühle in flüssiges Gold verwandelt. „Gift of oil ist unsere Philosophie“, betont Duilio Belić. Seit Jahren zählen seine Öle zu den besten der Welt, mehrfach prämiert und fest in der gehobenen Gastronomie etabliert. Das Lieblingsöl seiner Frau Bosilijka aus der alten istrischen Sorte Buza, wurde für 2012 aus über 1.000 internationalen Bewerbungen von ‚Flos Olei’ unter die besten 20 gewählt.

Buzaöl zum Rinderbraten

Besonderen Wert legen die Belićs auf die Zuordnung bestimmter Öle zu speziellen Speisen, komplette vielgängige Degustationsmenüs kreieren Kroatiens Haubenköche mit den sortenreinen Fruchtsäften. In seinem Lieblingslokal „Vodnjanka“ in Pula, einem familiengeführten Restaurant mit Wohnzimmeratmosphäre, bevorzugt Duilio Belič zur Manestra sein preisgekröntes Buzaöl  mit dem Aroma von Kräutern, Artischocken und Äpfeln, zum Boskarin-Rinderbraten das Selekcija Belić, sein einziges Blend-Öl – eine ideale Kombination der Sorten Leccino, Istarska Belica, Buza und Pendolino – mit dem Geschmack nach Kräutern, Vanille und Zichorie und mäßiger Bitterkeit und Würze, während einige Tropfen Leccino, dunkelgrün und auffallend fruchtig frisch das Ricotta-Dessert im Blätterteigmantel begleiten.

Auch im Valsabbion in Pula, dem stylischen 3-Haubenrestaurant von Sonja Perić ­– seit 2003 jedes Jahr zum besten Restaurant von Kroatien gekürt – findet das Belicöl seine besondere Bestimmung: Eine Trilogie von Olivenöl eröffnet ein spektakuläres innovatives Menü, die geflammten Boskarintatartürme stehen in grünem Öl und verschiedene Dessertvariationen erfahren durch das flüssige Gold erst ihr Vollendung. „OLEABB“ steht für Bosilijka Belić, für sensiblen, umweltbewussten Umgang mit diesem“ gift of oil“, einem Geschenk der Natur an die Familie Belić und an jeden Gourmet.

Bosiljka Belić
Creska 34, Rabac
Belic, Foto Foodhunter

 

GUT ZU WISSEN

Foodhunter dürfte rund 20 Olivenöle (Olivenöl extra nativ)  im Dauergebrauch haben, denn jedes schmeckt anders und passt zu anderen Gerichten. Dazu kommt, dass es  durch seinen Cholesterin-Aufbau das gesündeste aller Fette ist. Dreierlei Geschmacksrichtungen sollte allerdings jeder Hobbykoch parat haben: süßlich-mild, kräftig-grasig, intensiv-fruchtig.

  • Intensiv fruchtiges Olivenöl eignet sich für Fischgerichte und Krustentiere
  • Kräftiges, fast etwas “beißendes” Olivenöl mit markantem Bitterton eignet sich für gegrilltes Fleisch, für Geflügel, Kaninchen oder Eintopf
  • Mildes und eher süßlich schmeckendes Olivenöl passt perfekt zu Ziegenkäse, zu Salaten und für Desserts. 

 

Olivenöl-Top-Ten

  • Bosilijka & Duilio Belić, www.oleabb.hr
  • Irene & Klaudio Ipša, www.ipsa-maslinovaulja.hr
  • Franco Basiaco, Buje, A. Manzoni 15 (keine Website)
  • Sendi Chiavalon, Vodnjan, www.chiavalon.hr
  • Livio & Lorenzo Belci, Vodnjan, Minska 7 (keine Website)
  • OPG Balija, Fazana, Galizanska 8 (keine Website)
  • Emanuel Grubic, Bale, Domenico Cerneka 17 (keine Website)
  • Miroslav Pilso, Bale, www.meneghetti.hr
  • Agrolaguna – Ol Istria, www.agrolaguna.hr 

Gourmetfreuden in Istrien. Die besten Restaurants

“Wir treffen uns mit Denis Ivoševic, Chef von Istra Tourismus, in Novigrad”, sagt Duilio Belić, einer der besten Olivenölhersteller Istriens – nur ein Hobby, wie er betont. Bei Marina. Marina liegt genau gegenüber der Marina (Yachthafen), was bei uns für Verwirrung sorgte, noch dazu, da Marina (das Restaurant) im ersten Stock eines eher abweisend wirkenden Hauses liegt. Umso größer die Überraschung, denn das Restaurant besitzt gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre. Teppiche, Tische blütenweiß und liebevoll eingedeckt und eine nette Aussicht auf den Yachthafen. 

Autor Sabine Ruhland 

Marina ist Chefin und Köchin, eine junge, charmante Frau, die sich sogleich in die Küche zurückzog. Ihr Mann übernahm charmant den Service. Zum Einstieg ein Sekt aus Istrien. Zu je einem Drittel aus Malvasia Traube, Pinot Noir und Chardonnay. So gülden schwer die Farbe, so auch der Geschmack. Umso mehr erstrahlten unsere Augen, als wieder der Malvasia von Koslovic gereicht wurde – ein neuer Liebling auf unserer Weinliste.

Marina, Foto Foodhunter

Auch die Küche ließ unserer Augen erstrahlen und die Gaumen tanzen: der Einstieg ein marinierter roher Seebarsch auf schwarzem Reis mit Rotkohl war schlichtweg genial. Gewürzt mit Salz und Lavendel. Es folgte ein perfekte Jakobsmuschel unter buntem Kartoffelstroh aus Süßkartoffel und lila Trüffelkartoffel. Sehr gut. Als dritter Gang ein Oktopus-Carpaccio, geräuchert, mit schwarzem Salz und Buza Olivenöl von Belic.

Marina, Foto Foodhunter (3)

Marina, Foto Foodhunter (4)

Marina, Foto Foodhunter (5)

Das Filet vom Seebarsch in der Lauchsuppe, die uns zu deftig war angesichts der vorher aufgetischten Raffinessen, ging leider in der Suppe im wahrsten Sinne des Wortes unter. Es folgte zarter Sepia unter süßlichen Crumbles,  eine durchaus mutige Kombinaton, wenngleich der Kampf der beide Geschmäcker zugunsten der Crumbles ausfiel. Getrunken haben wir dazu einen Poletti (Weingut Peter Poletti, Markovac 14, 52463 Višnjan, www.vina-poletti.hr), wieder ein Tropfen der zeigte, auf welch gutem Weg sich die istrischen Weine befinden.

Marina, Foto Foodhunter (1)

Die Krönung der kreativen Küche: das Dessert. Zitroneneis, ummantelt von weißer Schokolade und begleitet von Chili-Flocken, Fleur de Sel und Olivenöl. Das Ganze zu essen wie Eis am Stil. Eine Granate – allein für dieses Dessert lohnt sich jede Anfahrt.

Marina, Foto Foodhunter (7)

Die unterhaltsame Krönung des Abends war aber auch neben Duilio Belić, der begeistert von seinem Japanbesuch und dem überwältigendem Erfolg seiner Olivenöle dort erzählte, der Tourismuschef Denis Ivoševic, der sich wie kaum ein Zweiter auf dem internationalen Parkett der Feinschmecker auskennt und mit großer Kenntnis und Kompetenz, die Küche seines Landes in all ihren Facetten bekannt macht. Auch die Challenge “Tartufo d’Oro”, bei der die besten Köche der Welt ein Dessert mit Trüffel kreieren, ist seine Idee. Ein wahrlich großartiger Botschafter von Istrien.
Marina, Sv. Antona 28, 52466 Novigrad, Tel. +385.989690492

Marina, Foto Foodhunter (2)

 

Hier die Top-Ten Restaurants von Istrien

 

 

Kastel Pineta und die besten Konobas von Istrien

Kastel Pineta liegt 15 Kilometer von Rabac entfernt, ist allerdings nicht leicht zu finden. Agrotourismus. Nachdem wir uns trotz Navi verfahren hatten, entschloss sich Mauro Blascovicz, den wir zufällig nach dem Weg fragten, sein Auto aus der Garage zu holen und uns zu leiten. Es ging über versteckte Waldstraßen in das kleine Dorf Sveti Martin. Dann taucht es auf, das Landhaus, das noch ein wenig von der Aura seiner einstigen Besitzer ausstrahlt, der Adelsfamilie Lazzarini. 

Autor Sabine Ruhland

 

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2003 wurde das verfallene Gut von der Familie  Radićanin übernommen, liebevoll und sehr authentisch restauriert. Inzwischen hat es sich zu einem Zugpferd etabliert, was nicht immer vorteilhaft ist. Ganze Busladungen an Touristen werden herbeigeschafft, um dann die hausgemachten Produkte zu kaufen oder im überdachten Innenhof zu speisen.

Kastel Pineta, Foto Foodhunter (4)

Ehemals die Residenz des Adels, heute Agrotourismus. Die Apartments sind im ersten Stock, auf den Holzterrassen wird demnächst eingedeckt für die Gäste.

Sohn Florian kocht, und das angeblich gut. Bei unserem Besuch war er leider nicht da, es ist 14 Uhr und das Restaurant öffnet erst um 17 Uhr. Man nahm sich aber trotzdem Zeit für uns und  so besichtigen wir mit Vater Radićanin den Weinkeller. Der selbst gemachte Wein, wir kosten einen Roten von 2009 und einen Malvasia, stieß bei uns allerdings auf wenig Begeisterung. Zu viele sehr gute Weine aus Istrien hatten wir bereits kosten dürfen.

Zum Landgut gehören Apartments – schöne Dielenböden, alles ordentlich, sauber und mit dem Nötigen ausgestattet. Dass wir im Treppenhaus einem kleinen Skorpion begegnen, mag sicher Zufall sein. Der Clou des Anwesens: das  in den Hügel eingebaute Hallenbad von beachtlicher Größe, 7,40 x 16 Meter. An dieser Stelle nicht erwartet und der Ausblick von der Sonnenterrasse aus wäre ein Traum, stünde nicht eine rund 1 Meter hohe Betonmauer davor. Wer liegt, der sieht nichts. Schade. Vielleicht ändert sich demnächst einiges, denn ein Arzt baut nebenan gerade ein Wellness-Center.

Mama Radićanin rührt derweil den Ziegenkäse. Da möchte Foodhunter gerne einkaufen. Kredenzt wird uns ein gummiähnlicher Käse (da jung – “braucht noch drei Monate”, sagt die Hausherrin). Er schmeckt nach nichts und soll 45 Euro das Kilo kosten. Da lehnen wir dann lieber ab.

Dennoch haben wir eingekauft, weil rund um eingelegte gelbe Heidelbeeren, Feigen-Chutney, Ajvar (pikantes Paprika-Mus), Traubensaft und Apfelsaft. Alles wächst rund um das riesige Gut. Wie es auch einen Pferde- und Hühnerstall gibt und Ziegen. Kleiner Trost oder wie auch immer: das Pferdekotelett auf der Karte stammt nicht von den eigenen Tieren. www.kastelpineta.com

Kastel Pineta

Eigene Weinkellerei – allerdings waren die Kostproben nicht unser Geschmack.

Kastel Pineta, Foto Foodhunter (1)

Hausgemachter Ziegenkäse. Lange muss Mama Radićanin rühren bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Kastel Pineta, Foto Foodhunter (5)

Mauro (li.) war Foodhunters spontaner Guide

 

Die besten Konobas (authentische istrische Landhausküche)
Von Einheimischen empfohlen

Was dem Italiener die Osteria ist dem Kroaten die Konoba. Rustikales Wirtshaus auf dem Lande mit allen Produkten, die gerade Saison haben und traditioneller Küche.

  • Konoba Toklarja, Buzet, Polje 11
  • Konoba Puli Pineta, Zminj
  • Konoba Stari Podrum, Momjam, Most 52
  • Konoba alla Beccaccia, Velbandon, Pineta 25
  • Konoba Astarea, Brtonigla, Ronkova 9
  • Konoba Buscina, www.konoba-buscina.hr
  • Konoba Morgan, Brtonigla, www.konoba-morgan.eu

 

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Ein Traumhotel in Istrien und Foodhunters schnelle Urlaubsküche

Rabac liegt in einer begnadeten Bucht und das begnadete Hotel dazu heißt Adoral. Foodhunter-Empfehlung: A2, eine Maisonette-Suite mit genau jener Terrasse, die dazu verleitet nicht dauernd essen zu gehen, sondern selber zu kochen. – Ein Kinderspiel angesichts der Fischer, die täglich gegen halb acht Uhr morgens den kleinen Hafen anlanden oder der Markthalle in Labin, die zwar weder groß noch spektakulär ist, aber alles für den Hausgebrauch bietet. 

Autor Sabine Ruhland

Während das mittelalterliche Städtchen Labin von deutschen Touristenbussen geradezu überschwemmt wird, sind wir in der unscheinbaren Markthalle die einzigen Touristen. Sie liegt auch nicht im Zentrum des mittelalterlichen Ortes, sondern rund 2 km entfernt. Kurz vor 11 Uhr ist Vieles schon ausverkauft, sind viele Stände schon geschlossen – um 8-9 Uhr kommen, heißt es – doch wir finden noch frische Calamari und  zwei mittelgroße Loup de Mer, die uns von der Verkäuferin entschuppt und ausgenommen werden (überraschend viele Einheimische sprechen hier deutsch!) Dazu frischen Spinat, Knoblauch, Tomaten, Paprika, Salat, ein paar Kräuter – alles in allem 20 Euro.

Markt Labin,  Foto Foodhunter

Markt Labin,  Foto Foodhunter (2)

Hier das Rezept
Calamari à l’Adoral

für 2 Personen, ca. 600 g Calamari

Zubereitung:

Das Innere der Calamari unter fließendem Wasser herausziehen (an den Tentakeln anziehen, dabei kommen Kopf und Augen mit), dann das durchsichtige Knochenstäbchen herausziehen (fühlt man), alles durchspülen und die rötliche dünne Haut entfernen.

Die Tentakeln kurz hinter dem Auge abschneiden, die Tentakeln kommen zum Schluss in die Pfanne.

Olivenöl in der Pfanne erhitzen, Salz, Pfeffer, ein paar Spitzer Zitrone dazu, die Calamari-Tuben dazu, ca. 5 min von jeder Seite anbraten. Tentakeln und klein geschnittenen frischen Knoblauch dazu. Petersilie klein hacken, kleine Zitronenfilets – beides dazu. 1 TL Butter, nochmals Olivenöl, bei Bedarf nachwürzen oder ein Schuss Zitrone. Schwenken, kurz heiß werden lassen, fertig. Die Calamri raus, warm stellen, einige Scheiben Baguette in der Pfanne anrösten. Beides servieren. Dazu Salat nach Wunsch oder frischen Spinat. Genial.

Calamari, Foto Foodhunter

Foodhunters-Hotel-Empfehlung:

Adoral, 52221 Rabac, Istrien, www.adoral.hr

Adoral, Foto Foodhunter

Foto Foodhunter

 

 

A perfect place: Hotel-Restaurant Draga di Lovrana

“Wie die südfranzösische Riviera!” Wir sind sprachlos, wie schön uns die Opatja-Riviera empfängt und machen uns entlang der Küstenstraße auf den Weg Richtung Lovran. Kurz vor Lovran biegen wir rechts ab – ca. 7 km geht es die Serpentinenstraße nach Lovranska Draga. Der Abstecher wird reich belohnt, denn das Hotel Drama di Lovrana überzeugt mit Lage, Essen, Service. Der Einstieg unserer kulinarischen Kroatien-Tour könnte kaum besser starten.

 Autor Sabine Ruhland

Man spricht deutsch, ein bisschen, wie sie sagen, aber ein bisschen sehr gut, wie wir finden. Savo und Zladko sind der charmante Service, am Herd Hari, ein Italiener. Wir sind die einzigen Gäste an diesem Nachmittag (das Haus hat durchgehend geöffnet,was es uns ermöglicht Lunch und Dinner zugleich zu uns zu nehmen), werden aber mit völliger Freundlichkeit umsorgt. Die Terrasse ist noch nicht voll eingedeckt, die Saison beginnt erst, aber wir haben den Himmel auf Erden. Typische Spezialitäten der Region wollen wir kosten – in Speisen und Wein. Et voilà, das Haus fährt auf.

Drago, Foto Foodhunter

Schon der Auftakt, der Gruß aus der Küche, der in wunderbares Olivenöl eingelegte Tintenfisch, knackig und frisch, ist ein Hammer. Dazu ein Wein der Region, leicht, Kozlovic aus der Malvasia-Traube. Perfekt.

Es folgt ein Thunfisch-Carpaccio, das, will man meckern, einen Hauch dünner hätte aufgeschnitten werden können, allerdings lässt die Qualität keine Wünsche offen. Kühl und glatt, ein perfektes Gaumenspiel. “Aus unserem Meer”, sagt Savo stolz. Wir sind überrascht, dass es vor Istrien Thunfische gibt, aber auch wir lernen nie aus. Sensationell, denn der zarte Fisch wurde mit einem Wasabi-Soja-Dressing serviert. Es folgen Crevetten auf Schafskäse und knusprigem Baguette-Chip, begleitet von Vongole und ihrem Sud. Sehr fein, ein ideales Essen für sonnige Terrassen!

Drago, Foto Foodhunter

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Es kommen Jakobsmuscheln auf Polenta, die allerdings etwas zäh war, die Jakobsmuschel perfekt und gekrönt von Trüffel. Als Hauptgang ein gegrillter Drachenkopf – frisch aus dem Meer vor der Haustüre. da braucht es nicht mehr als gutes Olivenöl (Empfehlung des Hauses “Mate”, sehr “grün” und charaktervoll). Der Wein wieder aus der Malvasia-Traube, dieses Mal fruchtiger und sensationell zum Fisch, ein “Bienvenuti”. Ob sich das noch toppen lässt – kaum, denken wir und bekommen einen hausgemachten “out of this world” Käse- und Apfelkuchen, den wir schlichtweg ratzfatz aufgegessen haben.

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Hotel Draga di Lovrana, Lovranska Draga 1, 51415 Lovran. www.dragadilovrana.hr

Gut zu wissen:

Die Opatija-Riviera liegt geografisch an der Ostküste Istriens, wird aber allgemein zur Kvarner Region gezählt. Der Küstenabschnitt reicht von Brsec im Süden bis Volosko, ein ehemaliges Fischerdorf, das heute mit Opatija zusammen gewachsen ist.

Opatija strahlt mit seinen prachtvollen Jugendstil- Villen, großzügigen Parkanlagen und altehrwürdigen Hotels immer noch den Charme der Vergangenheit aus.

Eine schöne Uferstraße führt von Opatija bis zum Hafen in Lovran. Sie werden Buchten sehen, deren Wasser von türkis bis smaragdgrün leuchtet. Selbst der Cote d’Azur ist eine solche Farbenpracht fremd.