Kategorie-Archiv: Türkei

Istanbul Hot-Spot: Club 29

Das Ehepaar Fadıllıoğl ist eines der glamourösesten Paare Istanbuls. Wir treffen sie in ihrem Club  „29“. Blick über die Stadt, prunkvolles Design. Restaurant, Bar, Treffpunkt der VIPs. Wandelbar. Oft am Mittag anders eingerichtet als am Abend. Irgendwie atemberaubend. Wie die beiden selbst. Metin ist Vollblut-Gastronom, Ehefrau Zeynep Designerin und Innenarchitektin.

Autor Dirk Vangerow, Fotos Sabine Ruhland

Essen ist ein wichtiger Teil der Kommunikation“, sagt Metin. Weshalb die Küche der Fadıllıoğls immer klare Richtlinien verfolgt: die richtigen Produkte zur richtigen Zeit und – der Koch muss ein Türke sein. Im Club 29 ist es Mert Seran., der einerseits  türkische Klassiker kocht (unverändert Bestandteil der Karte), aber auch ‚europäisierte Küche’. Die Vorspeise Thunfisch-Tartar auf Avocado, darüber Fischflakes, das Ganze serviert in einem Ei. Parallel Cevice. Wir hätten drei dieser Teller vertilgen können!

Damit die Türken langsam in Sachen Wein aufholen , hat Metin Fadıllıoğl einen französischen Sommelier dazu geholt. Stephane Vattepain spricht englisch und türkisch so fließend wie seine Muttersprache und vermittelt Weinkompetenz mit außerordentlich viel Charme. Seine Weinzusammenstellung für den Club 29 war dem Wine Spectator den „Award of Excellence 2011“ wert.  Zur Vorspeise reicht er uns einen „Narince 900“, ein Weingut, das er schätzt, weshalb er zur Jakobsmuschel mit Gänseleber auf Morcheln und Spinat einen „Prestige Narince 2010“ kredenzt. Das Hauptgericht so gut wie seine „Vorgänger“: Lammkotelett mit Minze-Kräuterkruste auf Kartoffelpüree. Eine makellose Performance, die uns motiviert, irgendwann an einem warmen Tag im Sommer oder Herbst erneut zu kommen. Dann am Abend und mit all dem damit verbundenen Glamour, für den Location, Inhaber und Küche berühmt sind. www.group-29.com

Istanbul, Foto foodhunter

 

 

Istanbul. Designhotels und Tipps einer Insiderin

Istanbul ist eine „angesagte Location“. Also machten wir uns auf, diese Stadt zumindest zu berühren, denn was sich im Grenzgebiet Asien und Europa, zwischen Tradition und westlichen Verlockungen abspielt, ist an Vielfalt kaum zu übertreffen. Eines steht fest: Istanbul ist keine Stadt für einen kurzen Wochenend-Trip. Hier einige Adressen und Hotels, die Sie nicht übersehen sollten.

Autor Sabine Ruhland

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Four Seasons Hotel Istanbul at the Bosphorus

Ein Palast aus dem 19. Jahrhundert direkt am Bosporus. Es gibt Gäste, die das Glück hatten, abends bei einem Glas Champagner auf der Terrasse einen Schwarm Delfine vorbeiziehen zu sehen. „Ein magischer Moment.“ Doch auch sonst ist dieses Hotel eine Oase in der Mega-City Istanbul. Sehr elegant, mit einer gigantischen Terrasse. Die Küche ist eine perfekte Mischung aus türkischer und italienischer Küche. Mag sein, dass dies am sympathischen Hoteldirektor Leonardo Baiocchi liegt, Italiener durch und durch.  www.1.fourseasons.com/de/bosphorus

Four seasons Bosporus

 

Four Seasons Sultanahmet

Einst war es ein Gefängnis, vergitterte Fenster im Erdgeschoss lassen noch einen Hauch davon erahnen. Ansonsten ist dieses Haus einfach nur wunderbar und kein Gast wird sich dem Charme entziehen können, der mit dem Entree beginnt und eigentlich nicht endet. Fein abgestimmt die Einrichtung, Spitzbögen und weite Räume, Innenhof, Terrassen und ein Wintergarten, den bei unserem Februar-Besuch ein Kaminfeuer erhellte. Die Zimmer bieten alle Annehmlichkeiten, Holzjalousien und Mosaikfliesen in den Bädern sorgen für orientalisches Flair. www.1.fourseasons.com/de/istanbul/

Four Seasons, Foto Foodhunter8

 

The Sofa Designhotel

Nisantasi ist das „Soho“ Istanbuls. Quirlig, kosmopolitisch, trendy. Ein Viertel, das uns sofort gefällt. Ob alteingesessene Restaurants oder moderne Bars, kleine Kramerläden oder Luxuslabels – hier ist alles vertreten. Mittendrin, extrem exponierte Lage, das Sofa Hotel. Wie alle Designhotels behält sich auch das Sofa eine unterkühlte Atmosphäre vor. Die Rezeption liegt im ersten Stock – nur über einen Fahrstuhl erreichbar, der junge Concierge bleibt bei der Ankunft der Gäste entspannt sitzen, die Zimmer so modern, dass wir uns über die speziellen Seifen richtig freuen. „The Hippest Hotel in the Hippest District“, sagt es über sich selbst. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Lage allerdings ist schlichtweg genial. www.thesofahotel.com

The sofa, Foto Foodhunter

 

W Hotel

Nicht weit vom Bosporus entfernt, liegt das W Istanbul, mitten im Zentrum der restaurierten Akaretler-Reihenhäuser, umgeben von Design- und Kunstgalerien sowie noblen Boutiquen. Die Gegend ist elegant, schick, ein Fischmarkt (dessen Beton-Architektur uns allerdings gruselte)  ist ebenso zu Fuß erreichbar wie kleine Gassen mit authentischen Teehäusern. Das Entree des Hotels lässt erblinden, vor allem wenn draußen die Sonnen scheint. Es ist stockfinster, viel Lila, Schwarz, gedämpftes Licht. Erinnert uns an das Royalton Hotel in New York. Hier trifft sich der junge Jetset, Design. Kunst, Geld. Sehr schick. A place to be, wie es so schön heißt. Weshalb auch die Zimmer die entsprechenden Namen tragen: Fabulous, Wonderful, Mega oder Spectacular. www.wistanbul.com.tr

W Hotel Istanbul

 

Sumahan on the Water

Ein einzigartiges Haus, keine Frage, Hier haben Architekten mit gekonnter Hand Historie in ein modernes Schmuckstück verwandelt. Es liegt auf der asiatischen Seite, im Viertel Çengelköy direkt am Bosporus mit spektakulärem Blick. Authentisch die Nachbarschaft: viele Fischerhäuser, die derzeit renoviert werden und authentische Lokale. www.sumahan.com

Bildschirmfoto 2013-02-20 um 10.27.09

 

 

The House Hotel Nisantasi 

Im In-Viertel von Istanbul, ein Boarding-House mit sehr elegantem Flair. www.thehousehotel.com

House Hotel

 

Lush Hotel

Es gehört zu den „trendiesten“ Hotels der Türkei, die Zimmer gefallen durch modern turkish style und der Rest ist ein kunterbunter Innenhof! Very nice! www.lushhotel.com

Lush Hotel

Ottoman Imperial Boutiquehotel

In der Altstadt Istanbuls, direkt neben der Hagia Sophia und in unmittelbarer Nähe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie dem großen Bazar, der Blauen Moschee und dem Topkapi-Palast. Wenig Zimmer und für viele der Inbegriff an Luxus und Exklusivität. Für höchst gediegene Aufenthalte. www.ottomanhotelimperial.com

Ottoman Imperial Istanbul

 

Cemre ist Food-Redakteurin der VOGUE Istanbul. Seit drei Jahren ist das Magazin in der Boom-Town etabliert. Wir lernten die hübsche wie sympathische Kosmopolitin bei einem Event in Istanbul kennen und uns hat sie ihre persönlichen Lieblingsadressen verraten:

Foto Foodhunter

  • Munferit (Restaurant/Bar in Galata) – to see and be seen, exciting food, great cocktails
  • Lokanta Maya (in Karakoy) – especially nice if you go with a couple of friends to talk and enjoy great food
  • Molka (in Yenikoy) – up the Bosphorous, nice stop for a morning coffee and breakfast
  • Delicatessen (in Nisantası) – upbeat, NY-style restaurant with good food and atmosphere
  • Kantin (in Nisantası) – open only at lunch but very good contemporary local food
  • Datlı Maya (in Cihangir ) – brick oven goods
  • Zubeyir (Beyoglu) – great kebab

Unbedingt auf der to-do-Liste sollte noch stehen

Topkapi Palast und Blaue Moschee

Das älteste Viertel der Stadt: Sultanahmet. Die Blaue Moschee Sultan-Ahmed als Mittelpunkt, Kopfsteinplaster, alte Stadtmauern und an schönen Tagen eine entsprechende Anzahl an Touristen. Dennoch ist dieses Viertel hinreißend, beim Friseur kostet einmal Haare schneiden 3 Euro – türkisches Duftwasser inklusive. Wenige Gehminuten entfernt der Topkapi-Palast (Sultanahmet Square), für den ein halber Tag eingeplant werden sollte.

Foto Foodhunter

Fährfahrt auf dem Bosporus

Der Fährhafen Eminönü liegt neben der Galatabrücke, die das Goldene Horn – die 7 km lange Bucht des Bosporus – überspannt und auf der die Fischer im Dutzend ihre Angeln auswerfen. Die Fährfahrt mit Bosphorus-Cruises kostet 15 Türkische Lira, also ca. 7 Euro pro Person. Ein Muss, denn die Stadt ist vom Wasser aus noch beeindruckender.  Rund 3 Stunden hin und zurück dauert die Fahrt.

Foto Foodhunter

 

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Restaurant Nar in Istanbul. Vedat Başaran

Er ist “der Bewahrer” seiner Kultur, die untrennbar mit Essen verbunden ist. Wir treffen den türkischen Spitzenkoch Vedat Basaran, der in Istanbul so bekannt ist wie Schuhbeck in München, auf dem Spice Market und besuchten sein neues Restaurant Nar. Türkische Esskultur und Rezepte der Sultane. Ein kulinarisches Abenteuer.

Text und Fotos Sabine Ruhland

Seine gesammelten Kochbücher sind Originale, Jahrhunderte alt, Rezepte osmanischer Sultane. Geschrieben u.a. in Arabisch, eine Sprache, die Vedat Başaran eigens erlernt hat, um die Rezepte übersetzen zu können. Vom touristischen Ufer des Bosporus, an dem er jahrelang ein Restaurant führte, ist er längst weg, hat sich mit seinem Restaurant in den fünften Stock der exklusiven türkischen Kunstgalerie Armaggan zurückgezogen. Sein Restaurant Nar ist elegant, mit Blick auf einen vertikalen Garten und geziert von millionenschweren Gemälden.

„Die westlich Welt hat keine Zeit zum Essen, damit auch keine Zeit, es in Ruhe zuzubereiten.”

Vedat ist längst eine Berühmtheit, kochte im Auftrag des Weißen Hauses ein Lunch im „Ottoman Style“ oder bei einem Event für Fürst Rainer in Monaco. Dort sah er sich der französischen Haute Cuisine gegenüber, musste sich von Alain Ducasse anhören, dass französische Küche doch das einzig Wahre sei, die größte Küche der Welt. „Aber ihr habt kein einziges Gericht mit Weinblättern“, entgegnete ihm Vedat damals. Denn Speisen in Blätter zu wickeln ist Handarbeit, zeitintensiv, mit Bedacht zu machen. „Die westlich Welt hat keine Zeit zum Essen, damit auch keine Zeit, es in Ruhe zuzubereiten. Das Einwickeln ganzer Gerichte ­– mit Fleisch, Gemüse, Reis – die Wraps, sie kommen aus dem Osten.“ Weshalb Weinblätter längst nicht ausreichen: Haselnussblätter, Kirschblätter, wilde Kastanie, Quittenblätter oder Kohlblätter, alles wird verwendet, sofern es knackig grün, frisch und jung ist. „Es dürften mehr als zwanzig geeignete Blattsorten sein, die wir benutzen.“

Damit sei auch gesagt, was die türkische Küche auszeichnet: little by little, wie Vedat immer wieder betont. Alles braucht seine Zeit. Vielleicht der größte Luxus der türkischen Küche: Zeit. Gepaart mit Authentizität. Vedat Başaran serviert die Dinge pur, lässt Wildkräuter von Frauen der Region pflücken, weiß nie, was sie ihm bringen und serviert diesen Garten Eden blanchiert, mit etwas feinstem türkischem Olivenöl. Salate mit Sauerampfer, Zitronenmelisse, Cranberry und Feta – ein den Gaumen entzückender Genuss. Nicht alles ist spontan nach unserem Geschmack, wobei der ohnehin gezwungen ist, neue Horizonte durch die türkischen Küche zu entdecken. Eine Küche die so gut wie nie Salz und Pfeffer verwendet, Suppen fast immer mit Milch bereitet, einen etwas süßlichen Steinbock auftischt oder ein Lamm mit Aromen, die uns nicht vertraut sind. Mal rasch echte türkische Küche kennen und lieben lernen, das ist nicht so einfach, aber durchaus spannend.

Nar Lokantasi, Armaggan Nuruosmaniye Store, Nuruosmaniye Street No: 65 Nuruosmaniye. www.narlokantasi.com

Nar in Istanbul

Restaurant Nar in Istanbul

Foodhunter-Tipp

Wir müssen zugeben, dass wir der türkischen Musik bislang kaum Aufmerksamkeit geschenkt haben. Im Restaurant Nar spielte bei unserem Besuch allerdings die Band Göksel Baktagir (auf youTube sind Kostproben zu finden), die am nächsten Tag auf Konzertreise in die Schweiz fuhr. Türkische Weltmusik. Wir sind begeistert.

Türkische Musik im Nar

 

 

 

Four Seasons Sultanahmet Istanbul

Wir sind in der Küche. Das lieben wir. Und Savaş Aydemir kocht für uns. Er ist seit vier Jahren Chefkoch des Four Seasons Sultanahmet. Türke ist er durch und durch, stammt aus der Provinz Bolu, dort seien alle Männer Köche, sagt er. Stationen in der französischen Schweiz und in Deutschland haben allerdings seine Begeisterung für die französische Küche geweckt, weshalb er beide Kochstile zu vereinen versucht.

Von Dirk Vangerow

„Im Grunde sind sie sich gar nicht so fremd. Die Franzosen essen beispielsweise gerne Innereien, wir auch.“ Sagt es und serviert uns mit strahlendem Lächeln einen Vorspeisenteller, der auch eine Scheibe vom Lammhirn beinhaltet, in Essig und Zitrone eingelegt, danach sechs Minuten gekocht und von der Haut befreit. Butterzart, fast wie eine Creme. Dazu Wachtelei auf Spinat, Topik, ein Teigbällchen, gefüllt mit Humus, Zwiebeln und Rosinen, gefüllte Weinblätter, Oktopus und in der Mitte ein Frischkäse mit Melone und Raki, umringt von einer hauchdünnen Melonenscheibe. „Seven hills of Istanbul“ nennt er es, eine Hommage an die Stadt, die auf sieben Hügeln erbaut ist. Dass die Speisen kein Salz und keinen Pfeffer beinhalten, hat seinen Sinn. „Sie sollen schmecken, was Sie essen“, sagt der Koch. Der zweite Gang ist Pilaki, nach einem alten ottomanischen Rezept, das Savaş gekonnt modernisiert hat. Der Sud exzellent, die Aromen von Fenchel, Zwiebeln, Karotte wunderbar verbunden.

Istanbul Four Seasons Sultanahmet

Absolut begeistert waren wir von Talaş Böreğ, der „Kuppel“. Fester Blätterteig, gefüllt mit zartem Rindfleisch und Sauerampfer. Was folgt ist die Krönung seiner Kochkunst, ein Gericht für das einen Preis bekommen hat: „Chef’s Signature Dish“, eine acht Stunden im Tongefäß sanft gekochte und vom Knochen befreite Lammkeule. Dem Tongefäß hat Savaş nichts weiter als Majoran und Pflaumen zugegeben. „Das Wichtigste: türkische Küche braucht Zeit“, betont er. Danach wird das Fleisch penibel von den letzten Fettresten befreit und zusammen mit Walnüssen und Majoran kleinst gehackt, die Pflaumen püriert, alles angerichtet auf Auberginenpüree (in unserem Fall not smoked, also ungeräuchert). Als Soße gibt es den puren Lammjus aus dem Topf, einreduziert und ohne jegliche weiter Zugaben. Extrem gut. Sollten Sie in Istanbul sein, lohnt es sich alleine wegen dieses Gerichts das Restaurant im Four Seasons zu besuchen. www.1.fourseasons.com/de/istanbul

 

Istanbul Spice Market.Grand Bazaar

Im ersten Moment ein touristischer Ort mit Souvenirs und aufdringlichen Verkäufern. Doch der Spice Market in Istanbul, auch Grand Bazaar genannt, ist riesig, seit 350 Jahren Umschlagplatz für Gewürze aus der ganzen Welt und in seinem Inneren beruhigt sich das Gezerre. Die Händler lassen auf Nachfrage gerne kosten und ohne einige Spezialitäten sollte Sie diese Stätte keinesfalls verlassen. 

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